Monthly Archives

Juni 2018

Bücher

[Rezension] Ilona Bulazel – Verdorbene Ernte

Autor: Ilona Bulazel
Titel: Verdorbene Ernte
Genre: Psychothriller
Seitenzahl: 274
Erscheinungsdatum: 28. Juli 2017
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
Preis: 9,99€ (Taschenbuch); 2,99€ (E-Book), kostenfrei via Kindle Unlimited

Inhalt: 

„Mehr als dreißig vermisste Frauen in den letzten acht Jahren. Vieles deutet auf ein Verbrechen hin, doch bisher fehlt von den Leichen jede Spur. Bald erkennt Hauptkommissarin Beate Kraus, dass sie einem Serienmörder gegenübertreten muss, der jede Grenze überschreitet, um seine niedersten Begierden zu befriedigen. Wie lockt man ein so grausames Monster in die Falle?
Als die Polizistin eines Tages auf den rätselhaften Abschiedsbrief einer Selbstmörderin stößt, überschlagen sich die Ereignisse. Eine Frauenleiche mit ungewöhnlichen Schnittverletzungen wird am Ufer des Neckars angespült, und kurz darauf verschwindet eine Studentin spurlos. Die zwanzigjährige Kelly liefert den Beamten wichtige Hinweise, gerät dabei aber selbst in tödliche Gefahr, als sie erkennt, dass der Mann ihrer Träume ein schreckliches Geheimnis hütet …”
(Amazon)

Meine Meinung:

Ich stöber ja gerne bei den Kindle Unlimited Angeboten, denn hier gibt es zahlreiche Psychothriller zu entdecken. So bin ich auf verschiedene Bücher von Ilona Bulazel gestoßen und habe mich erst mal für “Verdorbene Ernte” entschieden.

In “Verdorbene Ernte” bekommen wir viele verschiedene Perspektiven zu sehen. So können wir in den Kopf des Serienmörders eintauchen und lernen aber auch die junge Studentin Kelly kennen. Kelly hat sich gerade von ihrem Freund getrennt, nachdem sie diesen mit einer anderen Frau im Bett erwischt hatte. Hals über Kopf verlässt sie die Stadt und beginnt ihren Ferienjob, der praktischerweise mitten im Nirgendwo liegt. Dort will sie von allem Abstand nehmen und eine ruhige Zeit verbringen. So ruhig wird es allerdings nicht, denn in der Umgebung sucht sich ein Serienmörder immer wieder neue Opfer. Die Polizei kommt erst langsam auf seine Spur und beginnt erst jetzt zu realisieren, dass die vielen Fälle von vermissten Frauen im Zusammenhang stehen. Gleichzeitig belastet Kelly, dass eine Freundin von ihr Selbstmord begangen haben soll und Kelly vermutet, dass dahinter sehr viel mehr steckt und beginnt sich zu fragen, was ihre Freundin wohl dazu getrieben hat.

Durch die vielen verschiedenen Perspektiven kommt keine Langeweile auf und auch die eingeschobenen Kapitel aus Sicht des Mörders sind wirklich verstörend. Neben der Story mit dem Mörder werden noch einige Nebenschauplätze aufgemacht, die sich jedoch alle stimmig ins Gesamtbild fügen und am Ende auch ein rundes Bild ergeben. Zusammenfassend könnte man wohl sagen, dass hier einige sehr kranke Menschen aufeinander treffen und somit das Unglück zwangsläufig seinen Lauf nehmen muss.

“Verdorbene Ernte” ließ sich wirklich sehr flüssig lesen und ich mochte den klaren, unverblümten Schreibstil der Autorin. Passend zum Genre gibt es natürlich auch einige explizite Szenen, die sicher nichts für zarte Gemüter sind.

Der Titel des Buches machte für mich anfangs nicht viel Sinn, wenn man das Buch jedoch beendet hat, weiß man, warum die Autorin diesen Titel und auch dieses Buchcover gewählt hat. Im Laufe der Story wurde man geschickt auf viele falsche Fährten gelenkt, da irgendwie jeder verdächtig wirkte und man sich für jeden ein Motiv denken konnte. Die Auflösung kam ein wenig überstürzt auf den letzten Seiten.

Dennoch fand ich das Buch wirklich gut, ich wurde bestens unterhalten und werde sicher in Zukunft wieder zu einem Werk von Ilona Bulazel greifen.

