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[Rezension] Chris Carter – Jagd auf die Bestie (Hunter & Garcia #10)

[Rezensionsexemplar]

Autorin: Chris Carter
Titel: Jagd auf die Bestie
Übersetzung: Sybille Uplegger
Reihe: Hunter & Garcia #10
Genre: Thriller
Seitenzahl: 432
Erscheinungsdatum: 26. Juli 2019
Verlag: Ullstein
Preis: 10,00€ (Taschenbuch); 9,99€ (E-Book)

Achtung Spoilergefahr! Zwar handelt es sich um abgeschlossene Fälle, jedoch könntet ihr euch hinsichtlich der Charakterentwicklung spoilern.

Reihenfolge:

  1. Der Kruzifix Killer
  2. Der Vollstrecker
  3. Der Knochenbrecher
  4. Totenkünstler
  5. Der Totschläger
  6. Die stille Bestie
  7. I am Death. Der Totmacher
  8. Death Call. Er bringt den Tod
  9. Blutrausch. Er muss töten
  10. Jagd auf die Bestie

Inhalt:

Robert Hunter weiß, wie Mörder denken. Der Profiler des LAPD jagt die grausamsten Killer. Der schlimmste von allen war Lucien Folter – hochintelligent und gewaltverliebt. Als Lucien aus der Sicherheitsverwahrung ausbricht, folgt Hunter seiner blutigen Spur. Und der Killer lockt den Widersacher mit einem perfiden Spiel in seine Nähe: Wer ist der Klügere? Wer wird gewinnen?
(Ullstein)

Meine Meinung:

Ein Jahr mussten wir nun warten bis der neueste Band der Hunter und Garcia Reihe in die Läden kam. Im Gegensatz zum letzten Jahr, habe ich die Reihe nicht rereadet, da ich noch alles gut im Gedächtnis hatte. Auch dieses Jahr habe ich nicht gezögert beim neuesten Teil der Reihe zuzugreifen, denn Chris Carter steht für mich sehr weit oben in der Thriller Bestenliste.

“Jagd auf die Bestie” bietet wieder mal einen höchst brutalen Fall, der natürlich nur den Auftakt zu einer äußerst gefährlichen Ermittlung ist. Die Story schließt sehr nah an die Ereignisse des letzten Teils an. Kaum mit dem Fall abgeschlossen, erreicht Hunter die Nachricht, dass sein größter Gegner, Lucien, aus dem Hochsicherheitsgefängnis entkommen konnte. Wie konnte es nur dazu kommen? Im Laufe der Story begleiten wir sowohl Hunter als auch Lucien und können so richtig tief in seine Psyche und damit auch den Fall abtauchen. Lucien ist nicht einfach ein dahergelaufener Irrer. Hunter kennt ihn persönlich, es gab Zeiten, in denen er ihn als seinen besten Freund bezeichnete. Und so ist Hunter die perfekte Person, um Lucien zu Fall zu bringen. Auch hier müssen unsere beiden Ermittler wieder auf die Hilfe des FBIs zurückgreifen, die sich neben anderen Institutionen in den Fall einmischen. Lucien treibt ein sehr gefährliches Katz-und-Maus-Spiel mit Hunter und den Ermittlern…

“Jagd auf die Bestie” ist wieder mal eine wahre Freude beim Lesen. Man fliegt nur so durch die Seiten, es kommt keine Langeweile auf und wie in den meisten Fällen habe ich auch diesen Teil der Reihe in einem Rutsch durchgelesen. Carter hat wieder einmal von seiner Angewohnheit, die Kapitel mit einem Cliffhanger enden zu lassen, Gebrauch gemacht. Es wird beschrieben wie dem Ermittler plötzlich ein Licht aufgeht und dem Leser werden noch ein paar Segmente an Infos hingeworfen und schon zieht der Ermittler los, um den Täter zu überführen. Ich als Leser sitze dann meist da und denke: ‘Mhh? Was hab ich verpasst? Was weiß Hunter nun schon wieder, was ich offensichtlich nicht weiß und übersehen habe?’. Und so schafft es Carter, dass ich wie festgeklebt an diesem Buch sitze und darauf warte, dass Hunter mir seinen Geistesblitz enthüllt. Man wird regelrecht durch das Buch und den Handlungsverlauf getrieben – in einem positiven Sinn.

