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[Rezension] Jenny Blackhurst – Das Böse in deinen Augen

Autor: Jenny Blackhurst
Titel: Das Böse in deinen Augen*
Genre: Psychothriller
Seitenzahl: 431
Erscheinungsdatum: 27. April 2018
Verlag: Bastei Lübbe
Preis: 11,00€ (Taschenbuch); 8,99€ (E-Book)
*Rezensionsexemplar

Inhalt: 

„Niemand hat Angst vor einem kleinen Mädchen, oder doch?

Als die Kinderpsychologin Imogen Reid den Fall der elfjährigen Ellie Atkinson übernimmt, weigert sie sich, den seltsamen Gerüchten um das Mädchen zu glauben. Ellie sei gefährlich, so heißt es. Wenn sie wütend wird, passieren schreckliche Dinge. Imogen hingegen sieht nur ein zutiefst verstörtes Kind, das seine Familie bei einem Brand verloren hat und ihre Hilfe benötigt. Doch je näher sie Ellie kommt, desto merkwürdiger erscheint ihr das Mädchen. Dann erleidet auch Imogen einen schrecklichen Verlust – und sie fürchtet, dass es ein Fehler war, Ellie zu vertrauen …”
(Bastei Lübbe)

Meine Meinung:

Imogen zieht mit ihrem Mann zurück in ihre Heimatstadt, mit der sie nicht viele gute Erinnerungen verbindet. Dort nimmt sie einen neuen Job im Bereich der Kinderhilfe bei einem Sozialdienst an. Ihre Vorgängerin hat unter recht nebulösen Umstanden gekündigt und Imogen übernimmt nun ihre Fälle. Unter anderem muss sich Imogen nun um den Fall der 11jährigen Ellie kümmern. Ellie ist momentan bei einer Pflegefamilie untergebracht, jedoch häufen sich merkwürdige Begebenheiten, die jedes Mal mit Ellie in Verbindung gebracht werden. Bald tuschelt man in der gesamten Gemeinde, dass Ellie eine Hexe sei, denn jedem der das kleine Mädchen verärgert, passiert anschließend etwas schlimmes. Doch ist wirklich etwas dran an den Gerüchten oder wird hier fälschlicherweise eine Hexenjagd betrieben?

“Das Böse in deinen Augen” wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, die meiste Zeit jedoch verfolgen wir Imogen, die Sozialarbeiterin, die sich mit Ellie befassen soll. Für Imogen ist zunächst klar, dass das Mädchen stets falsch bezichtigt wird und hat dementsprechend viel Mitleid mit Ellie, wodurch sich beide recht gut annähern. Für alle Vorfälle findet Imogen ganz logische Erklärungen und schützt das Mädchen vor den Anschuldigungen. Doch schon bald kommen auch Imogen Zweifel, denn nicht alles lässt sich so logisch erklären und die mysteriösen Umstände häufen sich. Bald versteht sie warum die ganze Stadt das Mädchen zu meiden scheint und wieso man regelrecht Angst vor ihr hat…

Durch den flüssigen Schreibstil der Autorin haben wir hier eine recht packende Story bekommen, die sich von Kapitel zu Kapitel zuspitzt. Bald schon wird der Spannungsbogen durch einen Mord weiter angeheizt, denn wie so alles im Buch, geschieht dieser unter recht mysteriösen Umständen. Durch die wechselnden Perspektiven ist es der Autorin sehr gut gelungen, den Leser stets ein wenig im Dunklen tappen zu lassen.

Ebenso werden unsere beiden Hauptcharaktere, Imogen und Ellie, nur stückchenweise besser beleuchtet. Bei Ellie fand ich dies der Rolle entsprechend sehr passend. Bei Imogen hingegen, war ich nach einer Weile etwas genervt von der stetigen Anspielung auf ihr dunkles Geheimnis in der Vergangenheit. Auch fand ich viele ihrer Entscheidungen im Sinne ihrer Professionalität als Psychologin oder Sozialarbeiterin recht fragwürdig. Man merkt deutlich, dass Imogen mehr von ihrer emotionalen Seite gesteuert wird, als dass sie sich mal rational mit den Dingen beschäftigt.

Das Gruselige und Schaurige, das von Ellie ausgehen sollte, habe ich nicht ganz so immens gespürt, konnte es aber ansatzweise nachvollziehen. Für mich kam auch recht schnell eine Assoziation zu “Carrie” von Stephen King auf, hier finden sich schon einige Parallelen. Ich glaube diese Assoziation ist aber durchaus gewollt von der Autorin, da “Carrie” sogar scherzhaft im Verlauf der Story erwähnt wird.

Von einem “Psychothriller” würde ich übrigens nicht wirklich sprechen. Ja, es war spannungsgeladen, aber wirklich psycho war es nicht. Dafür war die kleine Ellie einfach immer noch zu sympathisch. Mit ein paar Abstrichen war “Das Böse in deinen Augen” für mich also trotzdem lesenswert.

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