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[Rezension] Ruth Ware – Woman in Cabin 10

Autor: Ruth Ware
Titel: Woman In Cabin 10*
Genre: Thriller
Seitenzahl: 384
Erscheinungsdatum: 27. Dezember 2017
Verlag: dtv
Preis: 15,90€ (Broschiert); 12,99€ (E-Book)
*Rezensionsexemplar

Inhalt: 

„Wie kann eine Frau verschwinden, die es nie gegeben hat?

Die Journalistin Lo Blacklock nimmt an der Jungfernfahrt eines exklusiven Luxuskreuzfahrtschiffs durch die norwegischen Fjorde teil. Ein wahr gewordener Traum. Doch in der ersten Nacht auf See erwacht sie von einem Schrei aus der Nachbarkabine und hört, wie etwas ins Wasser geworfen wird. Etwas Schweres – wie ein menschlicher Körper. Sie alarmiert den Sicherheitsoffizier. Aber die Nachbarkabine ist leer, ohne das geringste Anzeichen, dass hier jemand wohnte. Die junge Frau aus Kabine 10, mit der Lo noch am Vortag gesprochen hat, scheint nie existiert zu haben.
(dtv)

Meine Meinung:

Spätestens seit Sebastian Fitzeks Werken wie “Passagier 23” oder “Flugangst 7A” mag ich Thriller, die in einem kleinen und geschlossenen Setting spielen. Auch “Woman In Cabin 10” nutzt diese Art Setting, denn wie Titel und Cover verraten, spielt die Story auf einem Schiff.

Das Schiff ist eine Art kleines Kreuzfahrtschiff, welches mit nur 10 Kabinen jedoch sehr exklusiv und dementsprechend auch teuer ist. Unsere Protagonistin Lo wird zur Jungfernfahrt eingeladen, um später darüber in einem Reisemagazin berichten zu können. Zuvor jedoch erfahren wir, dass Lo ein traumatisches Erlebnis verkraften muss, das kurz vor ihrer Abreise passiert. Auf dem Boot angekommen kämpft sie mit Schlafstörungen, so dass sie eines Nachts Schreie aus der Nachbarkabine hört und wie etwas schweres ins Wasser geworfen wird. Lo ist verwirrt, was genau hat sie da mitbekommen? Als sie weitere Nachforschungen anstellt, passieren immer mehr seltsame Dinge und Lo zweifelt langsam an ihrem Verstand…

Durch das geschlossene Setting auf dem Luxuskreuzschiff ist die Atmosphäre sehr beklemmend. Auch das recht ruhige Tempo der Story betont diese bedrohliche Grundstimmung. “Woman In Cabin 10” ist kein Buch, das durch actionreiche Szenen besticht. Wer hier erwartet, dass alles Schlag auf Schlag geht, der wird vielleicht enttäuscht werden. Die Story hat mich vielmehr an alte schwarz-weiß Krimis erinnert oder ganz banal gesagt – das Brettspiel Cluedo, bei dem durch Kombination von Hinweisen ein Mordfall gelöst werden muss. Ständig taten sich neue mysteriöse Hinweise auf, Dinge verschwanden und je länger man darüber nachdachte, desto mehr Verdächtige gab es. Julia fragte sich quer durch das Schiff, um auf eigene Faust zu ermitteln, was natürlich nicht unbedingt die klügste Idee ist.

Im Laufe der Story wird auch immer wieder Bezug genommen auf Julias traumatisches Erlebnis vor ihrer Reise. Dadurch wird Julia recht labil dargestellt und als Leser weiß man nun teilweise nicht, ob man Julias Wahrnehmungen überhaupt trauen kann. Auch waren Julias Handlungen und Gedankengänge oftmals nicht sehr nachvollziehbar, so dass ich oft dachte: Was bitte machst du da?!

Insgesamt war ich jedoch recht angetan von der Story, die außerdem auch einige spannende Wendungen mit sich brachte. Ich kann mir allerdings auch vorstellen, dass das Buch für viele generell zu ruhig ist. Ein Großteil des Buches besteht aus den “Ermittlungen” von Julia an Bord, so dass hier doch einige Seiten ins Land gehen bevor wirklich etwas passiert.

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