Monthly Archives

Januar 2018

Bücher

[Rezension] Wolfram Fleischhauer – Schweigend steht der Wald

Autor: Wolfram Fleischhauer
Titel: Schweigend steht der Wald
Genre: Roman
Seitenzahl: 416
Erscheinungsdatum: 02. September 2013
Verlag: Droemer
Preis: 19,99€ (Gebunden); 9,99€ (Taschenbuch); 9,99€ (E-Book)

Inhalt: 

Es ist kein Zufall, dass es die Forststudentin Anja Grimm zu einem Praktikum in den tiefsten Wald Deutschlands verschlägt: Dort hat sie als Kind Urlaub gemacht, und dort verschwand vor zwanzig Jahren ihr Vater auf einer Wanderung. Bei den Dorfbewohnern läuten die Alarmglocken: Was hat die junge Frau hier zu suchen, nach so langer Zeit? Und was, wenn sie etwas findet – etwas Dunkleres, als jeder Fremde ahnen kann?”
(Droemer)

Meine Meinung:

Forststudentin Anja macht derzeit ein Praktikum beim Forstamt. Hierfür soll sie in Wäldern die Abschnitte kartieren und kommt ausgerechnet in die Gegend, in der vor 20 Jahren ihr Vater spurlos verschwand. Damals machte Anja mit ihrer Familie dort Urlaub und ihr Vater wurde seither nicht mehr gesehen. Schon kurz nachdem Anja ihre Arbeit im Wald aufgenommen hat, geschieht ein Unglück und die Ereignisse fangen an, sich zu überschlagen…

Die Story um Anja beginnt sehr ruhig. Zu Beginn des Buches wird viel Zeit darauf verwendet, die Arbeit im Wald, das Kartieren und generelle Dinge rund um das Thema zu erklären. Wer das Thema vielleicht etwas langatmig und uninteressant findet, der könnte hier womöglich schon ans Abbrechen denken, doch Dranbleiben lohnt sich definitiv!

Anja wird als eine sehr bodenständige, ruhige und intelligente Frau dargestellt. Nach und nach erfahren wir mehr über sie und auch über die zurückliegenden Urlaube in eben jener Region, in der sie nun Waldabschnitte kartieren soll. Vor 20 Jahren verschwand hier ihr Vater und es konnte nie geklärt werden, was geschehen ist. Als Anja zufällig auf gewisse Hinweise stößt, wird dies von den Dorfbewohnern dort nicht sehr gut aufgenommen. Schnell wird Anja als Gefahr angesehen, da hier scheinbar einige Geheimnisse begraben liegen.

Der Schreibstil von Wolfram Fleischhauer gefällt mir weiterhin sehr gut. Ich habe bereits “Torso” von ihm gelesen und wurde dort schon positiv überrascht. Fleischhauer schreibt recht unverblümt und direkt, so dass man sich stets sehr gut ein Bild vom Geschehen machen kann.

“Schweigend steht der Wald” war ein solider Roman mit viel Spannung und ich hatte viel Spaß daran, nach und nach die Geheimnisse der Dorfbewohner aufzudecken. Was dort letztlich aufgedeckt wurde, hätte ich anfangs niemals vermutet und gibt der Geschichte einen enormen Tiefgang.

Bücher

[Rezension] Tyrell Johnson – Wie Wölfe im Winter

Autor: Tyrell Johnson
Titel: Wie Wölfe im Winter*
Genre: Roman
Seitenzahl: 304
Erscheinungsdatum: 02. Januar 2018
Verlag: HarperCollins
Preis: 15,00€ (Broschiert); 12,99€ (E-Book)
*Rezensionsexemplar

Inhalt: 

„Die Welt, wie Lynn sie kannte, existiert nicht mehr, seit ein Grippevirus einen Großteil der Menschheit ausgelöscht hat. Mit ihrer Familie kämpft sie im eisigen Yukon ums Überleben. Jahrelang haben sie keinen Kontakt zum Rest der Welt gehabt, bis plötzlich ein Fremder erscheint. Er wird verfolgt, und sie nehmen ihn bei sich auf. Doch in dieser neuen Welt ohne Nahrung, ohne Regeln und ohne Moral bringen sich Lynn und die anderen damit in Lebensgefahr…”
(HarperCollins)

