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Buchrezension

Bücher

[Rezension] Caroline Corcoran – Die Nachbarin

Autor: Caroline Corcoran
Titel: Die Nachbarin
Genre: Thriller
Seitenzahl: 448
Erscheinungsdatum: 10. August 2020
Verlag: Heyne
Preis: 12,99€ (Broschiert); 9,99€ (E-Book)

Inhalt: 

SIE KANN DICH HÖREN. SIE KANN DICH SEHEN.
SIE KANN SICH NEHMEN, WAS DIR GEHÖRT.

In Lexies Leben scheint alles perfekt: Sie liebt ihren Freund Tom, die beiden planen eine Familie, und sie wohnen in einem eleganten Apartment mitten in London, das keine Wünsche offen lässt. Doch Lexies Idylle trügt. Wenn sie allein ist, lauscht sie den Geräuschen aus der Nachbarwohnung. Und stellt sich dabei das mondäne Leben ihrer Nachbarin vor …

Harriet führt ein ausschweifendes Leben voller wilder Partys, ihr Leben ist ein Abenteuer. Nur selten gesteht sie sich ein, wie unglücklich sie in Wahrheit ist. Sie wünscht sich einen Freund wie Tom. Sie möchte das Leben ihrer Nachbarin Lexie. Und sie ist bereit, alles zu tun, damit dieses Leben ihr gehört …

Meine Meinung:

Lexie und Harriet wohnen direkt nebeneinander. Die Wände sind nicht so dick wie man es sich wünschen würde und so bekommt jede von ihnen mit, was jenseits der eigenen vier Wände passiert. Lexie scheint ein erfülltes Leben zu führen, sie hat alles was Harriet sich wünscht – einen tollen Freund, mit dem sie eine liebevolle Bezehung führt. Harriet hingegen scheint all das zu haben, was Lexie sich wünscht. Sie ist attraktiv und unabhängig, führt ein Leben voller Freunde und Partys.

Jeoch trügt bei beiden der Schein, beide Frauen führen gar nicht so ein erfüllendes Leben, wie die jeweils andere glaubt. Doch bei Harriet hat sich ein Gedanke in den Kopf gebrannt – sie möchte das, was Lexie hat…

In “Die Nachbarin” lesen wir abwechselnd aus der Sicht von Lexie und Harriet. Beide Frauen scheinen das genaue Gegenteil von einander zu sein. Dadurch, dass wir so tief in die Gedankenwelt der beiden Frauen eintauchen, lernen wir nicht nur die sympathischen Seiten von ihnen kennen. Im Gegenteil – beide zeigen sich nicht unbedingt von ihrer besten Seite. Durch die Wand hören beide jeweils der anderen zu, ohne sich jemals wirklich begegnet zu sein. Harriet verliert sich dabei völlig in dem Gedanken, dass sie Lexies Leben übernehmen will. Sie will alles, allem voran Tom – Lexies Freund. Schnell wird klar, dass Harriet nicht nur einer harmlosen Schwärmerei nachgeht. Nein, sie ist regelrecht besessen davon. Stetig werden Hinweise gestreut, dass Harriet bereits in der Vergangenheit etwas furchtbares und traumatisches erlebt haben muss. Lange jedoch ist unklar, was genau das gewesen ist. Mit kleinen Rückblicken in die Vergangenheit bekommen wir hier aber Klarheit.

Die Meinungen zu “Die Nachbarin” gehen relativ auseinander. Ich jedoch fand die subtile Spannung klasse. Ich hing förmlich an den Seiten, da meine Neugier und Erwartung von Seite zu Seite wuchsen. Es war, als würde man als dritte Partei den beiden Frauen über die Schulter gucken.

Im Grunde passiert tatsächlich nicht viel im Buch, jedoch trägt sich die Story einfach durch seine Stimmung. Das mag sicherlich nicht für alle Leser klappen, für mich jedoch war es absolut gelungen. Vielleicht ist das Genre “Thriller” etwas irreführend, da viele darunter etwas anderes verstehen. Möglicherweise wäre “psychologischer Spannungsroman” etwas passender.

