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[Bücher] Gelesen im Juli 2017 #1

Der Juli ist zur Hälfte rum und ich habe 5 Bücher gelesen, was schon mal mehr als doppelt so viel ist im Vergleich zu den 2 Wochen zuvor. Insgesamt bin ich recht zufrieden mit meiner Auswahl an Büchern gewesen.


Autor: J.A. Konrath
Titel: Das Angstexperiment
Seitenzahl: 322
Erscheinungsdatum: 06. Juni 2017
Verlag: AmazonCrossing
Preis: 9,99€ (Taschenbuch); 4,99€ (E-Book)
*Rezensionsexemplar

Inhalt: 

Eine Million Dollar: So viel bekommt jeder von ihnen, wenn er eine einzige Nacht in dem Butler-Haus überlebt, diesem Ort des Schreckens. Unvorstellbar sadistische Morde wurden hier begangen, seitdem soll etwas Böses in dem alten Gemäuer spuken. Für die acht Testpersonen kein Problem, glauben sie: Sie haben gelernt, sich zu verteidigen.
Das Experiment beginnt – und das Grauen erwacht. Etwas greift sie an, nimmt sie gefangen, weckt in ihnen Angst jenseits aller Vorstellungskraft. Aber sind es wirklich Geister, die ihren Tod wollen? Oder ist es etwas Reales? Sie haben nur zwei Möglichkeiten, um der Panik und dem Schmerz zu entkommen: möglichst schnell zu sterben. Oder zu kämpfen …
(Amazon)

Meine Meinung:

J. A. Konrath hat bereits einige Bücher in der Jack-Daniels-Reihe herausgebracht sowie unter dem Pseudonym Jack Kilborn . Ich habe die Bücher von Jack Kilborn vor einiger Zeit bereits gelesen und fand sie teilweise sehr gut für ihr Genre. Besonders ‚Das Hotel‘ ist mir extrem im Gedächtnis geblieben und hat mir tatsächlich sehr viel Unbehagen beschert.

Daher war ich sehr erfreut darüber, dass im ‚Angstexperiment‘ viele bereits bekannte Gesichter aus den vorherigen Romanen auftauchen. Das macht direkt Lust sich die Jack-Daniels-Reihe mal genauer anzuschauen.

Anfangs werden nach und nach die Personen vorgestellt und man erfährt ein wenig zur Vorgeschichte. Wer die anderen Bücher nicht gelesen hat, und die aber vielleicht noch lesen möchte, braucht sich aber keine Sorgen machen. Es wird zwar quasi gespoilert, wer als Überlebender aus den vorherigen Geschichten hervorgeht, aber trotzdem nimmt es einem nicht zu viel weg. Theoretisch gesehen ist es ja meist sowieso wahrscheinlich, dass der Hauptcharakter lebend aus der Story kommt.

Durch die Vorstellung der Charaktere beginnt die Story recht langsam und kommt tatsächlich erst ab der Hälfte in Fahrt. Jedoch empfand ich die Einführung der Figuren als keineswegs langweilig, ich denke aber trotzdem, dass dies nicht jedermanns Geschmack ist.

Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen und es ließ sich sehr schnell durchlesen durch den angenehmen Schreibstil. Oft passieren so viele Dinge Schlag auf Schlag, so dass ab der Hälfte die Story rasant an Fahrt aufgenommen hat.

Viele Szenen sind durchaus etwas absurd und fast schon lachhaft, aber ich finde genau diesen Stil des Autors sehr unterhaltsam. Wer aber z.B. auch nichts mit Richard Laymon anfangen kann, der wird hier wohl auch nicht glücklich.