Meine Meinung:

Die uns bekannte Welt existiert nicht mehr. Nach jahrelangen Kriegen hat ein Grippevirus die Menschheit fast vollständig ausgelöscht. Vereinzelt haben einige Menschen dem Virus getrotzt. So auch Lynn und ihre Familie, die sich hoch oben im eisigen Yukon eine bescheidene und einfache Existenz aufgebaut haben. Seit Jahren haben sie keine anderen Menschen mehr gesehen, bis plötzlich Jax auftaucht und damit Ereignisse auslöst, mit denen niemand gerechnet hat…

„Wie Wölfe im Winter“ wird uns aus der Perspektive von Lynn erzählt. Wir begleiten Lynn anfangs bei Dingen, die inzwischen alltäglich für sie geworden sind. So muss Lynn zum Beispiel für Nahrungsvorräte sorgen und geht dafür regelmäßig auf die Jagd. Man bekommt einen sehr detaillierten Einblick in die Situation der Familie und wie die Dinge nun gehandhabt werden. Das Leben ist sehr einfach geworden und man kümmert sich vorrangig um die wichtigsten Bedürfnisse wie Essen und Kälteschutz.

Die Familie hat bereits einen herben Verlust hinter sich, denn der Vater von Lynn ist der Grippe zum Opfer gefallen. Jedoch ist der Vater das ganze Buch über präsent, denn Lynn erinnert sich in vielen Rückblicken an ihn. Durch die Rückblicke erfahren wir auch mehr über die Anfänge der Kriege und den Ausbruch der Grippe.

„Wie Wölfe im Winter“ erzählt zwar auch ansatzweise von den wissenschaftlichen Hintergründen der Pandemie, jedoch liegt das Hauptaugenmerk der Geschichte eindeutig auf dem menschlichen Miteinander. Die Beziehung von Lynn zu ihrem Vater wird sehr detailreich geschildert und auch die Spannungen zwischen den verschiedenen Lagern wird deutlich gemacht.

Das Ende der Geschichte ist sehr offengehalten, so dass hier viel Spielraum für weitere Ideen bleibt. Ich persönlich habe lieber ein genaueres Ende, das ich auch wirklich greifen kann. Insgesamt ist der Roman sehr ruhig, jedoch durchaus atmosphärisch. Wer allerdings einen actiongeladenen Endzeitroman erhofft, der sollte sich anderweitig umschauen.

Bücher

[Rezension] Laura Kneidl – Verliere mich. Nicht.

Autor: Laura Kneidl
Titel: Verliere mich. Nicht.*
Genre: Roman
Seitenzahl: 470
Erscheinungsdatum: 26. Januar 2018
Verlag: LYX
Preis: 12,90€ (Broschiert); 9,99€ (E-Book)
*Rezensionsexemplar

Reihe:

  1. Berühre mich. Nicht. (Rezension)
  2. Verliere mich. Nicht.

Inhalt: 

Achtung! Spoiler für alle, die Teil 1 (Rezension hier) nicht kennen!

“Mit Luca war Sage glücklicher als je zuvor in ihrem Leben. Er hat ihr gezeigt, was es bedeutet, zu vertrauen. Zu leben. Und zu lieben. Doch dann hat Sage’ dunkle Vergangenheit sie eingeholt – und ihr Glück zerstört. Sage kann Luca nicht vergessen, auch wenn sie es noch so sehr versucht. Jeder Tag, den sie ohne ihn verbringt, fühlt sich an, als würde ein Teil ihrer selbst fehlen. Aber dann taucht Luca plötzlich vor ihrer Tür auf und bittet sie, zurückzukommen. Doch wie soll es für die beiden eine zweite Chance geben, wenn so viel zwischen ihnen steht?”
(LYX)

Meine Meinung:

Gott sei Dank mussten wir nicht all zu lange auf die Fortsetzung zu “Berühre mich. Nicht.” warten. Teil 2 der Dilogie steht seit Freitag in den Buchläden und auch ich habe das Buch bereits komplett verschlungen.

Die Story wird wie gewohnt aus der Sicht von Sage erzählt. Nachdem Teil 1 uns mit einem riesen Cliffhanger zurückgelassen hat, startet die Story recht ruhig. Sage muss sich mit der neuen Situation auseinander setzen, was ihr jedoch nur bedingt gelingt. Sage ist leider recht unreflektiert und ihr Verhalten erinnert eher an einen 13 Jahre alten Teenie. Insgesamt muss ich auch sagen, dass Sage mir generell im zweiten Teil weniger selbstständig und sympathisch vorkommt. Statt wie im ersten Teil weiterhin ihr Leben selbst zu bestreiten, findet vor allem zum Ende hin wieder ein Wechsel statt – und wir befinden uns mitten im Klischee der holden Maid, die vom noblen Ritter gerettet wird.

Und sind wir mal ehrlich: Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich auf das Ende besonders gespannt war. Ganz tief in mir wusste ich doch bereits, dass es für diese Story nur eine mögliche Endung geben kann. Daher war ich viel mehr am großen ‘Dazwischen’ interessiert. Leider wurde im zweiten Teil nur das auf die Spitze getrieben, was mich bereits im ersten Teil etwas genervt hat – das stetige Überdramatisieren von Dingen und Situationen. Wahrscheinlich bin ich inzwischen wirklich zu alt dafür. Dieses ständige Hin und Her zerrt nur an meinen Nerven, vor allem, wenn man sich eben denken kann, wie es letztendlich ausgeht. Generell fand ich auch, dass die meisten Problemchen im Buch hausgemacht waren. Das meiste davon hätte sich vermeiden lassen, wenn die Figuren entweder mal logisch gedacht hätten, mal nichts sagen würden oder wahlweise endlich mal den Mund aufmachen würden.

Vom Schreibstil her kann ich auch dieses Mal nicht meckern, denn Laura Kneidl schreibt sehr flüssig, zugängig und vor allem so, dass ich förmlich durch die Geschichte rauschen kann. Etwas schmunzeln musste ich darüber, dass hier ziemlich offensichtlich versucht wurde, die aktuellen Trends einfließen zu lassen. Das kam manchmal etwas verkrampft rüber, wenn unbedingt Hinweise zu den aktuell gehyptesten Serien etc. gemacht werden mussten. An sich finde ich es schön, wenn Autoren sich mit sowas beschäftigen und sich mit der Zielgruppe auseinandersetzen, aber für mich wirkte es ein wenig so, als würde man das auf Krampf einbinden wollen.

Insgesamt ist der zweite Teil für mich ein wenig schwächer als der erste, was aber vor allem an Sage und ihrer nervigen Art lag. “Verliere mich. Nicht.” habe ich innerhalb von 2 Tagen komplett durchgelesen, ohne dass ich auf irgendwelche Längen gestoßen bin. Wer also nach einer unterhaltsamen Lektüre im Bereich New Adult sucht, der kann sich diese Reihe getrost mal anschauen.

Bücher

Neuerscheinungen Februar 2018 #2

Da der Februar so einiges an interessanten Neuerscheinungen zu bieten hat, habe ich den Post in zwei Teile aufgesplittet. Heute möchte ich euch die zweite Hälfte meiner heißersehnten Neuerscheinungen zeigen.


J.S. Monroe – Finde mich bevor sie es tun (19. Februar 2018)

Mitten in der Nacht geht Rosa Sandhoe zum Cromer Pier. Sie blickt ins tosende Wasser – und sie springt. Der Tod einer jungen Studentin, die gerade ihren Vater verloren hat. Tragisch, aber nicht unerwartet.
Seither sind fünf Jahre vergangen, und Rosas Freund Jar glaubt noch immer nicht an ihren Selbstmord. Wie ein Besessener klammert er sich an die Vergangenheit. Und plötzlich bekommt er eine Nachricht von Rosa: Finde mich, Jar. Finde mich, bevor sie es tun …
Was geschah wirklich in der Nacht am Cromer Pier? Ist Rosa gar nicht tot? Und wenn doch, wer spielt dann dieses grausame Spiel mit Jar?


