[Rezension] T. Kingfisher – Was in der Tiefe lauert (Alex Easton #3)

„Eigentlich hat Alex Easton nicht die geringste Lust, nach Amerika zu reisen – schon gar nicht in ein stillgelegtes Kohlenbergwerk in West Virginia, in dem es angeblich nicht mit rechten Dingen zugeht.
Doch als Dr. Denton um Hilfe bittet, seinen verschwundenen Cousin aufzuspüren – der ausgerechnet in ebenjenem Bergwerk spurlos verschwunden ist –, bleibt Easton als Eidsoldat nichts anderes übrig, als dem alten Freund zur Hilfe zu eilen …“

Autorin: T. Kingfisher
Titel: Was in der Tiefe lauert
Reihe: Alex Easton #3
Übersetzung: Elena Helfrecht, Aimeé De Bruyn Ouboter
Genre: Horror, Mystery, Dark Fantasy
Seitenzahl: 208
Erscheinungsdatum: 14. Oktober 2026
Verlag: Cross Cult
Preis: 20,00€ (Gebunden); 14,99€ (E-Book)

Reihenfolge:

  1. Was die Toten bewegt (Rezension)
  2. Was die Nacht verschweigt (Rezension)
  3. Was in der Tiefe lauert

Meine Meinung:

Alex Easton hat eigentlich wenig Lust, nach Amerika zu reisen. Doch als der befreundete Arzt Dr. Denton um Hilfe bittet, weiß Alex, dass es ernst sein muss. Sein Cousin Oscar ist während einer Erkundungstour in einem stillgelegten Kohlenbergwerk verschwunden und angeblich soll es dort nicht mit rechten Dingen zugehen. Easton eilt also zur Hilfe und macht sich gemeinsam mit Angus auf den Weg. Doch noch weiß keiner was in den Tiefen der Mine lauert…

Ich habe mich schon richtig auf den dritten Teil gefreut, denn von den ersten beiden Bänden war ich ausgesprochen begeistert. Da in jedem Buch ein anderes mysteriöses Phänomen im Mittelpunkt steht, war ich natürlich gespannt, wohin uns Kingfisher diesmal führt. Anhand des Klappentextes konnte ich mir überhaupt nicht vorstellen, was mich erwartet. Und eines kann ich schon verraten. Mit dieser Richtung hätte ich im Leben nicht gerechnet. Es hat mir richtig, richtig gut gefallen!

Ich mag die Figuren in der Reihe auch einfach unheimlich gern und war sofort wieder mitten in der Geschichte, obwohl der zweite Teil inzwischen zwei Jahre zurückliegt. Ich habe wirklich schnell wieder in diese Welt zurückgefunden. T. Kingfisher hat mit Gallazien ein so überzeugendes fiktives Land geschaffen, dass ich beim ersten Band tatsächlich gegoogelt habe, ob es das nicht doch irgendwo gibt. Ich war mir ernsthaft unsicher, ob dieses Land einfach komplett an mir vorbeigegangen war oder ob ich gerade einen geografischen Blackout hatte. Die Eigenheiten, die Menschen und vor allem die Sprache sind so glaubwürdig ausgearbeitet, dass sich Gallazien einfach so echt anfühlt. Und ich mag auch den Humor von Alex einfach richtig gerne, selbst in echt schlechten Situationen kommt da manchmal ein sehr bissiger Humor durch.

Auch diesmal hat mich T. Kingfisher mit dem mysteriösen Phänomen, dem Alex und Angus auf den Grund gehen müssen, völlig überrascht. Besonders die Szenen in der Mine haben es mir angetan. Ich saß beim Lesen förmlich auf der äußersten Couchkante und wollte unbedingt wissen, was dort unten vor sich geht. Die Atmosphäre ist unheimlich und bedrückend, und die Beklemmung war für mich regelrecht greifbar.

Enge Schächte und Höhlen sind ohnehin überhaupt nichts für mich. Ich schaue zwar auch gerne Horrorfilme, in denen Menschen durch enge Gänge kriechen müssen, aber allein bei der Vorstellung sträubt sich in mir alles. Ich würde mich niemals freiwillig in so einen Schacht begeben. Umso beeindruckender fand ich es, wie gut Kingfisher dieses Gefühl allein mit Worten vermitteln konnte.

Interessant fand ich außerdem die Informationen rund um die Arbeit unter Tage. Man erfährt beispielsweise, worauf in einem Kohlenbergwerk geachtet werden muss und weshalb man nicht einfach ein Feuerzeug anzünden sollte, ohne sich Gedanken über mögliche Gefahren zu machen. Ich liebe es, wenn ich aus einem Buch unverhofft etwas lerne, womit ich vorher überhaupt nicht gerechnet hätte. Auch diesmal bin ich mit dem Gefühl aus der Geschichte gegangen, ein bisschen schlauer geworden zu sein.

Für mich war „Was in der Tiefe lauert“ wieder eine große Freude. Kingfisher hat mich mit einer Geschichte überrascht, deren Richtung ich überhaupt nicht vorhersehen konnte, und gleichzeitig hat sie mir einmal mehr gezeigt, wie gern ich mich in dieser Welt aufhalte. Ich hoffe sehr, dass ich noch weitere Abenteuer mit Alex Easton erleben darf.

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