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Psychothriller

Bücher

[Rezension] K.L. Slater – Sicher bist du nie

[Rezensionsexemplar]

Autor: K.L. Slater
Titel: Sicher bist du nie
Übersetzung: Sybille Uplegger
Genre: Psychothriller
Seitenzahl: 432
Erscheinungsdatum: 10. August 2018
Verlag: Ullstein
Preis: 10,00€ (Taschenbuch); 8,99€ (E-Book)

Inhalt: 

„Ich weiß, was du getan hast …

Anna ist Briefträgerin. Tagein tagaus läuft sie dieselbe Route. Die nicht ausgetragene Post sammelt sie in ihrem Haus. Aber der Briefberg ist nicht das Einzige, was Anna versteckt …
Als sie auf der Straße die Mörderin ihres Bruders erkennt, durchbricht sie ihre zwanghafte Routine. Sie lässt die Frau nicht mehr aus den Augen. Immer seltsamere Dinge geschehen. Wem kann Anna überhaupt noch trauen? Was ist damals wirklich geschehen? Und wieso ist auch Anna sich sicher, beobachtet zu werden?”
(Ullstein)

Meine Meinung:

Anna hat gern ihre Ruhe. Sie arbeitet als Briefträgerin und geht tagein, tagaus ihrer Routine nach. Leider schafft sie ihre Route oftmals nicht. Also nimmt sie die unausgetragene Post mit nach Hause und sammelt sie dort. Doch scheinbar ist das nicht das einzige Geheimnis, welches Anna umgibt. Als sie eines Abends einen Verkehrsunfall beobachtet, erkennt sie in der Fahrerin die Frau, die damals durch eine Verkettung tragischer Ereignisse, ihren Bruder umbrachte. Nun ist es Annas Ziel diese Frau zu finden und zur Rechenschaft zu ziehen. Sie freundet sich mit dem Unfallopfer, Liam,  an und versucht nun so an die besagte Frau heranzukommen. Doch können wir Anna Erinnerungen und ihrer Wahrnehmung trauen? Anna scheint sehr mit ihren inneren Dämonen zu kämpfen haben.

“Sicher bist du nie” wird hauptsächlich aus der Sicht von Anna erzählt. Hin und wieder reisen wir in die Vergangenheit und bekommen dort aus der Sicht der Schulpsychologin die Ereignisse geschildert. Wir nähern uns nur langsam an die Begebenheiten, die zum Tod von Annas Bruder führten. Zwischenzeitlich wird man auf verschiedene Fährten geführt, so dass man nie genau weiß, wohin sich das Ganze entwickeln soll.

Fest steht allerdings, dass Anna offensichtlich psychische Probleme hat. Sie riecht als einzige Person ungewöhnliche Gerüche in ihrem Haus, nimmt Tabletten und fühlt sich beobachtet. Außerdem ist es ihr ein Dorn im Auge, dass sich die Unfallfahrerin nun mit Liam anfreunden möchte. Anna sieht in ihr ein absolutes Hassobjekt und versucht ihr nun zu schaden – als Ausgleich für all die Dinge, die sie ihretwegen ertragen musste.

Das Buch ist als Psychothriller ausgewiesen – sehr psycho ist er allerdings nicht. Die Story ist sehr ruhig und besticht eher durch seine Atmosphäre. Wer blutige Szenen sucht, wird sie hier nicht finden. Vielmehr merkt man deutlich, dass sich die Story mehr und mehr zum Ende hin aufbaut und leider auch erst im letzten Drittel etwas an Fahrt aufnimmt.

Für Liebhaber von ruhigen und tragischen Geschichten ist “Sicher bist du nie” eine ganz nette Geschichte, aber für mich leider auch nicht mehr. Dennoch war ich sehr angetan von der Art und Weise, wie die Autorin einem die Geschichte näher gebracht hat. Allerdings bin ich bis zuletzt nicht mit unserer Hauptfigur Anna warm geworden, jedoch wird sie dem Leser wohl bewusst so beschrieben, dass man nicht viel Sympathie entwickelt.

