[Rezension] Richard Laymon – Die Insel

„Nach der Explosion ihrer Jacht finden sich acht junge Urlauber auf einer einsamen Südseeinsel wieder, weitab von jeder Zivilisation. Was als Abenteuer beginnt – früher oder später wird sie ja bestimmt jemand retten, denken sie –, entwickelt sich jedoch zu einem Albtraum, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint: als nämlich einer von ihnen auf bestialische Art und Weise ermordet wird und sich herausstellt, dass die Explosion der Jacht kein Unfall war …

Ein nervenzerreißendes Katz-und-Maus-Spiel von Richard Laymon, einem der meistverkauften Horror- und Thriller-Autoren unserer Zeit.“

Autor: Richard Laymon
Titel: Die Insel
Übersetzung:  Thomas A. Merk
Genre: Roman
Seitenzahl: 576
Erscheinungsdatum: 03. Juli 2006
Verlag: Heyne Hardcore
Preis: 9,99€ (Taschenbuch); 9,99€ (E-Book)

Meine Meinung:

Ich glaube es gibt zwei Sorten von Buchfans – die, die ein Buch lesen und damit war’s das & diejenigen, die geliebte Bücher auch wiederholt lesen. Ich gehöre eindeutig zur zweiten Sorte. Wenn ich etwas mag, dann bin ich sehr loyal und es kann durchaus vorkommen, dass ich ein Buch alle paar Jahre nochmal lese.

Und so kommt es, dass ich dieses Jahr nun das dritte Mal zu „Die Insel“ von Richard Laymon gegriffen habe. Hierbei schwingt sicherlich auch eine Menge Nostalgie mit, denn „Die Insel“ war tatsächlich mein allererstes Laymon-Buch, mit dem ich 2007 angefangen habe.

Ich weiß noch genau, dass ich damals fassungslos und entsetzt war. Wer bitte kommt auf solche Ideen? Und so saß ich vor dem Buch und habe die Geschichte kopfschüttelnd in einem Stück weggelesen. Für mich war das damals etwas ganz neues und verrücktes. Heute kenne ich leider schon so ziemlich jede Geschichte von Laymon. Man weiß nun, was einen erwartet und ist nicht mehr and so entsetzt wie damals, doch ich werde diese Begeisterung niemals vergessen. Seine Bücher haben einfach allesamt eine richtige Sogwirkung auf mich.

„Die Insel“ spaltet übrigens auch die Gemüter. Selbst unter Laymon-Fans kenne ich einige Stimmen, die das Buch als sein schlechtestes bezeichnen. Ich persönlich finde, dass „Die Insel“ zu seinen besten Werken gehört, einfach weil Laymons Handschrift hier so unverkennbar ist und er es wirklich auf die Spitze treibt. Kauft man das Buch heutzutage, bekommt man übrigens eine gekürzte Version.

In „Die Insel“ begleiten wir den jungen Rupert, der eher einem frisch pubertären Jungen gleicht als einem Studienanfänger. Rupert denkt, egal wie brenzlig oder bedrohlich die Lage ist, an Sex. An Brüste oder Hintern. Wahlweise auch ein anderer nackter Streifen Haut, da ist Rupert nicht so wählerisch. Auswahl an sich hat er genug, denn er ist gleich mit mehreren, leicht bekleideten Damen auf einer Insel gestrandet, nachdem ihre Yacht aus heiterem Himmel explodiert ist. Nach und nach werden die männlichen Gruppenmitglieder bestialisch getötet, so dass Rupert mit den Frauen allein zurückbleibt. Es wird wild spekuliert, wer hinter den Morden stecken könnte, doch was dann letztlich wirklich passiert, drauf wäre wohl niemand gekommen – zumindest niemand mit Verstand.

Und genau das liebe ich so an seinen Büchern. Mit Verstand kommt man hier einfach nicht weit. Als normal denkender Mensch würde man niemals so handeln wie die Figuren im Buch. Von daher ist es das beste, man lässt sich einfach von der Geschichte mitziehen und wirft seinen Verstand einfach mal zeitweise über Bord.

Laymons Art Geschichten zu erzählen ist einfach unverkennbar. Die Charaktere sind eher oberflächlich gezeichnet. Wir haben es mit Charakteren zu tun, die nicht logisch handeln, die sogar eher verrückte Sache tun und in den blödesten Momenten zu Sexgedanken abdriften, statt sich um das Wesentliche zu kümmern. Aber eben genau das macht für mich ein guter Laymon aus! Ich möchte abstruse Geschichten und einfältige Charaktere. Und abstruser als bei „ Die Insel“ wird es einfach nicht mehr.

 

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