[Rezension] E. Kennedy – Thornbird

„Nach dem Tod ihrer Gran muss die 17-jährige Ryan Shipley zu ihrer Tante in das Städtchen Starling tief in den Wäldern von Tennessee ziehen und dort die Highschool beenden. Was niemand erfahren darf, Ryan hütet ein schreckliches Geheimnis: Ihr wahrer Name ist Gabrielle Thorn, und sie ist die Tochter des »Starling Slayer«. Eines Serienmörders, der vor zehn Jahren sieben Frauen tötete, darunter Ryans Mutter. Die Leichen wurden nie gefunden. Zurück am düsteren Ort ihrer Kindheit kann Ryan ihren schlimmsten Erinnerungen nicht entkommen. Nur beim umschwärmten Quarterback Everett fühlt sie sich sicher und vergisst beinah all ihre Vorsicht. Doch wenn Ryan ihre finstere Vergangenheit wirklich entschlüsseln will, muss sie höllisch aufpassen, wem sie vertraut …“

Autorin: E. Kennedy
Titel: Thornbird
Übersetzung:  Sabine Schilasky
Genre: Thriller
Seitenzahl: 448
Erscheinungsdatum: 22. Juli 2026
Verlag: Goldmann
Preis: 17,00€ (Paperback); 14,99€ (E-Book)

Meine Meinung:

Ryan kehrt nach vielen Jahren an den Ort zurück, den sie eigentlich nie wieder betreten wollte. Als Kind musste sie ihre Heimat überstürzt verlassen, nachdem ihr Vater als berüchtigter Serienmörder enttarnt wurde und schließlich sogar ihre Mutter tötete. Seitdem lebt Ryan unter einem neuen Namen mit einer sorgfältig aufgebauten Identität, die ihre Vergangenheit für immer begraben soll.

Nach dem Tod ihrer Großmutter bleibt ihr jedoch nichts anderes übrig, als zu ihrer Tante zurückzukehren und damit genau dorthin, wo die Verbrechen ihres Vaters bis heute tiefe Spuren hinterlassen haben. Während ihr Vater in der Todeszelle auf seine Hinrichtung wartet, versucht Ryan alles, um ihre wahre Herkunft geheim zu halten. Niemand in der Stadt soll erfahren, wer sie wirklich ist. Denn der Name ihres Vaters steht noch immer für Angst, Schmerz und den Verlust zahlreicher Frauen. Doch je länger Ryan dort bleibt, desto deutlicher wird, dass jemand ganz genau weiß, wer sie ist…

Auch wenn Ryan noch zur Highschool geht und sich mit den typischen Herausforderungen ihres Alters auseinandersetzen muss, rückt dieser Aspekt für mich schnell in den Hintergrund. Sie wirkt durch ihre Vergangenheit deutlich reifer, als man es in ihrem Alter erwarten würde. Natürlich trifft sie nicht immer Entscheidungen, die aus erwachsener Sicht vollkommen nachvollziehbar sind. Das hat mich beim Lesen aber nicht gestört. Vor allem verhält sie sich nicht unnötig kindisch, sodass ich das Buch ohne Einschränkungen auch erwachsenen Leserinnen empfehlen würde.

Die Geschichte selbst behandelt ein ernstes und düsteres Thema. Die Folgen der Taten eines Serienmörders stehen dabei im Mittelpunkt sowie die Frage, welche Auswirkungen solche Verbrechen noch viele Jahre später auf die Hinterbliebenen haben. Eine kleine Liebesgeschichte ist ebenfalls Teil der Handlung, sie bleibt aber angenehm dezent und ist nicht störend.

Besonders gut gefallen haben mir die zusätzlichen Einblicke in ein Internetforum, in dem sich Menschen noch immer intensiv mit den damaligen Morden beschäftigen. Diese Abschnitte verleihen der Geschichte True Crime Vibe.

Auch der Schreibstil konnte mich überzeugen. Er ist angenehm flüssig, leicht zugänglich und verzichtet auf unnötig ausschweifende oder brutale Beschreibungen. Dadurch liest sich das Buch sehr zügig, ohne dass die ernste Atmosphäre verloren geht.

Insgesamt hat mich „Thornbird“ von der ersten bis zur letzten Seite gut unterhalten. Fast klingt es bei diesem Thema etwas seltsam, aber für mich war es tatsächlich ein kleiner Wohlfühlthriller. Ein spannendes Buch mit einer interessanten Ausgangslage, sympathischen Figuren und einer absoluten Sogwirkung.

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