Till Berger – Offshore (19. Februar 2018)

Paul Margis, Experte der Bundesregierung, versteht die Welt nicht mehr. Eben noch konnte er in Chile einen bahnbrechenden Verhandlungserfolg verkünden – eine internationale Partnerschaft zur Ausschöpfung einer neuen Rohstoffquelle im Pazifik. Im nächsten Moment will man ihm den Mord an dem Wissenschaftler anhängen, der die neue Abbautechnologie erforschte. Um seinen Ruf zu retten, muss Paul herausfinden, was der Tote wusste. Doch damit gerät er erst recht ins Visier machtvoller Gegner und in den Strudel eines Komplotts, das von den chilenischen Kupferminen bis an die internationalen Börsen und in die höchsten Ebenen der Politik reicht …


James Rollins – Projekt Chimera – Sigma Force #10 (19. Februar 2018)

Eine abgelegene militärische Forschungsstation sendet einen verzweifelten Notruf, doch als das Rettungsteam eintrifft, stoßen die Männer nur auf Leichen. Außerdem wurde jedes Lebewesen – selbst Bakterien – innerhalb von 75 Quadratkilometern ausgelöscht. Das Land ist völlig steril – und die Zone weitet sich aus! Als die Agenten der SIGMA-Force herausfinden, dass der Chefwissenschaftler entführt wurde, setzen sie alles daran, ihn aufzuspüren. Denn mit seiner Entdeckung kann man das Antlitz der Welt verändern – und dort wäre kein Platz mehr für die Menschheit …


Emily Elgar – Schweige nun still (19. Februar 2018)

Eine junge Frau wird in die Station für Koma-Patienten des St. Catherine Hospital eingeliefert, nachdem man sie bewusstlos in einem Straßengraben gefunden hat. Ein tragischer Unfall mit Fahrerflucht? Im Bett neben Cassie liegt Frank, der am Locked-in-Syndrom leidet: Er nimmt alles wahr, kann sich aber nicht mitteilen. Die Menschen um ihn herum verhalten sich so, als wäre Frank gar nicht da. Und so ist er es, der als einziger die Puzzleteile von Cassies Vergangenheit zusammensetzt und erkennt, dass sie noch immer in tödlicher Gefahr schwebt. Denn jemand aus ihrer nächsten Nähe würde alles tun, damit das Schweigen gewahrt bleibt, niemals ans Licht kommt, was wirklich geschehen ist …


Mindy Mejia – Warum sie sterben musste (19. Februar 2018)

Sie war eine gute Schülerin. Sie war eine gute Tochter. – Sie war nicht die, für die man sie hielt … und musste dafür mit dem Leben bezahlen: Für Sheriff Del Goodman bricht eine Welt zusammen, als er in der durch zahlreiche Messerstiche grausam zugerichteten weiblichen Leiche, die in einer verlassenen Scheune gefunden wurde, Henrietta Hoffman erkennt. Hattie, die einzige Tochter seines besten Freundes, die für Del fast wie ein eigenes Kind war. Er schwört, ihren Mörder zur Strecke zu bringen, doch je tiefer Del nachforscht, umso mehr wird alles erschüttert, was er über Hattie zu wissen meinte. Offenbar hatte die junge Frau viele Gesichter, und sie spielte ein gefährliches Spiel – mit einem viel zu hohen Einsatz …


Mona Kasten – Save Me #1 (23. Februar 2018)

Geld, Glamour, Luxus, Macht — all das könnte Ruby Bell nicht weniger interessieren. Seit sie ein Stipendium für das renommierte Maxton Hall College erhalten hat, versucht sie in erster Linie eins: ihren Mitschülern so wenig wie möglich aufzufallen. Vor allem von James Beaufort, dem heimlichen Anführer des Colleges, hält sie sich fern. Er ist zu arrogant, zu reich, zu attraktiv. Während Rubys größter Traum ein Studium in Oxford ist, scheint er nur für die nächste Party zu leben. Doch dann findet Ruby etwas heraus, was sonst niemand weiß — etwas, was den Ruf von James‘ Familie zerstören würde, sollte es an die Öffentlichkeit geraten. Plötzlich weiß James genau, wer sie ist. Und obwohl sie niemals Teil seiner Welt sein wollte, lassen ihr James — und ihr Herz — schon bald keine andere Wahl …


