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Buchrezension

Bücher

[Rezension] Karen McManus – One of us is lying

Autor: Karen McManus
Titel: One Of Us Is Lying*
Seitenzahl: 448
Erscheinungsdatum: 01. Februar 2018 bzw. 26. Februar 2018 (als gebundene Ausgabe)
Verlag: cbj Jugendbücher
Preis: 18,00€ (Gebunden); 4,99€ (E-Book) – im Moment reduziert im Kindle Deal!
*Rezensionsexemplar

Inhalt: 

„Eine Highschool, ein Toter, vier Verdächtige …

An einem Nachmittag sind fünf Schüler in der Bayview High zum Nachsitzen versammelt. Bronwyn, das Superhirn auf dem Weg nach Yale, bricht niemals die Regeln. Klassenschönheit Addy ist die perfekte Homecoming-Queen. Nate hat seinen Ruf als Drogendealer weg. Cooper glänzt als Baseball-Spieler. Und Simon hat die berüchtigte Gossip-App der Schule unter seiner Kontrolle. Als Simon plötzlich zusammenbricht und kurz darauf im Krankenhaus stirbt, ermittelt die Polizei wegen Mordes. Simon wollte am Folgetag einen Skandalpost absetzen. Im Schlaglicht: Bronwyn, Addy, Nate und Cooper. Jeder der vier hat etwas zu verbergen – und damit ein Motiv…“
(cbj Jugendbücher)

Meine Meinung:

An „One of us lying“ kommt man ja im Moment kaum vorbei, da für das Buch anscheinend kräftig die Werbetrommel gerührt wurde. Ich hatte den Jugendroman bereits bei meiner Recherche zu den monatlichen Neuerscheinungen entdeckt und war generell schon mal ganz angetan vom Klappentext und Cover.

In „One of us is lying” begleiten wir 5 Schüler zum Nachsitzen, jedoch gehen danach nur 4 von ihnen nach Hause, denn ein Teenager stirbt durch ungeklärte Umstände. Schnell werden die 4 übrigen Teenies verdächtigt mit dem mysteriösen Tod des Mitschülers etwas zu tun zu haben. Alles artet zu einer Art Hetzkampagne gegen sie aus, wobei auch nicht vor dem Waschen schmutziger Wäsche zurückgeschreckt wird.

Generell konnte ich nicht entdecken, dass „One of us is lying“ einem Genre zugeordnet wurde, ich würde sagen, dass es sich um einen Jugendroman mit Thrillerelementen handelt. Das Ganze ist generell ein ziemlicher Mix aus Pretty Little Liars, Gossip Girl und Breakfast Club. Wer mit den genannten Serien bzw. Film nichts anfangen kann, für den wäre „One of us is lying“ vermutlich auch nichts.

Wir haben so ziemlich jeden Klischeecharakter einer High School vertreten, jedoch machen alle 4 Charaktere über das Buch hinweg eine kleine Wandlung durch. Das geschieht bei manchen recht glaubwürdig und bei anderen wiederum eher nicht.

Wir erfahren die Geschichte abwechselnd aus allen 4 Perspektiven und natürlich hat jeder der Teenager ein kleines oder größeres Geheimnis, das im Laufe der Zeit ans Tageslicht drängt. Interessant ist hier vor allem wie die Person selbst damit umgeht und auch wie die Umgebung darauf reagiert, was dann tatsächlich aber eher klischeemäßig abläuft. Außerdem hat man ja ständig im Hinterkopf, dass, wie der Titel schon sagt, einer aus der Gruppe vermutlich lügt.

Karen McManus Schreibsstil ist sehr angenehm zu lesen, man fliegt wunderbar durch die Seiten. Da immer wieder neue und interessante Details ans Licht kamen, konnte ich auch keine langatmigen Passagen feststellen.

