[Rezension] E.L. Chen – Slasher Summer

„Die verschlafene Stadt Cedar Lake war einst der Drehort des 80er-Jahre-Horrorfilms »Slasher«, der dieses Jahr ein großes Jubiläum feiert. Patrick lädt seine Freunde aus dem Horrorfilm-Club an die Original-Location ein, in eine Waldhütte. Seit der Schulzeit haben die sieben sich nicht mehr getroffen. Doch als die Nacht hereinbricht und der titelgebende maskierte Killer auftaucht, nimmt das Wochenende eine grausame Wendung. Er zersticht ihre Reifen, kappt die Telefonleitung – und beginnt eine gnadenlose Jagd auf sie. Versucht jemand, ihr Slasher-Erlebnis so echt wie möglich zu gestalten? Eines ist sicher: Dieses Wochenende werden sie nie vergessen – falls sie es überleben …“
Autorin: E.L. Chen
Titel: Slasher Summer
Übersetzung: Annette Hahn
Genre: Thriller, Horror, Slasher
Seitenzahl: 368
Erscheinungsdatum: 23. September 2026
Verlag: Fischer Tor
Preis: 18,00€ (Taschenbuch); 16,99€ (E-Book)
Meine Meinung:
Sieben ehemalige Freunde treffen sich nach Jahren der Entfremdung wieder. Eigentlich sollte es ein nettes Wiedersehen werden, bei dem die alten Zeiten und ihre gemeinsame Liebe für Horrorfilme im Mittelpunkt stehen sollten. Das war immer die Verbindung der Gruppe und ausgerechnet hier in ihrem Heimatort wurde DER Horrorfilm schlechthin gedreht. Doch aus dem Wiedersehen wird schnell etwas vollkommen anderes, denn plötzlich scheint jemand den kultigen Slasherfilm auf die Realität zu übertragen zu wollen…
Ich hatte mich auf „Slasher Summer“ wirklich sehr gefreut. Cover und Klappentext haben bei mir sofort genau den richtigen Nerv getroffen, denn ich liebe Slasher-Filme und alles was dazu gehört und man aus den großen Klassikern des Genres kennt. Mit entsprechend hohen Erwartungen bin ich in das Buch eingestiegen.
Und merkt man dem Buchwirklich sehr deutlich an, dass die Autorin eine Hommage an die klassischen Slasher schreiben wollte. Es werden die typischen Elemente des Genres aufgegriffen, teilweise sehr bewusst überspitzt. Auch bei den Figuren finden sich die bekannten Schubladen wieder und wir haben die gängigen Prototypen wie die Cheerleaderin, die Außenseiterin, den Sportler etc.
Leider hat sich der Einstieg für mich eher schwierig gestaltet. Durch die Größe der Freundesgruppe gibt es einige Figuren und demnach viele unterschiedliche Perspektiven, und ich hatte gerade zu Beginn wirklich Probleme, die einzelnen Personen auseinanderzuhalten. Mir fehlten teilweise klare Merkmale, die mir geholfen hätten, die Figuren schnell wieder einzuordnen. Gerade bei einer Geschichte, die so stark mit typischen Rollen aus Horrorfilmen arbeitet, hätte ich mir gewünscht, dass die einzelnen Charaktere trotzdem noch etwas stärker ihre eigene Persönlichkeit bekommen.
Dadurch hat es bei mir eine Weile gedauert, bis ich richtig in die Geschichte reingekommen bin. Ich hatte immer wieder den Gedanken, dass die Geschichte als Film vermutlich deutlich besser funktionieren würde. Im Buch muss alles über die Sprache funktionieren und irgendwie ist der Funke bei mir erstmal nicht übergesprungen. Allerdings bin ich ganz froh, dass ich am Ball geblieben bin.
Je weiter die Geschichte voranschreitet, desto besser wurde es. Irgendwann hatte ich deutlich mehr Spaß an der Geschichte und auch das Tempo hat für mich angezogen. Besonders gut gefallen hat mir dabei der Humor. „Slasher Summer“ nimmt sich grundsätzlich zwar ernst genug, um als Slasher zu funktionieren, hat aber gleichzeitig einen herrlich selbstironischen Ton. Immer wieder gibt es Situationskomik, mit der ich so gar nicht gerechnet hatte. Teilweise taucht der Humor mitten in Situationen auf, in denen man ihn eigentlich überhaupt nicht erwartet hätte.
Gerade diese Mischung aus klassischen Slasher Elementen, Horror und schwarzem Humor hat für mich am Ende wieder einiges herausgeholt. Man merkt, dass hier jemand sehr viel Freude an dem Genre und seinen Klischees hat und diese Freude kommt beim Lesen durch.
Trotzdem bleibt für mich vor allem der schwierige Einstieg im Gedächtnis. Die Grundidee hat mir ausgesprochen gut gefallen und auch die Hommage an klassische Slasher Filme mochte ich. Bei der Figurenzeichnung und der Orientierung was Beziehung innerhalb der Gruppe angeht, hatte ich dagegen lange meine Probleme. Ständig hab ich mich gefragt wer wer ist und wer mit wem gut kann.
Unterm Strich also ein Slasher, der für mich nicht ganz das geworden ist, was ich mir erhofft hatte, der aber im weiteren Verlauf deutlich mehr Spaß gemacht hat als am Anfang. Es ist natürlich eine Geschmacksfrage, ob man sich bis zu diesem Punkt überhaupt vorkämpfen möchte.
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