[Rezension] Freida McFadden – Die Psychiaterin

„Die beiden frisch vermählten Tricia und Ethan sind auf dem Weg zur Besichtigung eines abgelegenen Anwesens, das bald ihr Zuhause sein könnte. Während Ethan voller Begeisterung ist, spürt Tricia, dass etwas nicht stimmt. Bis vor drei Jahren lebte hier noch die Psychiaterin Dr. Adrienne Hale. Ihr plötzliches Verschwinden damals ging durch die Presse. Weil ein Schneesturm die Straßen unbefahrbar macht, muss das junge Paar die Nacht im Haus verbringen. Dabei entdeckt Tricia ein verborgenes Zimmer voller Kassetten – Aufnahmen von Adriennes Patientensitzungen. Mit jeder Kassette, die sie sich anhört, wird ihr klarer, wie es zu Adriennes Verschwinden kam und dass sie selbst in tödlicher Gefahr schwebt. Denn manche Stimmen schweigen nie …“
Autorin: Freida McFadden
Titel: Die Psychiaterin
Übersetzung: Frank Dabrock
Genre: Thriller
Seitenzahl: 336
Erscheinungsdatum: 15. Juli 2026
Verlag: Heyne
Preis: 17,00€ (Paperback); 14,99€ (E-Book)
Meine Meinung:
Eigentlich wollten Tricia und ihr Mann Ethan nur ein Haus besichtigen. Als während des Termins jedoch ein heftiger Schneesturm aufzieht, bleibt ihnen keine andere Wahl, als die Nacht dort zu verbringen. Schnell finden sie raus, dass das abgelegene Haus einst der berühmten Psychiaterin Dr. Adrienne Hale gehörte, die vor einigen Jahren spurlos verschwand. Bis heute weiß niemand, was damals mit ihr geschehen ist. Während Ethan das Haus einfach richtig toll findet, wächst in Tricia das Unbehagen, aber auch die Neugier.
Parallel dazu begleiten Adrienne einige Jahre zuvor in ihrem Berufsalltag und ihrem Privatleben. Anfangs scheinen ihre Erlebnisse kaum etwas mit Trishas Geschichte zu tun zu haben. Doch je weiter beide Handlungsstränge voranschreiten, desto deutlicher wird, dass sie enger miteinander verbunden sind, als es zunächst den Anschein hat….
Freida McFadden zählt nun seit einigen Jahren zu den erfolgreichsten Autorinnen im Bereich der psychologischen Spannungsliteratur. Ihre Thriller landen regelmäßig auf den Bestsellerlisten und begeistern mit kurzen Kapiteln, einem hohen Erzähltempo und überraschenden Wendungen. Auch wenn ihre Bücher einer klar erkennbaren Handschrift folgen, gelingt es ihr immer wieder, bekannte Elemente neu zu verpacken.
Der Aufbau der Geschichte hat mir dieses Mal wieder sehr gut gefallen. Ich mag Thriller mit zwei Zeitebenen ohnehin sehr gerne und hier hat mir der Wechsel richtig gut gefallen. Während wir in der Gegenwart Tricia begleiten, die gemeinsam mit Ethan in dem eingeschneiten Haus festsitzt und immer mehr über die ehemalige Bewohnerin erfahren möchte, erleben wir parallel Adriennes Leben einige Jahre zuvor. Anfangs wirken beide Erzählstränge noch weitgehend unabhängig voneinander. Gerade dadurch macht es unglaublich viel Spaß, selbst nach Zusammenhängen zu suchen und eigene Theorien zu entwickeln.
Freida McFadden bleibt dabei auch diesmal ihrem bewährten Erfolgsrezept treu. Kurze Kapitel, ein schnörkelloser und leicht zugänglicher Schreibstil sowie eine Handlung, die ständig neue Fragen aufwirft, sorgen dafür, dass man förmlich durch die Seiten fliegt. Kaum endet ein Kapitel, möchte man sofort weiterlesen, weil wieder genau im richtigen Moment ein neuer Hinweis oder eine überraschende Erkenntnis auftaucht. Diese enorme Sogwirkung zeichnet ihre Bücher für mich jedes Mal aufs Neue aus und ist einer der Hauptgründe, warum ich so gerne zu ihren Thrillern greife.
Natürlich erkennt man auch in „Die Psychiaterin” ihre typische Handschrift wieder. Die Figuren treffen nicht immer die nachvollziehbarsten Entscheidungen und manche Entwicklungen sind durchaus zugespitzt. Gerade darüber wird bei ihren Büchern häufig diskutiert. Mich persönlich stört das allerdings kaum. Ich greife nicht zu einem Thriller von Freida McFadden, weil ich hochkomplexe Figuren oder maximale Realitätsnähe erwarte. Ich greife zu ihren Büchern, weil sie mich hervorragend unterhalten.
Besonders überzeugt haben mich dieses Mal die Plot Twists. Obwohl ich inzwischen einige Bücher der Autorin gelesen habe und ihre Erzählweise gut kenne, haben die Wendungen bei mir komplett gezündet. Ich war zwischendurch mehrfach überzeugt, genau zu wissen, wohin sich die Geschichte entwickeln würde. Tatsächlich wurde ich total überrascht und meine Theorien haben sich in Luft aufgelöst. Eine richtig tolle Auflösung mit stimmigen Abschluss.
Mit „Die Psychiaterin” ist Freida McFadden für mich einer ihrer bislang stärksten Thriller gelungen. Die beiden Zeitebenen greifen perfekt ineinander, der Spannungsbogen ist konstant und durch die kurzen Kapitel reißt das Erzähltempo nie ab. Sogar die Plot Twists konnten mich dieses Mal auf ganzer Linie überzeugen. Wer ihre bisherigen Bücher gerne gelesen hat, wird auch hier genau das finden, was ihre Thriller so erfolgreich macht.
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