Bücher

[Rezension] Simon Beckett – Versteckt

Autor: Simon Beckett
Titel: Versteckt. Dunkle Geschichten
Genre: Thriller
Seitenzahl: 144
Erscheinungsdatum: 13. Oktober 2020
Verlag: Wunderlich
Preis: 10,00€ (Gebunden); 2,99€ (E-Book)

Inhalt: 

Exklusiv auf dem deutschsprachigen Buchmarkt erhältlich: Drei Krimi-Kurzgeschichten von Bestsellerautor Simon Beckett (ca. 144 S.) in wunderschöner Geschenkbuch-Ausstattung.

Das Geheimnis eines Sommers, das die Gegenwart überschattet.
Ein Banküberfall mit fatalen Folgen für alle Beteiligten.
Ein Junge, der Zuflucht auf einer Farm sucht – und einen Albtraum erlebt.

Drei dunkle Geschichten, die unter die Haut gehen. So spannend, clever und atmosphärisch, wie nur Simon Beckett sie schreiben kann.

Meine Meinung:

Simon Beckett ist ein Autor, der mich schon viele Jahre begleitet. Sei es seine Reihe um David Hunter oder seine einzelnen Bände, die mitunter ja nicht so beliebt sind – ich finde alle seine Bücher klasse. Sie sind nicht unbedingt temporeich oder gar actiongeladen, sie bestechen vielmehr mit ihrer subtilen Spannung und spannenden Charakteren, deren Werdegang einem am Herzen liegt.

“Versteckt” ist nun eine kleine Sammlung von drei Kurzgeschichten, die laut Vorwort auch schon eine Weile in Becketts Schublade ruhten. So erzählt er z.B. auch davon, dass die Idee der dritten Geschichte auch schon in einen seiner erschienenen Romane geflossen ist.

Die erste Geschichte erzählt von einer Gruppe Kindern, die den Sommer gemeinsam verbringen und einer düsteren Sache auf die Spur kommen. Die zweite Kurzgeschichte macht der Bezeichnung alle Ehre, denn sie ging gerade mal über vier Seiten. In der dritten Geschichte kommt man aber wieder auf seine Kosten, auch wenn das Ende etwas offen bzw. mir zu wenig beschrieben war. Da wollte Beckett dem Leser wohl viel Spielraum für die eigene Fantasie geben.

Alles in allem sind die Geschichten durchaus lesenswert, wenngleich ich mir wohl nicht die gebundene Ausgabe für 10€ dafür anschaffen würde. Grundsätzlich würde ich auch sagen, dass die Geschichten eher etwas für Leser sind, die auch seine einzelnen Bände gut fanden. Einen Vergleich zu seiner Hunter-Reihe kann man hier meiner Meinung nach nicht ziehen.

Bücher

[Rezension] Arno Strobel – Die App

Autor: Arno Strobel
Titel: Die App
Genre: Thriller
Seitenzahl: 368
Erscheinungsdatum: 23. September 2020
Verlag: Fischer
Preis: 15,99€ (Broschiert); 14,99€ (E-Book)

Inhalt: 

Du hast die App auf deinem Handy. Sie macht dein Zuhause sicherer. Doch nicht nur die App weiß, wo du wohnst …
Der neue Psycho-Thriller von Nr. 1-Bestseller-Autor Arno Strobel

Es klingt fast zu gut, um wahr zu sein. Hamburg-Winterhude, ein Haus mit Smart Home, alles ganz einfach per App steuerbar, jederzeit, von überall. Und dazu absolut sicher. Hendrik und Linda sind begeistert, als sie einziehen. So haben sie sich ihr gemeinsames Zuhause immer vorgestellt.

Aber dann verschwindet Linda eines Nachts. Es gibt keine Nachricht, keinen Hinweis, nicht die geringste Spur. Die Polizei ist ratlos, Hendrik kurz vor dem Durchdrehen. Konnte sich in jener Nacht jemand Zutritt zum Haus verschaffen? Und wenn ja, warum hat die App nicht sofort den Alarm ausgelöst?

Hendrik fühlt sich mehr und mehr beobachtet. Zu recht, denn nicht nur die App weiß, wo er wohnt …

Meine Meinung:

Arno Strobel schreibt wieder genau am Zahn der Zeit entlang und hat in seinem neuesten Werk ein sehr aktuelles und kontroverses Thema gewählt – Smart Homes. Wie schlau ist es wirklich Aspekte unseres Lebens in die Hände von intelligenter Technik zu geben? Das Thema spaltet die Gemüter, manch einer findet die Innovation zeitsparend und praktisch, andere wiederum beäugen solch Technik sehr argwöhnisch und möchten nicht alles über sich preisgeben. Doch was passiert, wenn sich die Technik offenbar gegen uns wendet?

