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[Rezension] Caroline Kepnes – YOU – Du wirst mich lieben

Autor: Caroline Kepnes
Titel: YOU – Du wirst mich lieben*
Genre: Thriller
Seitenzahl: 511
Erscheinungsdatum: 29. September 2017
Verlag: LYX
Preis: 10,00€ (Broschiert); 9,99€ (E-Book)
*Rezensionsexemplar

Reihenfolge der Joe Goldberg Reihe:

  1. YOU – Du wirst mich lieben
  2. HIDDEN BODIES – Ich werde dich finden

Inhalt: 

Es wird dir so leidtun, wenn du erkennst, was ich deinetwegen tun musste.
Doch keine Sorge: Ich bereue nichts.

Als die angehende Schriftstellerin Guinevere Beck die Buchhandlung betritt, in der Joe Goldberg arbeitet, ist dieser augenblicklich hingerissen von ihr. Beck ist die perfekte Frau: wunderschön, clever und so sexy. Als sie ihren Einkauf mit ihrer Kreditkarte bezahlt, macht Joe das, was jeder normale Mensch in dieser Situation tun würde: Er googelt ihren Namen. Beck hat einen öffentlichen Facebook-Account, und sie twittert ununterbrochen. Kinderleicht findet Joe heraus, dass sie an der Brown University studiert, in der Bank Street wohnt und sich an diesem Abend mit ihren Freundinnen in einer Bar treffen wird – die perfekte Gelegenheit für ihn, sie „zufällig“ wiederzusehen und mit ihr ins Gespräch zu kommen! Ohne dass Beck es bemerkt, beginnt Joe, ihr Leben in seine Hand zu nehmen. Stück für Stück zerstört er ihre Welt – und treibt sie dadurch auf direktem Weg in seine offenen Arme. Bald kann Beck gar nicht anders, als sich in den seltsamen, aber irgendwie charismatischen Typen zu verlieben, der wie für sie gemacht scheint. Nicht ahnend, dass Joe systematisch alle Hindernisse aus dem Weg räumt, die sich zwischen ihre Liebe drängen könnten – und er dabei auch nicht vor Mord zurückschreckt.“
(LYX)

Meine Meinung:

Für Joe ist es quasi Liebe auf den ersten Blick als Beck seine Buchhandlung betritt. Was so romantisch klingt, entpuppt sich aber bald als wahrer Alptraum, denn Joe beginnt sich in Becks Leben zu schleichen – auf eine äußerst erschreckende Art und Weise.

YOU ist für ein Thriller der anderen Art, denn wir bekommen die Geschehnisse aus der Sicht von Joe geschildert, was dem Ganzen einen gewissen Pepp gibt, da man solche Geschichten sonst meist aus der Perspektive der gestalkten Person liest. Joe erzählt in einer recht nüchternen und sachlichen Art wie er Beck kennen lernt und beginnt sie zu stalken. Hierbei geht er äußerst raffiniert vor, wobei es jedoch einige Gegebenheiten gab, die ich in der Realität als nicht sehr wahrscheinlich einstufen würde. Joe schleicht sich in Becks Leben und schafft es tatsächlich ein Teil dessen zu werden. Beck ahnt jedoch nicht, dass der nette Joe ihr Leben vollkommen kontrolliert.

Durch die Perspektive herrscht in der Story eine ganz besondere Atmosphäre. Joe schildert seine Taten sehr pragmatisch und man merkt deutlich, dass seine Taten für ihn selbst absolut Sinn ergeben. Dass es für einen Außenstehenden vollkommen irre wirken würde, darauf kommt Joe nur bedingt. Und obwohl Joe wirklich sehr seltsam und eindeutig nicht ganz richtig im Kopf ist, bekommt man durch die Dynamik des Buches fast schon etwas Mitleid mit ihm.

Insgesamt ist die Story um Joe kein nervenaufreibender Thriller. Die Geschichte kommt generell sehr unaufgeregt daher, man spürt förmlich Joes ruhige Art. Es gibt einige Höhen im Buch, auf den meisten Seiten plätschert die Geschichte jedoch etwas dahin. Dennoch bin ich sehr gut durch die gut 500 Seiten gekommen, denn letztlich war klar, dass es die Ruhe vor dem Sturm war. Der ‚Sturm‘ zum Ende fiel zwar auch verhältnismäßig ruhig aus, es passte jedoch zur Gesamtatmosphäre.

