[Rezension] Camilla Läckberg – Revenge (Golden Cage #3)

„Fayes Vater ist aus dem Gefängnis geflohen. Er weiß viel über Fayes Vergangenheit und glaubt, mit ihr eine Rechnung offen zu haben. Nicht nur auf Faye selbst hat er es abgesehen – auch ihre Familie und ihr Unternehmen »Revenge« geraten in sein Visier.

Entschlossen, sich nicht einschüchtern zu lassen, versammelt Faye ihre Freundinnen um sich und bittet auch den einzigen Mann um Hilfe, dem sie noch vertraut. Gemeinsam planen sie den entscheidenden Schritt – einen letzten Akt der Rache!“

Autorin: Camilla Läckberg
Titel: Revenge
Reihe: Golden Cage
Übersetzung: Katrin Frey
Genre: Roman
Seitenzahl: 320
Erscheinungsdatum: 28. Mai 2026
Verlag: List
Preis: 18,99€ (Paperback); 14,99€ (E-Book)

Reihenfolge:

  1. Golden Cage
  2. Wings of Silver
  3. Revenge

Meine Meinung:

Endlich ist es soweit und wir können nach Jahren des Wartens den dritten und abschließenden Teil der Golden Cage Reihe lesen. Faye kehrt zurück und muss sich erneut alten Feinden, gefährlichen Machtspielen und natürlich den Schatten ihrer Vergangenheit stellen. Faya gerät in ein schlimmes Komplott und schnell wird klar, dass diesmal deutlich mehr auf dem Spiel steht als nur ihr eigenes Leben. Doch wie wir wissen ist Faye niemand, der kampflos aufgibt….

Ich muss wirklich betonen, wie wichtig es ist, die beiden vorherigen Teile zu kennen. „Revenge“ funktioniert absolut nicht als Einzelband. Die Handlung knüpft direkt an frühere Ereignisse an, viele Konflikte laufen bereits seit dem ersten Teil und auch die Figurenentwicklung lebt komplett davon, dass man Fayes bisherigen Werdegang kennt. Ohne dieses Vorwissen fehlt die Einordnung der Dynamiken, Entscheidungen und emotionalen Verstrickungen.

Was mich damals an der Reihe so überrascht hat, war vor allem, wie anders sie sich im Vergleich zu Läckbergs damals bekannter Krimireihe liest. Hätte ihr Name nicht auf dem Cover gestanden, hätte ich vermutlich niemals vermutet, dass dieselbe Autorin dahintersteckt. Die „Golden Cage“-Reihe war irgendwie glamouröser, dramatischer und extremer. Zwischen Drama, Macht, etwas Spice und jeder Menge weiblicher Wut erzählt Läckberg hier von Faye und anderen Frauen, die keine Lust mehr haben, sich von Männern kleinhalten zu lassen oder ihr Leben nach ihnen auszurichten. Ich hab die Reihe damals so, so toll gefunden.

Umso größer war leider meine Enttäuschung über „Revenge“. Ich habe die ersten beiden Teile damals direkt nach Erscheinen gelesen und sogar jetzt noch einmal rereadet, weil ich sie wirklich mochte. Gerade deshalb habe ich mich riesig auf diesen Abschlussband gefreut. Leider war das hier für mich eine komplette Katastrophe.

Viele Eigenschaften, die Faye in den ersten Büchern noch interessant oder zielstrebig wirken ließen, kippen hier für mich völlig ins Unsympathische. Besonders einige Spice Szenen waren für mich einfach nur unangenehm und teilweise regelrecht cringe. Generell fühlte sich fast die komplette Handlung konstruiert an. Probleme tauchen auf und lösen sich kurz darauf wieder wie durch Zauberhand, weil Faye natürlich bereits den nächsten perfekten Plan oder sowieso eine geniale Intuition hat. Dadurch fehlte jegliche Spannung, weil sich ohnehin alles ständig viel zu einfach fügte.

Auch einige zentrale Storylines wirkten auf mich seltsam unausgegoren. Gerade die ganze Handlung rund um den Vater als großen Gegenspieler fühlte sich für mich extrem erzwungen an und bekam für meinen Geschmack viel zu viel Gewicht, obwohl sie emotional nie wirklich richtig aufgebaut wurde. Überhaupt hatte ich oft das Gefühl, dass viele Handlungsstränge nur Mittel zum Zweck waren, um irgendwie noch einen dritten Teil zu konstruieren.

Ein kleiner Lichtblick waren für mich allerdings die Kapitel aus der Sicht einer anderen Frau, die zwischendurch eingestreut wurden. Anfangs kann man diese Perspektive nicht einordnen, aber nach und nach wird klar, wie diese Szenen mit der eigentlichen Handlung zusammenhängen, und rückblickend gehörten diese Kapitel tatsächlich fast noch zu den interessantesten Teilen des gesamten Buches.

Besonders irritierend fand ich außerdem die Gefängnis-Episode, die stellenweise eher wirkte wie eine etwas schräge Frauen-WG und weniger wie eine glaubwürdige Gefängnissituation. Vieles fühlte sich einfach seltsam unecht und überzogen an. Irgendwann hatte ich wirklich den Eindruck, als hätte man unbedingt noch einen Abschlussband liefern wollen, obwohl die Geschichte eigentlich längst erzählt war.

Der einzige wirkliche Pluspunkt war für mich erneut der Schreibstil. Das Buch liest sich extrem leicht, sehr zugänglich und flüssig, sodass ich trotz aller Kritik problemlos durch die Seiten gekommen bin. Inhaltlich konnte mich „Revenge“ allerdings leider überhaupt nicht überzeugen.

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