[Rezension] Nalini Singh – Wenn Liebe tötet

„Seit seine Frau Diya Teil seines Lebens ist, ist Tavish der glücklichste Mann der Welt. Seine dunkle Vergangenheit hat er hinter sich gelassen. Doch dann verbrennt sein neues Leben in Neuseeland zusammen mit dem Haus seiner wohlhabenden Schwiegereltern zu Asche. Diya liegt im Koma, der Großteil ihrer Familie ist tot.
Als die Behörden ihn verdächtigen, beginnt Tavish verzweifelt, selbst zu ermitteln. Was ist am Tag des Feuers passiert? Folgen ihm Tod und Leid, egal wohin er geht? Nur eines weiß er gewiss: Diesmal ist er unschuldig. Doch die perfekte Familie seiner Frau war nie das, was sie zu sein schien. Er ahnt nicht, welche Abgründe die Wahrheit offenbart.
Autorin: Nalini Singh
Titel: Wenn Liebe tötet
Übersetzung: Tanja Lampa
Genre: Thriller
Seitenzahl: 459
Erscheinungsdatum: 24. März 2026
Verlag: Edition M
Preis: 11,99€ (Taschenbuch); 4,49€ (E-Book)
Meine Meinung:
Tavish hat sich ein neues Leben aufgebaut. Gemeinsam mit seiner Frau Diya lebt er in Neuseeland, zusammenmit ihrer wohlhabenden Familie. Für ihn ist es mehr als nur ein Neuanfang, denn es ist die Chance, seine Vergangenheit hinter sich zu lassen und endlich anzukommen. Doch dieses scheinbar perfekte Leben endet abrupt in einem Feuer und das gesamte Anwesen der Familie brennt ab, mehrere Menschen sterben, und Diya selbst schwebt schwer verletzt zwischen Leben und Tod. Tavish war ausgerechnet dann nicht anwesend und wird so schnell zum Hauptverdächtigen. Während die Ermittlungen gegen ihn laufen, bleibt Tavish nichts anderes übrig, als selbst nach der Wahrheit zu suchen. Je tiefer er in die Strukturen der Familie eintaucht, desto deutlicher wird, dass hinter der glänzenden Fassade Konflikte, Geheimnisse und alte Verletzungen verborgen liegen…
Nalini Singh ist für mich keine Unbekannte. Kennengelernt habe ich sie vor vielen Jahren durch eine Fantasy Reihe, umso spannender finde ich es, dass sie sich auch im Thriller-Genre bewegt. Was ihre Bücher für mich besonders macht, ist die Tatsache, dass sie sich vom klassischen Einheitsbrei abheben. Geboren auf Fidschi und aufgewachsen in Neuseeland, bringt sie eine Perspektive mit, die frischen Wind in das Genre bringt. Gerade das merkt man auch hier deutlich, sowohl im Setting als auch in den dargestellten zwischenmenschlichen Dynamiken.
Mit Tavish steht hier ein männlicher Protagonist im Mittelpunkt, der von Beginn an zwischen zwei Welten steht. Einerseits der Mann, der sich ein neues, stabiles Leben aufgebaut hat, andererseits jemand, der eine Vergangenheit mit sich trägt, die ihn immer wieder einzuholen droht. Er ist emotional schwer greifbar und jemand, der nicht alles von sich preisgibt. Ich war mir lange nicht ganz sicher, wie viel man ihm wirklich glauben kann. Seine Verzweiflung, seine Suche nach der Wahrheit und sein wachsendes Misstrauen gegenüber seinem Umfeld sind dabei jedoch sehr nachvollziehbar dargestellt und tragen die Geschichte über weite Strecken.
Der Roman arbeitet mit einer Gegenwartslinie rund um Tavish und die Ermittlungen nach dem Brand, die immer wieder durch Einschübe aus der Vergangenheit unterbrochen wird. Diese bestehen aus unterschiedlichen Perspektiven, darunter auch solche mit einem eher dokumentarischen, polizeilichen Blick. Die Verknüpfung dieser Ebenen erschließt sich nicht sofort vollständig. Vielmehr setzt sich das Gesamtbild nach und nach zusammen. Einige Zusammenhänge lassen sich erahnen, andere werden erst im weiteren Verlauf klar.
Die beiden Zeitstränge laufen eher nebeneinander her, als dass sie elegant ineinander übergehen. Die Übergänge wirken stellenweise etwas holprig und nicht ganz fließend, als würde man hier zwei voneinander unabhängige Geschichten lesen. Gleichzeitig ist die Vergangenheitsebene aber essenziell für die Story, denn ohne sie würde ein großer Teil der Tiefe und der späteren Auflösung fehlen.
„Wenn Liebe tötet“ hat mir insgesamt wirklich gut gefallen. Besonders hervorheben möchte ich das Setting, denn die Beschreibungen der Landschaft und der Umgebung sind unglaublich atmosphärisch und tragen stark zur Stimmung des Buches bei. Auch das dargestellte Familiengefüge fand ich sehr interessant. Gerade die kulturellen Unterschiede und die Art, wie Beziehungen und Erwartungen innerhalb dieser Familie gelebt werden, geben der Geschichte eine besondere Note. Positiv ist mir zudem aufgefallen, dass entsprechende Begriffe und Gepflogenheiten verständlich erklärt werden.
Spannungstechnisch konnte mich das Buch ebenfalls überzeugen. Es werden viele Fragen aufgeworfen, Verdachtsmomente verschieben sich immer wieder, und ich war mir lange nicht sicher, in welche Richtung sich alles entwickelt. Meine eigenen Theorien haben sich mehrfach geändert bis zur finalen Auflösung. Ein kleiner Kritikpunkt bleibt für mich der etwas holprige Wechsel zwischen den Zeitlinien. Insgesamt ändert das aber nichts daran, dass es sich um einen fesselnden, atmosphärisch dichten Thriller handelt, der vor allem durch seine besondere Kulisse und die Figuren im Gedächtnis bleibt.
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