Autor: P.C. Fast & Kristin Cast
Titel: Erwählt (House of Night #3)
Seitenzahl: 448
Erscheinungsdatum: 03. August 2010
Verlag: Fischer FJB
Preis: 16,95€ (Gebunden); 9,90€ (Taschenbuch); 8,99€ (E-Book), Spotify

Inhalt: 

„Dunkle Mächte sind im House of Night am Werk und Zoeys Erlebnisse im Internat nehmen eine rätselhafte Wendung. Zoeys beste Freundin Stevie Rae ist untot und versucht mit aller Macht, ihre Menschlichkeit nicht vollends zu verlieren. Und Zoey hat keine Ahnung, wie sie ihr dabei helfen kann, aber sie spürt, dass alles, was sie und Stevie Rae herausfinden vor den anderen im House of Night geheim gehalten werden muss. Denn plötzlich scheint es keinen mehr zu geben, dem sie wirklich vertrauen können. Als es kaum noch schlimmer kommen kann, werden Leichen gefunden: ermordete Vampyre! Aber Zoey findet heraus, dass nichts so ist wie es scheint…“
(Fischer FJB)

Meine Meinung:

Da ich mich in der House of Night Reihe weiter vorarbeiten wollte, habe ich auch diesen Monat wieder zu einem Teil gegriffen. Durch die lockere Sprache und die große Schrift komme ich in den Büchern immer recht schnell voran.

Der Sprachstil ist passend zum Buch eher jugendlich gehalten und wir haben viele Unterhaltungen und beschreibende Szenen. Nach den ersten beiden Teilen ist man inzwischen gut in die Welt eingetaucht und kennt nun alle wichtigen Figuren. Teil 3 knüpft an den Vorgänger an und schreibt die Geschichte weiter. Die bereits entdeckten Machenschaften im Hintergrund werden weitergesponnen und vertieft und auch im persönlichen Bereich von Zoey tun sich wiedermal einige Dinge. Zoey war in diesem Band nicht unbedingt die sympathischte Person, weil sie zunehmend wirklich dumme und kopflose Entscheidungen getroffen hat.

Und auch hier ist das Buch wieder nach Schema F gestrickt. Wir haben Zoey, die sehr wechselnde Gefühle gegenüber Männern hegt und sich hin und her gerissen fühlt, was sogar noch zunimmt in diesem Band… Wir haben eine dunkle Bedrohung, die aber am Ende durch seichte Element-Beschwörungen besiegt werden kann. Und natürlich den bedrohlichen roten Faden, der wohl noch eine Weile verfolgt werden wird.. Ich bin weiterhin gespannt, ob ich bis Band 12 komme, ohne genervt zu sein. Bisher fühlte ich mich noch sehr gut unterhalten, wenngleich Zoey endlich mal ihr Hirn einschalten sollte.


Autor: L.C. Frey
Titel: Die Schuld der Engel (Leipzig-Thriller #1)
Seitenzahl: 570
Erscheinungsdatum: 27. Juli 2015
Verlag: Ideekarree Leipzig
Preis: 17,95€ (Taschenbuch); 4,99€ (E-Book)

Inhalt: 

„Kommissar Sauer hat Grund zur Freude: Kurz vor seiner Pensionierung gelingt es dem Ermittler, seinen letzten Fall in Rekordzeit zu lösen. Doch dann kommen Sauer Zweifel, und er rollt den brutalen Mord an einem erfolgreichen Leipziger Anwalt nochmals auf. Aber damit geraten Sauer und seine junge Kollegin Selina Gülek ins Visier eines eiskalten Psychokillers.

Die Spur des Bösen verliert sich tief in der Vergangenheit des Opfers und seines vermeintlichen Mörders, und das Töten beginnt erneut. Längst begraben geglaubte Geheimnisse zwingen das gegensätzliche Ermittlerteam auf eine nervenzerfetzenden Jagd durch halb Deutschland.

Sauer und Gülek blicken in die Abgründe menschlicher Grausamkeit und geraten dabei immer tiefer in den Sog des Bösen. Werden sie den wahren Killer stoppen können, bevor er seinen teuflischen Plan in die Realität umsetzen kann?“
(Amazon)

Meine Meinung:

‚Die Schuld der Engel‘ ist mir nicht unbedingt durch den Klappentext ins Auge gestochen, sondern vielmehr durch den Handlungsort. Ich finde es immer extrem spannend, wenn ich den Handlungsort selbst kenne und in den Büchern vertraute Umgebungen wiederfinde.

