Monthly Archives

Mai 2018

Bücher

[Rezension] Sebastian Fitzek – Die Therapie

Autor: Sebastian Fitzek
Titel: Die Therapie
Genre: Psychothriller
Seitenzahl: 336
Erscheinungsdatum: 01. Juli 2006
Verlag: Knaur
Preis: 9,99€ (Taschenbuch); 9,99€ (E-Book)

Inhalt: 

„Keine Zeugen, keine Spuren, keine Leiche. Josy, die zwölfjährige Tochter des bekannten Psychiaters Viktor Larenz, verschwindet unter mysteriösen Umständen. Ihr Schicksal bleibt ungeklärt.
Vier Jahre später: Der trauernde Viktor hat sich in ein abgelegenes Ferienhaus zurückgezogen. Doch eine schöne Unbekannte spürt ihn dort auf. Sie wird von Wahnvorstellungen gequält. Darin erscheint ihr immer wieder ein kleines Mädchen, das ebenso spurlos verschwindet wie einst Josy. Viktor beginnt mit der Therapie, die mehr und mehr zum dramatischen Verhör wird …”
(Knaur)

Meine Meinung:

So langsam lese ich mich durch die älteren Bücher von Sebastian Fitzek, da ich seine jüngeren Werke schon kenne und meist auch recht begeistert bin. Hört man sich in gängigen Kreisen um, so wird einem immer angeraten unbedingt „Die Therapie“ lesen zu müssen, welches sein Erstlingswerk ist. Für meinen letzten Urlaub habe ich mir also „Die Therapie“ geschnappt.

Erschienen ist das Buch bereits 2006, seit dem sind viele weitere Werke von Fitzek erschienen. Und doch erkennt man bereits hier seinen unverkennbaren Schreibstil und seine ganz besonderen Eigenheiten. Denn wenn alle Fitzek Bücher eines gemein haben, dann sind es die vielen Wendungen und Twiste, die gerne eingebaut werden. Bei vielen Geschichten hat Fitzek ein Händchen dafür, wie viele überraschende Wendungen tragbar sind – und wann es eben nervig wird. Leider ist er in „Die Therapie“ etwas über das Ziel hinaus geschossen, zumindest was meinen Geschmack angeht. Die vielen Plottwists waren zum Ende hin eben etwas zu viel und gab dem ganzen einen recht konstruierten Charakter.

Trotzdem war „Die Therapie“ wieder ein absoluter Pageturner für mich. Die üblichen Cliffhanger am Ende eines jeden Kapitels hat Fitzek auch in seinem ersten Buch schon gekonnt eingesetzt, so dass man sehr rasch und zügig durch die Geschichte gleitet. Allerdings hatte ich bereits recht früh einen leisen Verdacht in welche Richtung die Story gehen könnte, da es durchaus kein neues Thema war, wenn auch interessant aufbereitet.

Nichtsdestotrotz muss ich wie immer bei Fitzek sagen, dass mich das Buch wunderbar unterhalten hat. Was diesen Punkt angeht, so hat mich noch kein Buch von ihm enttäuscht. Fitzeks Stil, insbesondere was die vielen Twists angeht, muss man wohl mögen, denn wenn nicht, könnte man hier recht schnell genervt sein. Doch wer Schockmomente mag, der sollte unbedingt mal zu einem von Fitzeks Büchern greifen!

 

Bücher

[Rezension] Corina Bomann – Die Frauen vom Löwenhof #1 – Agnetas Erbe

Autor: Corina Bomann
Titel: Die Frauen vom Löwenhof – Agnetas Erbe*
Reihe: Die Löwenhof Saga
Genre: Roman
Seitenzahl: 736
Erscheinungsdatum: 11. Mai 2018
Verlag: Ullstein
Preis: 10,00€ (Taschenbuch); 8,99€ (E-Book)
*Rezensionsexemplar

Reihenfolge:

  1. Agnetas Erbe
  2. Mathildas Geheimnis (erscheint am 07. September 2018)
  3. Solveigs Versprechen (erscheint am 02. Januar 2019)

Inhalt: 

Ein schwedisches Landgut, eine mächtige Familie, eine Frau zwischen Liebe und Pflicht: Die große Saga von Corina Bomann

Agneta kämpft mit den Tränen. Ein Telegramm hat sie nach Hause gerufen, ihr Vater ist bei einem Brand ums Leben gekommen. Dabei hatte sie sich schweren Herzen von ihrer mächtigen Familie losgesagt und in Stockholm ein freies Leben als Malerin geführt. Eine Aussöhnung schien unmöglich. Jetzt werden ihr Titel, Glanz und Vermögen zu Füßen gelegt, sie soll das Erbe ihres Vaters antreten als Gutsherrin vom Löwenhof. Ihre Wünsche und Träume sind andere, sie sehnt sich nach einem Leben an der Seite von Michael, einem aufstrebenden Anwalt. Selbstlos stellt Agneta sich der Pflicht und Familientradition. Ihr Herz jedoch kann nicht vergessen und sehnt sich nach Liebe …”
(Ullstein)

Meine Meinung:

Agneta stammt aus reichem Hause, hat sich jedoch von ihrer Familie gelöst, um unabhängig in Stockholm Kunst studieren zu können. Zwar hat sie viele schöne Erinnerungen an ihre Kindheit auf dem Löwenhof, jedoch hätte sie dort niemals ihren Traum von einem Künstlerleben verwirklichen können. Die Zeit befindet sich gerade in einem großen Umbruch – den Frauen wird mehr und mehr zugestanden, was jedoch zum größten Teil auf Unverständnis trifft. So konnten auch Agnetas Eltern nie verstehen, warum Agneta dem Leben auf dem Löwenhof den Rücken gekehrt hat. Doch nun zwingt eine traurige Nachricht Agneta nach Hause und sie sieht sich gezwungen zwischen ihrem freien Leben in Stockholm und der Bewahrung der Familientraditionen zu wählen…

“Agnetas Erbe” ist der Auftakt einer Trilogie rund um die Frauen des Löwenhofes. Traditionell wurden den Frauen des Hauses bisher keine große Rolle zugeschrieben, doch das ändert sich mit Agneta grundlegend. Agneta kam mir zunächst recht besonnen, resolut und bodenständig vor – allerdings änderte sich das im Laufe des Buches. Von einer starken Frau wechseln wir fast schon zu einer Frau, die ständig nur an die Liebe denkt und dabei leider auch recht naiv handelt. Diese Wandlung fand ich etwas schade, da eigentlich das Gegenteil passend zur ganzen Situation gewesen wäre. So bleibt mir Agneta insgesamt als eine Mischung aus stark und intelligent, naiv und kopflos im Gedächtnis.

Ich habe bewusst noch keine Familiensaga gelesen, die im Schweden um 1913 spielt. Die Frauen bekommen allmählich mehr Rechte, die Technik schreitet voran und der Krieg steht vor der Tür. Es war schön zu lesen wie diese Themen aufgegriffen und verarbeitet wurden. Auch das Setting auf dem Gutshof wurde wunderschön beschrieben und die Erzählungen zu den Festen waren voller Leben. Ich bin auch ganz froh, dass das Thema Pferde nicht so stark thematisiert wurde, denn damit kann ich so gar nichts anfangen. Ganz drum herum kommt man jedoch nicht, da der Löwenhof an der Spitze der Pferdezucht steht.

Wer aufgrund des Settings einen historischen Roman erwarten, der könnte vermutlich enttäuscht werden, denn obwohl viele historische Aspekte in die Story eingeflochten werden, so geht es hier doch vor allem um die Familie, um den Löwenhof und natürlich – um die Liebe. “Agnetas Erbe” würde ich also als eine Mischung aus Familiendrama und Romanze, mit leichter historischer Note bezeichnen.

Corina Bomanns Schreibstil hat mich auch in diesem Roman schnell verzaubert und mitgenommen, so dass ich wunderbar durch die Geschichte gekommen bin. Natürlich darf man hier keine großen Überraschungen erwarten, denn das meiste kann man sich schon im Vorfeld erahnen. Trotzdem hat mir das Buch wirklich gut gefallen und ich freue mich auf die kommenden zwei Fortsetzungen. Offenbar werden diese aus der Sicht von anderen Frauen erzählt, so viel lässt jedenfalls der jeweilige Titel erahnen.

Bücher

[Rezension] Kathy Reichs – Blutschatten (Sunday Night #1)

Autor: Kathy Reichs
Titel: Blutschatten*
Reihe: Sunday Night #1
Genre: Thriller
Seitenzahl: 400
Erscheinungsdatum: 05. März 2018
Verlag: Blessing
Preis: 20,00€ (Gebunden); 15,99€ (E-Book)
*Rezensionsexemplar

Inhalt: 

„Kann eine Frau mit einer gefährlichen Vergangenheit ein Mädchen ohne Zukunft retten?

Sunday Night ist eine Frau mit körperlichen Narben, seelischen Wunden – und Killerinstinkt. Jahrelang lief sie vor ihrer Vergangenheit davon und suchte sich ein Leben, in dem sie niemanden brauchte und nichts spürte. Als ein Mädchen im Chaos einer Bombenexplosion verschwindet, bittet dessen Familie Sunday um Hilfe. Und Sundays Gerechtigkeitssinn und Rachedurst werden geweckt. Ist das Mädchen tot? Hat sie jemand entführt? Falls sie noch lebt, warum kann die Polizei sie nicht aufspüren? Wenn Sunday zurück ins Leben und das verschwundene Mädchen finden will, muss sie sich jetzt endlich ihren eigenen Dämonen stellen.”
(Blessing)

Meine Meinung:

“Blutschatten” ist laut Verlag der erste Teil einer neuen Reihe von Kathy Reichs, die den meisten wohl als die Schöpferin von “Bones” bekannt ist. Mittelpunkt der neuen Reihe ist wieder eine Frau, die den seltsamen Namen Sunday Night trägt.

Gleich zu Beginn wird klar, dass Sunday Night eine sehr eigenwillige Person ist. Sie lebt sehr zurückgezogen und sie als unfreundlich zu bezeichnen, wäre wohl noch schmeichelhaft. Doch wie so oft – hinter der harten Schale steckt ein etwas weicherer Kern. Im Laufe der Story bekommt man stückchenweise Dinge aus ihrer Vergangenheit präsentiert, doch die gesamte Tragweite kommt erst zum Ende der Story heraus.

Sunday Night wurde aus dem Polizeidienst entlassen und wird nun von einer älteren Dame angeheuert ein Verbrechen zu klären, bei dem ihre Tochter und ein Enkel ums Leben gekommen sind. Nach etwas Zurückhaltung nimmt Sunday den Auftrag an und stürzt sich in ein Abenteuer, das weitaus größer ist als sie anfangs dachte.

Ich muss sagen, dass Sunday mir nicht unbedingt sympathisch war, aber sie hat durchaus was auf dem Kasten und macht ihren Job sehr gut, so dass sich anfängliche Zweifel etwas auflösten.

Dass Kathy Reichs wunderbar fesselnd und spannend schreiben, ist wohl für niemanden mehr neu. Ich mag ihren Schreibstil sehr, er hat mich wunderbar durch die Story getragen – denn so insgesamt war die Story eigentlich nicht mein Fall. Die Umsetzung etc. war wirklich gut, aber mich hat das Thema, das sich dann herauskristallisierte einfach nicht so brennend interessiert.

Für mich ist “Blutschatten” daher ein Buch, das ich zwar nicht bereue gelesen zu haben, aber ich würde es wohl nicht nochmal lesen. Dennoch würde ich die Reihe gerne weiterverfolgen, man muss ja nicht immer jeden Fall mögen.

Bücher

[Rezension] Michael Grumley – In der Tiefe (Breakthrough #2)

Autor: Michael Grumley
Titel: In der Tiefe*
Reihe: Breakthrough #2
Genre: Science-Thriller
Seitenzahl:496
Erscheinungsdatum: 12. Februar 2018
Verlag: Heyne
Preis: 12,99€ (Taschenbuch); 9,99€ (E-Book)
*Rezensionsexemplar

Reihenfolge:

  1. Breakthrough (Rezension)
  2. In der Tiefe
  3. Am Abgrund (erscheint am 10. September 2018)

Achtung! Eventuelle Spoiler, ich empfehle erst Teil 1 zu lesen.

