[Rezension] Eliza Jabore – Killer Trail

„Verrate niemals einen Serienkiller.
Jade geht mit ihren besten Freundinnen Stef und Zoe wandern. Auf dem Bones Hollow Trail trieb früher ein Serienkiller sein Unwesen, aber der wurde längst gefasst – oder? Als Stef sich den Knöchel verletzt, bleibt den dreien nichts anderes übrig, als einen zwielichtigen Einsiedler um Hilfe zu bitten. Doch als die Situation außer Kontrolle gerät, ist der nicht das einzige Problem. Denn plötzlich sind sich die Freundinnen nicht mehr sicher, ob sie einander überhaupt trauen können. “
Autorin: Eliza Jabore
Titel: Killer Trail
Übersetzung: Dejla Jassim
Genre: Thriller
Seitenzahl: 285
Erscheinungsdatum: 17. Juni 2026
Verlag: Aufbau Taschenbuch
Preis: 15,00€ (Paperback); 4,99€ (E-Book)
Meine Meinung:
Jade freut sich auf ein gemeinsames Wanderwochenende mit ihren Freundinnen Stef und Zoe. Die drei kennen sich seit ihrer Jugend und wollen auf dem berüchtigten Bones Hollow Trail ein paar Tage dem Alltag entfliehen. Ausgerechnet dort hält sich jedoch bis heute die Legende eines Serienkillers, der einst die Gegend in Angst und Schrecken versetzte.
Als sich Stef verletzt, kippt jedoch die Stimmung zunehmend und ein seltsamer Einsiedler bietet den drei Freundinnen schließlich Unterschlupf. Alte Spannungen innerhalb der Freundschaft brechen auf und plötzlich stellt sich die Frage, ob die Gefahr wirklich von außen droht oder doch innerhalb ihres Kreises…
Mit „Killer Trail – Dreh dich nicht um“ legt Elisa Jabore ihren Debütthriller vor und entsprechend neugierig war ich auf dieses Buch.
Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive von Jade. Ergänzt wird die Handlung immer wieder durch Podcast-Elemente. Mal lesen wir tatsächliche Podcast-Ausschnitte, mal sind diese Passagen eher wie eine gedankliche Fortführung des Podcasts durch Jade selbst. Podcasts sind ja mittlerweile ein gern genutztes Thema in Thrillern und ich mag es meistens ganz gern, kommt jedoch auf die Einbettung an.
Besonders interessant fand ich die Dynamik zwischen den drei Freundinnen. Jade, Stef und Zoe verbindet eine lange gemeinsame Vergangenheit, inzwischen stehen sie jedoch kurz vor ihrem 30. Geburtstag. Genau hier liegt für mich allerdings auch einer der größten Kritikpunkte des Romans. Zwar wird ihr Alter mehrfach deutlich gemacht, viele Verhaltensweisen, Konflikte und Gespräche wirkten auf mich jedoch deutlich jünger. Ohne diese Einordnung hätte ich die Figuren stellenweise eher für Teenager gehalten. Das machte die Charaktere gelegentlich etwas anstrengend, war aber hoffentlich eher eine bewusste Entscheidung der Autorin.
Spannungstechnisch startet das Buch sehr stark. Nach einem vielversprechenden Beginn flacht die Handlung für einige Kapitel etwas ab, bevor sie ungefähr ab der Hälfte wieder deutlich anzieht. Da das Buch jedoch nicht einmal 300 Seiten umfasst, fällt dieser kleine Spannungsknick kaum ins Gewicht. „Killer Trail“ liest sich ausgesprochen flott und eignet sich hervorragend für alle, die einen Thriller suchen, den man problemlos in wenigen Lesesitzungen verschlingen kann.
Genretechnisch vereint das Buch erstaunlich viele Elemente. Es ist gleichzeitig Freundschaftsgeschichte, Camping-Abenteuer, Survival-Thriller, Serienkiller-Story und Wald-Horror. Durch das abgelegene Setting entsteht zudem immer wieder dieses Gefühl des Abgeschnittenseins von der Außenwelt. Die Mischung erinnerte mich an klassische Slasher-Filme, gleichzeitig schwingen durch die Dynamik der Freundinnen sogar leichte Coming-of-Age-Vibes mit. Diese ungewöhnliche Kombination sorgt dafür, dass die Geschichte durchgehend unterhaltsam bleibt.
Wer allerdings gerne mit den Figuren mitfiebert, sollte sich darauf einstellen, dass die drei Freundinnen nahezu jede fragwürdige Entscheidung treffen, die man in einer solchen Situation treffen kann. Mehr als einmal hätte ich sie am liebsten persönlich davon abgehalten, den nächsten offensichtlichen Fehler zu begehen. Genau dieses Verhalten verstärkte für mich jedoch den Slasher-Charakter der Geschichte zusätzlich und dürfte Fans des Genres eher gefallen als stören.
„Killer Trail“ ist ein kurzweiliger Debütthriller, der sich nicht allzu ernst nimmt und vor allem durch seine Mischung aus Waldsetting, True-Crime-Podcast, Freundschaftsdrama und Slasher-Atmosphäre punktet. Die Figuren können mit ihrer teils unreifen Art durchaus polarisieren und die Spannung hält nicht durchgehend das hohe Niveau des Einstiegs. Dank des hohen Lesetempos, der geringen Seitenzahl und des unterhaltsamen Genremixes ist das jedoch leicht zu verschmerzen. Wer klassische Horrorfilm-Vibes mag, dürfte mit diesem Thriller gut unterhalten werden.
