[Rezension] Hubertus Borck – Das Profil

„Ich kenne dein Profil. Es wird dir zum Verhängnis werden. #Qual.#Mord.#Tod.

Der Tote im Sandkasten ist bis zum Kehlkopf eingegraben. Ihm fehlt ein Auge. Der makabre Fund auf einem Hamburger Spielplatz setzt die erfahrene Kriminalkommissarin Franka Erdmann und ihren neuen Assistenten Alpay Eloğlu unter Hochdruck. Kurz darauf wird eine junge Influencerin brutal in ihrer Wohnung getötet. Auch wenn sich die Handschriften beider Verbrechen unterscheiden, deutet immer mehr darauf hin, dass es sich um denselben Mörder handelt. Und während die Polizei fieberhaft ein Profil von ihm erstellt, überwacht er bereits den Instagram-Account seines nächsten Opfers, dessen scheinbar perfektes Leben ein grausames Ende finden soll.“

Autor: Hubertus Borck
Titel: Das Profil
Genre: Thriller
Seitenzahl: 384
Erscheinungsdatum: 18. Oktober 2022
Verlag: Rowohlt
Preis: 12,00€ (Gebunden); 4,99€ (E-Book)

Meine Meinung:

Ein bizarrer Leichenfund in einem Sandkasten hält die Hamburger Polizei auf Trab. Die alteingesessene Kommissarin Franka und ihr neu zugeordneter Partner Alpay können sich zunächst keinen Reim darauf machen, erst recht nicht als eine weitere Leiche einer Influencerin gefunden wird. Was zunächst nicht zusammen passt, scheint dann doch miteinander verknüpft zu sein. Hat es hier jemand auf Influencer abgesehen, die ihr gesamtes Leben im Internet ausbreiten?

Die Idee, dass ein Mörder sich seine Opfer anhand von Social Media aussucht ist nicht ganz neu, dennoch klang das Buch vom Klappentext und Cover her sehr ansprechend. Auch dass die Ermittler ein sehr ungleiches Team bilden, hat man sicherlich schon öfter gelesen. Franka ist das Paradebeispiel eines „alten Hasen“ bei der Polizei und sie macht es ihrem jungen Kollegen Alpay nicht gerade leicht mit seinen frischen und neuen Ideen Fuß zu fassen. Beide waren nicht gerade große Sympathieträger. Im Laufe der Story nähern sich beide natürlich an, und stellen fest, dass sie eben doch beide voneinander lernen können.

Die Geschichte lesen wir aus wechselnden Perspektiven – mal als Ermittler, dann wieder als Täter und auch die Opfer werden begleitet. Der Gedanke, dass Serientäter sich ihre Opfer auf Instagram etc. suchen, ist gar nicht so abwegig. Die Opfer teilen bereitwillig ihr ganzes Leben und auch bei größerer Vorsicht ist es eben doch nicht sehr schwer ihre Gewohnheiten, Abläufe oder gar die Wohnadresse rauszubekommen. Kein schöner Gedanke und regt vielleicht auch den einen oder anderen Leser an, seine Präsenz im Internet ein wenig zu überdenken.

So wenig mir die Darstellung der beiden Ermittler gefallen hat, so viel besser fand ich dann die Kapitel aus der Sicht des Täters. Man dringt sehr tief in seine Gedanken ein und erfährt viel aus seiner Vergangenheit. Man merkt deutlich, dass man versucht hat dem Täter eine gewisse Dimension zu verleihen, was eben bei den beiden Ermittler absolut nicht beglückt ist.

Grundsätzlich hat mir das Buch gut gefallen, auch die Morde fand ich gut beschrieben, ebenso wie das Katz und Maus Spiel. Das Ende war mir persönlich etwas zu plötzlich und hätte ruhig etwas mehr ausgeschmückt werden können. Ich bin gespannt, ob es ein Wiedersehen mit den beiden Ermittlern geben wird.

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