Unser Hauptprotagonist findet sein Smart Home klasse. Bis eines Nachts seine Verlobte aus der Wohnung verschwindet und auch das Smart Home System keinerlei Hinweis liefern kann. Wie konnte sich jemand unbemerkt Zutritt verschaffen? Nur er und seine Verlobte können per Fingerscan in das Haus kommen und auch die App verlangt immer einen Augen-Scan. Hendrik zeifelt langsam an seinem Verstand, da auch die Polizei der Meinung ist, dass Linda ihn womöglich freiwillig verlassen hat. Er beschließt auf eigene Faust zu ermittelt…

“Die App” hat mich wirklich begeistert. Das Tempo ist rasant und auch als Leser rätselt man die ganze Zeit mit. Hat Hendrik Unrecht? Stimmt vielleicht seine Wahrnehmung nicht? Oder gibt es eine ganz banale Erklärung für alles? Als geübter Thriller Leser hat man vielleicht nach einer Weile eine gewisse Ahnung, das gesamte Ausmaß ist mir jedoch auch recht spät klar geworden.

Sicherlich schwingt bei dem Thema auch eine gewisse Kritik und ich konnte einige Parallelen zu meinem eigenen Leben ziehen. Auch ich weiß die technischen Möglichkeiten heutzutage zu schätzen und nutze viele unserer modernen Annehmlichkeiten. Aber vielleicht sollte man einfach mal überdenken, was wirklich notwendig ist und vor allem, ob man sicheren Systemen vertraut.

Das Thema wurde jedenfalls temporeich umgesetzt und innovativ verpackt, so dass keine Langeweile aufkam. Mit seinen gut 350 Seiten hat der Psychothriller auch eine angenehme Länge, ohne Plot-Holes oder Langeweile. Ich lese Strobel immer wieder gerne und bin sehr gespannt, was er sich als nächstes ausdenken wird.

Bücher

[Rezension] Tina Frennstedt – Cold Case. Das verschwundene Mädchen

Autor: Tina Frennstedt
Titel: Cold Case – Das verschwundene Mädchen
Genre: Thriller
Übersetzung: Hanna Granz
Seitenzahl: 444
Erscheinungsdatum: 31. Januar 2020
Verlag: Bastei Lübbe
Preis: 14,90€ (Broschiert); 9,99€ (E-Book)

Inhalt: 

Er lauert Frauen in den frühen Morgenstunden auf. Er überfällt sie in ihren Wohnungen. Er tötet sie – und verschwindet. Als an einem Tatort Spuren auftauchen, die auf einen alten Vermisstenfall hinweisen, übernimmt Tess Hjalmarsson, Expertin für COLD CASES, die Ermittlungen. Hängt das spurlose Verschwinden der damals 19-jährigen Annika, deren Fall nie gelöst wurde, tatsächlich mit den aktuellen Serienmorden zusammen? Tess ermittelt unter Hochdruck. Ein Rennen gegen die Zeit beginnt. Denn eines ist sicher: Der Serienmörder wird wieder zuschlagen …

Meine Meinung:

Cold Case Fälle erfreuen sich in Thrillern ja durchaus Beliebtheit. Ich finde es immer sehr spannend, dass Fälle auch mit vielen Jahren Abstand noch aufgeklärt werden können. Immerhin gibt es keine frischen Spuren mehr, Erinnerungen verblassen und unter Umständen sind Beteiligte auch schon verstorben. Daher finde ich bei sowas die Ermittlungsarbeit immer sehr aufschlussreich, welche Spur führt zur nächsten und wie langsam das ganze Geflecht aufgedröselt wird.

Auch im Buch “Cold Case” haben wir es mit solch einem Fall zu tun. Die Ermittlerin Tess Hjalmarsson übernimmt den Fall rund um die 19-jährige Annika, die vor knapp 20 Jahren verschwunden ist. Gleichzeitig treibt im Moment ein Serientäter sein Unwesen, der in Häuer einbricht und die dort lebenden Frauen vergewaltigt und ermordet. Nun wurde scheinbar ein Zusammenhang zwischen dem Serientäter und dem zurückliegenden Vermisstenfall gefunden.

