[Rezension] Claire Douglas – Geliebte Schwester

„Tasha und ihre Schwester Alice ähneln sich wie Zwillinge, dabei könnten sie kaum unterschiedlicher sein. Tasha ist verheiratet, hat Kinder und lebt in der Nähe ihrer Heimatstadt Bristol. Alice hingegen führt ein luxuriöses Leben, macht Karriere und reist mit ihrem Mann um die Welt. Und doch würden sie einander ihr Leben anvertrauen. Als Tasha dringend Urlaub braucht, schlägt Alice ihr einen Haustausch vor. Aber der Wechsel hat fatale Konsequenzen – Alice wird in der Nacht angegriffen und schwebt in größter Lebensgefahr. Und während Tasha um ihre Schwester bangt, fühlt sie sich in ihrem eigenen Haus nicht mehr sicher. Denn sie ahnt bereits, dass es die falsche Schwester getroffen hat …“

Autorin: Claire Douglas
Titel: Geliebte Schwester
Übersetzung: Ivana Marinović
Genre: Thriller
Seitenzahl: 416
Erscheinungsdatum: 22. April 2026
Verlag: Penguin
Preis: 16,00€ (Paperback); 13,99€ (E-Book)

Meine Meinung:

Die Schwestern Tasha und Alice sehen sich zum Verwechseln ähnlich, führen ansonsten aber vollkommen unterschiedliche Leben. Während Tasha gemeinsam mit ihrem Mann Aaron und ihren Kindern ein eher ruhiges Familienleben führt, reist Alice mit ihrem Ehemann Kyle um die Welt und scheint das deutlich aufregendere Leben zu haben. Als Alice ihrer Schwester schließlich einen Haustausch vorschlägt, damit Tasha sich eine kleine Auszeit nehmen kann, wirkt das zunächst wie eine willkommene Gelegenheit, dem Alltag für kurze Zeit zu entfliehen.

Doch während des Haustauschs wird Alice brutal angegriffen und schnell steht die Frage im Raum, ob womöglich eigentlich Tasha das Ziel des Angriffs gewesen sein könnte. Während Alice schwer verletzt im Krankenhaus liegt, beginnt Tasha zunehmend an ihrem Umfeld zu zweifeln. Gleichzeitig kommen immer mehr Geheimnisse ans Licht und nach und nach wird deutlich, dass längst nicht jeder die Wahrheit sagt…

Claire Douglas gehört für mich mittlerweile wirklich zu den Autorinnen, bei denen man eigentlich bedenkenlos zugreifen kann. Sie veröffentlicht unglaublich regelmäßig neue Thriller und auch wenn ihre Bücher für mich vielleicht nicht unbedingt absolute Jahreshighlights sind, liefern sie doch immer zuverlässig spannende und unterhaltsame Lesestunden. Ihre Geschichten sind durchweg solide aufgebaut, angenehm geschrieben und genau die Art von Thriller, die sich einfach unglaublich gut weglesen lässt. Deshalb war ich natürlich auch auf „Geliebte Schwester“ wieder sehr gespannt.

Im Mittelpunkt stehen hier vor allem Tasha und Alice, deren Verhältnis deutlich komplizierter ist, als es zunächst wirkt. Obwohl die beiden Schwestern sich äußerlich beinahe gleichen, könnten ihre Leben kaum unterschiedlicher sein und genau diese Dynamik sorgt innerhalb der Geschichte immer wieder für Spannungen. Gleichzeitig spielen auch die weiteren Figuren eine wichtige Rolle, da eigentlich jede Person irgendwie eigene Geheimnisse mit sich herumträgt oder Informationen zurückhält. Dadurch bleibt die Geschichte dauerhaft interessant und man beginnt automatisch damit, jede Figur ein wenig zu hinterfragen.

Besonders gut gefallen hat mir der Aufbau der Geschichte. Wir begleiten mehrere Charaktere und haben so verschiedene Perspektiven, die ich aber jederzeit problemlos auseinanderhalten konnte. Jede Figur hat eine eigene Stimme und eigene Besonderheiten und teilt andere Aspekte und Infos. Dadurch entsteht dieses ständige Miträtseln, weil man zwar immer wieder neue Hinweise bekommt, das Gesamtbild aber lange trotzdem nicht vollständig greifen kann.

Ich hatte beim Lesen jedenfalls mehrere unterschiedliche Theorien im Kopf, wie alles zusammenhängen könnte. Immer wieder werden kleine Details eingestreut, die einen bewusst auf falsche Fährten locken. Das war schon sehr clever gemacht und hat einfach Spaß gemacht zu verfolgen. Gleichzeitig wirkte die Auflösung am Ende aber schlüssig und nachvollziehbar.

Claire Douglas schreibt außerdem einfach unglaublich angenehm. Ihre Thriller sind nie voller Action und Schnelllebigkeit, sondern vielmehr gut durchzogen mit Atmosphäre, zwischenmenschlichen Konflikten und dieser konstant unterschwelligen Spannung. Auch „Geliebte Schwester“ hat ruhigere Passagen, blieb für mich aber durchgehend spannend und sehr flüssig zu lesen.

Insgesamt hat mir das Buch wirklich richtig gut gefallen. Es war ein clever konstruierter Thriller, der mich von Anfang bis Ende sehr gut unterhalten hat und bei dem das Miträtseln wirklich großen Spaß gemacht hat. Wer atmosphärische Thriller mit familiären Geheimnissen und vielen Wendungen mag, der wird mit diesem Buch hier nichts verkehrt machen.

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