[Rezension] Nelle Lamarr – The Night Nanny


„Nach der Geburt ihrer Tochter ist Ava Sinclair erschöpft und fühlt sich im Stich gelassen. Ihr Ehemann Ned ist auf seine Karriere fixiert, während Ava in schlaflosen Nächten gegen die Überforderung kämpft. Dann tritt Marley in ihr Leben: eine einfühlsame Night Nanny, die genau die Hilfe verspricht, die Ava braucht. Sie kann endlich schlafen, und die kleine Isa ist bestens versorgt. Doch je besser es Ava geht, desto klarer wird, dass Marley nicht bereit ist, ihren neuen Platz in der Familie kampflos aufzugeben …“

Autorin: Nelle Lamar
Titel: The Night Nanny
Übersetzung: Wolfgang Thon
Genre: Thriller
Seitenzahl: 320
Erscheinungsdatum: 27. Oktober 2026
Verlag: HarperCollins
Preis: 17,00€ (Taschenbuch); 14,99€ (E-Book)

Meine Meinung:

Ava hat sich das Leben als frischgebackene Mutter anders vorgestellt. Der Alltag mit Baby ist anstrengend, die Nächte sind kurz und auch in ihrer Ehe läuft längst nicht alles so, wie es sollte. Ihr Mann Ned scheint wenig Verständnis für ihre Situation aufzubringen und ist generell nicht sehr hilfreich, sodass Ava zunehmend an ihre Grenzen gerät. Und so scheint mit Marley, der neuen Night Nanny, endlich Entlastung in Sicht. Sie kümmert sich um das Baby und verschafft Ava die dringend benötigte Ruhe. Doch schon bald nimmt alles eine Richtung, mit der sie vielleicht nicht gerechnet hat…

Wer glaubt, schon früh zu wissen, wohin sich die Geschichte entwickelt, sollte sich nicht zu sicher sein. Denn auch wenn man eine bestimmte Richtung bereits erahnt, hält die Handlung noch die eine oder andere Überraschung bereit.

Und ich sage euch eins. Die Figuren haben mich teilweise so unfassbar aufgeregt, das muss doch einfach pure Absicht der Autorin sein. Allen voran Avas Mann, der frischgebackene Daddy, den ich schon längst sonst wohin geschickt hätte. Aber fast noch schlimmer fand ich, wie Ava sein Verhalten immer wieder relativiert hat. Ich war beim Lesen wirklich kurz davor, an die Decke zu gehen.

Aber wisst ihr was? Genau das mag ich an solchen Büchern. Wenn mich Figuren mit ihrem Verhalten dermaßen aufregen, fesselt mich das oft umso mehr. In diesem Fall hat Nelle Lamarr also ziemlich viel richtig gemacht.

Auch die Handlung an sich hat mir gut gefallen. Anfangs dachte ich wie gesagt, ich hätte alles schnell durchschaut, aber so einfach macht es einem die Autorin dann eben doch nicht. Es gibt einige Wendungen, und gerade wenn man glaubt den Durchblick zu haben, wird noch einmal nachgelegt. Deshalb lasst euch auf die Handlung ein und glaubt nicht, schon alles zu wissen.

Vom Unterhaltungsfaktor her hat mich „The Night Nanny“ ein wenig an die Bücher von Freida McFadden oder Nicola Sanders erinnert. Die Kapitel sind angenehm kurz, enden mit kleinen Cliffhangern und verleiten dadurch ständig zum Weiterlesen. Dazu kommen Figuren, die nicht unbedingt für ihre rationalen Entscheidungen bekannt sind und manchmal Dinge einfach hinnehmen, bei denen man selbst nur ungläubig den Kopf schütteln kann.

Für mich ist das eine absolute Popcorn-Lektüre. Nichts Hochtrabendes, sondern ein Thriller, der vor allem unterhalten soll und genau das bei mir geschafft hat. Wer es liebt, sich beim Lesen über Figuren aufzuregen, die sich unmöglich verhalten und dabei auch noch herrliche Klischees bedienen, sollte sich „The Night Nanny“ definitiv näher anschauen. Ich hatte jedenfalls meinen Spaß damit!

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