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[Rezension] Ronald Malfi – December Park

Autor: Ronald Malfi
Titel: December Park*
Genre: Thriller
Seitenzahl: 616
Erscheinungsdatum: 30. September 2015
Verlag: Luzifer Verlag
Preis: 16,99€ (Gebunden); 7,99€ (E-Book); Kindle Unlimited
*Rezensionsexemplar

Inhalt: 

Im Herbst 1993 wird das beschauliche Städtchen Harting Farms vom Verschwinden mehrerer Kinder erschüttert. Zunächst denken die Bewohner noch an Ausreißer – bis in dem großen, gespenstischen December Park die erste Leiche eines Mädchens gefunden wird. Die Zeitungen sprechen vom Entführer als Piper – als Rattenfänger, wie in der Sage der Brüder Grimm –, weil er gekommen ist, um die Kinder wegzulocken. Doch in den Schulgängen flüstern die Kinder noch viel düsterere Namen.

Angelo Mazzone und seine Freunde entdecken eine Verbindung zu dem toten Mädchen und nehmen die Verfolgung des Mörders auf. Die fünf Jugendlichen schwören sich, der Schreckensherrschaft des Pipers ein Ende zu setzen. Doch was als mutiges Versprechen beginnt, entpuppt sich nicht nur als Odyssee in die Düsternis ihrer Heimatstadt und deren Bewohner, sondern auch als Selbsterfahrungstrip. In der Dämmerung sind auf den Straßen von Harting Farms alle verdächtig, und jeder der Jungs könnte das nächste Opfer des Pipers sein.”
(Luzifer Verlag)

Meine Meinung:

In den frühen 1990ern wird eine Kleinstadt von einem vermutlichen Serienkiller heimgesucht. Mehrere Kinder verschwinden und bis die Polizei in Erwägung zieht, dass es sich hier nicht um Ausreißer handelt, vergeht einiges an Zeit. Erst als die erste Leiche gefunden wird, laufen die Ermittlungen an. Angelo und seine Freunde haben großes Interesse an den Geschehnissen und fangen bald an, auf eigene Faust zu ermitteln…

“December Park” ist dem Thriller Genre zugeordnet, was ich ein wenig unglücklich gewählt finde. Oftmals wird das Buch auch als “Coming-of-Age Roman” bezeichnet, was ich weitaus treffender finde. Wer hier einen knallharten Thriller – oder auch nur einen seichten – erwarten, der wird vermutlich enttäuscht werden, denn mir erging es so.

Die stetigen Vergleiche mit “Es” von Stephen King kann ich übrigens nachvollziehen. Die Jungsclique erinnert schon ein wenig an den Club der Verlierer und auch so kann ich einige Elemente in beiden Büchern wiederfinden. Auch das Grundprinzip, also dass sich eine Gruppe von Kindern allein dem Bösen gegenüberstellt, ist hier natürlich gleich, jedoch ist das jetzt nichts, was man nicht auch schon in vielen anderen Büchern gelesen hat.

Angelo und seine Freunde sind alle um 16 Jahre alt. Sie befinden sich in dieser magischen Phase, in der das Kindsein endet und schon bald die Erwachsenenzeit beginnt. Angelo ist unsere Hauptfigur, aus dessen Sicht wir die Geschichte erleben dürfen. Angelo fand ich als Figur auch besonders gelungen, da er wirklich gut herausgearbeitet wurde. Seine Freunde hingegen blieben etwas blass für mich. Trotzdem fand ich die insgesamte Darstellung der Jungsclique recht schön, da hier einfach ein ganz besonderer Zusammenhalt beschrieben wurde.

Warum also mochte ich das Buch nicht? Zunächst einmal fand ich den Schreibstil des Autoren wirklich gut, denn wäre dieser nicht so flüssig und eingängig gewesen, so hätte ich mich wahrscheinlich nicht bis zum Ende durchgekämpft. Doch leider war es das letztlich – ein einziger Kampf. Im Buch passiert schlichtweg so wahnsinnig wenig, dass man fast die ganze Zeit die Jungs dabei verfolgt, wie sie durch die Gegend radeln und Hinweise suchen. Erst bei etwa 90% kam etwas Fahrt die ganze Geschichte, nur um mich dann mit sehr vielen Fragezeichen zurück zu lassen. Das Ende und vor allem das Warum wurden mir viel zu schnell abgehandelt, so dass ich leider sagen muss, dass ich die Auflösung völlig unsinnig finde. Vielleicht hätten ein wenig mehr Infos hier etwas gebessert, aber ich fand es einfach nur ganz schlecht gewählt.

Meine Erwartungen an das Buch waren recht groß und vielleicht ist es eben an diesen Erwartungen gescheitert. Ich hatte im Vorfeld schon einige Meinungen dazu gelesen und eigentlich nichts schlechtes gehört, so dass ich fast ein wenig überrascht bin, wie sehr ich von der allgemeinen Meinung abweiche. Letztlich ist es natürlich eine Geschmacksfrage, und dass ich das Ende und auch die langsame Story an sich nicht mochte, scheint ja eher die Ausnahme zu sein. Von daher würde ich empfehlen es einfach mal zu versuchen, wenn euch die Story ansprechen sollte. Das Buch behandelt einige Themen – Freundschaft, Erwachsenwerden, die Beziehung von Sohn zu Vater – was jedoch wirklich nicht vorkommt ist Thrill und Spannung. Wer also eine Mörderjagd erwartet, sollte lieber ein anderes Buch wählen.

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