Hörbücher

[Hörbuchrezension] Markus Heitz – Oneiros

Autor: Marus Heitz
Titel: Oneiros. Tödlicher Fluch
Genre: Roman
Spieldauer: 18 Stunden 37 Minuten
Sprecher: Simon Jäger
Erscheinungsdatum: 02. Mai 2012
Anbieter: Audible Studios
Preis: ein Guthaben (Audible-ungekürzt) bzw. 27,88€

Inhalt: 

„In Leipzig hütet ein Bestatter ein grausames Geheimnis, in Minsk führt eine skrupellose Wissenschaftlerin tödliche Experimente durch, in Paris rast ein Airbus ungebremst in ein Flughafenterminal… Die Ermittlungen zu dem Unglück beginnen sofort – aber die Ergebnisse sind rätselhaft: Sämtliche Insassen waren schon tot, bevor das Flugzeug auf das Gebäude traf. Was die Polizei jedoch nicht herausfindet, ist, dass es einen Überlebenden gibt. Konstantin Korff, der Bestatter aus Leipzig, kommt diesem Überlebenden hingegen schnell auf die Spur, ebenso wie die Wissenschaftlerin – denn diese drei Menschen tragen denselben tödlichen Fluch in sich. Einen Fluch, der sie zu einer Gefahr für jeden in ihrer Umgebung macht.”
(Audible Studios)

Meine Meinung:

Schon lange stand für mich fest, dass ich unbedingt mal ein Buch von Markus Heitz lesen möchte, denn außer einer Kurzgeschichte kannte ich noch nichts von ihm. Da scheine ich ja tatsächlich eine Ausnahme zu sein, denn irgendwie scheint jeder schon etwas von ihm gelesen zu haben.

Ich habe mich für „Oneiros“ entschieden und habe mir das ungekürzte Hörbuch dazu bei Audible geholt. „Oneiros“ klang richtig geheimnisvoll und außerdem Leipzig vorkommen, und ich liebe es, von bekannten Orten zu lesen!

Zunächst werden wir Zeuge von verschiedenen scheinbar unzusammenhängenden Ereignissen und allein die Schilderung des Flugzeugunglücks hat mich total gepackt. Heitz hat es hier wirklich wunderbar geschafft mich in die Geschichte hineinzuwerfen. Aus dem Klappentext ging für mich nicht wirklich hervor in welche Richtung sich das Buch bewegen wird und ich tappte tatsächlich und lange Zeit im Dunklen, bis endlich Tacheles geredet wurde.

Wir begleiten einige Personen in der Story, doch ich muss zugeben, dass mir Konstantin Korff am besten gefallen hat, bestimmt auch weil seine Geschichte in Leipzig startete. Was ich allerdings gar nicht mag: wenn ein Sprecher, der den Dialekt nicht kann, versucht die Mundart nachzumachen… Da das nun mal Sächsisch in diesem Fall war, ist es mir besonders aufgefallen. Sicherlich wurde es sowieso überspitzt dargestellt, aber es klang wirklich grausam.

Anfangs war es etwas schwer die Personen zu unterscheiden, doch mit der Zeit wurde es besser. Irgendwie kamen mir alle Charaktere recht ‚Badass‘ vor. Jeder hatte enormes Wissen, war super ausgestattet und zog immer noch etwas aus der Hinterhand. Auch die Story selbst war sehr vollgeladen mit actionreichen Szenen, die mir tatsächlich manchmal etwas zu viel wurden.

Nachdem dann thematisch klar war, um was es nun genau ging im Buch, wurde es mir gerade im letzten Drittel ein wenig langatmig. Hier hätte man sich einiges sparen können. Dennoch war es für mich eine recht runde Geschichte, die mir wirklich gut gefallen hat mit einigen Abstrichen. Vor allem finde ich gut, dass „Oneiros“ scheinbar keinen Nachfolger erhalten, sondern für sich allein stehen soll. Für mich war das Ende durchaus rund und eine Fortsetzung würde für mich nicht sehr viel Sinn machen.