Generell sind Carters Bücher abgeschlossene Fälle, jedoch baut dieser Teil zum ersten Mal auf einem anderen auf. Zwar wird zwischendurch auch nochmals auf Luciens Hintergründe eingegangen, jedoch empfehle ich dringend, dass man den 6. Teil der Reihe gelesen haben sollte – sonst guckt man genauso unwissend in die Röhre wie Hunters Partner Garcia, der erstmal über alles aufgeklärt werden muss. Ich empfehle aber sowieso die Reihe in der richtigen Reihenfolge zu lesen, da man so die Charakterentwicklung besser verfolgen kann.

Ich wurde von der Story vollkommen mitgerissen und kann nicht anderes als eine absolute Empfehlung für dieses Buch und generell die Reihe um Hunter und Garcia aussprechen. Nicht für schwache Nerven, aber für Thriller Fans ein absolutes Muss!

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[Rezension] Michael Tsokos – Abgeschlagen (Paul Herzfeld #1)

Autor: Michael Tsokos
Titel: Abgeschlagen
Reihe: Paul Herzfeld #1
Genre: Thriller
Seitenzahl: 416
Erscheinungsdatum: 01. März 2019
Verlag: Droemer Knaur
Preis: 14,99€ (Broschiert); 12,99€ (E-Book)

Inhalt: 

„Rechtsmediziner Paul Herzfeld ist irritiert, als sich sein Vorgesetzter, Prof. Schneider, bei der Obduktion einer zerstückelten Frauenleiche überraschend schnell auf eine Machete als Tatwaffe festlegt. Auch der Sektionsassistent wirkt ungewöhnlich nervös und fahrig. Und tatsächlich taucht kurz darauf das blutverschmierte Mordwerkzeug in einer Kieler Parkanlage auf: eine kunstvoll verzierte Machete. Von den Medien wird Schneider sofort als rechtsmedizinisches Genie gefeiert, sein Aufstieg zum Direktor der Kieler Rechtsmedizin scheint reine Formsache. Doch dann gesteht der Hausmeister des Instituts Herzfeld, dass er die Machete schon einmal gesehen hat und dass die tote Frau für ihn keine Unbekannte ist …

Meine Meinung:

Paul Herzfeld ist uns kein Unbekannter. Der erfolgreiche Rechtsmediziner ist uns bereits aus dem sehr erfolgreichen Thriller “Abgeschnitten” von Sebastian Fitzek und Michael Tsokos bekannt. “Abgeschnitten” war so erfolgreich, dass es inzwischen sogar eine Buchverfilmung gibt, die letztes Jahr in den Kinos lief. Nun liefert uns Michael Tsokos eine eigene Reihe rund um die Hauptfigur Paul Herzfeld. Noch ist zwar nichts bekannt über weitere Fortsetzungen, aber ich bin sicher dass “Abgeschlagen” nicht der einzige Titel bleiben wird.

In “Abgeschlagen” bekommt Herzfeld eine neue Leiche auf den Obduktionstisch. Schnell mischt sich auch sein Vorgesetzter Prof. Schneider in die Sektion ein und legt sich erstaunlich schnell auf eine bestimmte Tatwaffe fest. Herzfeld ist überrascht als kurze Zeit später tatsächlich genau eine solche Waffe aufgefunden wird. Wie kam Prof. Schneider so schnell auf das Ergebnis? Der Mordfall scheint mit einem älteren Fall zusammenzuhängen, denn zufälligerweise ist der Mörder von damals kurz zuvor in die Freiheit entlassen wurden. Kann Herzfeld Prof. Schneider vertrauen?

Tsokos hat wiedermal eine grandiose Mischung aus True Crime und Fiktion erschaffen. Generell kann ich eigentlich blind zu seinen Werken greifen, denn bisher wurde ich nie enttäuscht. Durch seine Expertise auf dem Feld der Rechtsmedizin bekommt man immer spannende Fälle geliefert, die er eindrücklich beschreiben kann. Man merkt deutlich, dass hier jemand am Werke ist, der sein Handwerk versteht. Die Fälle in den Büchern sind teilweise real erlebte Geschichten, gespickt mit fiktionalen Inhalten. Ich finde die Einblicke in die Rechtsmedizin, die uns hier immer wieder geliefert werden wirklich klasse.

