[Rezension] C.M. Ewan – Das Ferienhaus

“Als Tom Sullivan nachts um zwei ein Fenster zerbrechen hört, werden seine schlimmsten Albträume Wirklichkeit: Jemand ist ins Haus eingedrungen und trachtet ihm und seiner Familie nach dem Leben. Sein Feriendomizil mitten im schottischen Nirgendwo, das eigentlich für ein paar Wochen zu einem beschaulichen Urlaubsort werden sollte, bietet keinen Ausweg. Eine atemberaubende Verfolgungsjagd beginnt, während der sich Tom mehr als einmal fragt, ob er denen, die ihm am nächsten sind, wirklich vertrauen kann. Seine Ehefrau Rachel beispielsweise scheint irgendetwas vor ihm zu verbergen …”

Autor: C.M. Ewan
Titel: Das Ferienhaus. Und du denkst, du bist sicher
Übersetzung: Bernd Stratthaus
Genre: Thriller
Seitenzahl: 480
Erscheinungsdatum: 11. April 2022
Verlag: Blanvalet
Preis: 15,00€ (Taschenbuch); 9,99€ (E-Book)

Meine Meinung:

Tom und seine Familie haben einiges durchgemacht. Der älteste Sohn ist vor Kurzem bei einem Autounfall verstorben und nun wurde die Familie auch noch in einer dunklen Seitengasse überfallen. Wie viel Unglück kann einer Familie bitte passieren? Da kommt es ganz gelegen, dass Toms Chef ihnen eine Auszeit in seinem abgelegenen Ferienhaus an der schottischen Küste anbietet. Doch kaum dort angekommen, stolpert die Familie schon in ihr nächstes Unglück. Mitten in der Nacht hört Tom Glas splittern und muss feststellen, dass Fremde in das Haus eingedrungen und ihnen eindeutig nicht freundlich gesinnt sind. So langsam glaubt Tom nicht mehr an zufällige Unglücksfälle, und fängt an zu ahnen, dass vielleicht doch etwas mehr hinter dem Einbruch stecken könnte…

Der Klappentext klang für mich zunächst richtig toll. Eine knackige, rasante Story, die sich auf einem relativ begrenzten Terrain bewegt – genau meins! Nun hat die Story generell eher etwas ruhiger begonnen, indem erstmal sehr viel Zeit darin investiert wurde, uns die Familie und die ganze Tragödie drumrum vorzustellen. Die Ehe von Tom und Rachel scheint unter dem Verlust des Sohnes zu zerbrechen und die pubertäre Tochter erscheint immer unerreichbarer. Die Umstände zum Tod des Sohnes sind auch eher nebulös. Hin und wieder bekommen wir kurze Einschübe aus der Vergangenheit zu lesen, die uns den letzten Tag des Sohnes näher bringen. Man könnte also schon mal vermuten, dass der Unfall vielleicht doch kein Unfall war…

Die Kulisse im Ferienhaus habe ich mir tatsächlich auch etwas spannender vorgestellt, als es dann letztlich umgesetzt war. Ich dachte an eine Art Escaperoom Kulisse, mit ganz viel Thrill auf kleinem Raum und wurde enttäuscht. Wir bewegen uns eher in einer Art Schleife, so dass die Familie von einer Bedrohung zur nächsten stolpert. Irgendwie zieht sich auch eine leichte Spur von Unglaubwürdigkeit durch das Buch, da viele Szenen einfach völlig bizarr und fernab der Realität sind. Leider sind auch die Charaktere allesamt etwas blass, und trotz der Blässe zugleich unsympathisch.

Vielleicht liest sich das alles jetzt etwas negativer als ich es letztendlich meine – grundsätzlich war das Buch ok, ein paar Unglaubwürdigkeiten kann ich vertragen. Insgesamt war es einfach nicht das, was ich erwartet habe und vom Ende möchte ich hier gar nicht erst reden – absolut unnötig und konstruiert. Grundidee toll, Umsetzung und Ende mangelhaft.

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