Insgesamt hat mir „One of us is lying” recht gut gefallen. Es ließ sich prima lesen, ich wurde gut unterhalten und konnte miträtseln. Wenn man eine Geschichte schreibt, die an einer High School spielt, kommt man vermutlich nicht an den gängigen Stereotypen vorbei, trotzdem hätte das ruhig etwas einfallsreicher ausfallen können. Auch das Ende hat mich nicht so sehr überrascht, wie es wohl angedacht war.

Bücher

[Rezension] Rachel Abbott – Hintergangen

Autor: Rachel Abbott
Titel: Hintergangen
Reihe: Tom Douglas #1
Genre: Thriller
Seitenzahl: 464
Erscheinungsdatum: 20. Januar 2014
Verlag: Piper
Preis: 9,99€ (Taschenbuch); 8,99€ (E-Book)

Reihe:

  1. Hintergangen
  2. The Back Road (noch nicht übersetzt)
  3. Spur des Schweigens
  4. Das stumme Mädchen
  5. Kill Me Again (noch nicht übersetzt)

Inhalt:

„Nach Jahren als Ehefrau des Millionärs Hugo Fletcher ist Laura nur noch ein Schatten ihrer selbst. Dabei führte sie an seiner Seite ein Leben im Luxus. Als der Society-König ermordet aufgefunden wird, brutal ermordet während des Liebesspiels, ist schnell klar: Laura war nicht die einzige Frau in seinem Leben. Inspektor Tom Douglas stößt aus ein Geflecht aus Täuschung, Intrigen und Verrat, das unmöglich zu entwirren scheint. Wenn es ihm nicht gelingt, hinter die Fassade von Laura und Hugo Fletchers perfekter Ehe zu schauen …“
(Piper)

Meine Meinung:

„Hintergangen“ startet äußerst spannend, denn wir werden Zeuge davon, wie der äußerst gut betuchte Hugo Fletcher umgebracht wird. Seine Leiche wird nackt und angebunden an sein Bett gefunden, was sogleich die Frage aufwirft, ob Sex bei diesem Mord eine Rolle spielen könnte. Seine Ehefrau Laura scheidet jedoch als Tatverdächtige aus, denn sie war außer Landes. Was hat sich hier also abgespielt?

Der Mord wird unter anderem von Chief Inspector Tom Douglas untersucht. Dieser nimmt das gesamte Umfeld von Hugo unter die Lupe. Hugo war ein angesehener Mann, der seinen Namen und Geld dafür einsetzte, Prostituierte von ihren Zuhältern zu befreien und wieder neu einzugliedern in die Gesellschaft. Doch je mehr Douglas recherchiert, desto tiefere Abgründe tun sich auf.

Vor allem die Ehefrau des Opfers kann hier einiges an Licht ins Dunkel bringen. Nach und nach erfahren wir mehr aus dem Eheleben der beiden, da Laura alles in Briefen an ihre Schwägerin festgehalten hat.

Ich bin sehr gut durch die Story gekommen, was vor allem auch am leicht zugänglichen und spannenden Schreibstil der Autorin lag. Aufgrund der recht langen Recherchearbeit hat es sich stellenweise etwas gezogen, doch trotzdem blieb es bis zur letzten Seite spannend, da auch hier noch letzte Geheimnisse aufgedeckt wurden.

Die Charaktere sind allesamt etwas flach und größtenteils dachte ich tatsächlich ‚Wie kann man denn nur so hohl sein‘, denn intelligent verhält sich hier kaum jemand.

Insgesamt fand ich den Auftakt der Reihe um den Ermittle Tom Douglas recht gelungen, da ich den Fall sehr spannend fand. Fraglich ist hier nur die etwas komische Reihenfolge, wie die Bände ins Deutsche übersetzt wurden. Wenn ich schon so spät nach Ersterscheinung mit einer Reihe anfange, dann würde ich die Bände auch gerne in der richtigen Reihenfolge lesen.

