[Rezension] Sam Holland – The Puppet Master

„DCI Cara Elliott wird gerufen, um den Selbstmord eines Mannes zu untersuchen, der bei voller Fahrt von einem Zug erfasst wurde. Cara, die bei jedem Fall ihr Bestes gibt, spürt, dass etwas nicht stimmt. Als sich die Suizide häufen, weiß sie, dass sie richtiglag. Doch wer ist derjenige, der hier hinter den Kulissen die Fäden zieht? Es scheint, als würde ein grausamer Killer seine Opfer beobachten und sie so manipulieren, dass sie ihr Leben selbst beenden. Cara und ihr Team arbeiten fieberhaft an dem Fall, doch immer ist ihnen der Täter einen Schritt voraus …“

Autorin: Sam Holland
Titel: The Puppet Master
Reihe: Major Crime Unit #3
Übersetzung: Susanne Seidita
Genre: Thriller
Seitenzahl: 496
Erscheinungsdatum: 29. Dezember 2025
Verlag: dtv
Preis: 13,00€ (Klappbroschur); 4,99€ (E-Book)

Reihenfolge:

  1. The Echo Man (noch nicht übersetzt)
  2. The Twenty (Rezension)
  3. The Puppet Master

Meine Meinung:

DCI Cara Elliott wird zu einem mysteriösen Todesfall gerufen, bei dem ein Mann vor einen Zug geworfen hat. Schnell wird klar, dass es sich nicht um einen einfachen Selbstmord handelt und als weitere scheinbare Suizide folgen, zeichnet sich ein erschreckendes Muster ab. Irgendjemand scheint seine Opfer sorgfältig auszuwählen und sie so zu manipulieren, dass sie am Ende selbst den Tod wählen. Während Cara und ihr Team nach weiteren Spuren suchen, scheint ihnen der Täter stets einen Schritt voraus und das grausame Spiel eskaliert immer weiter … 

Cara Elliott ist als leitende Ermittlerin im Zentrum des Geschehens. Sie ist eine geradlinige, kluge und toughe Ermittlerin, die in diesem Fall nicht nur gegen einen perfiden Täter, sondern auch gegen ihre eigenen Zweifel kämpfen muss. Ihr Versagen in einem vorigen Fall nagt weiterhin sehr an ihr. An ihrer Seite steht ihr Team aus der Major Crimes Unit, das mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen besticht und gleichzeitig realistisch beleuchtet wird. Professionelle Männer und Frauen, die alle ihre persönlichen Dämonen und Herausforderungen mit in die Ermittlungen bringen. Insbesondere Caras familiärer Hintergrund, und damit auch der ihres Bruders, der ebenso eine tragende Rolle im Buch spielt, kommt im Laufe der Story immer wieder vor und verleiht der Handlung zusätzliche emotionale Tiefe, ohne dabei den eigentlichen Fall zu vernachlässigen.

„The Puppet Master“ ist ein durchweg temporeicher Thriller, der von der ersten Seite an fesselt. Sam Holland schafft es, wie auch schon im Vorgängerband „The Twenty“, eine komplexe, clever konstruierte Story zu erzählen. Der Fokus liegt weniger auf brutaler Gewalt als auf der cleveren Konstruktion des Plots, was diesen Thriller besonders macht. Auch sprachlich bleibt Holland auf gewohnt hohem Niveau. Klare, direkte Sprache, die keine unnötigen Schnörkel braucht, sondern die Atmosphäre und Geschwindigkeit perfekt transportiert. Dort brutal, wo es nötig ist und reduziert, wo es Spannung erzeugt.

Der Aufbau von „The Puppet Master“ lebt von Tempo und Druck. Kurze Kapitel treiben die Handlung gnadenlos voran, neue Erkenntnisse wechseln sich mit Momenten der Unsicherheit ab, und als Leser hetzt man von Spur zu Spur, immer mit dem Gefühl, dass der Täter bereits den nächsten Zug gemacht hat. Die Spannung entsteht dabei weniger durch Effekthascherei als durch das stetige Gefühl, zu spät zu sein, was den Thriller besonders intensiv macht.

Was mich an „The Puppet Master“ wirklich geärgert hat, war die deutsche Veröffentlichungsreihenfolge. Nach dem zweiten Teil der Reihe „The Twenty“ wurde nun der dritte Band auf Deutsch veröffentlicht, während der erste Band („The Echo Man“) noch auf seine Übersetzung wartet. In „The Twenty“ hat man das zwar auch gemerkt, aber bei Weitem nicht so sehr wie in diesem Teil. Dass nun im dritten Band sehr häufig auf Ereignisse und Hintergründe aus „The Echo Man“ Bezug genommen wird und teilweise schon wichtige Informationen verraten werden, obwohl wir den ersten Band hierzulande noch nicht bekommen haben, hat mir das Lesevergnügen erheblich getrübt, ganz unabhängig davon, wie gut das Buch an sich ist. Das fühlte sich an, als würde man schon das Ende eines Films kennen, bevor man den Anfang gesehen hat, und das finde ich einfach unglücklich gewählt. Dieser Aspekt liegt nicht in der Hand des Autors, aber im Kontext der deutschen Veröffentlichungspolitik ist es einfach ärgerlich.

Insgesamt ist „The Puppet Master“ ein spannender, subtil verstörender Thriller, der mich von Anfang bis Ende gepackt hat. Der Wermutstropfen bleibt leider. Ich werde die Reihe im nächsten Jahr sicherlich weiterlesen, wenn „The Echo Man“ erscheint, aber eben gepaart mit einem leichten Gefühl von Ärger, weil ich nun schon weiß, wie die Story ausgeht, bevor ich den Ursprung der Ermittlungen kenne.

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