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Buchrezension

Bücher

[Rezension] Michael Tsokos – Abgeschlagen (Paul Herzfeld #1)

Autor: Michael Tsokos
Titel: Abgeschlagen
Reihe: Paul Herzfeld #1
Genre: Thriller
Seitenzahl: 416
Erscheinungsdatum: 01. März 2019
Verlag: Droemer Knaur
Preis: 14,99€ (Broschiert); 12,99€ (E-Book)

Inhalt: 

„Rechtsmediziner Paul Herzfeld ist irritiert, als sich sein Vorgesetzter, Prof. Schneider, bei der Obduktion einer zerstückelten Frauenleiche überraschend schnell auf eine Machete als Tatwaffe festlegt. Auch der Sektionsassistent wirkt ungewöhnlich nervös und fahrig. Und tatsächlich taucht kurz darauf das blutverschmierte Mordwerkzeug in einer Kieler Parkanlage auf: eine kunstvoll verzierte Machete. Von den Medien wird Schneider sofort als rechtsmedizinisches Genie gefeiert, sein Aufstieg zum Direktor der Kieler Rechtsmedizin scheint reine Formsache. Doch dann gesteht der Hausmeister des Instituts Herzfeld, dass er die Machete schon einmal gesehen hat und dass die tote Frau für ihn keine Unbekannte ist …

Meine Meinung:

Paul Herzfeld ist uns kein Unbekannter. Der erfolgreiche Rechtsmediziner ist uns bereits aus dem sehr erfolgreichen Thriller “Abgeschnitten” von Sebastian Fitzek und Michael Tsokos bekannt. “Abgeschnitten” war so erfolgreich, dass es inzwischen sogar eine Buchverfilmung gibt, die letztes Jahr in den Kinos lief. Nun liefert uns Michael Tsokos eine eigene Reihe rund um die Hauptfigur Paul Herzfeld. Noch ist zwar nichts bekannt über weitere Fortsetzungen, aber ich bin sicher dass “Abgeschlagen” nicht der einzige Titel bleiben wird.

In “Abgeschlagen” bekommt Herzfeld eine neue Leiche auf den Obduktionstisch. Schnell mischt sich auch sein Vorgesetzter Prof. Schneider in die Sektion ein und legt sich erstaunlich schnell auf eine bestimmte Tatwaffe fest. Herzfeld ist überrascht als kurze Zeit später tatsächlich genau eine solche Waffe aufgefunden wird. Wie kam Prof. Schneider so schnell auf das Ergebnis? Der Mordfall scheint mit einem älteren Fall zusammenzuhängen, denn zufälligerweise ist der Mörder von damals kurz zuvor in die Freiheit entlassen wurden. Kann Herzfeld Prof. Schneider vertrauen?

Tsokos hat wiedermal eine grandiose Mischung aus True Crime und Fiktion erschaffen. Generell kann ich eigentlich blind zu seinen Werken greifen, denn bisher wurde ich nie enttäuscht. Durch seine Expertise auf dem Feld der Rechtsmedizin bekommt man immer spannende Fälle geliefert, die er eindrücklich beschreiben kann. Man merkt deutlich, dass hier jemand am Werke ist, der sein Handwerk versteht. Die Fälle in den Büchern sind teilweise real erlebte Geschichten, gespickt mit fiktionalen Inhalten. Ich finde die Einblicke in die Rechtsmedizin, die uns hier immer wieder geliefert werden wirklich klasse.

Auch in “Abgeschlagen” kommt keine Langeweile auf. Wir erleben hier einen noch jüngeren Paul Herzfeld, der sich noch in seinen Anfängen seiner Karriere befindet. Neben dem eigentlichen Fall, verfolgen wir noch einige Nebenstränge, die zwar nicht zur Hauptstory beitragen, aber dennoch sehr interessant sind. Prinzipiell wartet das Buch nicht unbedingt mit großen Überraschungen auf. Das interessante ist vielmehr das, was bis zur Lösung des Falls geschieht. Wer verfolgt welche Interessen und wer hat nun den größten Dreck am Stecken. Paul Herzfeld manövriert sich immer mehr mitten in das Geschehen hinein und bringt sich und seine Lieben in große Gefahr.

Für mich war “Abgeschlagen” ein wirklich guter Auftakt der neuen Reihe und ich freue mich schon auf hoffentlich viele Fortsetzungen.