Bücher

[Rezension] Riley Sager – Final Girls

Autor: Riley Sager
Titel: Final Girls
Genre: Thriller
Seitenzahl: 416
Erscheinungsdatum: 31. Mai 2018
Verlag: dtv
Preis: 9,95€ (Taschenbuch); 8,99€ (E-Book)

Inhalt: 

Sie haben die Hölle überlebt. Aber das war erst der Anfang …

Als Einzige hat die Studentin Quincy ein Massaker auf einer Party überlebt. Sie hat jede Erinnerung an damals aus ihrem Gedächtnis gelöscht und sich mühsam ein normales Leben aufgebaut. Zwei andere Frauen, Lisa und Samantha, haben ähnlich Grauenvolles durchgemacht – ein Fest für die Medien, in denen die drei als »Final Girls« bekannt werden. Doch der Horror ist noch lange nicht zu Ende: Lisa wird tot aufgefunden. Ermordet? Der Schlüssel zu allem scheint in dem Massaker in Pine Cottage zu liegen, das nur Quincy überlebte. Angestachelt von Samantha, versucht sie verzweifelt sich zu erinnern, was dort geschah …”
(dtv)

Meine Meinung:

Schon als Jugendliche liebte ich Filme wie „Scream“ oder „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“. Charakteristisch für solche Filme war, dass es einer Gruppe Teenagern an den Kragen ging und zum Schluss nur noch eine Überlebende übrig war, die meistens auch den Killer zur Strecke brachte. Die Faszination für solche Filme ist mir wohl auch im Erwachsenenalter noch geblieben, denn als ich „Final Girls“ sah, wollte ich es sofort lesen.

Quincy ist ein sogenanntes ‚Final Girl‘, denn sie hat als Einzige ein Massaker auf einer Party überlebt. All ihre Freunde kamen damals ums Leben und Quincy fehlen nach wie vor die Erinnerungen an jene Nacht. Seitdem wurde sie unfreiwillig von der Presse in den Club der Final Girls gedrängt. Bereits zwei andere Frauen vor ihr, die ein ähnliches Schicksal erleiden mussten, bekamen diesen Spitznamen verpasst.

Die Handlung des Buches startet Jahre nach den traumatischen Ereignissen. Quincy verdrängt immernoch alle Erinnerungen an jene Nacht und versucht ein halbwegs normales Leben zu führen. Bis sie erfährt, dass eines der Final Girls tot aufgefunden wurde. Für die Presse ist dies natürlich ein gefundenes Fressen und schon bald steht auch das letzte Final Girl im Bunde, Sam, vor Quincys Tür.

Sam scheint ihre traumatische Geschichte ganz anders zu verarbeiten als Quincy. Während Quincy verdrängt, geht Sam fast schon offensiv damit um. Ganz langsam brechen jedoch auch aus Quincy ein paar Erinnerungen hoch. Wir erfahren nun Stück für Stück in Rückblenden, was sich damals vor 10 Jahren im Pine Cottage zugetragen hat.

Ich hätte mir gewünscht, dass die Rückblenden bereits etwas eher eingesetzt hätten, so wurde man doch lange Zeit im Dunklen gelassen. Jedoch war die Story bis dahin auch nicht langweilig, man wurde einfach nur sehr lange auf die Folter gespannt.

Quincy war mir lange Zeit nicht ganz suspekt, da ich sie nicht richtig greifbar fand. Außerdem hat sie eine Menge blöder Entscheidungen getroffen, was aber auch gut zu ihrem plötzlichen Ausbruch passte.

Insgesamt war „Final Girls“ wirklich sehr spannend und ein wahrer Pageturner. Die Auflösung war zum Teil wirklich überraschend, andererseits aber auch etwas übertrieben, als ob man tatsächlich die bizzarste Idee nehmen musste.

Bücher

[Rezension] Arno Strobel – Die Flut

Autor: Arno Strobel
Titel: Die Flut
Genre: Psychothriller
Seitenzahl: 368
Erscheinungsdatum: 21. Januar 2016
Verlag: Fischer
Preis: 9,99€ (Taschenbuch); 9,99€ (E-Book)

Inhalt: 

„Es ist NACHT, sie sind am Strand, HILFLOS, ihm AUSGELIEFERT, sie können sich nicht befreien, und dann kommt die FLUT …