Mit seinen 570 Seiten ist das Buch nicht unbedingt schnell durchgelesen. Vor allem das erste Drittel hat sich ein wenig gezogen, bis es dann durch neue Indizien doch spannender wurde und sogar richtig an Fahrt aufnahm.

L.C. Frey war mir bisher unbekannt, sodass ich angenehm überrascht war vom flüssigen und leichten Schreibstil. Der Fall selbst war ziemlich verstrickt und auch im Gesamten nicht unbedingt mein Geschmack, aber durchaus interessant zu lesen.

Ich werde die Reihe definitiv weiterverfolgen, da mir die Figuren auch recht sympathisch sind. Und vielleicht gefällt mir der nächste Fall ja noch ein wenig besser.


Autor: Audrey Carlan
Titel: Trinity – Bittersüße Träume (Trinity #4)
Seitenzahl: 320
Erscheinungsdatum: 14. Juli 2017
Verlag: Ullstein
Preis: 12,99€ (Broschiert); 9,99€ (E-Book)
*Rezensionsexemplar

Inhalt: 

„Das Leben von Maria de la Torre liegt in Scherben: Thomas, die Liebe ihres Lebens, wurde als Polizist im Dienst getötet, als er Marias beste Freundin Gillian Callahan vor einem irren Stalker retten wollte. Thomas‘ Zwillingsbruder Redding sieht Maria auf der Beerdigung zum ersten Mal und versteht sofort, warum sich Thomas in die temperamentvolle Tänzerin verliebt hatte. Doch die Verlobte seines toten Bruders ist für ihn tabu. Bis plötzlich der Mann auftaucht, der vor Jahren beinahe Marias Tanzkarriere zerstört hätte. Redding will alles tun, um Maria zu beschützen. Doch je näher er ihr kommt, umso stärker wird seine Leidenschaft …“
(Ullstein)

Meine Meinung:

Band 4 der Trinity Reihe dreht sich nun um Maria, die zum Freundeskreis von Gillian gehört, welche die Hauptfigur der Bände 1-3 war. Nachdem am Ende des dritten Bandes Marias Freund im Kampf gegen den Stalker gestorben war, trifft diese nun auf den bis dato unbekannten Zwillingsbruder des Toten. Und das ist auch gut so, denn nun hat Maria –  oh, Überraschung – einen Stalker! Da ist es doch recht praktisch, dass wieder ein temperamentvoller, besitzergreifender Höhlenmensch auftaucht, um die hilflose Frau zu beschützen. Das mag jetzt vielleicht ein wenig sarkastisch klingen, aber ich glaube keine Seifenoper hätte sich diese Story besser und vor allem klischeehafter ausdenken können.

Maria war bereits in den vorherigen drei Bänden nicht unbedingt meine Lieblingsfigur. Ehrlichgesagt finde ich diesen Sprachmix, den sie das ganze Buch hinweg durchzieht, etwas nervig. Noch nerviger allerdings war der besagte Zwillingsbruder. Eli oder Red oder wie auch immer er genannt wurde, war tatsächlich noch schwerer zu ertragen als Chase aus den ersten Bänden. So ein rüpelhaftes Verhalten hätte mich ehrlich gesagt sehr schnell auf die Palme gebracht. Unsere Maria hingegen schmilzt natürlich sehr schnell dahin bei der geballten Testosteron-Power.

Insgesamt fand ich die Story um Maria nicht ganz so gelungen. Trotzdem ließen sich die 300 Seiten schnell weglesen, da Audrey Carlan einfach einen sehr flüssigen Schreibstil hat. Am Ende des Buches wird auch schnell klar, um wen sich Band 5 und somit der letzte der Reihe, drehen soll.

