[Rezension] Ivar Leon Menger – Als das Böse kam

“Sie leben in völliger Isolation tief in den Wäldern einer kleinen Insel: Mutter, Vater und zwei heranwachsende Kinder in einer Blockhütte, das Festland ist in der Ferne kaum sichtbar. Die 16-jährige Juno und ihr Bruder verbringen die Zeit mit Fischfang, Kuchenbacken und sonntäglichen Gesellschaftsspielen. Und in ständiger Angst. Denn schon auf der anderen Uferseite lauert das Böse. Fremde können jederzeit auftauchen. Und die wollen Rache nehmen für etwas, das der Vater ihnen vor langer Zeit angetan haben soll. Die Fremden werden kommen, um die ganze Familie auszulöschen. Aus diesem Grund hat der Vater einen geheimen Schutzraum gegraben. Dort können sie sich sicher fühlen. Noch …”

Autor: Ivar Leon Menger
Titel: Als das Böse kam
Genre: Thriller
Seitenzahl: 320
Erscheinungsdatum: 20. Juli 2022
Verlag: dtv
Preis: 15,95€ (Taschenbuch); 12,99€ (E-Book)

Meine Meinung:

Eine abgelegene Insel mitten in unbekannten Wäldern – hier lebt Juno mit ihren Eltern und ihrem jüngeren Bruder Boy. Die Tage erscheinen zunächst unbeschwert: die Kinder vertreiben sich die Zeit mit Angeln, Brettspielen und Backen. Doch jeden Tag begleitet sie die Angst. Angst vor dem Unbekannten da Draußen und Angst davor, von anderen entdeckt zu werden. Die Kinder müssen sich pedantisch an alle Regeln halten, denn ihnen wurde eingetrichtert, dass sie die Familie sonst großer Gefahr aussetzen. Die heranwachsende Juno hinterfragt mit zunehmendem Alter jedoch immer mehr diese beschränkenden Regeln und wird neugierig was auf der anderen Seite des Ufers wohl liegen mag…

„Als das Böse kam“ ist das erste Buch, das ich von Ivar Leon Mengers lese. Unbekannt ist mir der Autor jedoch nicht, denn ich bin schon seit Jahren ein großer Fan seiner Hörspiele bei Audible. Gerade Monster 1983 habe ich sogar schon mehrfach durchgehört! Umso gespannter war ich, ob mich der Autor auch mit seinem geschriebenen Wort so mitreißen kann.

Eines war die Geschichte jedenfalls tatsächlich: mitreißend. Wir lesen aus der Perspektive von Juno, die im Teenageralter ist, aber irgendwie noch recht kindlich wirkt. Im Laufe der Story wird auch klar warum, denn die Familie lebt in der Tat völlig abgeschieden auf der einsamen Insel. Doch nicht nur das: die Eltern haben eine quasi völlig abgekapselte Welt erschaffen und leben auch „ihre ganz eigene Wahrheit“. Lediglich montags kommt Onkel Ole mit Vorräten auf die Insel gerudert, deswegen müssen sich die beiden Kindern an diesem Tag immer verstecken, denn Onkle Ole darf nicht wissen, dass sie existieren. Und so schwebt immer dieses Damoklesschwert der Gefahr über den Köpfen der Kinder, so dass sie sich ohne großes Murren all den Regeln beugen. Doch Juno ist nun im Teenageralter und beginnt immer mehr zu hinterfragen und spürt eine natürliche Neugier dem Unbekannten gegenüber, so dass die Katastrophe quasi vorprogrammiert ist.

Das Buch ist mit seinen gut 300 Seiten und der doch recht spannenden Geschichte schnell durchgelesen. Als erfahrener Leser hat man spätestens ab Mitte des Buches eine Ahnung in welche Richtung das ganze gehen könnte und letztlich ist es dann auch genau so gekommen, wie ich es mir gedacht habe. Alles in allem ein solides Buch, das zwar nicht das Rad neu erfunden hat, aber dennoch  fesselnd und leicht wegzulesen war.

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