 

Bücher

[Rezension] Ilona Bulazel – Verdorbene Ernte

Autor: Ilona Bulazel
Titel: Verdorbene Ernte
Genre: Psychothriller
Seitenzahl: 274
Erscheinungsdatum: 28. Juli 2017
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
Preis: 9,99€ (Taschenbuch); 2,99€ (E-Book), kostenfrei via Kindle Unlimited

Inhalt: 

„Mehr als dreißig vermisste Frauen in den letzten acht Jahren. Vieles deutet auf ein Verbrechen hin, doch bisher fehlt von den Leichen jede Spur. Bald erkennt Hauptkommissarin Beate Kraus, dass sie einem Serienmörder gegenübertreten muss, der jede Grenze überschreitet, um seine niedersten Begierden zu befriedigen. Wie lockt man ein so grausames Monster in die Falle?
Als die Polizistin eines Tages auf den rätselhaften Abschiedsbrief einer Selbstmörderin stößt, überschlagen sich die Ereignisse. Eine Frauenleiche mit ungewöhnlichen Schnittverletzungen wird am Ufer des Neckars angespült, und kurz darauf verschwindet eine Studentin spurlos. Die zwanzigjährige Kelly liefert den Beamten wichtige Hinweise, gerät dabei aber selbst in tödliche Gefahr, als sie erkennt, dass der Mann ihrer Träume ein schreckliches Geheimnis hütet …”
(Amazon)

Meine Meinung:

Ich stöber ja gerne bei den Kindle Unlimited Angeboten, denn hier gibt es zahlreiche Psychothriller zu entdecken. So bin ich auf verschiedene Bücher von Ilona Bulazel gestoßen und habe mich erst mal für “Verdorbene Ernte” entschieden.

In “Verdorbene Ernte” bekommen wir viele verschiedene Perspektiven zu sehen. So können wir in den Kopf des Serienmörders eintauchen und lernen aber auch die junge Studentin Kelly kennen. Kelly hat sich gerade von ihrem Freund getrennt, nachdem sie diesen mit einer anderen Frau im Bett erwischt hatte. Hals über Kopf verlässt sie die Stadt und beginnt ihren Ferienjob, der praktischerweise mitten im Nirgendwo liegt. Dort will sie von allem Abstand nehmen und eine ruhige Zeit verbringen. So ruhig wird es allerdings nicht, denn in der Umgebung sucht sich ein Serienmörder immer wieder neue Opfer. Die Polizei kommt erst langsam auf seine Spur und beginnt erst jetzt zu realisieren, dass die vielen Fälle von vermissten Frauen im Zusammenhang stehen. Gleichzeitig belastet Kelly, dass eine Freundin von ihr Selbstmord begangen haben soll und Kelly vermutet, dass dahinter sehr viel mehr steckt und beginnt sich zu fragen, was ihre Freundin wohl dazu getrieben hat.

Durch die vielen verschiedenen Perspektiven kommt keine Langeweile auf und auch die eingeschobenen Kapitel aus Sicht des Mörders sind wirklich verstörend. Neben der Story mit dem Mörder werden noch einige Nebenschauplätze aufgemacht, die sich jedoch alle stimmig ins Gesamtbild fügen und am Ende auch ein rundes Bild ergeben. Zusammenfassend könnte man wohl sagen, dass hier einige sehr kranke Menschen aufeinander treffen und somit das Unglück zwangsläufig seinen Lauf nehmen muss.

“Verdorbene Ernte” ließ sich wirklich sehr flüssig lesen und ich mochte den klaren, unverblümten Schreibstil der Autorin. Passend zum Genre gibt es natürlich auch einige explizite Szenen, die sicher nichts für zarte Gemüter sind.

Der Titel des Buches machte für mich anfangs nicht viel Sinn, wenn man das Buch jedoch beendet hat, weiß man, warum die Autorin diesen Titel und auch dieses Buchcover gewählt hat. Im Laufe der Story wurde man geschickt auf viele falsche Fährten gelenkt, da irgendwie jeder verdächtig wirkte und man sich für jeden ein Motiv denken konnte. Die Auflösung kam ein wenig überstürzt auf den letzten Seiten.

Dennoch fand ich das Buch wirklich gut, ich wurde bestens unterhalten und werde sicher in Zukunft wieder zu einem Werk von Ilona Bulazel greifen.