Bücher

[Rezension] Camilla Läckberg – Golden Cage. Trau ihm nicht. Trau niemandem.

[Rezensionsexemplar]

Autor: Camilla Läckberg
Titel: Golden Cage – Traue ihm nicht. Traue niemandem
Genre: Thriller
Seitenzahl: 384
Erscheinungsdatum: 29. März 2019
Verlag: List
Preis: 17,99€ (Broschiert); 14,99€ (E-Book)

Inhalt: 

„Faye und Jack sind das absolute Traumpaar. Sie haben das erfolgreichste Unternehmen Stockholms aufgebaut, wohnen in einem luxuriösen Apartment und sind umgeben von den Reichen und Schönen. Die gemeinsame Tochter Julienne ist die Krönung ihres Glücks.

Doch der Schein trügt. Fayes Leben dreht sich nur noch um den verzweifelten Versuch, Jack zu gefallen. Seine Verachtung ist in jeder seiner Gesten spürbar. Was verbirgt ihr einst liebevoller Mann vor ihr? Als Jack und Julienne von einem Bootstrip nicht zurückkehren und die Polizei eine Blutlache im Apartment entdeckt, fällt der Verdacht schnell auf Jack. Hat er seine eigene Tochter ermordet? Nichts in Fayes Leben ist mehr so, wie sie es kannte …
(List)

Meine Meinung:

Faye scheint das große Los gezogen zu haben. Aus eher schwierigen Verhältnissen stammend, hat sie sich in die gehobene Gesellschaft hochgekämpft und lebt ein glückliches Leben an der Seite ihres erfolgreichen Mannes. Faye ist Hausfrau und kümmert sich liebevoll um das gemeinsame Kind. Eigentlich müsste sie also ein glückliches Leben führen. Doch der Schein trügt. Faye schleppt dunkle Geheimnisse aus ihrer Vergangenheit mit sich herum und ihr einst so toller Ehemann zeigt ihr die kalte Schulter. Faye verzweifelt immer mehr und das einst so perfekte Leben gerät deutlich aus den Fugen…

Bereits zu Beginn des Buches wird deutlich, dass Faye nicht mehr glücklich ist. Ihre Ehe bröckelt und Faye scheitert zunehmend an dem Versuch diese zu kitten. Egal wie sehr sie sich verbiegt, Jack scheint es nicht genug zu sein. Kaum haben wir uns inn dieser Situation eingefunden, wirft uns das Buch in die Vergangenheit zurück. Wir erfahren Fayes Werdegang seit sie sich von zu Hause aufgemacht hat. Schon damals hatte Faye viel Last zu schleppen, doch sie findet sich recht erfolgreich im Leben ein, studiert und lernt letztlich Jack kennen. Es könnte alles so schön sein, wenn sie nun nicht wieder vor den Trümmern ihres Lebens stehen würde.

Ich bin Faye recht fassungslos durch die heutige Zeit gefolgt. Dafür, dass sie in den Rückblicken sehr taff rüberkam, hat sie sich bis zur Gegenwart stark verändert. Faye kuscht regelrecht vor ihrem Mann und tut alles, nur um ihm zu gefallen. Es war wirklich fast schon eine Qual das mitanzusehen. Man merkt förmlich wie das Buch auf einen großen Höhepunkt hinarbeitet und den großen Knall gibt es tatsächlich recht früh im Buch. Mir hat quasi die erste Hälfte des Buches etwas besser gefallen, auch wenn der zweite Teil ebenso seine Reize hatte.

Auch gab es einige Passagen oder Handlungsstränge, die ich so nicht gebraucht hätte. Es hat dem ganzen jetzt keinen Abbruch getan, aber es war für mich einfach nicht notwendig und hat einfach noch ein bisschen mehr Drama beigesteuert. Auch die weitere Entwicklung von Faye fand ich nicht 100% gelungen, auch was die Glaubwürdigkeit betrifft. Manches war einfach ein bisschen drüber und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass das alles so ablaufen könnte.

Trotzdem war “Golden Cage” für mich ein echter Pageturner. Camilla Läckberg schreibt sehr fesselnd und leicht zugänglich, so dass man schnell in der Geschichte drin ist. Auf jeden Fall habe ich nun umso mehr Lust, mir auch mal ihre Krimireihe um die Ermittler Falck und Hedström anzuschauen, die auch schon auf beachtliche 10 Bände kommt.

