[Rezension] Rainer Löffler – Die Blutliste

„In einem Grab auf einem Kölner Friedhof wird die Leiche eines ermordeten, entsetzlich entstellten Mannes entdeckt. Die junge Frau, die dort eigentlich liegen sollte, ist verschwunden. Auch sie war das Opfer einer Bluttat. Fallanalytiker Martin Abel wird nach Köln beordert und vermutet einen Zusammenhang zwischen den Fällen. Er findet heraus, dass Spuren auf einen lange zurückliegenden Mord weisen – und dass der Schlüssel zur Klärung des aktuellen Falls in der Familie dieses allerersten Mordopfers liegen muss. Aber dann wird ein weiterer verstümmelter Toter in einem fremden Grab gefunden, und Abel erkennt, dass das nächste Opfer schon auf der Liste steht. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt …“

Autor: Rainer Löffler
Titel: Die Blutliste
Reihe: Martin Abel #4
Genre: Thriller
Seitenzahl: 496
Erscheinungsdatum: 26. August 2022
Verlag: Lübbe
Preis: 13,00€ (Taschenbuch); 9,99€ (E-Book)

Achtung Spoilergefahr! Zwar handelt es sich um abgeschlossene Fälle, jedoch könntet ihr euch hinsichtlich der Charakterentwicklung spoilern.

Reihenfolge:

  1. Blutsommer
  2. Blutdämmerung
  3. Der Näher
  4. Die Blutliste

Meine Meinung:

Der Friedhofswärter staunt nicht schlecht, als er in einem offenen Grab die Leiche eines brutal ermordeten Mannes entdeckt. Ermittler Martin Abel vom LKA wird zum Tatort gerufen und stellt fest, dass die eigentlich dort begrabene Leiche verschwunden ist. Besteht vielleicht ein Zusammenhang zwischen den beiden Personen? Schnell kommt der Ermittler auf eine Spur, die zu einem zurückliegenden Mord führt. Kurz danach findet sich ein zweites Mordopfer, das eindeutig vom selben Mörder getötet wurde…

Ganze 5 Jahre hat es nun gedauert bis Rainer Löffler uns endlich einen neuen Teil in der Reihe um Fallanalytiker Martin Abel präsentiert hat. Ehrlicherweise kann ich mich gar nicht mehr so genau an die anderen Teile erinnern, was ich allerdings noch weiß – sie haben mir unfassbar gut gefallen. Ich war also sehr gespannt, was uns im 4. Teil erwartet.

Die meiste Zeit lesen wir aus der Perspektive von Abel. Wir haben hier also klassische Ermittlerarbeit und begleiten den Analytiker bei seiner Arbeit. Das kann in manchen Büchern eher trocken und langatmig sein, hier fand ich es aber sehr gut umgesetzt, was sicherlich auch viel damit zusammenhängt, dass Abel grundsätzlich recht sympathisch ist. In den ersten Teilen kam er mir immer etwas mürrisch vor und ich habe ihn mir als alternden Ermittler um die 60 vorgestellt. Jetzt wirkt er irgendwie dynamischer und vor allem auch jünger. Besonders gut gefallen hat mir, dass wir endlich noch etwas mehr zu seiner Hintergrundgeschichte erfahren haben. Später im Buch wechseln wir noch zu einer anderen Perspektive und erfahren durch Rückblenden mehr über die involvierten Personen.

Zartbesaitete Leser sollten vielleicht Abstand zu diesem Buch halten, denn Löffler hat die Morde wirklich sehr detailreich und bildhaft beschrieben. Von der Brutalität her haben wir hier fast eine Stufe mit Chris Carter. Ich freue mich ja immer, wenn es so tolle Bücher auch mal aus deutscher Feder gibt.

Ich dachte zunächst relativ schnell, dass ich die Zusammenhänge der Morde entschlüsselt hatte, war allerdings nur auf dem halben richtigen Weg und die letztliche Auflösung hätte ich mir niemals erträumt. Ein kleines Manko hatte das Buch für mich – die Geschichte mit dem Wolf hätte ich nicht gebraucht, die fand ich etwas drüber. Ich weiß nicht, warum das jetzt unbedingt noch mit ins Buch musste.

Insgesamt war „Die Blutliste“ ein absolutes Highlight für mich, da es Spannung und Brutalität hatte und mich förmlich mitgerissen hat. Ich hoffe sehr, dass wir nun nicht wieder 5 Jahren warten müssen.

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