[Rezension] Camilla Sten – Bachelorette Party


„Laue Sommerabende, Yoga am Strand und Quality Time mit den besten Freundinnen: Annelieses Junggesellinnenabschied auf einer abgelegenen schwedischen Schäreninsel verspricht ein traumhaftes Wochenende. Nur Journalistin Tessa läuft schon bei der Ankunft eine Gänsehaut über den Rücken, denn die Insel erinnert sie an einen Cold Case: Vier Frauen verschwanden dort vor zehn Jahren spurlos. Als das zuvor sicher vertäute Boot im offenen Meer treibt und die Gruppe somit auf der Insel gefangen ist, suchen sich lang verborgene Geheimnisse und Feindseligkeiten ihren gefährlichen Weg ans Licht. Dann wird eine der Teilnehmerinnen tot aufgefunden, und Tessa weiß: Jemand ist hier, um Rache zu üben.“

Autorin: Camilla Sten
Titel: Bachelorette Party
Übersetzung: Melike Karamustafa
Genre: Thriller
Seitenzahl: 336
Erscheinungsdatum: 16. April 2026
Verlag: dtv
Preis: 17,00€ (Taschenbuch); 4,99€ (E-Book)

Meine Meinung:

Eine Freundesgruppe von vier Frauen trifft sich regelmäßig zu gemeinsamen Ausflügen, um ihre Freundschaft trotz des stressigen Alltags aufrechtzuerhalten. Doch der letzte Ausflug auf eine kleine Insel endet damit, dass alle vier spurlos verschwinden.

Zehn Jahre später trifft Tessa sich auf eben jener Insel mit alten Schulfreundinnen, um einen Junggesellinnenabschied zu feiern. Was als ausgelassene Feier beginnt, entwickelt sich zunehmend in eine angespannte Richtung, weil alte Dynamiken, unausgesprochene Konflikte und verborgene Wahrheiten an die Oberfläche drängen. Und eigentlich ist Tessa nicht nur wegen der Feier auf der Insel, sondern möchte unbedingt das Rätsel um das verschwinden der vier Frauen lösen. Als dann eine von der Frauen tot aufgefunden wird, ahnt Tessa, dass sie der richtigen Spur folgt.

Was mich direkt gepackt hat, war das erste Kapitel. Das hatte für mich fast schon Slasher-Vibes und war so intensiv und verheißungsvoll, dass ich sofort komplett drin war. Genau so ein Einstieg sorgt dafür, dass man eigentlich gar keine Pause mehr machen will, und mit unter 400 Seiten liest sich das Buch dann auch wirklich schnell weg. Schön war auf der Aufbau  mit den zwei Zeitebenen, so dass ein regelmäßiger Wechsel der Perspektive stattgefunden hat, auch wenn wir hauptsächlich Tess in der Gegenwart begleiten.

Nach diesem starken Start nimmt sich die Geschichte erstmal etwas zurück und tastet sich eher langsam an das heran, was da eigentlich im Hintergrund brodelt. Es entsteht dieses unterschwellige Gefühl, dass etwas nicht stimmt, dass jederzeit etwas kippen könnte. Gerade auf dieser abgelegenen Insel, die natürlich noch zusätzlich von der Außenwelt abgeschnitten wird, funktioniert das Setting für mich einfach immer. Ich mag das total, wenn Figuren nirgends hin können und die Situation dadurch immer auswegloser wird.

Tessa als Hauptfigur fand ich ebenfalls interessant angelegt. Es wird relativ früh angedeutet, dass in ihrer Vergangenheit etwas Schlimmes passiert ist, ohne dass es sofort konkret benannt wird. Ich hatte dabei recht schnell eine leise Vermutung, in welche Richtung es gehen könnte, und die hat sich später auch bestätigt. Trotzdem war dieser Handlungsstrang gut aufgebaut und hat sich stimmig in die Gesamtgeschichte eingefügt.

Was mir allerdings gerade zu Beginn etwas schwergefallen ist, war die Zuordnung der Figuren. Durch die zwei Zeitlinien mit jeweils einer Gruppe von vier Frauen hatte ich anfangs ein bisschen Probleme, die Namen direkt richtig einzuordnen. Das hat sich im Verlauf zwar gelegt, aber ich finde, nicht alle Charaktere sind so klar und tief ausgearbeitet, dass sie sofort greifbar sind. Da hätte ich mir stellenweise etwas mehr Differenzierung gewünscht.

Der Weg zum Finale war für mich nicht durchgehend gleich spannend. Nach dem starken Einstieg gab es zwischendurch ruhigere Passagen, in denen eher Atmosphäre aufgebaut wurde als echte Spannung. Dafür zieht die Geschichte gegen Ende nochmal deutlich an. Besonders interessant fand ich, dass im Nachhinein einige kleine Hinweise erkennbar sind, die man beim Lesen vielleicht schon registriert, aber nicht sofort einordnen kann. Ganz überraschend war die Auflösung für mich dadurch nicht mehr, aber sie hat trotzdem funktioniert und das Gesamtbild gut abgerundet.

Für mich ist „Bachelorette Party“ ein sehr solider Thriller mit starkem Einstieg, stimmiger Atmosphäre und einem Setting, das genau meinen Geschmack trifft. Kleine Längen konnte ich gut verschmerzen, weil mich die Geschichte insgesamt gut unterhalten hat. Ich habe definitiv Lust bekommen, noch mehr von Camilla Sten zu lesen.

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