Zwei Pärchen machen Urlaub auf Amrum. In dieser Zeit geschehen grausame Morde. Ein Superintelligenter ist am Werk, um nicht nur den perfekten Mord, sondern die „perfekte Mordserie“ zu begehen. Er entführt Paare und vergräbt nachts bei Ebbe die Frau bis zum Hals im Sand. Den Mann bindet er an einen Pfahl in der Nähe fest, so dass er dabei zusehen muss, wenn seine Frau bei Flut langsam ertrinkt.
Die beschauliche Insel Amrum hat er sich ausgesucht, weil dort normalerweise nie etwas passiert und ihm die entsprechenden Schlagzeilen sicher sind. Das ist es, was er möchte. Die ganze Welt soll erfahren, wie clever er ist. Und es sieht so aus, als hätte er damit Erfolg …”
(Fischer)

Meine Meinung:

Zwei Paare, die einander kaum kennen, machen gemeinsam Urlaub auf Amrum. Doch ihr Urlaub ist weniger idyllisch als erwartet, denn schon bald wird am Strand eine tote Frau und ihr unter Schock stehender Partner gefunden. Ein Unbekannter entführt Paare, vergräbt die Frauen bei Ebbe bis zum Hals und lässt den Mann dann dabei zusehen wie die Frau ertrinkt. Scheinbar handelt es sich hierbei um einen Serientäter, denn es bleibt nicht bei einem Mord. Als nun plötzlich Julias Freund aufgrund mehrerer Hinweise als Täter verdächtigt wird, wird die Situation für die beiden Paare immer unangenehmer…

Nachdem ich mit Thrillern von Arno Strobel bisher noch kein Glück hatte, wollte ich mich mal wieder an einem Buch versuchen. „Die Flut“ sah ansprechend aus, klang interessant und hat mich auch nicht enttäuscht.

Strobels Schreibstil ist wirklich sehr angenehm zu lesen, er benutzt eine recht einfache Sprache und verliert sich nicht in ellenlangen Beschreibungen. Ich mag Bücher, in denen viel mit wörtlicher Rede gearbeitet wird.

Die Charaktere waren allesamt eher … unsympathisch. Auch Julia, aus deren Sicht wir die meiste Zeit die Geschichte erfahren haben, war an manchen Stellen wirklich unerträglich naiv und gutgläubig, nur im nächsten Moment doch wieder als „scharfsinnig“ dargestellt zu werden. Ihr Freund war regelrecht gelassen, dafür dass er eigentlich des Mordes verdächtigt wird. Das andere Paar hatte wohl auch nur die Aufgabe, die Situation noch ein bisschen mehr anzuheißen und ein bisschen Hass zu streuen. Bis zuletzt hatte ich tatsächlich Schwierigkeiten die beiden Männer auseinander zu halten. Bei lediglich zwei Namen, die man sich merken müsste, ist das allerdings ein starkes Stück und zeigt mir vor allem, dass beide Männer einfach viel zu blass geblieben sind. Als Ermittler wurde wieder mal ein grummeliger Herr gewählt, doch dieser hier hat es wirklich auf die Spitze getrieben mit seiner aggressiven Art.

Insgesamt war der Psychothriller sicherlich keine Innovation was die ganzen Hintergründe anging, doch die Mordart war für mich definitiv mal etwas anderes und spannend zu lesen. „Die Flut“ ließ sich angenehm lesen, ich wurde gut unterhalten, doch insgesamt war es halt an vielen Ecken noch etwas unrund. Dennoch kann ich mir gut vorstellen weiterhin zu Strobels Büchern zu greifen, wenn ich mal wieder eine leichte Unterhaltung im Thrillerbereich suche.

Bücher

[Rezension] Simone Trojahn – Wutrauschen

Autor: Simone Trojahn
Titel: Wutrauschen
Genre: Psychothriller
Seitenzahl: 379
Erscheinungsdatum: 29. Mai 2018
Verlag: Redrum
Preis: 14,99€ (Taschenbuch); 4,99€ (E-Book), kostenfrei via Kindle Unlimited

Inhalt: 

„Was passiert, wenn sich zwei verlorene Seelen finden?

Als der eigenbrötlerische und durch seine dominante Mutter schwer traumatisierte Marvin die ebenso süße wie sonderbare Altenpflegerin Emma kennenlernt, scheint es Liebe auf den ersten Blick zu sein. Doch Marvin ist nicht der Einzige mit einem düsteren Geheimnis. Emma hat ein massives Problem mit ihrer Wut, diesem heiß brodelnden Biest in ihrem Kopf.