Die Geschichte um Joe Goldberg könnte zwar auch nach diesem Buch auserzählt sein, jedoch gibt es bereits einen 2. Teil ‚HIDDEN BODIES – Ich werde dich finden‘, der sich weiter mit Joe beschäftigt. YOU empfinde ich als recht solide, daher wird die Fortsetzung sicherlich irgendwann mal gelesen.

Bücher, Buchrezension

[Rezension] Michael Grumley – Breakthrough

Autor: Michael Grumley
Titel: Breakthrough*
Genre: Science-Thriller
Seitenzahl: 384
Erscheinungsdatum: 11. September 2017
Verlag: Heyne
Preis: 12,99€ (Taschenbuch); 9,99€ (E-Book)
*Rezensionsexemplar

Reihenfolge:

  1. Breakthrough
  2. In der Tiefe (ab 12. Februar 2018)

Inhalt: 

„Manche Rätsel sollten besser ungelöst bleiben …

Im Karibischen Meer muss ein U-Boot von einer Sekunde auf die andere seine Mission abbrechen. Dann verschwindet es spurlos. Die näheren Umstände sind ungeklärt. In seiner Verzweiflung wendet sich Sonderermittler John Clay an die Meeresbiologin Alison Shaw, der das scheinbar Unmögliche gelungen ist: Sie hat einen Weg gefunden, mit Delfinen zu kommunizieren. Clay schickt Alisons Schützlinge los, in der Hoffnung, die hochintelligenten Tiere könnten eine Spur des verschollenen U-Boots finden. Doch was sie auf dem Grund des Ozeans entdecken, wird die Menschheit in ihren Grundfesten für immer erschüttern…“
(Heyne)

Meine Meinung:

Kennt ihr das, wenn euch bereits ein Cover und der Klappentext so überzeugen, dass ihr sicher seid, dass dieses Buch grandios werden muss? ‚Breakthrough‘ hat genau diesen Gedanken in mir ausgelöst! Das Cover ist thematisch wirklich sehr schön getroffen und gefällt mir sogar sehr viel besser, als im englischen Original.

‚Breakthrough‘ ist der Auftakt einer Science-Thriller Reihe. Wir haben also typische Thriller Elemente, wie den groß ausgebauten Spannungsbogen, mit vielen interessanten Infos aus der Wissenschaft, dazu eine Portion Science-Fiction und sogar noch eine Prise Umweltkritik. Das Zusammenspiel mag im ersten Moment gar nicht so passend klingen, das Ergebnis jedoch war einfach großartig!

Ziemlich zügig kamen mir Vergleiche zu manchen Filmen in den Sinn. ‚Breakthrough‘ ist für mich eine gelungene Mischung aus Katastrophen- und Actionfilmen wie ‚The Day After Tomorrow‘,  ‚Independence Day‘ und ‚Interstellar‘. ‚Breakthrough‘ wirkt aber trotzdem keinen Deut abgekupfert, sondern sehr eigenständig. Generell empfinde ich die Story des Buches als ideale Filmvorlage. Grumley hat es mit seiner bildhaften Sprache geschafft, dass ich sofort alles gut vor Augen hatte und mich somit richtig in die Geschichte fallen lassen konnte.

Durch diese bildhafte Sprache ließ sich das Buch nur so weglesen. Wir verfolgen mehrere Handlungsstränge, die später aufeinander treffen. Ich war hin- und hergerissen, welchen Handlungsstrang ich am interessantesten fand, vor allem wenn sie auch noch so spannend jeweils endeten am Kapitelschluss. Die Charaktere des Buches haben zugebenermaßen keinen immensen Tiefgang wie z.B. zuletzt bei ‚Es‘ von Stephen King, aber trotzdem kamen mir die Figuren sehr echt vor und ich konnte mit ihnen mitfiebern.

Insgesamt war ‚Breakthrough‘ für mich ein grandioses Buch, das vor allem mit seiner Mischung an Themen punkten konnte. Es gibt einige nicht ganz klar gewordene Aspekte in der Story, die mich natürlich ganz neugierig auf die Fortsetzung machen.

