[Rezension] Kelsey Cox – Party of Liars

„Ein luxuriöses Anwesen, elegant gekleidete Gäste und Champagner auf einer mit Lichtern geschmückten Terrasse. Bei einer glanzvollen Party hoch über den Texas Hills treffen vier Frauen aufeinander, die kaum gegensätzlicher sein könnten: eine überforderte junge Mutter, eine verbitterte Ex-Frau, eine Sechzehnjährige, die mit dem Feuer spielt, und eine Nanny, die mehr weiß, als gut für sie ist. Sie alle sind an diesem Abend zusammengekommen, um Sophie Matthews‘ Geburtstag zu feiern. Doch kurz bevor die Kerzen auf der dreistöckigen Torte ausgeblasen werden, stürzt einer der Anwesenden vom Balkon – und ist sofort tot. Schnell wird klar: Jede der Frauen hat etwas zu verbergen. Würde eine von ihnen töten, damit es niemals ans Licht kommt?“
Autorin: Kelsey Cox
Titel: Party of Liars
Übersetzung: Sabine Schilasky
Genre: Thriller
Seitenzahl: 448
Erscheinungsdatum: 27. April 2026
Verlag: Lübbe
Preis: 18,00€ (Taschenbuch); 14,99€ (E-Book)
Meine Meinung:
Für ein luxuriöses Geburtstagsfest versammelt sich eine sehr gemischte Gesellschaft in einem exklusiven Anwesen. Zwischen Champagner und Small Talk treffen vier Frauen aufeinander, die mehr miteinander verbindet, als es zunächst scheint. Dani, frisch Mutter geworden, ringt mit ihren eigenen Gedanken. Kim, die Ex-Frau, bringt unausgesprochene Spannungen mit. Die junge Mikayla beobachtet aufmerksam, was um sie herum geschieht. Und Órlaith, das Kindermädchen, ist näher an den Familiengeheimnissen, als den meisten lieb ist. Und zum Ende des Abends ist Jemand tot…
Kelsey Cox war mir vor diesem Buch kein Begriff. Tatsächlich handelt es sich bei „Party of Liars“ um ihr Debüt. Entsprechend gespannt war ich auf ihren Stil und die Umsetzung der vielversprechenden Idee. Das Cover hat mich sofort angesprochen und auch der Klappentext klang genau nach der Art von Thriller, den ich gerne lese.
Erzählt wird die Geschichte aus den vier Ich-Perspektiven von Dani, Kim, Mikayla und Órlaith. Ergänzt wird das Ganze durch eine Vorher-Nachher-Struktur, die von Beginn an deutlich macht, dass etwas passieren wird und dass es eine Leiche gibt, ohne zu verraten, wen es trifft. Das hat mich in diesem Punkt an „Big Little Lies“ erinnert, weil der Plot dort auch so anfing und lange offen blieb, wer stirbt und warum. Die Perspektiven ließen sich überraschend gut auseinanderhalten, da die Figuren sehr unterschiedlich angelegt sind.
Durch die Ich-Perspektive ist man extrem nah an den Figuren dran. Man ist direkt in ihren Gedanken und bekommt alles ungefiltert mit. Genau das wurde für mich aber auch zum Problem. Streckenweise besteht das Buch fast nur endlosen Gedankengängen. Es wird sehr viel erklärt und eingeordnet, aber wenig wirklich gezeigt. Dieses dauerhafte Im-Kopf-Sein war teilweise anstrengend und hat das Tempo spürbar rausgenommen. Dazu kommt, dass gleich mehrere Figuren als unzuverlässige Erzählerinnen angelegt sind, mit Erinnerungslücken, verzerrter Wahrnehmung und Selbstzweifeln. Das verstärkt zwar die Unsicherheit, wirkt aber in der Häufung eher ermüdend.
Grundsätzlich fand ich die Idee der Geschichte wirklich gut. Allerdings passiert über eine sehr lange Strecke hinweg erstaunlich wenig. Man liest sich zwar gut durch das Buch, weil der Schreibstil an sich zugänglich ist, aber man braucht einen langen Atem, um wirklich zum Ziel zu kommen. Das Finale fand ich dann durchaus gelungen, aber im Verhältnis zur langen Hinführung war es nicht ganz so wirkungsvoll, wie es hätte sein können und stellenweise etwas zu konstruiert.
Unterm Strich ist „Party of Liars“ ein solider Thriller mit einer starken Grundidee, der aber vor allem im Mittelteil deutlich an Tempo verliert. Ich würde durchaus noch einmal etwas von der Autorin lesen, weil das Potenzial klar da ist, würde mir aber beim nächsten Mal eine straffere Umsetzung wünschen.
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