Bücher

[Rezension] Arno Strobel – Die Flut

Autor: Arno Strobel
Titel: Die Flut
Genre: Psychothriller
Seitenzahl: 368
Erscheinungsdatum: 21. Januar 2016
Verlag: Fischer
Preis: 9,99€ (Taschenbuch); 9,99€ (E-Book)

Inhalt: 

„Es ist NACHT, sie sind am Strand, HILFLOS, ihm AUSGELIEFERT, sie können sich nicht befreien, und dann kommt die FLUT …

Zwei Pärchen machen Urlaub auf Amrum. In dieser Zeit geschehen grausame Morde. Ein Superintelligenter ist am Werk, um nicht nur den perfekten Mord, sondern die „perfekte Mordserie“ zu begehen. Er entführt Paare und vergräbt nachts bei Ebbe die Frau bis zum Hals im Sand. Den Mann bindet er an einen Pfahl in der Nähe fest, so dass er dabei zusehen muss, wenn seine Frau bei Flut langsam ertrinkt.
Die beschauliche Insel Amrum hat er sich ausgesucht, weil dort normalerweise nie etwas passiert und ihm die entsprechenden Schlagzeilen sicher sind. Das ist es, was er möchte. Die ganze Welt soll erfahren, wie clever er ist. Und es sieht so aus, als hätte er damit Erfolg …”
(Fischer)

Meine Meinung:

Zwei Paare, die einander kaum kennen, machen gemeinsam Urlaub auf Amrum. Doch ihr Urlaub ist weniger idyllisch als erwartet, denn schon bald wird am Strand eine tote Frau und ihr unter Schock stehender Partner gefunden. Ein Unbekannter entführt Paare, vergräbt die Frauen bei Ebbe bis zum Hals und lässt den Mann dann dabei zusehen wie die Frau ertrinkt. Scheinbar handelt es sich hierbei um einen Serientäter, denn es bleibt nicht bei einem Mord. Als nun plötzlich Julias Freund aufgrund mehrerer Hinweise als Täter verdächtigt wird, wird die Situation für die beiden Paare immer unangenehmer…

Nachdem ich mit Thrillern von Arno Strobel bisher noch kein Glück hatte, wollte ich mich mal wieder an einem Buch versuchen. „Die Flut“ sah ansprechend aus, klang interessant und hat mich auch nicht enttäuscht.

Strobels Schreibstil ist wirklich sehr angenehm zu lesen, er benutzt eine recht einfache Sprache und verliert sich nicht in ellenlangen Beschreibungen. Ich mag Bücher, in denen viel mit wörtlicher Rede gearbeitet wird.

Die Charaktere waren allesamt eher … unsympathisch. Auch Julia, aus deren Sicht wir die meiste Zeit die Geschichte erfahren haben, war an manchen Stellen wirklich unerträglich naiv und gutgläubig, nur im nächsten Moment doch wieder als „scharfsinnig“ dargestellt zu werden. Ihr Freund war regelrecht gelassen, dafür dass er eigentlich des Mordes verdächtigt wird. Das andere Paar hatte wohl auch nur die Aufgabe, die Situation noch ein bisschen mehr anzuheißen und ein bisschen Hass zu streuen. Bis zuletzt hatte ich tatsächlich Schwierigkeiten die beiden Männer auseinander zu halten. Bei lediglich zwei Namen, die man sich merken müsste, ist das allerdings ein starkes Stück und zeigt mir vor allem, dass beide Männer einfach viel zu blass geblieben sind. Als Ermittler wurde wieder mal ein grummeliger Herr gewählt, doch dieser hier hat es wirklich auf die Spitze getrieben mit seiner aggressiven Art.

Insgesamt war der Psychothriller sicherlich keine Innovation was die ganzen Hintergründe anging, doch die Mordart war für mich definitiv mal etwas anderes und spannend zu lesen. „Die Flut“ ließ sich angenehm lesen, ich wurde gut unterhalten, doch insgesamt war es halt an vielen Ecken noch etwas unrund. Dennoch kann ich mir gut vorstellen weiterhin zu Strobels Büchern zu greifen, wenn ich mal wieder eine leichte Unterhaltung im Thrillerbereich suche.

