[Rezension] Kate Eberle – If Books Could Kill

„Roxie Mitchell liebt Liebesromane – als sicheren Ort für Herzklopfen ohne Risiko. Als sie sich im Scherz wünscht, die Heldin im nächsten Roman ihrer Lieblingsautorin zu sein, ahnt sie nicht, dass ihr Wunsch wahr wird. Mit dem charmanten Jack hat sie ein echtes Traumdate. Doch Jack ist nicht, wer er vorgibt zu sein – und Roxie muss feststellen, dass ihr unbedachter Wunsch sie in einen Thriller katapultiert hat und sie plötzlich völlig planlos um ihr Überleben kämpft. Gemeinsam mit Grant, dem schüchternen Literaturdozenten, den sie auf der Flucht trifft, muss sie irgendwie bis zum Ende des Romans überleben. Und während die Killer ihnen dicht auf der Spur sind, kommen auch Roxie und Grant sich immer näher … Ist Roxie am Ende vielleicht doch in einer Romance gelandet?“
Autorin: Kate Eberle
Titel: If Books Could Kill
Übersetzung: Katharina Naumann
Genre: Thriller RomCom
Seitenzahl: 384
Erscheinungsdatum: 28. Mai 2026
Verlag: Ullstein
Preis: 14,00€ (Paperback); 10,99€ (E-Book)
Meine Meinung:
Roxie ist passionierte Romance Leserin und mag vor allem die Bücher ihrer Lieblingsautorin Anna Matthews, deren Geschichten ihr seit Jahren als verlässlicher Rückzugsort dienen. Als Roxie eines Tages scherzhaft den Wunsch äußert, selbst einmal die Heldin in einem ihrer Romane zu sein, rechnet sie natürlich nicht damit, dass dieser Wunsch tatsächlich in Erfüllung geht.
Plötzlich findet sie sich mitten in einer Geschichte wieder, die zunächst genau das verspricht, wovon sie immer geträumt hat. Charmante Begegnungen, romantische Spannung und das Gefühl, endlich die Hauptfigur ihres eigenen Happy Ends zu sein. Doch die Idylle hält nicht lange an. Schnell wird klar, dass Anna Matthews diesmal keinen Liebesroman geschrieben hat. Statt einer romantischen Komödie steckt Roxie auf einmal mitten in einem Thriller.
Völlig überfordert mit den Regeln eines Genres, das sie kaum kennt, versucht sie verzweifelt, einen Weg aus der Geschichte zu finden. Unterstützung erhält sie von Grant, einem eher zurückhaltenden Literaturprofessor mit einer Vorliebe für Krimis. Gemeinsam geraten die beiden von einer brenzligen Situation in die nächste und müssen herausfinden, wie diese Geschichte endet, bevor sie selbst darin untergehen.
„If Books Could Kill“ ist das Debüt von Kate Eberle und dafür wurde ordentliche die Werbetrommel gerührt. Die Prämisse klingt aber auch einfach unglaublich verlockend. Eine Romance Leserin landet plötzlich selbst in einer Geschichte und stellt dann fest, dass sie diesmal nicht in einer RomCom, sondern in einem Thriller gelandet ist. Allein mit dieser Idee hatte mich das Buch sofort.
Gerade weil ich selbst überwiegend Thriller lese, gleichzeitig aber auch eine große Schwäche für klassische romantische Filmkomödien habe, war diese Kombination genau mein Beuteschema. Außerdem musste ich beim Lesen immer wieder an „A Killer Crush“ von Shailee Thompson denken, das mich Anfang des Jahres komplett begeistert hat und ebenfalls mit der Mischung aus Romance und Thriller gespielt hat. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen.
Und was war das bitte für ein cooler Einstieg in die Story! Die Grundidee ist originell und macht sofort Spaß. Wir haben einen herrlich absurden Ausgangspunkt, der erstaunlich gut funktioniert. Auch Roxie selbst mochte ich direkt. Sie wirkt sympathisch, humorvoll und bringt viel Leben in die Geschichte. Generell die Dialoge im Buch haben mir richtig gut gefallen. Die Sprache ist witzig, locker und sorgt für eine angenehm leichte Atmosphäre. Der Humor war für mich wirklich eine der größten Stärken des Romans.
Leider konnte das Buch diesen starken Einstieg nicht halten. Die Handlung hat zunehmend an Klarheit verloren und ich hatte immer wieder das Gefühl, dass der Geschichte ein wenig der rote Faden fehlt. Vieles wirkte auf mich sprunghaft und manche Sachen tauchten gefühlt plötzlich auf, ohne dass sie sich wirklich aus der Handlung ergeben hätten. Die Reise, auf die sich Roxie begibt, um ihr Problem zu lösen, fühlte sich fast schon zusammengewürfelt an. Einzelne Elemente wirkten nicht immer vollständig ausgearbeitet, wodurch es mir schwerfiel, am Ball zu bleiben.
Natürlich wollen wir auch nicht die Romantik vergessen und dafür gab es im Buch ein klassisches Love Interest. Leider konnte diese aufflammende Liebe nicht überzeugen, denn ich habe die Chemie zwischen den beiden einfach nicht gespürt. Fühlte sich eher wie ein Mittel zum Zweck an. Das Ende konnte dann noch ein wenig rausreißen, obwohl die Auflösung nicht völlig überraschend war.
Es ist ein Debüt mit einer wirklich großartigen Grundidee, mit dem Kreativität und ein gutes Gespür für Humor gezeigt wurde. Gleichzeitig merkt man dem Roman einfach an einigen Stellen an, dass es sich eben um ein Erstlingswerk handelt. Manche Handlungsstränge wirken nicht ganz ausgereift und hätten etwas mehr Feinschliff vertragen können. Trotzdem würde ich mir weitere Bücher der Autorin anschauen. Die Idee hinter diesem Roman war stark und ich kann mir gut vorstellen, dass Kate Eberle mit weiteren Veröffentlichungen noch einmal deutlich zulegen wird was ihr Können betrifft.
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