Übrigens besteht die Reihe im Englischen bereits aus 4 Bänden, man könnte sich also auf noch mehr Fortsetzungen in Zukunft freuen. Band 2 ‚In der Tiefe‘ erscheint am 12. Februar 2018.

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[Rezension] Sasha Marianna Salzmann – Außer sich

Autor: Sasha Marianna Salzmann
Titel: Außer sich*
Genre: Roman
Seitenzahl: 366
Erscheinungsdatum: 11. September 2017
Verlag: Suhrkamp
Preis: 22,00€ (Gebunden); 18,99€ (E-Book)
*Rezensionsexemplar

Inhalt:

„Sie sind zu zweit, von Anfang an, die Zwillinge Alissa und Anton. In der kleinen Zweizimmerwohnung im Moskau der postsowjetischen Jahre verkrallen sie sich in die Locken des anderen, wenn die Eltern aufeinander losgehen. Später, in der westdeutschen Provinz, streunen sie durch die Flure des Asylheims, stehlen Zigaretten aus den Zimmern fremder Familien und riechen an deren Parfumflaschen. Und noch später, als Alissa schon ihr Mathematikstudium in Berlin geschmissen hat, weil es sie vom Boxtraining abhält, verschwindet Anton spurlos. Irgendwann kommt eine Postkarte aus Istanbul – ohne Text, ohne Absender. In der flirrenden, zerrissenen Stadt am Bosporus und in der eigenen Familiengeschichte macht sich Alissa auf die Suche – nach dem verschollenen Bruder, aber vor allem nach einem Gefühl von Zugehörigkeit jenseits von Vaterland, Muttersprache oder Geschlecht.“
(Suhrkamp)

Meine Meinung:

Bei der Sichtung der Bücher, die auf der Shortlist des Buchpreises 2017 stehen, ist mir ‚Außer sich‘ von Sasha Marianna Salzmann ins Auge gestochen. Ich fand das Cover sehr schön gestaltet und die Kurzbeschreibung hat mich angesprochen. Außerdem ist die Nominierung für den Buchpreis für mich eine Art Qualitätsmerkmal.

Leider wurden meine Erwartungen nicht erfüllt. Die Autorin hat einen recht dumpfen und leidenschaftslosen Schreibstil, der mich einfach nicht einfangen konnte. Diese dumpfe Art mag vielleicht zur Geschichte selbst passen, für mich jedoch hat es einfach viel an emotionaler Verbundenheit genommen.

Wir haben zwar unsere Hauptfigur Alissa, jedoch dreht sich das Buch quasi um die ganze Familie. Wir bekommen die Geschichte und den Werdegang der Großeltern, Eltern, etc. erzählt und das teilweise sehr detailreich. Trotz dieses Umfangs an Erzählungen über das Leben der Familienmitglieder fand ich keinen Zugang. Niemand war mir wirklich sympathisch, was ich wirklich schade fand, denn die Lebensumstände der einzelnen Personen waren teilweise sehr interessant.

Der Lesefluss wurde für mich außerdem durch die häufige Einstreuung von russischen Sätzen oder Worten gestört. Manchmal kam im Anschluss eine Übersetzung und manchmal eben nicht. Durch die häufigen Sprünge in der Erzählsicht, war ich manchmal inmitten der langen Kapitel verwirrt, wer nun gerade eigentlich erzählt, vor allem, wenn ich das Buch mal für eine Pause weggelegt hatte. Auch sind die Namen für mich nicht sehr einprägsam gewesen, weil die Leute manchmal auf drei verschiedene Arten gerufen wurden. Zwar gab es anfangs eine Übersicht über die Charaktere und deren Namen, aber wer blättert schon immer zurück?

Schade, ich hätte das Buch wirklich gerne mehr gemocht. Die vielen Abstriche haben jedoch bewirkt, dass ich mich etwas durch das Buch quälen musste. Ich bin kein Freund davon ein Buch abzubrechen, aber wenn das Buch mit seinen 366 Seiten nicht noch relativ im Rahmen gewesen wäre, hätte ich hier definitiv darüber nachgedacht.