Bücher

[Rezension] J.A. Konrath – Alle werden sterben (Phineas Troutt #3)

[Rezensionsexemplar]

Autor: J.A. Konrath
Titel: Alle werden sterben
Reihe: Phineas Troutt #3
Genre: Thriller
Seitenzahl: 353
Erscheinungsdatum: 19. März 2019
Verlag: Edition M
Preis: 9,99€ (Taschenbuch); 4,99€ (E-Book), Kindle Unlimited

Achtung Spoilergefahr! HIER geht’s zu Teil 1 der Reihe

Reihenfolge:

  1. Mit einem Beim im Grab
  2. Sterbenshauch
  3. Alle werden sterben

Inhalt: 

“Sieben Tattoos zieren seine Wange: eine Träne für jeden blutigen Mord, den er begangen hat, um in der radikalen Gruppe Weiße Nation aufzusteigen. Jetzt plant er in Chicago den größten Terroranschlag, den die USA jemals erlebt haben. Und dann ist er nur noch einen Mord von seiner letzten, der achten Träne entfernt. Dafür muss er allerdings noch seinen jüngeren Bruder umbringen: Problemlöser Phineas Troutt.

Aber Phin denkt gar nicht daran, sich oder seine Freunde, Jacqueline »Jack« Daniels und den schrägen Privatdetektiv Harry McGlade, von seinem sadistischen Bruder ermorden zu lassen. Seine Kindheit war die Hölle. Jetzt ist es an der Zeit, die Blutbande endgültig zu zerreißen. Auch wenn es richtig weh tut.”
(Edition M)

Meine Meinung:

J. A. Konrath hat bereits erfolgreich die Jack-Daniels-Reihe herausgebracht sowie unter dem Pseudonym Jack Kilborn Horrorromane veröffentlicht.

Phineas Troutt ist der Hauptprotagonist der dreiteiligen Reihe von Konrath. Während sich der erste Teil allein um ihn dreht, stoßen im zweiten Teil die bereits bekannten Charaktere Jack Daniels und Harry McGlade dazu. Phin kennen wir nun bereits recht gut und wissen, dass er sich mit ernsten Problem herumschlagen muss. Seine Zukunftsperspektive ist gelinde gesagt echt mies. Sehr speziell ist wohl auch Harry McGlade. Entweder findet man ihn wohl amüsant oder einfach unerträglich. Wer wie ich flachen Humor mag, der wird hier vermutlich eher seinen Spaß haben. Ich habe ich gefreut, dass Harry auch in diesem Teil wieder in paar Szenen hat.

Konraths Charaktere sind oft einfach gestrickt und entsprechen einigen Klischees. So auch Phin, denn er ist der Inbegriff eines leidenden und aufopfernden Helden. An seiner morbiden Grundstimmung und wie er mit schwarzem Humor durch die Straßen zieht, findet man entweder schnell Gefallen oder wird nie richtig warm mit ihm.

Nachdem der zweite Teil mit einem großen Cliffhanger endete, steigen wir nun direkt wieder bei diesen Geschehnissen ein. Phins verschollener Bruder tritt auf dramatische Weise wieder in sein Leben und hat noch eine gehörig große Rechnung offen. Abseits der Hauptstory geht es aber auch wieder mal darum, dass Phin irgendjemanden auf witzige Weise aufmischt und sich in scheinbar ausweglose Situationen katapultiert. Neben Phin lesen wir auch viel von seinem Bruder, wie es ihm den vergangenen Jahren ergangen ist und wie er sich Schritt für Schritt zu dem entwickelt hat, was er nun ist – ein wahrhaft sadistischer Mistkerl, der seine Berufung nun bei der White Nation gefunden hat.

Auch bei “Alle werden sterben” trieft die Story nur so vor derbem Humor und brutalen Szenen und auch an Action wird nicht gespart. Nicht jedermanns Geschmack, aber meinen hat Konrath wiedermal sehr gut getroffen. Auch die Einblicke in den Aufstieg bei der Weißen Nation fand ich sehr interessant, wenn auch erschreckend.

Das Buch liest sich angenehm leicht weg, sofern man das bei all den Leichen so nennen darf. Die Trilogie ist mit “Alle werden sterben” nun abgeschlossen. Ich fand das Ende rund und schlüssig und werde mich wohl bald mal an die Jack-Daniels-Reihe machen, die ja nun schon 11 Bände umfasst und auch über Kindle Unlimited erhältlich ist.

