[Rezension] Tobias Bukkehave – Der Prätorianer


„Schnee und eisige Kälte haben sich über die Stadt gelegt, als Kriminalkommissarin Sara Levin und ihr Partner Janus West zu einem schaurigen Tatort gerufen werden. Ein junger Mann wurde ermordet aufgefunden und seine Leiche auf besondere Weise inszeniert: Im Schein hunderter Kerzen sind die Augen des Opfers mit antiken Goldmünzen bedeckt und lateinische Inschriften in seine Haut geritzt, während eine feine Schicht Eiskristalle den Körper bedeckt. Diese bizarre Entdeckung entpuppt sich als der erste einer Reihe brutaler Ritualmorde.

Dieser Killer hat seinen Opfern ein ganz besonderes Schicksal zugedacht …

Auf der Jagd nach einem offenbar von der Antike besessenen Killer kontaktieren die beiden Ermittler Saras Bruder Adam, einen auf Serienverbrechen spezialisierten Profiler. Einst standen sich die Geschwister nahe, doch seit der Verurteilung ihres Vaters Christian Levin wegen Mordes haben sie sich entfremdet. Als sich herausstellt, dass die beiden Goldmünzen ausgerechnet Christian Levin zu gehören scheinen, droht der Fall zu Saras persönlicher Zerreißprobe zu werden.

Zwischen Licht und Dunkelheit lauert das Böse

Um die Ermittlungen voranzutreiben, muss Sara tief in die düstere Vergangenheit ihrer Familie eintauchen und sich schließlich ihren dunkelsten Dämonen stellen.“

Autor: Tobias Bukkehave
Titel: Der Prätorianer
Reihe: Sara Levin & Janus West #1
Übersetzung: Knut Krüger & Thomas Altefrohne
Genre: Thriller
Seitenzahl: 416
Erscheinungsdatum: 20. August 2026, Ebook
Verlag: dtv
Preis: 17,00€ (Taschenbuch); 4,99€ (E-Book)

Meine Meinung:

In Kopenhagen wird die Leiche eines jungen Mannes gefunden. Der Tatort wirkt wie eine bizarre Inszenierung, dazu ist der Körper von einer feinen Schicht Eiskristalle bedeckt. Für Kriminalkommissarin Sara Levin und ihren Partner Janus West ist schnell klar, dass sie es hier nicht mit einem gewöhnlichen Mord zu tun haben. Denn der Tote bleibt nicht das einzige Opfer.

Die Ermittlungen führen Sara und Janus auf die Spur eines Killers, der offenbar eine ganz eigene Verbindung zur Antike hat und seine Opfer nach einem bestimmten Muster inszeniert. Um mehr über die Hintergründe der ungewöhnlichen Mordserie herauszufinden, ziehen die beiden Saras Bruder Adam hinzu, der als Profiler arbeitet und ist auf Serienverbrechen spezialisiert ist. Für Sara ist die Zusammenarbeit mit ihrem Bruder allerdings alles andere als einfach. Die beiden waren sich früher sehr nah, haben sich jedoch voneinander entfernt, seit ihr Vater Christian wegen Mordes verurteilt wurde und im Gefängnis sitzt. Als sich herausstellt, dass ausgerechnet die bei den Opfern gefundenen Goldmünzen aus dem Besitz von Christian Levin stammen, bekommt der Fall für Sara eine ganz persönliche Bedeutung…

Tobias Bukkehave war mir bisher völlig unbekannt. Sein erstes Buch ist mir allerdings sofort ins Auge gestochen. Das Cover hat mich direkt angesprochen und auch der Klappentext klang ziemlich genau nach der Art Thriller, die ich gerne lese. Bei nordischen Thrillern habe ich nur manchmal das Problem, dass sie mir zu trocken sind. Ich mag das skandinavische Setting grundsätzlich sehr gerne, aber manche Bücher sind für meinen Geschmack zu nüchtern.

Der Einstieg in das Buch hat mir richtig gut gefallen. Schon der erste Tatort macht neugierig und vor allem auch die Inszenierung. Der Fall selbst entwickelt sich zu etwas, das deutlich größer ist, als man zunächst vermuten könnte. Hier wurde sich wirklich einiges ausgedacht und gerade die Vorstellungen des Täters und die Welt, in der er sich bewegt, fand ich interessant. Es ist kein Fall, bei dem man irgendwann das Gefühl bekommt, dass hier einfach irgendein Motiv für eine Mordserie gesucht wurde. Hinter den Verbrechen steckt ein ziemlich großes Konstrukt und ich habe mich tatsächlich mehr als einmal gefragt, wie man auf so eine Idee kommt.

Allerdings ist “Der Prätorianer” definitiv nichts für zarte Seelen. Die Morde sind teilweise sehr brutal und werden auch entsprechend beschrieben. Zwar ist man nicht bei jeder Tat unmittelbar dabei, aber die Beschreibungen der Tatorte und das, was man im Nachhinein über die Opfer erfährt, sind teilweise schon ziemlich heftig. Gerade gegen Ende wird es dann im Showdown noch einmal deutlich gewaltvoller.

Bei den Figuren bin ich leider noch nicht ganz so emotional involviert. Sara Levin und Janus West sind für mich ein Ermittlerduo, bei dem ich durchaus das Gefühl habe, dass da noch einiges kommen kann. Auch Saras Bruder Adam ist interessant, gerade durch die gemeinsame Familiengeschichte der Geschwister. Wirklich stark herausgearbeitet waren die Figuren für mich allerdings noch nicht. Dafür brauche ich vermutlich noch etwas mehr Zeit mit ihnen. Sie haben mich aber definitiv neugierig genug gemacht.

Nun ist “Der Prätorianer” der Auftakt einer Reihe und das wusste ich vor dem Lesen tatsächlich gar nicht. Umso schöner fand ich die Erkenntnis am Ende. Vor allem die Familiengeschichte rund um die Geschwister und ihren Vater scheint mir noch längst nicht auserzählt zu sein. Bisher bekommt man davon nur so viel mit, dass man neugierig wird, aber gleichzeitig noch viele Fragen offen sind. Der Einstieg ist definitiv gelungen.

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