Wird Marvin ihr Retter sein, kann er das Biest zähmen oder verschlingen die Dämonen der Vergangenheit ihre längst verlorenen Seelen?”
(Redrum)

Meine Meinung:

Marvin hat die 30 bereits überschritten und lebt zusammen mit seiner Mutter. Meist geht er keiner Arbeit nach und lebt in den Tag hinein, sofern er nicht gerade eine Maßnahme von Arbeitsamt aufgedrückt bekommt. Als er nun in einem Altenheim Hilfstätigkeiten ausüben soll, lernt er die hübsche Emma kennen. Marvin ist gleich fasziniert von ihr und als sie tatsächlich sein Interesse erwidert, kann er sein Glück kaum fassen. Kann so eine wunderbar normale Frau wirklich auf ihn, Marvin, stehen? Denn Marvin hat ein dunkles Geheimnis… doch er ahnt nicht, dass auch Emma nicht ganz normal ist – Emma hat ein Wutproblem…

Nach “Daddy’s Princess” und “Kellerspiele” ist “Wutrauschen” nun das dritte Buch, das ich von Simone Trojahn lesen konnte. Nachdem mich diese beiden Bücher bereits von Simone Trojahns Schreibtalent überzeugen konnten, war ich natürlich umso gespannter. Doch “Wutrauschen” ist meiner Meinung nach etwas anders einzuordnen.

In “Wutrauschen” bekommen wir auch eine sehr schonungslos erzählte Story, in der kein Blatt vor den Mund genommen wird. Viele Aspekte machen wieder fassungslos und lassen einen mit einem absoluten Unglauben zurück, denn man möchte einfach nicht glauben, dass sowas tatsächlich in unserer realen Welt geschehen kann. Doch Simone Trojahn schafft es tatsächlich Zweifel zu säen, so dass man sich fragt, ob solche Menschen und Geschichten wirklich existieren.

Im Gegensatz zu “Daddy’s Princess” und “Kellerspiele” ist “Wutrauschen” etwas handlungsorientierter. Neben den erwarteten ekligen Szenen, die mich zum Kopfschütteln brachten, gab es eine erstaunlich ausgedehnte Story, die ich so nicht erwartet hatte. Zwar gab es auch in den anderen beiden Büchern durchaus Handlung, doch hier hatte ich das Gefühl, dass nochmal eine Schippe mehr drauf gelegt wurde. Zart besaitete Seelen werden mit “Wutrauschen” sicherlich nicht glücklich, doch in der Ekel-Skala würde ich es durchaus unter den anderen beiden Büchern einordnen.

Die Handlung bekommen wir hauptsächlich aus der Sicht von Marvin und Emma geschildert. Schnell wird klar, dass beide ihr ganz eigenes, dunkles Päckchen mit sich rumtragen. Auch die titelgebende Wut von Emma wird thematisiert, wenn auch nicht ganz so ausführlich, wie der Titel es vermuten lassen würde. Tatsächlich habe ich bei Marvin eigentlich mehr Wutrauschen vernehmen können als bei Emma.

Simone Trojahns Schreibstil empfinde ich als wunderbar leicht und eingängig. Man kann dem Geschehen sehr einfach folgen und ich fliege meist regelrecht durch die Seiten. Ich weiß, dass die Mehrzahl der Leute mit Büchern in diesem Genre nicht so viel anfangen können – im Gegenteil, man wird eher kritisch beäugt, wenn mal das Thema zur Sprache kommt und man sagt, dass man sowas gerne liest. Ihre Bücher sind nun mal absolut nichts für schwache Nerven oder zartbesaitete Menschen, und erst recht nichts für Leute unter 18 Jahren. Auch wer in Büchern eine rosa Zuckerwattewelt und stetig gute Laune erwartet, wird hiermit wohl nicht glücklich werden. Doch für mich haben alle Bücher von Simone Trojahn ihren Zweck vollkommen erfüllt, denn ich hatte ein angenehmes Leseerlebnis und wurde wunderbar unterhalten.

Insgesamt habe ich also kaum etwas auszusetzen an “Wutrauschen”, außer, dass es für mich ruhig noch eine Schippe mehr Ekel hätte sein dürfen.

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