[Rezension] Alice Feeney – My Husband’s Wife

„Eden Fox, eine aufstrebende Künstlerin, hat eigentlich alles erreicht, was man sich wünschen kann: eine beneidenswerte Karriere, ein Mann an ihrer Seite, ein bezauberndes altes Anwesen, das sie seit Kurzem ihr Zuhause nennt. Dann kommt sie am Tag ihrer ersten großen Ausstellung vom Joggen zurück und nichts mehr ist, wie es einmal war: Der Hausschlüssel passt plötzlich nicht mehr ins Schloss. Eine fremde Frau, die ihr unheimlicherweise wie eine Doppelgängerin gleicht, öffnet die Tür. Dahinter ihr Ehemann, der behauptet, die Fremde sei seine Frau. Wer hat sich in Edens Leben gedrängt? Ihr bleibt nur wenig Zeit, die Wahrheit aufzudecken. Denn sie schwebt in höchster Gefahr.“
Autorin: Alice Feeney
Titel: My Husband‘s Wife
Übersetzung: Anke Kreutzer
Genre: Thriller
Seitenzahl: 448
Erscheinungsdatum: 14. Oktober 2026, E-Book am 1. August 2026
Verlag: Heyne
Preis: 13,00€ (Taschenbuch); 9,99€ (E-Book)
Meine Meinung:
Eden Fox hat eigentlich allen Grund, glücklich zu sein. Die Künstlerin lebt mit ihrem Mann in einem alten, wunderschönen Anwesen und steht kurz vor der Eröffnung ihrer ersten großen Ausstellung. Doch als sie eines Tages vom Joggen nach Hause kommt, passt ihr Schlüssel plötzlich nicht mehr in die Haustür. Eine fremde Frau öffnet ihr und sieht Eden verblüffend ähnlich. Noch schlimmer wird die Situation, als ihr Ehemann behauptet, diese Frau sei seine Ehefrau. Eden versteht die Welt nicht mehr. Wer ist die Frau in ihrem Haus und warum behauptet ihr Mann das?
Ich habe mittlerweile einige Bücher von Alice Feeney gelesen und mag ihre Bücher einfach. Auch „My Husband’s Wife“ wird definitiv nicht das letzte Buch von ihr gewesen sein. Ich mag ihren Schreibstil, ihre Ideen und vor allem, dass man bei ihren Büchern eigentlich nie davon ausgehen kann, schon zu wissen, wohin die Geschichte führt.
Allerdings hat Feeney auch eine Eigenart, mit der man klarkommen muss. Ihre Bücher sind teilweise sehr wendungsreich und manchmal habe ich das Gefühl, dass vor allem ganz am Ende noch eine Wendung aus dem Hut gezaubert werden muss. Das kann durchaus mal mehr Fragen aufwerfen, als es beantwortet. Bei „My Husband’s Wife“ ist genau das wieder ziemlich deutlich geworden.
Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt. Es gibt zwei Hauptperspektiven, dazu kommen weitere, die deutlich weniger Raum einnehmen. Mehr möchte ich dazu gar nicht sagen, bei manchen Büchern geht man lieber recht blind rein.
Ich hatte zwischendurch tatsächlich einen kleinen Knoten im Kopf. Ich musste an einigen Stellen wirklich zurückblättern, um noch einmal nachzulesen, ob ich etwas übersehen hatte. Teilweise hatte ich das Gefühl, dass ich mit jedem Kapitel nicht weniger, sondern erst einmal noch mehr Fragezeichen im Kopf hatte.
Das ist definitiv kein Thriller, den ich nebenbei in kleinen Häppchen lesen würde. Man sollte schon konzentriert dabei bleiben, denn sonst verliert man schnell den Überblick. Gleichzeitig machen die kurzen Kapitel das Dranbleiben aber auch sehr einfach. Fast jedes Kapitel endet mit einem kleinen Cliffhanger und durch die Perspektivwechsel möchte man natürlich schnell wissen, wie es an anderer Stelle weitergeht.
Dadurch entwickelt „My Husband’s Wife“ einen enormen Sog. Ich wollte unbedingt wissen welche Erklärung hinter dem Ganzen steckt und was als Nächstes passiert. Und obwohl ich zwischendurch wirklich verwirrt war, hatte ich trotzdem viel Spaß beim Lesen.
Was mir allerdings nicht ganz so gut gefallen hat, ist die Auflösung. Bei einem Buch, das so viele Fragen aufwirft und so viele Wendungen bereithält, müssen für mich am Ende auch möglichst viele dieser Fäden wieder sauber zusammenlaufen. Das hat für mich nicht ganz geklappt und einige Dinge wurden für mich nicht ganz schlüssig aufgelöst. Vielleicht habe ich an der einen oder anderen Stelle auch etwas übersehen oder anders interpretiert, aber bei mir bleiben eben ein paar Fragezeichen zurück.
Das ist für mich aber tatsächlich kein Grund, das Buch schlecht zu bewerten, denn insgesamt hatte ich ein richtig gutes Leseerlebnis. „My Husband’s Wife“ ist spannend, wendungsreich und definitiv anders, als ich zunächst erwartet hatte. Wer ihre Art zu schreiben mag und Spaß daran hat, sich immer wieder auf neue Fährten locken zu lassen, dürfte hier ziemlich gut aufgehoben sein. Man sollte allerdings damit rechnen, dass man zwischendurch auch mal ordentlich ins Grübeln kommt. Am Ende zählt für mich auch das Gesamtlesegefühl und das war hier einfach richtig gut. Ich hatte Spaß, ich wollte weiterlesen und genau das möchte ich von einem Thriller.
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