[Rezension] Chevy Stevens – Tief in den Wäldern


„Seit Jahren verschwinden junge Frauen vom einsamen Cold Creek Highway im Nordwesten von Kanada. Das letzte Opfer ist noch nicht lange tot, der Mörder wurde nie gefunden. Nun geraten zwei gegensätzliche Frauen in sein Visier: Die toughe Hailey kennt die Wälder um Cold Creek wie ihre Westentasche. Als sie ein dunkles Geheimnis entdeckt, trifft sie eine unheilvolle Entscheidung. Ein Jahr später kommt Beth, ein Großstadtkind, nach Cold Creek – auf einer persönlichen Suche, die immer gefährlicher wird.“

Autorin: Chevy Stevens
Titel: Tief in den Wäldern
Übersetzung: Maria Poets
Genre: Thriller
Seitenzahl: 464
Erscheinungsdatum: 29. Juni 2022
Verlag: Fischer Scherz
Preis: 16,00€ (Taschenbuch); 12,99€ (E-Book)

Meine Meinung:

Der einsame Cold Creek Highway ist Schauplatz einer seit Jahren andauernden Mordserie. In regelmäßigen Abständen verschwinden junge Frauen dort auf mysteriöse Weise, um dann als Leiche irgendwo am Highway aufzutauchen. Nie gab es einen relevanten Hinweis auf den Mörder und der jüngste Fall liegt auch noch nicht lange zurück. Protagonistin Hailey lebt schon immer in der Gegend und kennt all die Gruselgeschichten rund um den Highway Killer, die vor allem jungen Frauen immer warnend erzählt werden. Doch Hailey gibt nicht viel auf diese Geschichten. Als sie eines Tages ein dunkles Geheimnis des Ortes aufdeckt, bringt sie sich selbst in Gefahr…

Chevy Stevens ist eine Autorin, die bei mir als Garant für gute Geschichten steht. Kein Buch hat mich jemals enttäuscht, wenngleich auch nicht alle Geschichten von ihr gleich stark sind. Mit „Tief in den Wäldern“ hatte sie wieder sofort meine Aufmerksamkeit, schon allein die tolle Landschaft auf dem Cover hat Lust auf eine Story in dem Setting gemacht. Die Weiten Kanadas als Kulisse eines Serienmörders, der es auf junge Frauen abgesehen hat – immer her damit!

Wie aus dem Klappentext schon hervor geht, lesen wir die Geschichte aus zwei Perspektiven. Diese erzählen jedoch nicht abwechselnd, wie wir es gewohnt sind, sondern es gibt einen deutlichen Bruch zwischen den Geschichten. Zunächst begleiten wir Hailey, die nachdem ihr alleinerziehender Vater bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist, bei ihrer Tante und ihrem Mann, dem Polizeichef Vaughn, wohnt. Vaughn ist besonders bei den Teenies des Ortes verschrien, denn er kennt keine Gnade und gilt als besonders unduldsam und streng. Unsere zweite Hauptfigur Beth hat auch einen wichtigen Bezug zum Cold Creek, denn ihre Schwester hat dort im örtlichen Diner gearbeitet. Beth bringt selbst allerlei Probleme mit. Beide Frauen sind noch sehr jung und man merkt, dass sie sich noch in ihrer Entwicklung zur Erwachsenen befinden, was dem ganzen Buch eine eher jugendliche Note gibt.

Trotzdem kommen Thrillerfans hier auf ihre Kosten, denn es sind durchaus sehr gewaltreiche und blutig beschriebene Szenen enthalten. Bereits zu Beginn wird man auf eine Fährte gelockt und man kann während des gesamten Buches schön miträtseln, ob wirklich alles so einfach ist, wie es scheint oder eben doch mehr dahinter steckt.

Insgesamt fand ich das Buch recht gelungen. Es war eindeutig nicht von der temporeichen Sorte, dennoch fand ich den Spannungsbogen gut konstruiert. Statt eines Ermittlers folgen wir den beiden Mädchen, die eben auf ihre eigene, jugendliche Art versuchen die Dinge zu lösen. Fans von Chevy Stevens und ihrer generellen Art zu schreiben, werden hier sicherlich auf ihre Kosten kommen.

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