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Juli 2021

Bücher

[Rezension] Catherine Ryan Howard – The Nothing Man


Autor: 
Catherine Ryan Howard
Titel: The Nothing Man
Übersetzung: Jan Möller
Genre: Thriller
Seitenzahl: 400
Erscheinungsdatum: 20. Juli 2021
Verlag: Rowohlt
Preis: 12,00€ (Taschenbuch); 9,99€ (E-Book)

Inhalt: 

Ein Thriller nicht nur für True Crime-Fans: Der neue beklemmende und extrem spannende Roman der irischen Bestsellerautorin: Ein Opfer jagt den Serienkiller: Wer hat die Macht, den anderen zu zerstören?

«Ich war das Mädchen, das den Nothing Man überlebte. Jetzt bin ich die Frau, die ihn fassen wird.»

So beginnt das True Crime-Memoir «The Nothing Man», das Eve Black über die verzweifelte Suche nach dem Mann geschrieben hat, der vor nahezu zwanzig Jahren ihre gesamte Familie tötete. Dem Mann, der nie Spuren hinterließ.
Supermarkt-Wachmann Jim Doyle hat den Bestseller auch und je mehr er liest, desto größer wird seine Wut, denn er war – er ist – der Nothing Man.
Seite um Seite wird ihm bewusst, wie gefährlich nah Eve der Wahrheit kommt. Er weiß, dass sie nicht aufgeben wird, bis sie ihn gefunden hat. Er hat keine Wahl: Bevor sie sein Leben zerstört, muss er das vollenden, was ihm 20 Jahre zuvor nicht gelungen ist: Eve töten.

Meine Meinung:

Der offizielle Klappentext lässt schon erahnen, dass „The Nothing Man“ kein gewöhnlicher Thriller ist. Um aus dem riesigen Angebot an Thriller rauszustechen, hat man hier versucht etwas außergewöhnliches zu schaffen und so viel sei schon mal vorweg genommen – das ist eindeutig geglückt.

Da ich wirklich hauptsächlich Thriller lese, habe ich schon viele Varianten gesehen, wie man einen Thriller spannend gestalten kann. Sei es durch Zeitsprünge, verschiedene Erzählpersonen oder auch gern genutzt: die Sicht des Mörders als Ich-Person. Man könnte meinen, irgendwann sind die Ideen ausgeschöpft und dennoch hat die Autorin es geschafft, hier eine neue Grundidee umzusetzen. Vielleicht gab es das aber auch schon, und es ist nur an mir vorbeigegangen – egal wie, mir hat die Umsetzung richtig gut gefallen!

Da ich natürlich nicht zu viel verraten möchte, kann ich euch nur sagen, dass die Geschichte aus zwei Perspektiven erzählt wird. Hauptsächlich Eve und Jim erzählen in der Gegenwart und Vergangenheit von den Geschehnissen. Die verschiedenen Fälle des Serientäters werden sehr eindringlich beschrieben und auch die Gefühlslage von Eve nach all dem Unglück ist sehr greifbar.

Zum Ende hin gab es nochmal einen kleinen Spin, der sich in seinen Grundzügen vielleicht ein bisschen erahnen ließ. Trotzdem hat mich das Buch von vorne bis hinten so sehr fesseln können, wie schon lange kein Buch mehr. Beim Stöbern habe ich entdeckt, dass es von der Autorin bereits ein anderes Buch gibt, welches ins Deutsche übersetzt wurde. Außerdem hoffe ich, dass das bald erscheinende Buch „56 Days“ auch den Weg zum Rowohlt Verlag findet.

Insgesamt ist „The Nothing Man“ ein sehr gelungener Thriller, der ohne Splatter und Gemetzel auskommt, sondern eher mit grausamer Realität punkten kann. Nachrichten aus aller Welt zeigen, dass genau solche Menschen existieren und unter uns leben. Niemand kann in die Köpfe anderer schauen, und vielleicht genau deswegen bleibt das Thema „Serienmörder“ so faszinierend für viele.

 

Bücher

[Rezension] Simone St. James – Zimmer 103


Autorin:  
Simone St. James
Titel: Zimmer 103
Übersetzung: Anne Fröhlich
Genre: Roman, Mystery-Thriller
Seitenzahl: 480
Erscheinungsdatum: 18. Januar 2021
Verlag:  Goldmann
Preis: 10,00€ (Taschenbuch); 9,99€ (E-Book)

Inhalt: 

New York 1982. Viv Delaney arbeitet als Nachtwächterin im Sun Down Motel. Doch die Nächte dort sind lang. Und einsam. Und mit jeder Schicht wächst Vivs Angst. Angst vor einer ungreifbaren Bedrohung …
New York 2017. Carly Kirk zieht es in das in die Jahre gekommene Sun Down Motel, wo ihre Tante Viv vor mehr als 30 Jahren spurlos verschwand. Sie will endlich die Wahrheit herausfinden. Doch das Geheimnis, das das alte Motel hütet und dem nicht nur ihre Tante zum Opfer gefallen ist, übertrifft Carlys schlimmste Albträume …

Meine Meinung:

„Zimmer 103“ erzählt die Geschichte zweier Frauen in zwei verschiedenen Jahrzehnten. Im Jahre 1982 landet Viv mehr durch Zufall als Nachtwächterin in einem Motel. Viv hasst die einsamen Nächte, in denen oftmals merkwürdige Sachen passieren… 2017 ist Carly auf der Suche nach der Wahrheit, denn ihre Tante Viv verschwand damals auf unerklärliche Weise und seither fehlt von ihr jede Spur.

