[Rezension] Charlotte Barnes – Mein Mann, der Mörder

„Er tötete neun Frauen. Neun, von denen wir wissen …

Serienmörder Edward sitzt seit 27 Jahren im Gefängnis – und ist nun bereit, auch jene Morde zu gestehen, die ihm nie nachgewiesen werden konnten. Aber er besteht darauf, nur mit seiner Ex-Frau Maggie zu sprechen. Nachdem diese endlich wieder ein halbwegs normales Leben führt, will sie jedoch mit Edward nichts mehr zu tun haben. Aber die Ermittler stehen unter Druck und überreden Maggie zu einem Treffen. Während ihrer Besuche redet Edward jedoch nur über ihre Ehe und ihre Söhne und lässt Maggie dabei mit mehr Fragen über die gemeinsame Vergangenheit zurück, als ihr lieb ist. Langsam dämmert ihr, dass Edwards letzte Enthüllung eine sein könnte, die sie lieber nie hören würde …“

Autorin: Charlotte Barnes
Titel: Mein Mann, der Mörder
Übersetzung: Frauke Meier
Genre: Thriller
Seitenzahl: 320
Erscheinungsdatum: 29. Juni 2026
Verlag: Lübbe
Preis: 14,00€ (Taschenbuch); 4,99€ (E-Book)

Meine Meinung:

Maggies heile Familienwelt zerbrach von einem Tag auf den anderen als ihr Ehemann Edward als Serienmörder verhaftet und verurteilt wurde. Seitdem versucht sie unter neuer Identität und möglichst viel räumlichen Abstand zu ihrer Vergangenheit ein normales Leben zu führen. Doch als Edward im Sterben liegt und ankündigt, weitere Morde gestehen zu wollen, besteht er darauf, nur mit Maggie sprechen zu wollen. Sie lässt sich widerwillig auf die Treffen ein, merkt aber schnell, dass ihr Ex etwas ganz anderes im Sinn hat, als einfach nur seine alten Verbrechen aufzuklären…

Ich habe mich richtig auf dieses Buch gefreut. Das Cover überzeugt und die Story klang für mich nach einem Psychothriller, der von den Gesprächen zwischen Maggie und ihrem Ex-Mann lebt und voller Manipulation, Überraschungen und einer angespannten Dynamik ist. Umso enttäuschter war ich, dass genau das für mich am Ende kaum stattgefunden hat.

Die Geschichte entwickelt sich insgesamt sehr langsam und man bleibt die gesamte Zeit bei Maggie als Hauptfigur. Obwohl wir sie auf jeder Seite begleiten, hatte ich nie das Gefühl, sie wirklich kennenzulernen. Sie bleibt emotional sehr verschlossen und ich hatte oft das Gefühl, nur an der Oberfläche zu kratzen. Es fiel mir schwer, eine richtige Verbindung zu ihr aufzubauen. Was mir noch schwerer fiel waren einige ihrer Entscheidungen, denn die konnte ich nicht immer nachvollziehen.

Noch mehr überrascht hat mich allerdings Edward. Gerade auf die Gespräche zwischen den beiden hatte ich mich am gefreut. Statt einer spannenden Dynamik wirkten viele Dialoge auf mich jedoch einfach merkwürdig. Irgendwie fühlte sich sein Verhalten die ganze Zeit neben der Spur an. Seine Art zu reden, sein Auftreten und die gesamte Atmosphäre der Gespräche wollten für mich einfach nicht zu dem Bild passen, das vorher von ihm gezeichnet wurde.

Was mich ebenfalls immer wieder ausgebremst hat, waren die vielen Alltagsbeschreibungen von Maggie. Vor allem ihre Leidenschaft fürs Kochen nimmt überraschend viele Seiten ein. Teilweise werden Gerichte und ihre Zubereitung sehr ausführlich beschrieben. Fand ich irgendwie nicht passend für die Story und haben die Handlung eher ausgebremst. Wirklich schade, denn der Plot hätte so viel Potenzial gehabt. Ich habe die ganze Zeit darauf gewartet, dass endlich dieser eine Moment kommt, der mich komplett überrascht oder sprachlos zurücklässt. Eine Auflösung gibt es zwar, wirklich überraschen kann man sie aber nicht nennen.

Gut gefallen hat mir der generell leichte Schreibstil, der leicht zugänglich war. Das Buch liest sich sehr flüssig, ist leicht verständlich und mit seinen 320 Seiten auch schnell gelesen. Ich war innerhalb eines Tages durch, weil sich die Seiten wirklich angenehm lesen ließen, auch wenn mich die Geschichte selbst leider nie so richtig packen konnte.

Am Ende bleibt es für mich ein Thriller mit einer richtig guten Grundidee, aus der man meiner Meinung nach deutlich mehr hätte machen können. Vor allem die Dynamik zwischen Maggie und Edward hätte viel intensiver und spannender sein können. Eine insgesamt ruhige, vorhersehbare Geschichte. Kein schlechtes Buch, aber eben auch keines, welches das Potenzial seiner Idee wirklich ausschöpft.

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert