[Rezension] Sheryl Browne – Mein perfekter Ehemann

„Kann ich meinem Ehemann wirklich trauen?

Ich nippe an meinem Kaffee, während ich den Tag plane. Mein Mann Cole ist Chirurg und hat letzte Nacht im Krankenhaus geschlafen. Also habe ich die Kinder alleine fertig gemacht, mal wieder. Aber ich will mich nicht beschweren. Ich habe ihn vom ersten Moment an geliebt, schon bevor er berühmt wurde und ständig in den Zeitungen zu sehen war.

Ich schaue auf das Familienfoto an der Küchenwand, und kann mich genau an den Tag erinnern, als es aufgenommen wurde. Mein Herz war mir vor Angst fast aus der Brust gesprungen, aber für meine Kinder hatte ich ein falsches Lächeln aufgesetzt.

Mein Handy vibriert und ich werfe einen abwesenden Blick auf das Display. Nichts hätte mich auf die anonyme Nachricht vorbereiten können. Dein Mann will dich umbringen …

Ihr denkt vielleicht, ihr wüsstet genau, wie diese Geschichte jetzt endet. Aber da liegt ihr falsch. Denn Cole ist nicht die gefährlichste Person in unserer Familie …“

Autorin: Sheryl Browne
Titel: Mein perfekter Ehemann
Übersetzung: Johanna Wais
Genre: Psychothriller
Erscheinungsdatum: 17. März 2026
Verlag: Bookouture
Preis: 4,99€ (E-Book)

Meine Meinung:

In „Mein liebevoller Ehemann“ lernen wir Maddie und Cole kennen, die eine Ehe führen, die nach außen hin zunächst perfekt wirkt. Liebevoll, stabil, fast schon beneidenswert, doch hinter dieser Fassade brodelt es gewaltig. Geheimnisse, Misstrauen und unterschwellige Spannungen ziehen sich durch den Alltag von Cole und Maddie und wir können schnell erahnen, dass hier nichts so harmonisch ist, wie es scheint. Selbst ihre Teenietochter Ellie spürt, dass es zwischen den beiden kriselt. Als Maddie dann noch anonyme Nachrichten bekommt, dass Cole sie betrügt, sieht sie ihre insgeheime Befürchtung bestätigt…

Der Einstieg in die Geschichte gestaltet sich eher zäh. Die Handlung nimmt sich viel Zeit, um die Figuren und ihre Beziehungen aufzubauen, was leider dazu führt, dass lange kaum Spannung aufkommt. Gerade für einen Thriller fühlt sich das Tempo über weite Strecken deutlich zu langsam an. Es wird viel erklärt, statt dass man als Leserin einfach mitgenommen wird.

Hinzu kommen Charaktere, die es einem nicht gerade leicht machen. Eigentlich alle Figuren wirken anstrengend und teilweise irrational in ihren Entscheidungen, wodurch ich emotional eher auf Distanz geblieben bin. Statt mitzufiebern, war ich oft eher genervt von ihrem Verhalten.

Erst im späteren Verlauf zieht die Geschichte etwas an und entwickelt mehr Thriller-Vibes, aber der Weg dorthin ist recht lang. Die Twists sind solide, aber nicht wirklich unvorhersehbar, zumindest wenn man öfter im Genre unterwegs ist. Insgesamt bleibt das Buch damit eher im Mittelfeld und kann sich nicht wirklich von ähnlichen Geschichten abheben. Schade, denn die Werke der Autorin scheinen allgemein recht beliebt zu sein und ich war auf mein erstes Buch von ihr sehr gespannt. Vielleicht habe ich einfach ein eins erwischt, das nicht meinem Geschmack entsprochen hat und ich habe beim nächsten Versuch mehr Glück.

Unterm Strich ist „Mein liebevoller Ehemann“ ein solider Psychothriller mit interessanten Ansätzen rund um toxische Beziehungsgeflechte und Geheimnisse, der aber unter seinem langsamen Aufbau und wenig greifbaren Charakteren leidet und mir damit auch eher mäßigen Thrill beschert hat.

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