[Rezension] Karin Slaughter – Die falsche Zeugin

“Anwältin Leigh musste schon immer härter kämpfen als andere. Denn ihre Kindheit war geprägt von Gewalt und wurde vor Jahrzehnten durch ein brutales Verbrechen abrupt beendet. Seitdem sucht sie Schutz hinter der unauffälligen Fassade ihres gutbürgerlichen Lebens. Bis sie den Auftrag bekommt, die Verteidigung eines mutmaßlichen Vergewaltigers zu übernehmen. Der Fall könnte Leighs Karriere einen mächtigen Schub verpassen. Doch als sie dem Angeklagten gegenübersteht, wird ihr klar, warum er ausgerechnet sie als seine Anwältin auserkoren hat. Sie kennt ihn. Und er kennt sie. Und er weiß genau, wovor Leigh seit zwanzig Jahren davonläuft.”

Autorin: Karin Slaughter
Titel: Die falsche Zeugin
Übersetzung: Fred Kinzel
Genre: Thriller
Seitenzahl: 592
Erscheinungsdatum: 23. November 2021
Verlag: HarperCollins
Preis: 22,00€ (Gebunden); 16,99€ (E-Book)

Meine Meinung:

Leigh hat sich seit ihrer Kindheit durchbeißen müssen. Kein liebevolles Elternhaus, Armut und Gewalt – und doch hat Leigh es geschafft, eine angesehene Anwältin zu werden. Nun soll sie die Verteidigung eines Mannes übernehmen, der wegen Vergewaltigung vor Gericht muss. Der Angeklagte ist ein namenhafter, reicher Mann der Gegend und Leigh ist verwundert warum ausgerechnet sie angefordert wurde. Doch als sie das erste Mal auf den Angeklagten trifft, wird es ihr schlagartig bewusst – denn Leigh kennt den Mann, und fürchtet nun, dass ein lang gehütetes Geheimnis ans Licht kommt…

Karin Slaughter ist quasi ein Garant für tolle, spannende Stories. Schon seit Jahren greife ich gerne zu Geschichten der Autorin und auch wenn nicht jedes Buch mich umgehauen hat, so war doch jedes absolut lesenswert. Slaughter schafft es jedes Mal eine fesselnde Story mit interessanten Charakteren zu verbinden und schreckt auch nicht vor expliziter Gewalt zurück.

Hauptsächlich begleiten wir Leigh, die sich hochgearbeitet hat und nun Anwältin ist. Mit ihrem Noch-Ehemann versteht sie sich gut und beide kümmern sich um die gemeinsame Tochter im Teenageralter. Durch Rückblicke erfahren wir immer mehr aus Leighs Leben und ihrer Kindheit. “Die falsche Zeugin” hat außerdem mit Abstand den spannendsten und fesselndsten Prolog, den ich seit Langem gelesen habe. Dadurch startet das Buch gleich mit einem richtig großen Knall und ich war umso gespannter, was die Story noch bereit hält. Interessant war außerdem die Tatsache, dass die Corona Pandemie am Rande mit thematisiert wurde. Es war nicht super aufdringlich, aber die Charaktere lebten bemerkbar in einem Alltag, der eben durch Corona geprägt war.

Man sollte tatsächlich nicht allzu zart besaitet sein, denn in “Die falsche Zeugin” geht es um durchaus heikle Themen. Auch das Thema Drogenabhängigkeit fand ich hier gut platziert. Normalerweise bin ich kein großer Fan von dem Thema in Büchern, aber hier fand ich es sehr passend, gut erläutert und auch mit direktem Zusammenhang. Ich würde gerne noch so viel mehr zur Story sagen, aber ich möchte keinem Leser etwas vorwegnehmen, was der Klappentext nicht schon sowieso sagt.

Insgesamt war “Die falsche Zeugin” ein wirklich toller Thriller, der einen guten Spagat zwischen Spannung, brisanten Themen und einer Prise Gewalt geschafft hat. Das Buch ist nicht nur was für Slaughter Fans, sondern für alle Liebhaber von Thrillern.

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