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[Rezension] Colson Whitehead – Underground Railroad


Autor: Colson Whitehead
Titel: Underground Railroad*
Genre: Roman
Seitenzahl: 352
Erscheinungsdatum: 21. August 2017
Verlag: Hanser
Preis: 24,00€ (Gebunden); 17,99€ (E-Book)
*Rezensionsexemplar

Inhalt: 

Colson Whiteheads Bestseller über eines der dunkelsten Kapitel der Geschichte Amerikas – ausgezeichnet mit dem Pulitzer Preis 2017

Cora ist nur eine von unzähligen Schwarzen, die auf den Baumwollplantagen Georgias schlimmer als Tiere behandelt werden. Alle träumen von der Flucht – doch wie und wohin? Da hört Cora von der Underground Railroad, einem geheimen Fluchtnetzwerk für Sklaven. Über eine Falltür gelangt sie in den Untergrund und es beginnt eine atemberaubende Reise, auf der sie Leichendieben, Kopfgeldjägern, obskuren Ärzten, aber auch heldenhaften Bahnhofswärtern begegnet. Jeder Staat, den sie durchquert, hat andere Gesetze, andere Gefahren. Wartet am Ende wirklich die Freiheit? Colson Whiteheads Roman ist eine virtuose Abrechnung damit, was es bedeutete und immer noch bedeutet, schwarz zu sein in Amerika.“
(Hanser)

Meine Meinung:

‚Underground Railroad‘ hat meine Aufmerksamkeit erregt, weil es mit dem diesjährigen Pulitzer Preis augezeichnet wurde. Das Buch ist ein Roman mit geschichtlichen Bezügen zu dem gleichnamigen Hilfsnetzwerk, welches bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts Sklaven aus der Gefangenschaft half, damit diese in Staaten flüchten konnten, in denen sie nicht als Sklaven deklariert waren.

Ich lese sehr gerne Romane mit historischen Bezügen und gerade das Thema der Sklaverei empfinde ich als äußerst interessant und hat mich schon längere Zeit gereizt. Natürlich kann man sich auch über Geschichtsbücher über das Thema informieren, jedoch stößt man hierbei oft an Grenzen. Gerade so ein Thema wie Sklaverei lässt sich besonders gut erfassen, wenn man es aus der Hand einer Betroffenen erfährt. In unserem Fall ist es die Hauptfigur Cora, die dem Leser von ihrem Leben und der Flucht und den damit einhergegangen Abenteuern erzählt. Doch das Wort ‚Abenteuer‘ wird der ganzen Geschichte des Buches nicht annähernd gerecht.

Der Autor Colson Whitehead hat es mit seinem Roman geschafft, das Geschichtliche mit dem Emotionalen zu verbinden. Wir verfolgen Cora, die in die Sklaverei hineingeboren wurde. In Grundzügen bekommen wir ebenfalls die Geschichte ihrer Mutter und Großmutter erzählt. Coras Leben in der Sklaverei wird als eine sehr grausame Zeit beschrieben, die mich sehr ergriffen hat. Doch auch nach ihrer Flucht wendet sich ihr Leben nicht zum Positiven, Cora muss viele harte und erbarmungslose Etappen überstehen.

Colson Whitehead nutzt für seine Geschichte eine recht ungewöhnliche Sprache. Anfangs hatte ich einige Schwierigkeiten mich mit seinem Sprachstil anzufreunden, da er hierbei seine ganz eigene Sprache verwendet. Die Sätze kommen oftmals sehr unrund und abgehackt daher, jedoch konnte ich mich nach einiger Zeit daran gewöhnen. Whitehead erzählt recht unverblümt und direkt von Coras Werdegang, was manchmal etwas abgestumpft wirkt, jedoch sehr gut zur Geschichte selbst passt.

Insgesamt war ‚Underground Railroad‘ ein sehr außergewöhnliches und einzigartiges Buch, welches ich so noch nie erlebt habe. Es macht betroffen und fassungslos. Wer Interesse an amerikanischer Geschichte hat, dem kann ich den Roman uneingeschränkt empfehlen. Man braucht leider nicht immer fiktive Umstände, um Grausamkeit zu zeichnen, manchmal reicht das ganz ’normale‘ Leben dafür aus. Zwar ist auch ‚Underground Railroad‘ nicht biografisch, jedoch ist es so greifbar geschrieben, dass man beinahe meint ein biografisches Werk zu lesen.

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1 Comment

  • Reply [Bücher] Lesemonat Oktober 2017 – Laura von Eden 2. November 2017 at 11:36

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