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[Rezension] Margaret Atwood – Der Report der Magd

Autor: Margaret Atwood
Titel: Der Report der Magd
Genre: Roman
Seitenzahl: 416
Erscheinungsdatum: 03. April 2017
Verlag: Piper
Preis: 12,00€ (Taschenbuch); 11,99€ (E-Book)

Inhalt: 

„Die provozierende Vision eines totalitären Staats, in dem Frauen keine Rechte haben: Die Dienerin Desfred besitzt etwas, was ihr alle Machthaber, Wächter und Spione nicht nehmen können, nämlich ihre Hoffnung auf ein Entkommen, auf Liebe, auf Leben … Margaret Atwoods »Report der Magd« wurde zum Kultbuch einer ganzen Generation und von Volker Schlöndorff unter dem Titel »Die Geschichte der Dienerin« verfilmt.“
(Piper)

Meine Meinung:

Wir befinden uns in der Zukunft im Jahr 2195 und die Welt ist nicht mehr so, wie wir sie kannten. Die Frauen wurden komplett entrechtet und in Klassen eingeteilt. Unsere Hauptfigur gehört zu den wenigen fruchtbaren Frauen ihrer Zeit und wurde deswegen einem kinderlosen Ehepaar zugeteilt, um ihnen ein Kind zu gebären.

Was erstmal total verrückt klingt, wird im Laufe der Geschichte immer gegenwärtiger. Man bekommt als Leser den Werdegang des Staates und wie es zu allem gekommen ist, recht gut erklärt und muss fassungslos zusehen, wie eine normale Welt so aus den Fugen geraten konnte.

Wir erfahren im Laufe der Story nie den Namen unserer Hauptfigur, denn die sogenannten Mägde werden nach den Namen ihres Besitzers benannt. So heißt unsere Protagonistin ‚Desfred‘, da sie dem Kommandanten Fred gehört. Desfred beschreibt ihr Leben und ihre Situation recht monoton und man bekommt den Eindruck, dass sie ihren Alltag gänzlich roboterhaft verbringt. Für Emotionen ist in ihrer Welt kein Platz, alles erscheint grau und hoffnungslos.

Auch der Sprachstil der Autorin bringt diese Trostlosigkeit und Lethargie gut rüber. Ihr Schreibstil ist sehr unaufgeregt und sie nimmt kein Blatt vor den Mund. Hier wird nicht blumig umschrieben, sondern schonungslos und unbeschönigt dargestellt. Die Monotonie der Story wird nochmals unterstrichen durch das Fehlen der Kennzeichnung von wörtlicher Rede. Man muss also aufmerksam lesen, um zu begreifen, wann gesprochen wird, wann Desfred nur vor sich hin denkt und wann einfach eine Szene beschrieben wird.

Darüberhinaus hat mich das Ende sehr unbefriedigt zurückgelassen, denn das Ende ist komplett offen.Hier hätte ich gerne noch mehr gelesen und erfahren. Insgesamt ist ‚Der Report der Magd‘ ein Buch, was vor allem durch seine beklemmende Atmosphäre überzeugt, mir jedoch etwas zu offen war.

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