[Rezension] Mary Downing Hahn – Was in jenem Sommer erwachte


„Travis und seine Schwester Corey verbringen den Sommer im Gasthaus ihrer Großmutter in Vermont. Seit Jahren halten sich Gerüchte, dass es dort spukt.
Für jeden Streich zu haben, beschließen die beiden, selbst ein wenig nachzuhelfen – und lösen damit mehr aus, als ihnen lieb ist.
Sie wecken echte Geister und eine dunkle Präsenz, die bedrohlich durch die Flure streift.
Und plötzlich geht es nicht mehr um Spaß, sondern ums Überleben.
Was ist in Fox Hill wirklich geschehen? Das müssen die Geschwister herausfinden …“

Autorin: Mary Downing Hahn
Titel: Was in jenem Sommer erwachte
Übersetzung: Sylvia Pranga
Genre: Roman
Seitenzahl: 224
Erscheinungsdatum: 2. Juli 2026
Verlag: Festa
Preis: 16,99€ (Hardcover); 5,99€ (E-Book)

Meine Meinung:

Als Travis gemeinsam mit seiner Schwester Corey die Sommerferien in der Pension ihrer Großmutter verbringt, freuen sich die beiden vor allem auf einen aufregenden Sommer. Das abgelegene Haus hat den Ruf, von Geistern heimgesucht zu werden. Aus einer harmlosen Idee heraus beschließen die Geschwister, den Spukgeschichten ein wenig auf die Sprünge zu helfen. Doch schon bald häufen sich die rätselhaften Ereignisse und Travis und Corey stoßen auf Geheimnisse aus der Vergangenheit, die nie wirklich vergessen wurden…

Mary Downing Hahn gehört seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Autorinnen für Grusel und Geistergeschichten im Kinder und Jugendbuchbereich der USA. Mit zahlreichen Romanen hat sie bereits Generationen von Leserinnen begeistert und bewiesen, dass spannende Spukgeschichten ganz ohne blutige Szenen oder übertriebenen Horror funktionieren können. Ihre Bücher leben von geheimnisvollen Schauplätzen, sympathischen Figuren und einer Atmosphäre, die einen ganz unaufgeregt in ihren Bann zieht. Doch klappt das auch für Erwachsene?

Obwohl ich überwiegend Thriller, Psychothriller und gelegentlich Horror oder Mystery lese, hat mich “Was in jenem Sommer erwachte” richtig gut unterhalten. Die Geschichte nimmt sich Zeit, Travis und Corey kennenzulernen und einen langsam in das Geschehen hineinzuziehen. Es wird nie so unheimlich, dass man sich danach nicht mehr im Dunkeln auf die Toilette traut. Stattdessen entsteht eine richtig schöne Spukatmosphäre, die spannend bleibt, ohne jemals zu viel zu werden.

Besonders gelungen fand ich das Gleichgewicht zwischen den Kindern und den erwachsenen Figuren. Travis und Corey verhalten sich glaubwürdig wie Kinder und bekommen keine Eigenschaften aufgedrückt, die eigentlich eher zu Erwachsenen passen würden. Trotzdem spielen auch Erwachsene eine wichtige Rolle im Buch, sodass sich die Geschichte nie ausschließlich wie ein Kinderbuch anfühlt. Dadurch funktioniert sie meiner Meinung nach für jede Altersgruppe.

Langeweile kommt hier auch nicht auf, denn es passiert immer wieder etwas, das neugierig macht und dafür sorgt, dass man wissen möchte, welches Geheimnis hinter dem Spuk steckt. Die Spannung baut sich ganz natürlich auf und passt einfach super gut zu dieser Art von Geschichte. Auch die verschiedenen Nebenfiguren haben mir richtig gut gefallen. Manche sorgen für unheimliche oder ernste Momente, andere bringen ein bisschen Humor in die Geschichte.

Mit seinem eher geringen Umfang liest sich “Was in jenem Sommer erwachte” angenehm schnell durch. Für mich war das ein richtig schöner Spukroman mit einer gemütlichen Atmosphäre, sympathischen Figuren und genau der richtigen Portion Spannung. Wer Lust auf eine klassische Geistergeschichte hat, die sich an Kinder und Jugendliche richtet, Erwachsene aber genauso gut unterhalten kann, sollte diesem Buch auf jeden Fall eine Chance geben. Auch eingefleischte Thrillerfans dürfen diesem kleinen Spukroman ruhig eine Chance geben. Ich jedenfalls habe mich von der ersten bis zur letzten Seite bestens unterhalten gefühlt.

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