Beide Erzählstränge sind gleich stark aufgebaut und ähneln einander sehr. Im Grunde erleben sowohl Viv als auch Carly die gleichen Sachen, weshalb man zwischendurch manchmal verwirrt zurückblättern musste, um zu schauen, wen man eigentlich gerade begleitet. Beide Frauen sind jung und ähneln sich in ihren Charakterzügen und auch Herangehensweise sehr stark.

Sehr langsam und subtil wird eine gemächliche Spannung aufgebaut. Viv und Carly beschäftigen sich sehr viel mit Recherche, suchen Hinweise und reden mit verschiedenen Personen. Dadurch kommt nie wirklich Tempo in die Story, man arbeitet sich eher stetig und beharrlich dem Höhepunkt der Geschichte entgegen.

Nun ist „Zimmer 104“ als Roman deklariert, auch wenn Klappentext und Aufmachung schon eher an einen Thriller erinnern. Ich war also schon darauf eingestellt, dass es eher Richtung Spannungsroman gehen wird. Was mich dann aber erwartet hat, war ein überraschender Genremix aus Thriller und Mystery, den ich so gar nicht erwartet habe. Früher habe ich tatsächlich sehr viel mehr Bücher in diese Richtung gelesen, heute ist der Mystery Anteil irgendwie nicht mehr so häufig anzutreffen, zumindest wenn ich in die Verlage schaue, von denen ich meist Thriller lese. Daher war es mal wieder eine erfrischende Abwechslung, dass „Zimmer 103“ mit so einem Aspekt aufwartete.

Im englischen Original heißt das Buch übrigens ganz schlicht „The Sun Down Motel“, was die weitaus bessere Wahl ist. Der deutsche Titel nimmt im Grunde viel zu viel von der Story vorweg, da man sich mit dieser Info zu schnell zu viel zusammenreimen kann.

Grundsätzlich ist das Buch also eher für Leute zu empfehlen, die es ruhiger und weniger blutig mögen. Außerdem wäre es besser, wenn bereits im Vorfeld erkennbar ist, dass es in eine Übernatürliche Richtung geht, denn Mystery gefällt nicht Jedermann. Ich fand die Story solide und war sehr an der Aufklärung interessiert, so dass ich gut durch die Geschichte kam.

Bücher

[Rezension] Claire Douglas – Beste Freundin


Autorin:  
Claire Douglas
Titel: Beste Freundin. Niemand lügt so gut wie du
Genre: Thriller
Seitenzahl: 496
Erscheinungsdatum: 13. April 2021
Verlag:  Penguin Verlag
Preis: 13,00€ (Taschenbuch); 9,99€ (E-Book)

Inhalt: 

Als Kinder waren Jess und Heather die allerbesten Freundinnen. Sie teilten alles miteinander. Bis ein einziger Tag ihre Freundschaft unwiderruflich zerstörte. Jahre später kehrt Jess in ihre idyllische Heimatstadt an der Küste Englands zurück. Dort soll sie die Berichterstattung zu einem brutalen Doppelmord übernehmen. Doch als Jess erfährt, dass Heather die Hauptverdächtige ist, ist sie fassungslos. Kann ihre beste Freundin von damals eine eiskalte Mörderin sein? Jess beginnt zu recherchieren und stellt mit Grauen fest, dass alle Hinweise zu dem Tag führen, den sie für immer aus ihrem Leben streichen wollte. Der Tag, an dem Heathers Schwester spurlos verschwand und sie alle ins Unglück stürzte…

Meine Meinung:

An den Büchern von Claire Douglas vorbeizukommen ist wahrlich schwer. Mit einer schönen Regelmäßigkeit erscheinen seit 2019 Thriller aus der Feder der Autorin. Die Cover sind alle in einem sehr ähnlichen Stil gehalten – eine Frau dreht uns den Rücken zu in einer düsteren Küstenlandschaft. Eigentlich mag ich Personen auf Covern nicht so sehr, aber diese Cover hier finde ich wirklich sehr ansprechend gestaltet.

In „Beste Freundin“ begleiten wir die meiste Zeit Jess, die für eine journalistische Arbeit in ihre alte Heimat zurückkehrt. Ausgerechnet ihre damalige beste Freundin Heather soll zwei Menschen ermordet haben. Jess nimmt Kontakt zu Heathers Familie auf und beginnt zu recherchieren. Nach kurzer Zeit stellt sie fest, dass alle Hinweise sie in die Vergangenheit führen – ausgerechnet in jene Zeit als die Schwester ihrer besten Freundin spurlos verschwand. Hat der Doppelmord wirklich mit der seit jeher vermissten Flora zu tun?

Die Story verläuft auf zwei Zeitebenen. In der Gegenwart begleiten wir Jess, die einfach nicht glauben möchte, dass ihre ehemals beste Freundin solch eine Tat begangen haben soll. In der Vergangenheit sind wir an der Seite von Flora und Heather, und begleiten somit Floras letzte Tage vor ihrem Verschwinden.

Es bleibt bis zum Schluss relativ undurchsichtig was die tatsächlichen Vorkommnisse angeht, und ehrlicherweise fand ich das Ende etwas holperig und zu schnell herbeigeführt. Dennoch hatte ich viel Freude an der Geschichte. Man konnte mit den Figuren mitfiebern und die Handlung wurde stetig mit Spannung vorangetrieben. Das Ende hätte ich mir wie gesagt etwas ausgeschmückter gewünscht, aber das schmälert nicht die insgesamt wirklich tolle Story.

Claire Douglas hat sich für mich in kürzester Zeit zu einer Autorin gemausert, deren Bücher ich ohne zu zögern kaufe. Keine Geschichte hat mich bisher enttäuscht, und so werde ich auch in Zukunft jeder Neuerscheinung freudig entgegen blicken.

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