Bücher

[Rezension] Jack Heath – Blake

Autor: Jack Heath
Titel: Blake
Genre: Thriller
Seitenzahl: 448
Erscheinungsdatum: 14. Januar 2019
Verlag: Heyne
Preis: 12,99€ (Broschiert); 9,99€ (E-Book)

Inhalt: 

„Amerika, Gegenwart. Timothy Blake ist ein genialer Profiler und steht als inoffizieller FBI-Mitarbeiter auf keiner Gehaltsliste. Er hat nämlich ein geheimes Laster und wird nicht mit Geld entlohnt, sondern mit etwas, das seine dunklen Triebe befriedigt. Als Blake mit seiner neuen Partnerin Special Agent Reese Thistle eine heikle Geldübergabe einfädelt, geht die Sache schief: In einem gestohlenen Wagen finden sie eine Schaufensterpuppe mit einer menschlichen Niere darin. Blake, der sein finsteres Geheimnis sorgsam hüten muss, gerät unter Verdacht …
(Heyne)

Meine Meinung:

“Blake” ist der Beginn einer neuen Reihe rund um die titelgebende Figur Blake. Angepriesen wird sie vor allem für Fans von Sherlock und Dexter. Sherlock, weil Blake ebenso ein Gespür und Auge für gewisse Details hat und Dexter – nun ja, weil auch Blake für die Polizei arbeitet und dabei ein Geheimnis hütet. Ja, der Vergleich ist ganz gut, jedoch muss man sich definitiv keine Sorgen machen, dass die Geschichte zu ähnlich zu den genannten ist. Denn Blake ist tatsächlich nochmal ganz, ganz anders…

Erzählt wird die Story komplett aus der Sicht von Blake, der als Berater für das FBI tätig ist. Doch niemand ahnt, dass Blake nach der Arbeit in sein heruntergekommenes Zuhause geht und auch seine Vergangenheit alles andere als rosig war. Blake schleppt ein Geheimnis mit sich herum, das nur sein Auftraggeber vom FBI kennt. Für uns Leser lüftet sich dieses Geheimnis zwar auch relativ schnell, aber natürlich möchte ich niemandem die Überraschung wegnehmen.

Bereits zu Beginn wird einem klar, wie man auf den Vergleich mit Sherlock gekommen ist. Blake hat eine sehr gute Auffassungsgabe und kann durch Beobachtungen kleinster Details für die Ermittlungen wertvolle Rückschlüsse ziehen. Schnell stolpert man in den aktuellen Fall hinein, bei dem ein Teenager entführt wurde. Blake behält einen kühlen Kopf und schnell können erste Erfolge verbucht werden. Doch letztlich ist der Fall sehr viel komplizierter als zunächst angenommen…

Ich nehme an, dass mit Blake versucht wurde, eine Figur zu erschaffen, die man einerseits nichts mögen sollte, es aber dennoch tut. Diesen Zwiespalt erkennt man auch immer wieder bei Blake, der sich selbst manchmal gerne hassen würde, aber dennoch nicht aus seiner Haut kann. Auch ich fand manche Dinge etwas … unschön, aber im Großen und Ganzen war mir Blake trotz allem sympathisch. Die kleinen Ausflüge in Blakes Vergangenheit waren auch höchst interessant. Vor allem die Erklärung, warum Blake nunmal so ist wie er ist, war tatsächlich relativ einleuchtend.

Auch die Geschichte selbst liest sich wunderbar locker und leicht. Einfache Sätze ohne Verschachtelung und eine leicht zu verfolgende, spannende Story. Im Englischen ist bereits ein zweiter Teil erschienen, und ich hoffe sehr, dass Blake hierzulande auch so sehr einschlägt, dass der Heyne Verlag die Reihe weiterhin übersetzt. Ich jedenfalls habe mich bestens unterhalten gefühlt und würde gerne mehr von Blake lesen!