Bücher

[Rezension] Sebastian Fitzek – Die Therapie

Autor: Sebastian Fitzek
Titel: Die Therapie
Genre: Psychothriller
Seitenzahl: 336
Erscheinungsdatum: 01. Juli 2006
Verlag: Knaur
Preis: 9,99€ (Taschenbuch); 9,99€ (E-Book)

Inhalt: 

„Keine Zeugen, keine Spuren, keine Leiche. Josy, die zwölfjährige Tochter des bekannten Psychiaters Viktor Larenz, verschwindet unter mysteriösen Umständen. Ihr Schicksal bleibt ungeklärt.
Vier Jahre später: Der trauernde Viktor hat sich in ein abgelegenes Ferienhaus zurückgezogen. Doch eine schöne Unbekannte spürt ihn dort auf. Sie wird von Wahnvorstellungen gequält. Darin erscheint ihr immer wieder ein kleines Mädchen, das ebenso spurlos verschwindet wie einst Josy. Viktor beginnt mit der Therapie, die mehr und mehr zum dramatischen Verhör wird …”
(Knaur)

Meine Meinung:

So langsam lese ich mich durch die älteren Bücher von Sebastian Fitzek, da ich seine jüngeren Werke schon kenne und meist auch recht begeistert bin. Hört man sich in gängigen Kreisen um, so wird einem immer angeraten unbedingt „Die Therapie“ lesen zu müssen, welches sein Erstlingswerk ist. Für meinen letzten Urlaub habe ich mir also „Die Therapie“ geschnappt.

Erschienen ist das Buch bereits 2006, seit dem sind viele weitere Werke von Fitzek erschienen. Und doch erkennt man bereits hier seinen unverkennbaren Schreibstil und seine ganz besonderen Eigenheiten. Denn wenn alle Fitzek Bücher eines gemein haben, dann sind es die vielen Wendungen und Twiste, die gerne eingebaut werden. Bei vielen Geschichten hat Fitzek ein Händchen dafür, wie viele überraschende Wendungen tragbar sind – und wann es eben nervig wird. Leider ist er in „Die Therapie“ etwas über das Ziel hinaus geschossen, zumindest was meinen Geschmack angeht. Die vielen Plottwists waren zum Ende hin eben etwas zu viel und gab dem ganzen einen recht konstruierten Charakter.

Trotzdem war „Die Therapie“ wieder ein absoluter Pageturner für mich. Die üblichen Cliffhanger am Ende eines jeden Kapitels hat Fitzek auch in seinem ersten Buch schon gekonnt eingesetzt, so dass man sehr rasch und zügig durch die Geschichte gleitet. Allerdings hatte ich bereits recht früh einen leisen Verdacht in welche Richtung die Story gehen könnte, da es durchaus kein neues Thema war, wenn auch interessant aufbereitet.

Nichtsdestotrotz muss ich wie immer bei Fitzek sagen, dass mich das Buch wunderbar unterhalten hat. Was diesen Punkt angeht, so hat mich noch kein Buch von ihm enttäuscht. Fitzeks Stil, insbesondere was die vielen Twists angeht, muss man wohl mögen, denn wenn nicht, könnte man hier recht schnell genervt sein. Doch wer Schockmomente mag, der sollte unbedingt mal zu einem von Fitzeks Büchern greifen!

 

Bücher

[Rezension] Jenny Blackhurst – Das Böse in deinen Augen

Autor: Jenny Blackhurst
Titel: Das Böse in deinen Augen*
Genre: Psychothriller
Seitenzahl: 431
Erscheinungsdatum: 27. April 2018
Verlag: Bastei Lübbe
Preis: 11,00€ (Taschenbuch); 8,99€ (E-Book)
*Rezensionsexemplar

Inhalt: 

„Niemand hat Angst vor einem kleinen Mädchen, oder doch?

