[Rezension] Michael Tsokos – Mit kalter Hand (Sabine Yao #3)

„Sabine Yao muss diesmal ihre rechtsmedizinische Expertise in der Sonderkommission um Profiler Milan Hasanović einbringen, die die Ermittlungen zum »Pferderipper von Lübars« übernommen hat. Die Befürchtung, dass der brutale Täter früher oder später von Tieren auf Menschen umschwenkt, ist mehr als begründet.

Noch von allen unbemerkt, plant ein online-süchtiger Mann in einer schäbigen Pankower Einzimmerwohnung, seine barbarischen Fantasien erneut in die Wirklichkeit umzusetzen. Auf einer Erotik-Plattform für Männer bahnt er eine Verabredung für ein tödliches Rendezvous mit seinem nächsten Opfer an. Zeitgleich werden an verschiedenen Orten über Berlin verteilt Leichenteile gefunden.

Sabine Yao muss immer tiefer in die düsteren Gefilde der menschlichen Seele hinabsteigen, um die labyrinthischen Abgründe einer kranken Psyche ergründen zu können …“

Autor: Prof. Dr. Michael Tsokos
Titel: Mit kalter Hand
Reihe: Sabine Yao #3
Genre: Thriller
Seitenzahl: 352
Erscheinungsdatum: 01. September 2025
Verlag: Knaur TB
Preis: 16,99€ (Taschenbuch); 12,99€ (E-Book)

Reihenfolge:

  1. Mit kalter Präzision (Rezension)
  2. Mit kaltem Kalkül (Rezension)
  3. Mit kalter Hand

Meine Meinung:

Auch im dritten Teil der Reihe begeben wir uns zum BKA in die Abteilung Extremdelikte. Eine Sonderkommision ermittelt wegen brutal getöteter Pferde, da befürchtet wird, dass der Täter auf den Geschmack gekommen ist und bald Menschen töten wird. Zeitgleich begleiten wir einen Mann, der online auf die Suche nach Opfern für seine grausamen Fantasien geht…

Im Mittelpunkt steht wie gewohnt Sabine Yao, die wir bereits aus den ersten beiden Teilen kennen. Sie ist eine kompetente, sehr detailgenau arbeitende Rechtsmedizinerin, die dennoch immer wieder in Situationen gerät, die sie emotional fordern. Es ist toll, dass man im Laufe der drei Bände ihre Entwicklung gut nachzeichnen kann. Von einer eher vorsichtigen Ermittlerin hin zu einer Frau, die selbstbewusst eigene Entscheidungen trifft und sich auch in schwierigen Momenten behauptet. Insgesamt vermittelt Sabine Yao weiterhin einen distanzierten, kühlen Eindruck. Mir hat außerdem ein wenig die Weitererzählung der Geschichte um ihre Schwester gefehlt. Sie wurde zwar erwähnt, aber mehr leider nicht.

Daneben tauchen einige bekannte Nebenfiguren aus den Vorgängerbänden wieder auf, die für Kontinuität sorgen, gleichzeitig aber nicht zwingend vorausgesetzt werden, wenn man neu in die Reihe einsteigt. So gibt es eine gute Balance zwischen der Weiterentwicklung seiner Protagonistin und der Möglichkeit auch mit dem dritten Band noch neu als Leser einzusteigen.

„Mit kalter Hand“ spielt durchgehend in der Gegenwart und ist in kurze, sehr prägnante Kapitel gegliedert. Dadurch liest sich das Buch extrem flüssig, fast schon atemlos, da man nur so von Kapitel zu Kapitel purzelt. Die Perspektiven wechseln regelmäßig, was für zusätzliche Dynamik sorgt.

Typisch Tsokos ist „Mit Kalter Hand“ wieder eine tolle Mischung aus True Crime, Fiktion und einem klassischen Thriller. Neben dem Hauptfall gibt es kleinere Nebenerzählungen, die schneller aufgelöst werden und für Abwechslung sorgen. Was auch wieder wunderbargeklappt hat, ist die Einbettung rechtsmedizinischer Details in die Handlung. Tsokos nutzt sein Fachwissen, ohne den Leser zu überfrachten. Stattdessen fließen die Fakten sehr glatt in die Story ein. Diesmal hat er zudem einen Strang eingebaut, der einen Ausflug in die Veterinärmedizin wagt. Auch wenn das nicht unbedingt mein Thema ist, war es ein spannender, unerwarteter Aspekt, der die Handlung bereichert.

Michael Tsokos bleibt sich treu was seinen Stil angeht und liefert mit „Mit kalter Hand“ einen weiteren packenden Rechtsmedizinthriller, der durch seine Mischung aus Fachwissen, Spannung und True Crime absolut überzeugt. Der Roman ist ein Pageturner, der einen kaum loslässt, allerdings nichts für schwache Nerven, da die Beschreibungen teils sehr explizit sind. Für mich persönlich war das Thema der Veterinärmedizin einfach nicht mein Geschmack, weshalb es nicht mein Lieblingsteil der Reihe ist. Alles in allem aber ein absolut lesenswerter Thriller, Fans von Tsokos werden ihn sowieso mögen und auch Neueinsteiger könnten getrost zugreifen.

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