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[Rezension] Ellen Sandberg – Die Vergessenen

Autor: Ellen Sandberg
Titel: Die Vergessenen*
Genre: Roman
Seitenzahl: 512
Erscheinungsdatum: 27. Dezember 2017
Verlag: Penguin
Preis: 13,00€ (Broschiert); 9,99€ (E-Book)
*Rezensionsexemplar

Inhalt: 

„1944. Kathrin Mändler tritt eine Stelle als Krankenschwester an und meint, endlich ihren Platz im Leben gefunden zu haben. Als die junge Frau kurz darauf dem charismatischen Arzt Karl Landmann begegnet, fühlt sie sich unweigerlich zu ihm hingezogen. Zu spät merkt sie, dass Landmanns Arbeit das Leben vieler Menschen bedroht – auch ihr eigenes.

2013. In München lebt ein Mann für besondere Aufträge, Manolis Lefteris. Als er geheimnisvolle Akten aufspüren soll, die sich im Besitz einer alten Dame befinden, hält er das für reine Routine. Er ahnt nicht, dass er im Begriff ist, ein Verbrechen aufzudecken, das Generationen überdauert hat …“
(Penguin)

Meine Meinung:

Ellen Sandberg ist das Pseudonym der Autorin Inge Löhnig, die bereits mit der Kommissar Dühnfort Reihe sehr erfolgreich ist. Da sie nicht wollte, dass man mit falschen Erwartungen an ihren neuen Spannungsroman herangeht, hat sich Inge Löhnig für ein Pseudonym entschieden, was durchaus nachvollziehbar ist.

„Die Vergessenen“ spielt auf zwei Zeitebenen und wird uns aus der Perspektive von mehreren Personen geschildert. In der Gegenwart begleiten wir Journalistin Vera und Manolis, der eine Art Privatermittler ist. In der Vergangenheit, die zu Zeiten des Nationalsozialismus spielt, erfahren wir die Geschehnisse aus der Sicht von Veras Tante Kathrin. Kathrin erleidet in der Gegenwart einen Schlaganfall und durch Zufall stößt Vera auf ein Geheimnis, das sich mehr und mehr zu einer brisanten Story entwickelt. Gleichzeitig wurde Manolis beauftragt, dafür zu sorgen, dass Vera nicht auf ganz bestimmte Informationen stößt.

Zwar konnte ich mir durch den Klappentext denken, dass es sich thematisch um Nazi-Zeiten drehen würde, jedoch hat sich das gesamte Ausmaß und der Tiefgang des Buches erst im Laufe der Story gezeigt. Auch wurde mit der Vergangenheit um Manolis Familie ein weiterer kleiner Handlungsstrang eingeführt, der äußerst informativ war. „Informativ“ ist wohl ein Wort, das eigentlich für das gesamte Buch stehen kann, denn die Autorin hat zwar ein fiktives Werk geschaffen, aber dennoch ist es mit vielen geschichtlichen Informationen gespickt. Die Geschehnisse und Orte gleichen nicht zufällig tatsächlichen Ereignissen und realen Orten, man hat sich hier sehr genau an historischen Fakten orientiert.

Bei denen Charakteren fühlte ich mich etwas zwiegespalten. Reporterin Vera blieb mir etwas blass und Manolis war wieder mal der Stereotyp des gequälten Ermittlers. Tante Kathrin hingegen blieb mir bis zuletzt ein Rätsel. Doch ihr Charakter hat mir vor allem gezeigt, dass es eben nicht immer nur Schwarz oder Weiß gibt. Dass auch Menschen, die eigentlich das Richtige tun, aus unerfindlichen Gründen merkwürdige Entscheidungen treffen. Von der anfänglichen Heldin wurde Kathrin zum Häschen und die dargelegte Begründung war für mich einfach nur dämlich. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass jemand so handelt, wie sie es tat.

„Die Vergessenen“ ist mein erstes Buch der Autorin und trotz der gut 500 Seiten bin ich bemerkenswert gut durch die Story gekommen. Ich kann nicht behaupten auf irgendwelche Längen gestoßen zu sein – im Gegenteil: ich habe förmlich an diesem Buch geklebt und konnte es kaum aus den Händen legen.

Auch wenn ich ein wenig mit den Charakteren gehadert habe, ist „Die Vergessenen“ bereits jetzt ein absolutes Jahreshighlight für mich, das ich so absolut nicht erwartet habe. Mich hat das Gesamtpaket des Buches einfach so mitgerissen, dass ich nichts anderes als begeistert sein kann!

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