Bücher

[Rezension] Linda Castillo – Kalt wie dein Verrat

Autor: Linda Castillo
Titel: Kalt wie dein Verrat*
Genre: Roman
Seitenzahl: 304
Erscheinungsdatum: 01. Dezember 2017
Verlag: mtb
Preis: 9,99€ (Taschenbuch); 8,99€ (E-Book)
*Rezensionsexemplar

Inhalt: 

„Panik steigt in Landis auf. Eigentlich hatte sie sich in ihrer Berghütte etwas Ruhe und Einsamkeit erhofft. Stattdessen erwartet die junge Staatsanwältin dort ihr ehemaliger Liebhaber Jack LaCroix. Vor einem Jahr wurde er wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Jetzt ist Jack aus dem Gefängnis geflohen und beteuert seine Unschuld. Darf sie ihm glauben, obwohl er sie doch schon einmal betrogen hat? Nicht nur Landis‘ Karriere, sondern auch ihr Leben und ihr Herz stehen bei dieser Entscheidung auf dem Spiel.“
(mtb)

Meine Meinung:

Linda Castillo ist vor allem für ihre Kate Burkholder bekannt, welche ich selbst noch nicht gelesen habe. Für 2018 hatte ich mir vorgenommen die Reihe zu starten, zunächst jedoch ist mir dieser Einzelband der Autorin aufgefallen.

„Kalt wie dein Verrat“ erzählt die Geschichte von Jack, der aus dem Gefängnis ausbricht, da er anders keine Möglichkeit sieht seine Unschuld zu beweisen. Er wurde für den Mord an seinem Polizei Partner Evan verurteilt, beharrt jedoch darauf, dass ihm die Tat untergeschoben wurde. Völlig überraschend steht er nun vor der Tür von Landis, mit der er einst zusammen war und die außerdem die Schwester von Evan ist. Kann Jack Landis von seiner Unschuld überzeugen und mit ihrer Hilfe rechnen?

Zunächst finde ich die Zuordnung als „Roman“ ganz gut, denn einen Thriller haben wir hier bei weitem nicht. Der Plot ist etwas dünn gesät, denn aufgrund des Klappentextes kann man sich eigentlich schon die ganze Geschichte zusammenreimen. Die Story des Buches besteht letztlich darin, dass beide Charaktere entweder gerade verzweifelt diskutieren, sich in brenzlige Situationen begeben oder gegenseitig ihre sexy Körper anschmachten.

Passend zum dünnen Plot sind auch die Charaktere gestaltet, denn beide kratzen nur an der Oberfläche. Das Buch ist mit 300 Seiten natürlich nicht sehr dick, aber etwas mehr Nähe zu den Charakteren hätte durchaus aufgebaut werden können.

Immerhin konnte ich nun den Schreibstil von Linda Castillo kennen lernen, und der hat mir wirklich sehr gut gefallen. Die Sprache ist sehr leicht zugänglich und ich bin zügig durch das Buch gekommen. Was ehrlich gesagt auch ein wenig von Nöten war, denn die Story selbst hat mich nicht überzeugen können. Man muss aber auch hinzufügen, dass „Kalt wie dein Verrat“ bereits 2003 im Original erschienen ist und für heutige Verhältnisse vielleicht einfach nicht mehr zeitgemäß ist. Ihre hochgelobte Kate Burkholder Reihe ist 2009 erschienen, so dass ich vermute, dass sich in den Zwischenjahren bei Linda Castillo einiges getan hat.

Insgesamt fand ich „Kalt wie dein Verrat“ recht platt, wenngleich ich das Buch schnell weggelesen hatte. Mir hat es einfach ein wenig an Spannung gefehlt und die Charaktere haben mich einfach zu oft zum Augenrollen gebracht.

Bücher

[Rezension] Ellen Sandberg – Die Vergessenen

Autor: Ellen Sandberg
Titel: Die Vergessenen*
Genre: Roman
Seitenzahl: 512
Erscheinungsdatum: 27. Dezember 2017
Verlag: Penguin
Preis: 13,00€ (Broschiert); 9,99€ (E-Book)
*Rezensionsexemplar

Inhalt: 

„1944. Kathrin Mändler tritt eine Stelle als Krankenschwester an und meint, endlich ihren Platz im Leben gefunden zu haben. Als die junge Frau kurz darauf dem charismatischen Arzt Karl Landmann begegnet, fühlt sie sich unweigerlich zu ihm hingezogen. Zu spät merkt sie, dass Landmanns Arbeit das Leben vieler Menschen bedroht – auch ihr eigenes.

