[Rezension] Josi Wismar – Dead Air

„Vier Jahre nach dem mysteriösen Verschwinden des Weltbestsellerautors Adam Ashwood will der erfolgreiche True-Crime-Podcast Dead Air den Fall endlich aufklären. Dafür lädt Podcast-Host Sophie zu einem exklusiven Live-Event ein: ein Wochenende in einem abgelegenen Bergchalet am Eibsee. Unter den Gästen ist auch YouTuberin Mara, die bekannt dafür ist, Frauen eine Stimme zu geben, die von der Gesellschaft vergessen wurden. Gleich in der ersten Folge wird enthüllt: Es gibt ein unveröffentlichtes Manuskript von Adam Ashwood. Und genau das könnte den alles entscheidenden Hinweis liefern, nach dem die Öffentlichkeit seit Jahren sucht. Während das Publikum im Livestream miträtselt, spürt Mara, dass jemand im Chalet mehr weiß, als er zugibt. Mit jedem neuen Hinweis wachsen die Spannungen zwischen den Anwesenden, und eine Frage steht immer mehr im Fokus: Wem kann man eigentlich noch trauen? Denn jemand hat kein Interesse daran, den Fall von damals zu lösen. Jemand will Rache. Um jeden Preis.“
Autorin: Josi Wismar
Titel: Dead Air
Genre: Thriller
Seitenzahl: 384
Erscheinungsdatum: 16. September 2026
Verlag: Heyne
Preis: 17,00€ (Paperback); 13,99€ (E-Book)
Meine Meinung:
Vier Jahre ist es her, dass der gefeierte Bestsellerautor Adam Ashwood spurlos verschwunden ist. Sein Fall gibt bis heute Rätsel auf und genau das will der True-Crime-Podcast „Dead Air“ nun ändern. Podcast-Host Sophie lädt zu einem besonderen Live-Event in ein abgelegenes Bergchalet am Eibsee. Gemeinsam mit verschiedenen Gästen soll dort vor laufenden Kameras der Fall neu aufgerollt werden. Mit dabei ist die YouTuberin Mara, die sich vor allem für die Geschichten von Frauen einsetzt, die von der Gesellschaft übersehen werden. Und gleich zu Beginn des Events gibt es eine neue Spur! Adam Ashwood soll ein bislang unveröffentlichtes Manuskript hinterlassen haben.
Während das Publikum den Livestream verfolgt und gemeinsam mit den Anwesenden versucht, die Hinweise zu entschlüsseln, wird schnell klar, dass jeder im Chalet seine eigenen Geheimnisse hat. Zwischen den Gästen entstehen Spannungen und Mara bekommt zunehmend das Gefühl, dass einige von ihnen mehr über Adam Ashwood wissen, als sie zugeben…
„Dead Air“ hatte für mich schon vor dem Erscheinen einen enormen Sog. Die Autorin Josi Wismar hat im Vorfeld unglaublich viel dafür getan, dass man dieses Buch unbedingt lesen wollte. Sie hat nicht einfach nur immer wieder ihren Thriller beworben, sondern ihre Leserinnen und Leser regelrecht durch den gesamten Entstehungs- und Veröffentlichungsprozess mitgenommen. Dadurch entstand eine Nähe, die ich in dieser Form bei anderen Autorinnen bisher selten erlebt habe. Und natürlich hat das bei mir funktioniert. Ich war wahnsinnig gespannt auf ihren ersten Thriller und entsprechend hoch waren meine Erwartungen.
Die Grundidee fand ich dann auch richtig stark. Ein ungelöster Fall, Podcast Elemente mag ich sowieso, ein abgelegenes Chalet und ein Manuskript, das möglicherweise Antworten auf die entscheidende Frage liefert, sind einfach eine verdammt gute Ausgangslage. Dazu kommt eine Atmosphäre, die mir über weite Strecken wirklich Spaß gemacht hat. Man merkt dem Buch an, dass Josi Wismar selbst sehr tief in der Internet- und BookTok-Welt steckt, was immer wieder in Nuancen in die Geschichte einfließt.
Besonders gut gefallen hat mir dabei die Sprache. Die Figuren unterhalten sich tatsächlich so, wie Menschen das in dem Alter nunmal tun und in den entsprechenden Bubbles verkehren. Das klingt vielleicht nach einer Kleinigkeit, war aber total gewinnbringend für die Atmosphäre des Buches.
Schwieriger wurde es für mich mit dem Fortschreiten der Story. Durch die verschiedenen Figuren, Perspektiven und Handlungsebenen wird die Geschichte stellenweise ziemlich verworren. Grundsätzlich mag ich es sehr, wenn ein Thriller mit unterschiedlichen Ebenen arbeitet und mich zum Miträtseln bringt. Nur irgendwie hat es hier bei mir leider keine Sogwirkung entfalten können.
Ein bisschen Schwierigkeiten hatte ich auch mit den Personen. Dabei war ihre Zeichnung anfangs durchaus prägnant und ich war zuversichtlich, sie gut voneinander unterscheiden zu können. Im Laufe der Handlung hatte ich aber zunehmend das Gefühl, dass sie mir eher entgleiten, statt dass ich sie immer besser kennenlerne. Gerade bei einer Geschichte, die so stark von den Geheimnissen und Motiven ihrer Figuren lebt, sind diese natürlich enorm wichtig.
Und wahrscheinlich ist diese Kombination am Ende auch der Grund, warum mich die Geschichte am Ende nicht ganz so stark gepackt hat, wie ich es mir gewünscht hätte. Die Idee klingt für mich immer noch großartig und ich wollte definitiv wissen, wie alles ausgeht. Trotzdem war ich emotional nicht so involviert, wie ich es bei diesem vielversprechenden Setting und nach dem ganzen Hype mir gewünscht hätte. Mir hat ein wenig der Thrill gefehlt oder zumindest hätte ich mir mehr innere Anspannung gewünscht.
„Dead Air“ ist für mich deshalb ein Thriller mit einer richtig guten Idee, einer gelungenen Atmosphäre und einer Sprache, die sich angenehm echt anfühlt, mich am Ende aber leider nicht wie gewünscht mitreißen konnte. Ich hatte Spaß mit dem Buch und wollte wissen, wie es ausgeht, aber der große Sog, den ich mir erhofft hatte, blieb für mich leider aus.
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