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[Rezension] Sasha Marianna Salzmann – Außer sich

Autor: Sasha Marianna Salzmann
Titel: Außer sich*
Genre: Roman
Seitenzahl: 366
Erscheinungsdatum: 11. September 2017
Verlag: Suhrkamp
Preis: 22,00€ (Gebunden); 18,99€ (E-Book)
*Rezensionsexemplar

Inhalt:

„Sie sind zu zweit, von Anfang an, die Zwillinge Alissa und Anton. In der kleinen Zweizimmerwohnung im Moskau der postsowjetischen Jahre verkrallen sie sich in die Locken des anderen, wenn die Eltern aufeinander losgehen. Später, in der westdeutschen Provinz, streunen sie durch die Flure des Asylheims, stehlen Zigaretten aus den Zimmern fremder Familien und riechen an deren Parfumflaschen. Und noch später, als Alissa schon ihr Mathematikstudium in Berlin geschmissen hat, weil es sie vom Boxtraining abhält, verschwindet Anton spurlos. Irgendwann kommt eine Postkarte aus Istanbul – ohne Text, ohne Absender. In der flirrenden, zerrissenen Stadt am Bosporus und in der eigenen Familiengeschichte macht sich Alissa auf die Suche – nach dem verschollenen Bruder, aber vor allem nach einem Gefühl von Zugehörigkeit jenseits von Vaterland, Muttersprache oder Geschlecht.“
(Suhrkamp)

Meine Meinung:

Bei der Sichtung der Bücher, die auf der Shortlist des Buchpreises 2017 stehen, ist mir ‚Außer sich‘ von Sasha Marianna Salzmann ins Auge gestochen. Ich fand das Cover sehr schön gestaltet und die Kurzbeschreibung hat mich angesprochen. Außerdem ist die Nominierung für den Buchpreis für mich eine Art Qualitätsmerkmal.

Leider wurden meine Erwartungen nicht erfüllt. Die Autorin hat einen recht dumpfen und leidenschaftslosen Schreibstil, der mich einfach nicht einfangen konnte. Diese dumpfe Art mag vielleicht zur Geschichte selbst passen, für mich jedoch hat es einfach viel an emotionaler Verbundenheit genommen.

Wir haben zwar unsere Hauptfigur Alissa, jedoch dreht sich das Buch quasi um die ganze Familie. Wir bekommen die Geschichte und den Werdegang der Großeltern, Eltern, etc. erzählt und das teilweise sehr detailreich. Trotz dieses Umfangs an Erzählungen über das Leben der Familienmitglieder fand ich keinen Zugang. Niemand war mir wirklich sympathisch, was ich wirklich schade fand, denn die Lebensumstände der einzelnen Personen waren teilweise sehr interessant.

Der Lesefluss wurde für mich außerdem durch die häufige Einstreuung von russischen Sätzen oder Worten gestört. Manchmal kam im Anschluss eine Übersetzung und manchmal eben nicht. Durch die häufigen Sprünge in der Erzählsicht, war ich manchmal inmitten der langen Kapitel verwirrt, wer nun gerade eigentlich erzählt, vor allem, wenn ich das Buch mal für eine Pause weggelegt hatte. Auch sind die Namen für mich nicht sehr einprägsam gewesen, weil die Leute manchmal auf drei verschiedene Arten gerufen wurden. Zwar gab es anfangs eine Übersicht über die Charaktere und deren Namen, aber wer blättert schon immer zurück?

Schade, ich hätte das Buch wirklich gerne mehr gemocht. Die vielen Abstriche haben jedoch bewirkt, dass ich mich etwas durch das Buch quälen musste. Ich bin kein Freund davon ein Buch abzubrechen, aber wenn das Buch mit seinen 366 Seiten nicht noch relativ im Rahmen gewesen wäre, hätte ich hier definitiv darüber nachgedacht.

 

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