Bücher

[Rezension] Megan Goldin – The Wrong Girl. Die perfekte Täuschung

[Rezensionsexemplar]

Autor: Megan Goldin
Titel: The Wrong Girl. Die perfekte Täuschung
Genre: Thriller
Seitenzahl: 384
Erscheinungsdatum: 01. Februar 2019
Verlag: Piper
Preis: 10,00€ (Taschenbuch); 9,99€ (E-Book)

Inhalt: 

„Julie West ist außer sich. Sie vermutet, dass ihr Mann Matt sie betrügt. Mit einer jungen Studentin, die seiner Ex-Frau Laura wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Laura, die unter mysteriösen Umständen ums Leben kam.
Um auf andere Gedanken zu kommen, geht Julie joggen – und wird in einen merkwürdigen Unfall verwickelt. Doch Matt versichert ihr, dass es diesen Unfall nie gegeben hat. Julie sei beim Laufen ohnmächtig geworden und habe sich alles nur eingebildet.
Zur gleichen Zeit wird in der Nähe eine Frauenleiche entdeckt. Alles deutet darauf hin, dass es sich um Laura Wests Leichnam handelt. Julie gerät unter Mordverdacht, doch sie kann sich an so vieles nicht mehr erinnern. Ist sie nicht das Opfer? Oder doch die Täterin?”
(Piper)

Meine Meinung:

“The Wrong Girl” hat mich sofort mit seinem auffälligen Cover in seinen Bann gezogen. Dass es außerdem ein Domestic Thriller sein soll, hat mich dann final überzeugt. Domestic Thriller üben immer wieder eine große Faszination auf mich aus, da diese oftmals durch ihre angespannte Atmosphäre und undurchschaubar gestrickte Story überzeugen können. Meist gibt es zum Ende hin einen gemeinen Twist, mit dem man (hoffentlich) vorher noch nicht gerechnet hat.

In “The Wrong Girl” begleiten wir im Wechsel Julie und Mel. Julie ist die zweite Ehefrau von Matt, dessen erste Ehefrau auf mysteriöse Weise verschwand, was letztlich einem Serienkiller zu Lasten gelegt wurde. Unsere zweite Hauptprotagonistin ist Mel, eine Ermittlerin der Polizei, die mit dem Fund einer Leiche betraut wurde. Die Leiche stellt sich nach einiger Zeit als Matts erste Ehefrau Laura heraus. Wurde diese gar nicht wie vermutet von einem Serienkiller ermordet? Die Beweise an der Leiche sprechen eine ganz andere Sprache, denn diese deuten auf Julie hin! Ist Julie die wahre Täterin? Die Ermittlungen sind beschwerlich, denn Julie kann sich an nichts aus dieser Zeit erinnern…

“The Wrong Girl” nutzt wieder einmal eine Protagonistin, auf die man sich als Leser nicht verlassen kann. Durch Julies Erinnerungslücken kann man einfach nie wissen, was sich wirklich zugetragen hat und was nicht. Man zweifelt an Julie – nicht nur wir Leser, auch Matt und die Ermittlerin entfachen immer wieder Zweifel. Vieles ist einfach zu nebulös und wie viele “Zufälle” kann es schon geben? Dieser Aspekt, dass die Hauptprotagonistin durch irgendwelche Umstände – Alkohol, Medikamente, Amnesie etc. – haben tatsächlich viele Domestic Thriller gemein. Hierbei denke ich vor allem an Bücher wie “Girl on the Train” und “The Woman in the Window“.

“The Wrong Girl” war für ein wahrer Pageturner. Die angespannte Atmosphäre, die sich immer mehr aufbaut, die Zweifel an der Protagonistin und die stetig voranschreitende Handlung, hat mich das Buch kaum weglegen lassen. Ich war mitunter hin- und hergerissen, ob ich Julie für vollkommen irre halten soll oder ob ich doch eher Mitleid mit ihr habe. Auch die stetigen Wechsel zwischen den beiden Perspektiven haben mir sehr gefallen, da hier einfach nochmal eine andere Seite beleuchtet wurde.

Mitunter habe ich gelesen, dass manche Leser die Schreibweise etwas anstrengend fanden. Hier war meist die Rede von komplizierten Schachtelsätzen, die ich so gar nicht bestätigen kann. Ja, es gab hin und wieder ein paar längere innere Monologe zu lesen, aber nie fand ich die Sätze anstrengend.

Insgesamt hat mir “The Wrong Girl” wirklich gut gefallen. Ich bin mit einer gewissen Erwartung an das Buch herangegangen – Atmosphäre, geschickt gestrickte Story, gut eingewebter Twist zum Ende – und genau das habe ich bekommen. Inwiefern man mit dem Ende und dem allgemeinen Ausgang der Story zufrieden ist, hängt wohl einfach vom eigenen Geschmack ab.

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