2013. In München lebt ein Mann für besondere Aufträge, Manolis Lefteris. Als er geheimnisvolle Akten aufspüren soll, die sich im Besitz einer alten Dame befinden, hält er das für reine Routine. Er ahnt nicht, dass er im Begriff ist, ein Verbrechen aufzudecken, das Generationen überdauert hat …“
(Penguin)

Meine Meinung:

Ellen Sandberg ist das Pseudonym der Autorin Inge Löhnig, die bereits mit der Kommissar Dühnfort Reihe sehr erfolgreich ist. Da sie nicht wollte, dass man mit falschen Erwartungen an ihren neuen Spannungsroman herangeht, hat sich Inge Löhnig für ein Pseudonym entschieden, was durchaus nachvollziehbar ist.

„Die Vergessenen“ spielt auf zwei Zeitebenen und wird uns aus der Perspektive von mehreren Personen geschildert. In der Gegenwart begleiten wir Journalistin Vera und Manolis, der eine Art Privatermittler ist. In der Vergangenheit, die zu Zeiten des Nationalsozialismus spielt, erfahren wir die Geschehnisse aus der Sicht von Veras Tante Kathrin. Kathrin erleidet in der Gegenwart einen Schlaganfall und durch Zufall stößt Vera auf ein Geheimnis, das sich mehr und mehr zu einer brisanten Story entwickelt. Gleichzeitig wurde Manolis beauftragt, dafür zu sorgen, dass Vera nicht auf ganz bestimmte Informationen stößt.

Zwar konnte ich mir durch den Klappentext denken, dass es sich thematisch um Nazi-Zeiten drehen würde, jedoch hat sich das gesamte Ausmaß und der Tiefgang des Buches erst im Laufe der Story gezeigt. Auch wurde mit der Vergangenheit um Manolis Familie ein weiterer kleiner Handlungsstrang eingeführt, der äußerst informativ war. „Informativ“ ist wohl ein Wort, das eigentlich für das gesamte Buch stehen kann, denn die Autorin hat zwar ein fiktives Werk geschaffen, aber dennoch ist es mit vielen geschichtlichen Informationen gespickt. Die Geschehnisse und Orte gleichen nicht zufällig tatsächlichen Ereignissen und realen Orten, man hat sich hier sehr genau an historischen Fakten orientiert.

Bei denen Charakteren fühlte ich mich etwas zwiegespalten. Reporterin Vera blieb mir etwas blass und Manolis war wieder mal der Stereotyp des gequälten Ermittlers. Tante Kathrin hingegen blieb mir bis zuletzt ein Rätsel. Doch ihr Charakter hat mir vor allem gezeigt, dass es eben nicht immer nur Schwarz oder Weiß gibt. Dass auch Menschen, die eigentlich das Richtige tun, aus unerfindlichen Gründen merkwürdige Entscheidungen treffen. Von der anfänglichen Heldin wurde Kathrin zum Häschen und die dargelegte Begründung war für mich einfach nur dämlich. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass jemand so handelt, wie sie es tat.

„Die Vergessenen“ ist mein erstes Buch der Autorin und trotz der gut 500 Seiten bin ich bemerkenswert gut durch die Story gekommen. Ich kann nicht behaupten auf irgendwelche Längen gestoßen zu sein – im Gegenteil: ich habe förmlich an diesem Buch geklebt und konnte es kaum aus den Händen legen.

Auch wenn ich ein wenig mit den Charakteren gehadert habe, ist „Die Vergessenen“ bereits jetzt ein absolutes Jahreshighlight für mich, das ich so absolut nicht erwartet habe. Mich hat das Gesamtpaket des Buches einfach so mitgerissen, dass ich nichts anderes als begeistert sein kann!

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