Auch in “Abgeschlagen” kommt keine Langeweile auf. Wir erleben hier einen noch jüngeren Paul Herzfeld, der sich noch in seinen Anfängen seiner Karriere befindet. Neben dem eigentlichen Fall, verfolgen wir noch einige Nebenstränge, die zwar nicht zur Hauptstory beitragen, aber dennoch sehr interessant sind. Prinzipiell wartet das Buch nicht unbedingt mit großen Überraschungen auf. Das interessante ist vielmehr das, was bis zur Lösung des Falls geschieht. Wer verfolgt welche Interessen und wer hat nun den größten Dreck am Stecken. Paul Herzfeld manövriert sich immer mehr mitten in das Geschehen hinein und bringt sich und seine Lieben in große Gefahr.

Für mich war “Abgeschlagen” ein wirklich guter Auftakt der neuen Reihe und ich freue mich schon auf hoffentlich viele Fortsetzungen.

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[Rezension] J.A. Konrath – Alle werden sterben (Phineas Troutt #3)

[Rezensionsexemplar]

Autor: J.A. Konrath
Titel: Alle werden sterben
Reihe: Phineas Troutt #3
Genre: Thriller
Seitenzahl: 353
Erscheinungsdatum: 19. März 2019
Verlag: Edition M
Preis: 9,99€ (Taschenbuch); 4,99€ (E-Book), Kindle Unlimited

Achtung Spoilergefahr! HIER geht’s zu Teil 1 der Reihe

Reihenfolge:

  1. Mit einem Beim im Grab
  2. Sterbenshauch
  3. Alle werden sterben

Inhalt: 

“Sieben Tattoos zieren seine Wange: eine Träne für jeden blutigen Mord, den er begangen hat, um in der radikalen Gruppe Weiße Nation aufzusteigen. Jetzt plant er in Chicago den größten Terroranschlag, den die USA jemals erlebt haben. Und dann ist er nur noch einen Mord von seiner letzten, der achten Träne entfernt. Dafür muss er allerdings noch seinen jüngeren Bruder umbringen: Problemlöser Phineas Troutt.

Aber Phin denkt gar nicht daran, sich oder seine Freunde, Jacqueline »Jack« Daniels und den schrägen Privatdetektiv Harry McGlade, von seinem sadistischen Bruder ermorden zu lassen. Seine Kindheit war die Hölle. Jetzt ist es an der Zeit, die Blutbande endgültig zu zerreißen. Auch wenn es richtig weh tut.”
(Edition M)

Meine Meinung:

J. A. Konrath hat bereits erfolgreich die Jack-Daniels-Reihe herausgebracht sowie unter dem Pseudonym Jack Kilborn Horrorromane veröffentlicht.

Phineas Troutt ist der Hauptprotagonist der dreiteiligen Reihe von Konrath. Während sich der erste Teil allein um ihn dreht, stoßen im zweiten Teil die bereits bekannten Charaktere Jack Daniels und Harry McGlade dazu. Phin kennen wir nun bereits recht gut und wissen, dass er sich mit ernsten Problem herumschlagen muss. Seine Zukunftsperspektive ist gelinde gesagt echt mies. Sehr speziell ist wohl auch Harry McGlade. Entweder findet man ihn wohl amüsant oder einfach unerträglich. Wer wie ich flachen Humor mag, der wird hier vermutlich eher seinen Spaß haben. Ich habe ich gefreut, dass Harry auch in diesem Teil wieder in paar Szenen hat.

Konraths Charaktere sind oft einfach gestrickt und entsprechen einigen Klischees. So auch Phin, denn er ist der Inbegriff eines leidenden und aufopfernden Helden. An seiner morbiden Grundstimmung und wie er mit schwarzem Humor durch die Straßen zieht, findet man entweder schnell Gefallen oder wird nie richtig warm mit ihm.