 

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[Rezension] Stephen King – Es

Autor: Stephen King
Titel: Es*
Genre: Roman
Seitenzahl: 1536
Erscheinungsdatum: 14. August 2017
Verlag: Heyne
Preis: 14,99€ (Taschenbuch); 11,99€ (E-Book)
*Rezensionsexemplar

Inhalt: 

Das Böse in Gestalt eines namenlosen Grauens

In Derry, Maine, schlummert das Böse in der Kanalisation: Alle 28 Jahre wacht es auf und muss fressen. Jetzt taucht »Es« wieder empor. Sieben Freunde entschließen sich, dem Grauen entgegenzutreten und ein Ende zu setzen.

Stephen Kings Meisterwerk über die Mysterien der Kindheit und den Horror des Erwachsenseins.
(Heyne)

Meine Meinung:

Stephen King ist zur Zeit in aller Munde, was wohl vor allem an der heiß ersehnten Neuverfilmung von ‚Es‘ liegen dürfte. Bisher hatte ich ‚Es‘ noch nicht gelesen, es stand aber auf meiner Muss-Ich-Unbedingt-Lesen-Liste. Als dann die Neuigkeit der Verfilmung die Runde machte, stand für mich fest, dass ich bis zum Kinobesuch definitiv das Buch lesen möchte. Pünktlich vorm Kinobesuch Anfang Oktober hatte ich ‚Es‘ nun endlich ausgelesen.

Stephen King hat sich mit seiner Charakterentwicklung enorm viel Zeit gelassen, so dass wir alle Protagonisten sehr gut kennen lernen konnten. Diese Details machen Stephen King Bücher für mich aus, denn kaum ein Autor schafft es mir die Figuren so nahe zu bringen. Normalerweise habe ich bei vielen Protagonisten oftmals das Problem, mir zu merken, wer wer ist und was wen ausmacht. Bei King jedoch fiel es mir sehr leicht, eine Beziehung zu allen Kindern aufzubauen. Jeder hatte seine ganz eigenen Eigenschaften und Dinge, die ihn ausmachen, eben weil sie so detailreich beschrieben wurden.

Die Geschichte selbst spielt auf zwei Zeitebenen. Wir begleiten die Clique in den 50er Jahren und später in den 80ern. Zwischendurch ergeben sich einige Rückblenden in weiter zurück liegende Jahre, um die Geschichte von ‚Es‘ zu thematisieren.

Auch wenn die Dicke des Buches mich zunächst etwas abgeschreckt hat, so bin ich doch wunderbar durch die Seiten geflogen, was einfach am tollen Schreibstil Kings liegt. Für mich war die Geschichte von der Länge her genau richtig, ich würde keine Seite missen wollen. Auch hat mich fasziniert, dass ‚Es‘ definitiv kein klassisches Horrorbuch ist, wie es die Beschreibung der Geschichte vielleicht vermuten lassen würde. ‚Es‘ lebt nicht von den klassischen Horrorelementen, wenngleich definitv einige Szenen dabei sind, die einem Gänsehaut bereiten. Es ist vielmehr die gesamte Atmosphäre, die das Buch ausmacht. Das Hauptaugenmerk liegt nicht nur auf der Gestalt ‚Es‘. Es thematisiert viele Bereiche des Lebens und des Erwachsenwerdens, die allein schon ihren ganz eigenen Horror ausstrahlen. Es ist eine Geschichte über eine Gruppe von Kindern, die sich selbst finden, die Freundschaft finden und man lann ihnen dabei zuschauen, wie die Freundschaft wächst. King hat mit seinen Beschreibungen klassische Kinderängste zum Leben erweckt und hat damit wohl nicht nur bei mir ins Schwarze getroffen.

Warum es keine 5 Sterne geworden sind? Nun, ich war kein großer Fan davon, wie sich das Ende des Buches abgespielt hat. Ich weiß, dass mich die Enden von Stephen King manchmal etwas ratlos zurücklassen, denn King hat einfach seine sehr eigene Art. Trotzdem war mir das Ende etwas zu abgedreht und manche Dinge fand ich einfach so unnötig, dass sie mich sprachlos zurückgelassen haben.

Trotzdem insgesamt ein sehr gutes Buch, das mich trotz seiner vielen Seiten absolut gefesselt und nie gelangweilt hat.

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