Ethan Cross – Ich bin der Hass – Shepherd #5 (23. Februar 2018)

Special Agent Marcus Williams und sein Bruder, der Serienkiller Francis Ackerman jr., verfolgen die blutige Spur mehrerer Auftragsmörder nach San Francisco. Dort stoßen sie auf einen besonders brutalen Killer namens Gladiator, der für ein mächtiges Verbrechersyndikat arbeitet. Die Ziele des Gladiators scheinen jedoch weit über einfache Auftragsmorde hinauszureichen: Offenbar betrachtet er sich als modernen Dschingis Khan und will dafür sorgen, dass er der Menschheit ewig im Gedächtnis bleibt. An eines hat der Gladiator dabei allerdings nicht gedacht: In seiner Arena des Todes stand er noch nie einem Gegner wie Ackerman gegenüber …


Kerry Drewery – Marthas Mission #2 (23, Februar 2018)

Martha konnte im letzten Moment aus Zelle 7 entkommen. Aber sie ist noch lange nicht in Sicherheit, denn die korrupte Regierung verfolgt jeden ihrer Schritte und lässt sie nicht aus den Augen. Ausgerechnet ihr Freund Isaac hat ihren Platz im Todestrakt eingenommen. In diesem perfiden Spiel auf Leben und Tod muss nun er dieselben Qualen wie Martha durchleiden. Die Chancen, Isaac zu befreien, verringern sich jedoch mit jedem Tag. Die Regierung ist ihnen dicht auf den Fersen. Immerhin stehen Martha die Anwältin Eve, ihr Sohn Max und Richter Cicero zur Seite. Gemeinsam schmieden sie einen Plan, um Isaacs Leben zu retten, und legen sich dabei mit der Regierung der Vereinigten Staaten an.


Karen M. McManus – One Of Us Is Lying (26. Februar 2018)

An einem Nachmittag sind fünf Schüler in der Bayview High zum Nachsitzen versammelt. Bronwyn, das Superhirn auf dem Weg nach Yale, bricht niemals die Regeln. Klassenschönheit Addy ist die perfekte Homecoming-Queen. Nate hat seinen Ruf als Drogendealer weg. Cooper glänzt als Baseball-Spieler. Und Simon hat die berüchtigte Gossip-App der Schule unter seiner Kontrolle. Als Simon plötzlich zusammenbricht und kurz darauf im Krankenhaus stirbt, ermittelt die Polizei wegen Mordes. Simon wollte am Folgetag einen Skandalpost absetzen. Im Schlaglicht: Bronwyn, Addy, Nate und Cooper. Jeder der vier hat etwas zu verbergen – und damit ein Motiv…

Bücher

[Rezension] Ronald Malfi – December Park

Autor: Ronald Malfi
Titel: December Park*
Genre: Thriller
Seitenzahl: 616
Erscheinungsdatum: 30. September 2015
Verlag: Luzifer Verlag
Preis: 16,99€ (Gebunden); 7,99€ (E-Book); Kindle Unlimited
*Rezensionsexemplar

Inhalt: 

Im Herbst 1993 wird das beschauliche Städtchen Harting Farms vom Verschwinden mehrerer Kinder erschüttert. Zunächst denken die Bewohner noch an Ausreißer – bis in dem großen, gespenstischen December Park die erste Leiche eines Mädchens gefunden wird. Die Zeitungen sprechen vom Entführer als Piper – als Rattenfänger, wie in der Sage der Brüder Grimm –, weil er gekommen ist, um die Kinder wegzulocken. Doch in den Schulgängen flüstern die Kinder noch viel düsterere Namen.