Als die Kinderpsychologin Imogen Reid den Fall der elfjährigen Ellie Atkinson übernimmt, weigert sie sich, den seltsamen Gerüchten um das Mädchen zu glauben. Ellie sei gefährlich, so heißt es. Wenn sie wütend wird, passieren schreckliche Dinge. Imogen hingegen sieht nur ein zutiefst verstörtes Kind, das seine Familie bei einem Brand verloren hat und ihre Hilfe benötigt. Doch je näher sie Ellie kommt, desto merkwürdiger erscheint ihr das Mädchen. Dann erleidet auch Imogen einen schrecklichen Verlust – und sie fürchtet, dass es ein Fehler war, Ellie zu vertrauen …”
(Bastei Lübbe)

Meine Meinung:

Imogen zieht mit ihrem Mann zurück in ihre Heimatstadt, mit der sie nicht viele gute Erinnerungen verbindet. Dort nimmt sie einen neuen Job im Bereich der Kinderhilfe bei einem Sozialdienst an. Ihre Vorgängerin hat unter recht nebulösen Umstanden gekündigt und Imogen übernimmt nun ihre Fälle. Unter anderem muss sich Imogen nun um den Fall der 11jährigen Ellie kümmern. Ellie ist momentan bei einer Pflegefamilie untergebracht, jedoch häufen sich merkwürdige Begebenheiten, die jedes Mal mit Ellie in Verbindung gebracht werden. Bald tuschelt man in der gesamten Gemeinde, dass Ellie eine Hexe sei, denn jedem der das kleine Mädchen verärgert, passiert anschließend etwas schlimmes. Doch ist wirklich etwas dran an den Gerüchten oder wird hier fälschlicherweise eine Hexenjagd betrieben?

“Das Böse in deinen Augen” wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, die meiste Zeit jedoch verfolgen wir Imogen, die Sozialarbeiterin, die sich mit Ellie befassen soll. Für Imogen ist zunächst klar, dass das Mädchen stets falsch bezichtigt wird und hat dementsprechend viel Mitleid mit Ellie, wodurch sich beide recht gut annähern. Für alle Vorfälle findet Imogen ganz logische Erklärungen und schützt das Mädchen vor den Anschuldigungen. Doch schon bald kommen auch Imogen Zweifel, denn nicht alles lässt sich so logisch erklären und die mysteriösen Umstände häufen sich. Bald versteht sie warum die ganze Stadt das Mädchen zu meiden scheint und wieso man regelrecht Angst vor ihr hat…

Durch den flüssigen Schreibstil der Autorin haben wir hier eine recht packende Story bekommen, die sich von Kapitel zu Kapitel zuspitzt. Bald schon wird der Spannungsbogen durch einen Mord weiter angeheizt, denn wie so alles im Buch, geschieht dieser unter recht mysteriösen Umständen. Durch die wechselnden Perspektiven ist es der Autorin sehr gut gelungen, den Leser stets ein wenig im Dunklen tappen zu lassen.

Ebenso werden unsere beiden Hauptcharaktere, Imogen und Ellie, nur stückchenweise besser beleuchtet. Bei Ellie fand ich dies der Rolle entsprechend sehr passend. Bei Imogen hingegen, war ich nach einer Weile etwas genervt von der stetigen Anspielung auf ihr dunkles Geheimnis in der Vergangenheit. Auch fand ich viele ihrer Entscheidungen im Sinne ihrer Professionalität als Psychologin oder Sozialarbeiterin recht fragwürdig. Man merkt deutlich, dass Imogen mehr von ihrer emotionalen Seite gesteuert wird, als dass sie sich mal rational mit den Dingen beschäftigt.

Das Gruselige und Schaurige, das von Ellie ausgehen sollte, habe ich nicht ganz so immens gespürt, konnte es aber ansatzweise nachvollziehen. Für mich kam auch recht schnell eine Assoziation zu “Carrie” von Stephen King auf, hier finden sich schon einige Parallelen. Ich glaube diese Assoziation ist aber durchaus gewollt von der Autorin, da “Carrie” sogar scherzhaft im Verlauf der Story erwähnt wird.

Von einem “Psychothriller” würde ich übrigens nicht wirklich sprechen. Ja, es war spannungsgeladen, aber wirklich psycho war es nicht. Dafür war die kleine Ellie einfach immer noch zu sympathisch. Mit ein paar Abstrichen war “Das Böse in deinen Augen” für mich also trotzdem lesenswert.

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