[Rezension] Neal Shusterman – Game Changer

„Stell Dir vor, du könntest die Welt verändern … Welche Entscheidung triffst Du?

Ash ist ein weißer, heterosexueller cis-Junge aus der Mittelschicht. Er hält sich selbst für einen guten Kerl, aber nicht gerade für den Mittelpunkt des Universums. Bis er eines Freitags in eine andere Dimension katapultiert wird, in der er genau das ist – der Mittelpunkt des Universums! Damit verfügt ausgerechnet Ash nun über die Macht, die Welt zu verändern. Doch irgendetwas geht schief, und Ash führt – aus Versehen – die Rassentrennung wieder ein. Natürlich will er das wieder geradebiegen, aber: Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, alles falsch zu machen.“

Autorin: Neal Shusterman
Titel: Game Changer
Übersetzung: Kristian Lutze, Andreas Helweg, Pauline Kurbasik
Genre: Roman, Jugendroman
Seitenzahl: 416
Erscheinungsdatum: 13. Oktober 2021
Verlag: Fischer Sauerländer
Preis: 18,00€ (Gebunden); 14,99€ (E-Book)

Meine Meinung:

Auch wenn ich selbst dem Jugendalter schon etwas entwachsen bin, so lese ich dennoch gerne Jugendbücher. Nicht mehr ganz so viele wie früher, aber dennoch gehören sie mit zu meinen meistgelesenen Genres. Lediglich meine Auswahl ist etwas gewählter, so dass ich nicht mehr blind zugreife. Hier gibt es nur wenige Ausnahmen bis dato – und dazu gehört Neal Shusterman. Bisher waren alle seine Bücher ein Erfolg für mich, so dass ich hier mit blindem Vertrauen zugreife und mich auch dieses Mal auf sein neuestes Werk gefreut habe.

“Game Changer“ erzählt von Ash, der so in ziemlich allen Belangen sehr durchschnittlich ist – kein Draufgänger, aber auch kein graues Mäuschen. Bis zu einem Zwischenfall bei einem Footballspiel, nach dem irgendetwas anders ist. Ash erkennt schnell, dass er offenbar unbewusst eine neue und vor allem andersartige Dimension erschaffen hat. Nachdem Ash begriffen hat, dass er die Macht hat, die Welt zu verändern, möchte er sie eigentlich nur etwas verbessern – was jedoch ungeahnte Folgen hat, denn er führt aus Versehen die Rassentrennung wieder ein…

Ich bin wieder mal sehr erstaunt darüber, dass der Autor es jedes Mal aufs Neue schafft, eine coole Idee aus dem Hut zu zaubern. Auch dieses Mal ist das Hauptthema des Buches mit sehr aktuellen Themen verwoben. Ich hatte ein wenig das Gefühl, dass Shusterman hier besonders viele zeitgemäße, aber auch zeitlose Themen einbringen wollte. Sexismus, Gendern, Homosexualität, Rassismus, toxische Beziehungen, Drogen, Tod und Trauer – all das und noch viel mehr hat der Autor in die verschiedenen Dimensionen eingewebt. Selbst Corona ist als ganz kleines Randthema dabei. Nun könnte man aufgrund der Fülle meinen, dass das etwas zu voll und aufgesetzt wirkt, aber Shusterman hat alles wirklich sehr passend eingebunden. Er hatte ja aber auch genug Platz in all seinen Dimension.

Ich fand unsere Hauptfigur Ash sehr angenehm. Man merkt jedoch, dass er eindeutig darauf ausgelegt ist, im Laufe der Geschichte etwas mehr zur Selbstreflexion zu finden. Die Entwicklung war vielleicht etwas zu glatt, aber man wollte wohl einen betont woken Menschen.

“Game Changer“ ist insgesamt wieder ein wirklich tolles und gelungenes Buch, das sicherlich nicht nur etwas für die Jugend ist, sondern altersunabhängig funktioniert. Ich freue mich auf Shustermans weitere Werke!

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