Nachdem der zweite Teil mit einem großen Cliffhanger endete, steigen wir nun direkt wieder bei diesen Geschehnissen ein. Phins verschollener Bruder tritt auf dramatische Weise wieder in sein Leben und hat noch eine gehörig große Rechnung offen. Abseits der Hauptstory geht es aber auch wieder mal darum, dass Phin irgendjemanden auf witzige Weise aufmischt und sich in scheinbar ausweglose Situationen katapultiert. Neben Phin lesen wir auch viel von seinem Bruder, wie es ihm den vergangenen Jahren ergangen ist und wie er sich Schritt für Schritt zu dem entwickelt hat, was er nun ist – ein wahrhaft sadistischer Mistkerl, der seine Berufung nun bei der White Nation gefunden hat.

Auch bei “Alle werden sterben” trieft die Story nur so vor derbem Humor und brutalen Szenen und auch an Action wird nicht gespart. Nicht jedermanns Geschmack, aber meinen hat Konrath wiedermal sehr gut getroffen. Auch die Einblicke in den Aufstieg bei der Weißen Nation fand ich sehr interessant, wenn auch erschreckend.

Das Buch liest sich angenehm leicht weg, sofern man das bei all den Leichen so nennen darf. Die Trilogie ist mit “Alle werden sterben” nun abgeschlossen. Ich fand das Ende rund und schlüssig und werde mich wohl bald mal an die Jack-Daniels-Reihe machen, die ja nun schon 11 Bände umfasst und auch über Kindle Unlimited erhältlich ist.

Bücher

[Rezension] J.A. Konrath – Sterbenshauch (Phineas Troutt #2)

[Rezensionsexemplar]

Autor: J.A. Konrath
Titel: Sterbenshauch
Reihe: Phineas Troutt #2
Genre: Thriller
Seitenzahl: 537
Erscheinungsdatum: 18. Dezember 2018
Verlag: Edition M
Preis: 9,99€ (Taschenbuch); 4,99€ (E-Book), Kindle Unlimited

Achtung Spoilergefahr! HIER geht’s zu Teil 1 der Reihe

Reihenfolge:

  1. Mit einem Beim im Grab
  2. Sterbenshauch
  3. Alle werden sterben (Erscheinungstermin 19.03.2019)

Inhalt: 

“Phin, Jack & Harry: Die Spannung kommt im Dreierpack – ein neuer Phineas-Troutt-Thriller von Bestsellerautor J.A. Konrath.

Problemlöser Phineas Troutt sucht eine verschwundene Tochter aus gutem Haus. Zu verlieren hat er nichts. Jacqueline »Jack« Daniels vom Morddezernat in Chicago ermittelt in dem Fall eines Serienkillers, der grausam zugerichtete Mädchenleichen in Hotels zurücklässt. Der schräge Privatdetektiv Harry McGlade fahndet nach einer abgetauchten Stripperin. Drei Fälle für drei höchst unterschiedliche Ermittler, die daran glauben, dass das Gute siegt.

Unterdessen feiert »Der Club«, eine Gruppe junger, reicher Männer, ausgelassene Partys am Lake Violet und pflanzt gern Kiefern auf dem einsamen Seegrundstück. Denn Leichen sind der beste Dünger.”
(Edition M)

Meine Meinung:

J. A. Konrath hat bereits erfolgreich die Jack-Daniels-Reihe herausgebracht sowie unter dem Pseudonym Jack Kilborn Horrorromane veröffentlicht. Ich habe die Bücher von Jack Kilborn vor einiger Zeit bereits gelesen und fand sie teilweise sehr gut für ihr Genre, wenn auch speziell. Besonders ‚Das Hotel‘ ist mir extrem im Gedächtnis geblieben und hat mir tatsächlich sehr viel Unbehagen beschert.

Phineas Troutt ist der Hauptprotagonist der dreiteiligen Reihe von Konrath. Im Laufe der Story begegnen uns wieder bereits bekannte Charaktere aus dem Universum des Autors. Während wir im ersten Teil die Story nur aus Phins Sicht verfolgt haben, so ist “Sterbenshauch” immer abwechselnd aus der Perspektive von Phineas Troutt, Detective Jack Daniels und Privatermittler Harry McGlade geschrieben. Phin kennen wir nun bereits recht gut und wissen, dass er sich mit ernsten Problem herumschlagen muss. Seine Zukunftsperspektive ist gelinde gesagt echt mies. Jack Daniels kannte ich bisher nicht aus ihrer eigenen Reihe, ihr Auftreten hier im Buch hat mir definitiv Lust darauf gemacht, mir auch diese Reihe mal vorzunehmen. Sehr speziell ist wohl auch Harry McGlade. Entweder findet man ihn wohl amüsant oder einfach unerträglich. Wer wie ich flachen Humor mag, der wird hier vermutlich eher seinen Spaß haben. Konraths Charaktere sind oft einfach gestrickt und entsprechen einigen Klischees.

