[Rezension] Romy Hausmann – Perfect Day

Die Macht der Gefühle kann tröstlich sein. Oder tödlich.

Meine kleine Prinzessin. So allein. Du zitterst ja, du armes Ding. Komm mit mir, hab‘ keine Angst. Bei mir bist du sicher. Ich bringe dich an einen geheimen Ort, mein Herz, aber vorher müssen wir hier im Wald noch ein paar rote Schleifen verteilen, schau …

Seit vierzehn Jahren verschwinden Mädchen im Alter zwischen sechs und zehn Jahren. Rote Schleifenbänder weisen der Polizei den Weg zu ihren Leichen. Vom Täter fehlt seit vierzehn Jahren jede Spur. Eines Abends wird der international renommierte Philosophieprofessor und Anthropologe Walter Lesniak im Beisein seiner Tochter Ann verhaftet. Die Anklage: zehn Morde an jungen Mädchen. „Professor Tod“ titelt die Boulevardpresse. Doch Ann wird die Unschuld ihres Vaters beweisen. Für sie und die LeserInnen beginnt eine Reise in die dunkelsten Räume der menschlichen Seele …”

Autorin: Romy Hausmann
Titel: Perfect Day
Genre: Thriller
Seitenzahl: 416
Erscheinungsdatum: 12. Januar 2022
Verlag: dtv
Preis: 16,95€ (Klappbroschur); 9,99€ (E-Book)

Meine Meinung:

Anns Welt gerät aus den Fugen als plötzlich ihr geliebter Vater wegen Mordes verhaftet wird. Nicht nur ein Mord wird ihm Zur Last gelegt – nein, er soll für eine ganze Serie von Entführungen und Morden an jungen Mädchen verantwortlich sein! Seit 14 Jahren treibt der sogenannte Schleifenband-Mörder nun schon sein Unwesen und ausgerechnet zu ihrem Vater sollen die neuesten Spuren führen? Ann ist fassungslos. Sie möchte seine Unschuld beweisen und recherchiert auf eigene Faust…

An Romy Hausmann kam man in den letzten Jahren ja kaum vorbei in der deutschen Buchwelt. Ihr Debüt “Liebes Kind” wurde hochgelobt und überall gefeiert. Ich habe “Liebes Kind” damals auch gelesen, oder vielmehr gehört, und fand es okay. Ich war nicht so entzückt wie alle Anderen, aber ein völliger Flop war es auch nicht. Der nachfolgende Titel “Martha schläft” hat mich hingegen gar nicht catchen können, so dass ich ihn nach etwa einem Drittel abgebrochen hatte. Und nun greife ich doch wieder zu einem Werk der Autorin – das ist vor allem dem sehr präsenten Marketing zu verdanken, aber auch dem interessant klingenden Klappentext.

Denn im Grunde liefert das Buch doch genau das, was ich mir sonst so von einem Thriller erwarte, oder? Was ich zumindest gut fand, war die Mordserie an sich. Sie war interessant beschrieben, auch wenn ich gerne sogar noch ein bisschen mehr dazu gehört hätte. Mit den Charakteren hingegen habe ich wieder mal meine Probleme. Sie sind einfach blass geblieben. Nur mit viel Konzentration konnte ich die jeweiligen Namen zuordnen, weil mir einfach etwas prägnantes fehlte und alles in einem Charaktereinheitsbrei verschwamm.

Das Setting des Buches fand ich ganz gut. Zunächst der Hauptort Berlin und dann die Reise in ein abgelegenes Dorf, in dem das letzte Mädchen verschwunden ist. Der Ortswechsel hat dem Buch auf jeden Fall etwas mehr Schwung gegeben und kurzzeitig nahm die Geschichte dort dann auch wieder an Fahrt auf. Leider konnte die Story den Spannungsbogen nicht halten, so dass ich mich eher durchgequält habe.

Ich glaube für die Zukunft würde ich eher Abstand nehmen von Thriller der Autorin. So schade es auch ist. Die Klappentexte klingen jedes Mal so toll, aber wir werden einfach nicht warm miteinander. Dass die Autorin aber soviele zufriedene Leser hat, ist ein perfektes Beispiel dafür, dass Geschmäcker eben nunmal verschieden sind.

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