Angelo Mazzone und seine Freunde entdecken eine Verbindung zu dem toten Mädchen und nehmen die Verfolgung des Mörders auf. Die fünf Jugendlichen schwören sich, der Schreckensherrschaft des Pipers ein Ende zu setzen. Doch was als mutiges Versprechen beginnt, entpuppt sich nicht nur als Odyssee in die Düsternis ihrer Heimatstadt und deren Bewohner, sondern auch als Selbsterfahrungstrip. In der Dämmerung sind auf den Straßen von Harting Farms alle verdächtig, und jeder der Jungs könnte das nächste Opfer des Pipers sein.”
(Luzifer Verlag)

Meine Meinung:

In den frühen 1990ern wird eine Kleinstadt von einem vermutlichen Serienkiller heimgesucht. Mehrere Kinder verschwinden und bis die Polizei in Erwägung zieht, dass es sich hier nicht um Ausreißer handelt, vergeht einiges an Zeit. Erst als die erste Leiche gefunden wird, laufen die Ermittlungen an. Angelo und seine Freunde haben großes Interesse an den Geschehnissen und fangen bald an, auf eigene Faust zu ermitteln…

“December Park” ist dem Thriller Genre zugeordnet, was ich ein wenig unglücklich gewählt finde. Oftmals wird das Buch auch als “Coming-of-Age Roman” bezeichnet, was ich weitaus treffender finde. Wer hier einen knallharten Thriller – oder auch nur einen seichten – erwarten, der wird vermutlich enttäuscht werden, denn mir erging es so.

Die stetigen Vergleiche mit “Es” von Stephen King kann ich übrigens nachvollziehen. Die Jungsclique erinnert schon ein wenig an den Club der Verlierer und auch so kann ich einige Elemente in beiden Büchern wiederfinden. Auch das Grundprinzip, also dass sich eine Gruppe von Kindern allein dem Bösen gegenüberstellt, ist hier natürlich gleich, jedoch ist das jetzt nichts, was man nicht auch schon in vielen anderen Büchern gelesen hat.

Angelo und seine Freunde sind alle um 16 Jahre alt. Sie befinden sich in dieser magischen Phase, in der das Kindsein endet und schon bald die Erwachsenenzeit beginnt. Angelo ist unsere Hauptfigur, aus dessen Sicht wir die Geschichte erleben dürfen. Angelo fand ich als Figur auch besonders gelungen, da er wirklich gut herausgearbeitet wurde. Seine Freunde hingegen blieben etwas blass für mich. Trotzdem fand ich die insgesamte Darstellung der Jungsclique recht schön, da hier einfach ein ganz besonderer Zusammenhalt beschrieben wurde.

Warum also mochte ich das Buch nicht? Zunächst einmal fand ich den Schreibstil des Autoren wirklich gut, denn wäre dieser nicht so flüssig und eingängig gewesen, so hätte ich mich wahrscheinlich nicht bis zum Ende durchgekämpft. Doch leider war es das letztlich – ein einziger Kampf. Im Buch passiert schlichtweg so wahnsinnig wenig, dass man fast die ganze Zeit die Jungs dabei verfolgt, wie sie durch die Gegend radeln und Hinweise suchen. Erst bei etwa 90% kam etwas Fahrt die ganze Geschichte, nur um mich dann mit sehr vielen Fragezeichen zurück zu lassen. Das Ende und vor allem das Warum wurden mir viel zu schnell abgehandelt, so dass ich leider sagen muss, dass ich die Auflösung völlig unsinnig finde. Vielleicht hätten ein wenig mehr Infos hier etwas gebessert, aber ich fand es einfach nur ganz schlecht gewählt.

Meine Erwartungen an das Buch waren recht groß und vielleicht ist es eben an diesen Erwartungen gescheitert. Ich hatte im Vorfeld schon einige Meinungen dazu gelesen und eigentlich nichts schlechtes gehört, so dass ich fast ein wenig überrascht bin, wie sehr ich von der allgemeinen Meinung abweiche. Letztlich ist es natürlich eine Geschmacksfrage, und dass ich das Ende und auch die langsame Story an sich nicht mochte, scheint ja eher die Ausnahme zu sein. Von daher würde ich empfehlen es einfach mal zu versuchen, wenn euch die Story ansprechen sollte. Das Buch behandelt einige Themen – Freundschaft, Erwachsenwerden, die Beziehung von Sohn zu Vater – was jedoch wirklich nicht vorkommt ist Thrill und Spannung. Wer also eine Mörderjagd erwartet, sollte lieber ein anderes Buch wählen.

Scroll Up