Nachdem der erste Teil der Reihe eher nicht mit seiner Story punkten konnte, erwartet einem im zweiten Band tatsächlich eine richtige Story mit Ermittlungsarbeit. Ich war wirklich sehr positiv überrascht, ebenso von der Länge des Buches. Durch die drei Perspektiven kommt das Buch auf über 500 Seiten, was mit das längste Buch des Autors ist, wie er selber im Vorwort sagt.

“Sterbenshauch” hebt sich für mich deutlich von seinem Vorgänger “Mit einem Bein im Grab an”, da es vielmehr ein Krimi ist als diese Hau-drauf-Action aus dem ersten Teil. Vermutlich haben auch die drei verschiedenen Perspektiven dazu beigetragen, dass ich diesen Teil viel besser fand, denn nur Phins Sicht die Dinge zu erfahren, kann auf Dauer wohl etwas betrüben. Da lockern eine resolute Jack Daniels und ein fast schon irrer Harry McGlade die Stimmung schon sehr gut auf. Das ganze trifft einfach genau meinen Sinn für Humor, der wohl aber tatsächlich nicht so massentauglich ist. Auch dass Harry manchmal den Leser direkt angesprochen hat, fand ich für das Buch und seine Art und Weise sehr passend – obwohl ich das in Büchern sonst eigentlich nicht mag.

Konraths Bücher sind nicht jedermanns Geschmack, ich glaube, entweder mag man sie oder man findet sie wirklich schlecht. Viele Szenen sind absurd und fast schon lachhaft, aber ich finde genau diesen Stil des Autors sehr unterhaltsam. Wer aber z.B. auch nichts mit Richard Laymon anfangen kann, der wird hier wohl auch nicht glücklich. Im Gegensatz zu Laymon, gibt es bei Konrath aber deutlich weniger Horror und mehr Action. Der Humor ist flach und oftmals triefend schwarz. Es wird so ziemlich jede Gruppe mal auf die Schippe genommen und garantiert achtet hier niemand auf politische Korrektheit. Manche Szenen wirken so blöd, dass man schon wieder lachen muss. Wer jetzt noch nicht abgeschreckt ist, kann quasi nichts verkehrt machen, zumal es seine Bücher auch bei Kindle Unlimited gibt.

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[Rezension] Corina Bomann – Die Frauen vom Löwenhof #3 – Solveigs Versprechen

[Rezensionsexemplar]

Autor: Corina Bomann
Titel: Die Frauen vom Löwenhof – Solveigs Versprechen
Reihe: Die Löwenhof Saga
Genre: Roman
Seitenzahl: 688
Erscheinungsdatum: 27. Dezember 2018
Verlag: Ullstein
Preis: 10,00€ (Taschenbuch); 8,99€ (E-Book)

Achtung Spoilergefahr! HIER geht’s zu Teil 1 der Saga

Reihenfolge:

  1. Agnetas Erbe
  2. Mathildas Geheimnis
  3. Solveigs Versprechen

Inhalt:

Nach einem Unfall liegt Solveigs Welt in Scherben. Gerade noch glaubte die junge Braut, die Zukunft glänzend vor sich zu sehen. Traurig zieht sie zurück auf den Löwenhof zu ihrer Mutter und Großmutter. Dort wird sie gebraucht, die Zeit hat dem ehrwürdigen Gut zugesetzt. Solveig hat viele Ideen, doch welcher Weg ist der richtige? Ein Besucher aus Amerika und ein attraktiver Geschäftsmann aus Stockholm stoßen für Solveig die Tür auf in die weite Welt. Doch kann sie die Trauer um ihr verlorenes Glück wirklich schon loslassen? Solveig will noch einmal von vorne anfangen, für den Löwenhof und auch für eine neue große Liebe.
(Ullstein)