Inhalt: 

„Die Meeresbiologin Alison Shaw hat mit ihrem Team einen unglaublichen wissenschaftlichen Durchbruch erzielt: Tiere mit menschlicher Intelligenz sind kein Märchen mehr. Sie will weiterforschen, doch dann taucht in Südamerika ein lange verschollen geglaubtes russisches U-Boot auf. Welches Geheimnis hat es vom Meeresgrund geborgen? Die Navy schickt ihre Sonderermittler John Clay und Steve Cesare, um Licht ins Dunkel zu bringen. Schon bald stoßen die beiden auf erste Ungereimtheiten, die sie nur mit Alisons Hilfe lösen können. Eine atemberaubende Jagd quer über den Globus beginnt.”
(Heyne)

Meine Meinung:

Da ich bereits vom 1. Teil “Breakthrough” so begeistert war, stand es natürlich außer Frage, dass ich auch die Fortsetzung lesen werde. Ich habe in anderen Meinungen zu dem Buch mehrfach gehört, dass man es auch unabhängig vom 1. Teil lesen könnte. Dem stimme ich nicht ganz zu, da sich doch einige Gegebenheiten auf Dinge im 1. Teil beziehen, wenngleich die Handlung des Buches eine eigene Story ist. Manche Sachen werden durchaus auch nochmal erklärt, aber für ein wirkliches Verständnis empfehle ich wirklich, die Reihe als ein Ganzes anzusehen.

Im 2. Teil treffen wir wieder auf vertraute Charaktere, wie Alison, Clay und Cesare. Bei Alison folgen wir wieder dem vertrauten Handlungsstrang um die Delfine Dirk und Sally. Besonders erfreulich fand ich, dass ich diesem Buch noch mehr Aufmerksamkeit auf die beiden gelenkt wird. Das bekannte Sprachsystem kommt wieder zum Einsatz, was ich wirklich beeindruckend finde. Als Neuerung haben wir dieses Mal noch eine weitere Frau, die das Sprachsystem auf eine Gorilladame umfunktioniert hat.

Unsere beiden Ermittler Clay und Cesare kommen natürlich auch wieder zum Einsatz. Die beiden befinden sich zu Beginn auf einer Mission, um herauszufinden, warum ein lange verschollenes U-Boot plötzlich wieder auftaucht, und vor allem warum es an einer ganz besonderen Stelle auftaucht. Hieraus ergibt eine wirklich brisante Geschichte, die man wahrlich als “Science-Thriller” bezeichnen kann.

Im ersten Teil hatte ich noch etwas Schwierigkeiten mit den Hauptpersonen, jetzt jedoch bin ich weitaus vertrauter mit ihnen. Auch wenn man natürlich noch nicht von wirklichem Tiefgang reden kann, denn für mich liegt der Fokus eindeutig auf der Story. Die Story ist auch hier wieder sehr bildgewaltig und erinnert stark an einen Hollywoodblockbuster. Nicht aufgrund von irgendwelchen Ähnlichkeiten, sondern weil ich mir die Story verfilmt einfach gigantisch vorstelle!

Die Story war für mich eine gelungene Mischung aus Wissenschaft, Abenteuer und Action. Einzig die manchmal recht langen technischen Passagen über die U-Boote und Schiffe fand ich etwas schwierig, aber vielleicht auch einfach weil mir da das technische Verständnis fehlt. Es gab keine langatmigen Actionszenen, die mich schnell mal stören können, und auch die politischen Verwicklungen waren in einem guten Verhältnis zur Story eingebaut.

Für mich ist “In der Tiefe” eine gelungene Fortsetzung des Auftakts und für mich steht fest, dass ich definitiv weiterlesen möchte. Das Ende des Buches deutet bereits an, dass uns im dritten Teil eine sehr interessante Story erwartet.

Bücher

[Rezension] A.J. Finn – The Woman in the Window. Was hat sie wirklich gesehen?

Autor: A.J. Finn
Titel: The Woman in the Window. Was hat sie wirklich gesehen?
Genre: Thriller
Seitenzahl: 544
Erscheinungsdatum: 19. März 2018
Verlag: Blanvalet
Preis: 15,00€ (Broschiert); 11,99€ (E-Book)

Inhalt: 

„Anna Fox lebt allein. Ihr schönes großes Haus in New York wirkt leer. Trotzdem verlässt sie nach einem traumatischen Erlebnis ihre vier Wände nicht mehr. Anna verbringt ihre Tage damit, mit Fremden online zu chatten, zu viel zu trinken – und ihre Nachbarn durchs Fenster zu beobachten. Bis eines Tages die Russels ins Haus gegenüber einziehen – Vater, Mutter und Sohn. Bei dem Anblick vermisst Anna mehr denn je ihr früheres Leben, vor allem, als die neue Nachbarin sie besucht. Kurze Zeit später wird sie Zeugin eines brutalen Überfalls. Sie will helfen. Doch sie traut sich nach wie vor nicht, das Haus zu verlassen. Die Panik holt sie ein. Ihr wird schwarz vor Augen. Als sie aus ihrer Ohnmacht erwacht, will ihr niemand glauben. Angeblich ist nichts passiert …”
(Blanvalet)