Ich muss sagen, dass es mir etwas schwer fiel, dem Geflecht an Zeitsprüngen und Charakterwechseln zu folgen. Immer wieder werden kleine Rückblenden eingeschoben und wir springen zwischen den Personen. Auch hat der Cold Case nicht den Großteil des Buches ausgemacht, wie man vielleicht anhand des Titels vermuten hätte können. Vielmehr ist es ein Zusammenspiel des aktuellen Falles mit dem alten Vermisstenfall.

Unsere Hauptermittlerin war eindeutig die Sympathieträgerin des Buches, auch ich fand ihre Darstellung sehr gelungen. Eine angenehme Hauptperson macht es mir in den meisten Fällen einfacher der Geschichte zu folgen. “Cold Case” soll der Auftakt einer neuen Reihe rund um die Ermittlerin Tess sein und ich bin gespannt, ob mit den weiteren Cold Cases noch eine Schippe draufgelegt werden kann.

Bücher

[Rezension] Ellison Cooper – Knochengrab (Agent Sayer Altair #2)

Autor: Ellison Cooper
Titel: Knochengrab
Reihe: Agent Sayer Altair #2
Genre: Thriller
Seitenzahl: 480
Erscheinungsdatum: 27. Dezember 2019
Verlag: Ullstein
Preis: 9,99€ (Taschenbuch); 8,99€ (E-Book)

Reihenfolge:

  1. Todeskäfig (Rezension)
  2. Knochengrab

Inhalt: 

Im Shenandoah Nationalpark wird eine Grube mit menschlichen Knochen entdeckt. Das Alter der Knochen: fast 20 Jahre. Als dort außerdem zwei Leichen gefunden werden, die erst wenige Tage in der Grube liegen, wird aus dem Cold Case ein aktueller Fall. Eine erste Spur führt zu einer Mutter und ihrer Tochter, die vor kurzem in der Gegend verschwunden sind. Hängen die beiden Fälle miteinander zusammen?

Senior Special Agent Sayer Altair vom FBI, nach einer Schussverletzung zum Schreibtischdienst gezwungen, darf endlich wieder ermitteln. Dabei wird sie immer wieder von Sabotageversuchen aus Washington gestört, aber Sayer lässt sich nicht aufhalten. ”
(Ullstein)

Meine Meinung:

Nachdem ich 2018 vom Auftakt der Reihe um die FBI Agentin Sayer Altair so begeistert war, habe ich mich sehr auf die Fortsetzung gefreut. Zum Jahresende war es nun endlich so weit und “Knochengrab” ist erschienen.

In der Idylle eines Nationalparks wird eine Grube voller menschlicher Knochen entdeckt. Das Alter der Knochen kann auf verschiedene Zeitpunkte datiert werden, noch interessanter ist jedoch der Umstand, dass in direkter Nähe zwei “frische” Leichen entdeckt werden. Agent Altair wird zum Ort des Verbrechens gerufen und damit endet endlich ihre Zwangspause am Schreibtisch.

Im zweiten Teil geht es gewohnt spannend zur Sache. Die Autorin versteht es einfach die Seiten nur so dahinfliegen zu lassen und den Leser förmlich ans Buch zu fesseln. “Knochengrab” ist wieder ein sehr durchdachter Fall, der an keiner Stelle langweilig oder vorhersehbar wurde. Wie so meist sind die einzelnen Teile abgeschlossene Fälle, für ein wenig mehr Hintergrundwissen rund um die Akteure empfehle ich jedoch zuerst den ersten Teil der Reihe zu lesen. So können die Beziehungen zwischen den einzelnen Figuren viel besser verstanden werden.

Im Hintergrund wird weiterhin der rote Faden rund um Sayers Verlobten gesponnen. Hier ist das letzte Wort noch immer nicht gesprochen und Sayer versucht weiterhin etwas Licht ins Dunkle zu bringen. Außerdem bekommen wir Einblicke in Sayers Forschungsarbeiten zum Thema Psychopathen, was wirklich äußerst interessant war. Auch hier wird hoffentlich der Faden weitergesponnen im nächsten Teil.

Insgesamt hat mir das Buch wieder sehr gefallen. Im Vergleich zum ersten Teil hat mir aber der vorangegangene Fall ein kleines bisschen mehr gefallen. Trotzdem – ich freue mich sehr auf den nächsten Teil, ich habe gesehen, dass die englische Version bereits schon angekündigt ist.

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