Meine Meinung:

Wir befinden uns im Jahre 1967 und lernen Solveig kennen. Solveig ist eine selbstständige Frau, die gerade mitten im Studium der Veterinärmedizin steckt. Sie ist bis über beide Ohren verliebt, hat sich gerade mit ihrem Traummann verlobt und blickt in eine glanzvolle Zukunft. Doch das Schicksal meint es nicht gut mit ihr. Solveig sucht Trost auf dem Gut ihrer Familie – dem Löwenhof. Ihre Mutter Mathilda und Großmutter Agneta bewirtschaften diesen seit vielen Jahren. Der Zahn der Zeit nagt etwas am Löwenhof, der in vielen Dingen in der Zeit steckengeblieben zu sein scheint. Kann die Familie noch einmal das Ruder umreißen und dem Löwenhof wieder zu seinem einst glanzvollen Ruhm verhelfen?

Es war schön zu sehen, wie sehr sich das Leben in Schweden seit 1913, als der 1. Teil spielte, gewandelt hat. Frauenrechte sind ein noch größeres Thema, die Technik schreitet weiter voran und es waren alle froh, den 1. Weltkrieg überstanden zu haben. Ich habe mich sehr gefreut wieder auf den Löwenhof zurückzukehren, denn der Gutshof wurde abermals wunderschön beschrieben. Auch gab es ein Wiedersehen mit bekannten Gesichtern. Leider hat der Zahn der Zeit etwas am Löwenhof genagt und so hat man inzwischen von vielen Traditionen abgesehen. Es gab keine Jahreszeitenfeste mehr und auch die Jagden wurden verständlicherweise abgeschafft.

Nachdem ich in Band 1 und 2 immer betonen konnte, dass das Pferdethema zum Glück nicht allzu stark thematisiert wurde, ändert sich das im dritten Band. Ganz drum herum kam man nie, da der Löwenhof an der Spitze der Pferdezucht stand, jedoch wurde es nun wirklich sehr stark in der Vordergrund gerückt. Pferde werden einfach nie mein Thema sein und hätte ich die Figuren und den Hof nicht in den ersten beiden Bänden schon liebgewonnen, so hätte ich mich wohl nun durch den letzten Band kämpfen müssen.

Sehr gut gefallen hat mir wieder einmal die Charakterentwicklung. Mittlerweile begleiten wir die dritte Generation und können trotzdem immer den Werdegang unserer Hauptprotagonisten aus  Band 1 und 2 weiterverfolgen. Vom Gefühl her würde ich sagen, dass insgesamt Agneta den meisten Raum eingenommen hat. Vielleicht liegt es daran, dass wir Agneta nun am längsten von allen kennen oder aber auch daran, dass Agneta einfach ein bisschen mehr zu kämpfen hatte. 1913 waren die Dinge einfach sehr viel anders als nun 1967. Mathilda hingegen blieb recht blass im letzten Band – schade, denn ich hatte sie so kämpferisch in Erinnerung.

Auch im 3. Teil wird viel auf die damaligen historischen Geschehnisse Bezug genommen. Ich fand die Verarbeitung der vielfältigen Themen sehr gelungen und wirklich interessant. Insgesamt liegt der Fokus aber nicht auf den historischen Aspekten, vielmehr haben wir wieder ein Familiendrama, in dem es sich viel um die Liebe und den persönlichen Weg durchs Leben. Aufgrund der interessanten Figuren, die alle nicht unterschiedlicher sein könnten, kam nie Langeweile auf. Natürlich treffen manche Figuren nicht immer die schlauesten Entscheidungen, aber das bleibt bei dem Thema wohl nicht aus.

Insgesamt hat mich auch die Fortsetzung wieder abholen können und ich konnte es kaum erwarten, zu erfahren welches Schicksal alle Figuren ereilen wird. Mit diesem Band endet die Saga um die Frauen vom Löwenhof. Mir haben alle drei Bände viel Spaß gemacht. Jede der Frauen hatte so ihre Eigenheiten und man konnte mit allen dreien mitfiebern. Eine sehr gelungene Saga für mich.

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