Meine Meinung:

Von diesem Thriller hatte ich bereits im Vorfeld sehr viel gehört. Ein gelungener Thriller, fesselnd und sehr raffiniert – und das als Debüt eines jungen Autors. Ich war also zugegebenermaßen recht neugierig auf das Buch und als es kürzlich im Kindle Deal günstig zu erwerben war, habe ich zugeschlagen. Von der Aufmachung und auch der Werbung her, musste ich sofort an andere Thriller denken und stolperte auch recht schnell über Vergleiche mit “Gone Girl” und “Girl on the Train”.

In “The Woman in the Window” geht es um die Kinderpsychologin Anna, die seit geraumer Zeit nicht mehr in der Lage ist, ihr Haus zu verlassen. Dem liegt ein traumatisches Ereignis zu Grunde, von dem wir aber nur stückweise erfahren. Ihre Tage verbringt sie mit vielen Tabletten und noch viel mehr Alkohol. Außerdem beobachtet sie sämtliche Nachbarn in ihrer Umgebung – so auch die neuen Nachbarsfamilie. Eines Tages wird Anna Zeuge von einem Blutbad gegenüber. Bei ihrem Versuch das Haus zu verlassen und der Nachbarin zu helfen, fällt Anna jedoch in Ohnmacht. Als Anna wenig später im Krankenhaus erwacht, will niemand ihr glauben, denn angeblich ist bei der Nachbarsfamilie nichts passiert…

Zu Beginn der Geschichte lernen wir zunächst Anna näher kennen, was jedoch nur bruchstückhaft passiert. Wir bekommen hier eine gebrochene Frau mit zahlreichen Problemen präsentiert, jedoch dauert es eine Weile bis man begreift was hinter ihren Problemen steckt. Anna hat kaum Kontakt zur Außenwelt, bis auf wenige Personen abgesehen, so dass sich der Kreis mit Charakteren klein hält. Alle Geschehnisse bekommen wir aus der Sicht von Anna erzählt, was sich durch die vielen Medikamente und den Alkohol als etwas problematisch herausstellt. Kann man Anna tatsächlich glauben? Viele Geschehnisse im Buch beruhen auf der Tatsache, dass Anna durch eben diese Umstände als unglaubwürdig dargestellt wird, und das ist ein Aspekt, der mich wirklich aufgeregt hat. Hier sehe ich tatsächlich Parallelen zu “Girl on the Train”, denn auch hier beruhte das Storykonzept auf dem Unglaubwürdigmachen der Frau durch Alkohol. Wie auch dort lässt sich die Umgebung von Anna recht schnell überzeugen, dass Anna durch ihre Medikamente und den Alkoholkonsum nicht glaubwürdig ist. Gäbe es diesen Aspekt nicht, gäbe es vermutlich die halbe Story nicht.

Auf knapp der ersten Hälfte des Buches passiert relativ wenig. Ich glaube der Autor, hat zunächst sehr viel Wert darauf gelegt die storypassende Atmosphäre zu schaffen und an de Glaubwürdigkeit der Protagonistin zu sägen. Nachdem das erledigt war, kam etwas Fahrt in die ganze Sache. So mysteriös und raffiniert wie angepriesen, fand ich die Story dann letztlich aber leider nicht. Der Autor hat teilweise schon recht offensichtliche Hinweise eingebaut, was bei mir zu einer Ahnung geführt hat. Trotz der Ahnung hat mich dann der große Plot dahinter überrascht, doch raffiniert würde ich das Ende nicht nennen.

Das Buch hat mir insgesamt recht gut gefallen, auch wenn es mich mit gemischten Gefühlen zurückgelassen hat. Der Schreibstil des Autoren war recht flüssig und eingängig. Trotzdem war ich mit dem Ausgang des Buches nicht ganz zufrieden und insgesamt war mir einiges zu gezwungen auf mysteriös gemacht.

Scroll Up