[Rezension] Solveig-Marie Kastner – Summer Heat

„Mia und Yanis, die einander in einer Ferienanlage an der Algarve begegnen, sind sich sicher, dass dort zwischen atemberaubenden Stränden, rauen Wellen und hoch aufragenden Klippen der Sommer ihres Lebens auf sie wartet. Im exklusiven Platô Beach Resort, das auf einem Plateau an der Steilküste liegt, finden Urlaubsgäste tagsüber Ruhe und Entspannung, während die milden Nächte durchgetanzt werden – das Resort veranstaltet luxuriöse Partys, während derer der Champagner in Strömen fließt. Für Mia und Yanis, die für eine Saison zum Arbeiten an die Algarve gekommen sind, ist das eine ganz neue Welt. Vom ersten Moment an sind beide wie elektrisiert, sie Animateurin, er Barkeeper, und es dauert keine Woche, bis sie sich näherkommen. Dass Mia aus einem bestimmten Grund an die Algarve gekommen ist, ahnt Yanis nicht. Nach einer Weile macht beiden die bedrückende Atmosphäre des Resorts zu schaffen und verwandelt ihre anfängliche Zuneigung in tiefes Misstrauen. Irgendetwas stimmt an diesem Ort nicht. Über den Sommer reiht sich ein seltsames Ereignis ans andere. Und als eine Leiche in der Bucht angespült wird, müssen die beiden sich fragen, ob der jeweils andere wirklich der Mensch ist, für den er sich ausgegeben hat…“

Autorin: Solveig-Marie Kastner
Titel: Summer Heat
Genre: Thriller
Seitenzahl: 496
Erscheinungsdatum: 30. April 2026
Verlag: Ullstein
Preis: 16,99€ (Paperback); 12,99€ (E-Book)

Meine Meinung:

Mia tritt ihren neuen Job in einem luxuriösen Sommerresort an, das mit Sonne, Leichtigkeit und perfekter Urlaubsstimmung lockt. Für sie ist es die Chance auf einen Neuanfang fernab ihres bisherigen Lebens. Vor Ort lernt sie Yanis kennen, der schon länger Teil des Teams ist und sich scheinbar mühelos in die Abläufe und das künstlich erschaffene Paradies eingefügt hat. Während Mia noch versucht, sich zurechtzufinden und ihren Platz zu behaupten, hat sie ein Auge auf Yanis geworfen. Doch je länger Mia im Resort bleibt, desto mehr beginnt die glänzende Fassade zu bröckeln. Hinter dem Dauerlächeln und den perfekt inszenierten Abläufen zeigen sich erste Risse. Mitarbeitende verhalten sich teilweise seltsam und viele Situationen wirken irritierend und zunehmend bedrückend. Schritt für Schritt kippt die Stimmung und aus der anfänglichen Leichtigkeit wird eine spürbare Beklemmung, die sich durch das gesamte Resort zieht…

Der Thriller ist in vier Teile gegliedert, die auch entsprechend gekennzeichnet sind. Diese Struktur hat sich mir jedoch nicht erschlossen. Zu Beginn hatte ich den Eindruck, dass die vier Teile klare Abgrenzungen der verschiedenen Perspektiven bilden könnten. Tatsächlich wird die Geschichte aber unabhängig von dieser Einteilung aus mehreren POVs erzählt. Im Mittelpunkt stehen Mia und Yanis, später kommen noch weitere Perspektiven hinzu. Die Wechsel finden dabei auch innerhalb der einzelnen Teile statt, sodass ich keinen echten Mehrwert in dieser Unterteilung gesehen habe. Die unterschiedlichen Wahrnehmungen von Mia und Yanis fand ich dennoch interessant, weil sie zeigen, wie verschieden ein und dieselbe Situation interpretiert werden kann.

Atmosphärisch hat das Buch seine starken Momente. Dieses Gefühl, dass die anfängliche Sommerleichtigkeit nach und nach bröckelt und sich eine unterschwellige Anspannung ausbreitet, ist gut eingefangen. Man merkt deutlich, wie die Figuren zunehmend unter Druck geraten und wie das künstliche Dauerlächeln im Resort zur Belastung wird. Besonders gut gefallen hat mir auch die Kulisse. Das Setting mit der sommerlichen Atmosphäre und dem Portugal Flair sorgt für ein stimmiges Gesamtbild und passt gut zu einem Thriller dieser Art.

Was mich allerdings gestört hat, ist der offizielle Klappentext. Er liest sich zwar spannend, nimmt aber meiner Meinung nach zu viel vorweg. Einige Sachen, die dort drin stehen, treten erst sehr spät im Buch auf. Ein weiteres Problem waren für mich die Nebenfiguren. Viele von ihnen wirken eher wie Statisten, ohne wirklich zur Geschichte beizutragen. Das macht es etwas unruhig, weil zwar viele Personen auftauchen, aber nur wenige davon ausgearbeitet sind.

Leider ist auch die Spannungskurve eher flach. Über lange Strecken passiert mir einfach zu wenig. Es wird immer wieder etwas angedeutet, ohne konkret zu werden, was das Ganze unnötig in die Länge zieht. Die Auflösung wiederum wirkte nicht ganz stimmig im Vergleich zum restlichen Erzähltempo und ehrlich gesagt einfach völlig deplatziert. Einfach komplett aus dem Nichts konstruiert.

Insgesamt hatte „Summer Heat“ eine interessante Grundidee und eine beklemmende Atmosphäre, konnte mich erzählerisch aber nicht überzeugen. Vor allem der Mangel an durchgehender Spannung und das unausgewogene Tempo haben dafür gesorgt, dass mich der Thriller nicht richtig packen konnte.

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