Wer etwas seichtes für zwischendurch sucht, ist bei der Trinity Reihe sicherlich ganz gut aufgehoben, allerdings sollte man halt wirklich nicht mit Logik oder gar einem Moralempfinden an die Geschichten herangehen. Trinity ist purer Seifenopern-Stoff und wahrlich keine Geschichte voller Realismus.


Autor: Victoria Helen Stone
Titel: Nicht mehr Evelyn
Seitenzahl: 306
Erscheinungsdatum: 13. Juni 2017
Verlag: AmazonCrossing
Preis: 9,99€ (Taschenbuch); 4,99€ (E-Book)

Inhalt: 

„Evelyn lebt zufrieden in ihrer heilen Vorstadtwelt. Zumindest denkt sie das. Doch als spätabends das Telefon klingelt, ändert sich ihr Leben von Grund auf. Ihr Mann Gary, ein renommierter Psychiater, ist in einen Unfall verwickelt: Auf dem Beifahrersitz befindet sich Juliette, Garys Patientin und seine heimliche Geliebte. Eine Frau, die selbst ein Bilderbuchleben führt, inklusive eines gutaussehenden Ehemanns.

Juliette wird zum Zentrum von Evelyns Leben und zum Mittelpunkt ihrer Gedanken. Letztendlich hat Evelyn seit der verhängnisvollen Nacht auch keine andere Wahl: Kommt die Affäre ans Licht, wäre weit mehr zerstört als ihre Ehe. Aber das Schweigen fällt ihr schwer und so verändert sie sich und beginnt heimlich zu spionieren, um alles über die geheimnisvolle Geliebte zu erfahren. Aus Evelyn wird nach und nach eine Frau, die sich nichts mehr gefallen lässt und die schließlich ihrer wachsenden Obsession und ihrer persönlichen Rache folgt.“
(Amazon)

Meine Meinung:

Das Buch ist mir vor allem ins Auge gestochen, da es mit ‚Girl on the Train‘ und ‚Gone Girl‘ verglichen wurde. So ganz treffend finde ich den Vergleich leider nicht.

Die Story ist in zwei Zeitebenen aufgeteilt, die sich jeweils abwechseln. In ‚Davor‘ und ‚Danach‘ können wir Hauptfigur Evelyn dabei begleiten, wie sie den Unfall ihres Mannes erlebt, womit der Stein quasi ins Rollen gebracht wurde. Evelyns vermeintlich schönes, wenn auch recht langweiliges Leben, beginnt zu zerbrechen. 

Evelyn wird als eine sehr logische Frau dargestellt, die ihre Handlungen sehr durchdenkt. Durch die gelüftete Affäre ihres Mannes blüht sie jedoch zu neuem Leben auf und entdeckt plötzlich Züge an sich, die sie seit vielen Jahren nicht mehr erlebt hat. Man könnte quasi sagen, dass man als Leser beobachten kann, wie Evelyn wieder von neuem Leben erfüllt wird. Die Entwicklung ihrer Figur erscheint recht plausibel und konsequent.

Von der Story an sich war ich recht angetan, jedoch hab ich im Gesamten vielleicht doch etwas mehr erwartet. Letztlich geht es tatsächlich doch hauptsächlich um die zwischenmenschlichen Beziehungen, als um jene verhängnisvolle Nacht selbst. Auch kam der Schluss dann doch etwas plötzlich.

Insgesamt recht solide, jedoch nicht vergleichbar mit den besagten zwei Romanen. Für mich hätte es durchaus noch etwas mehr Dramatik und Verstrickungen geben dürfen.

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[Bücher] Gelesen im Juni 2017 #2

Die zweite Hälfte des Monats Juni fällt äußerst spärlich aus. Die Masterarbeit hat mich fest im Griff und irgendwie ist Lesen zur Zeit kein guter Ausgleich für mich. Meist habe ich wirklich nur am Wochenende zu einem Buch gegriffen, da mir sonst einfach die Ruhe dafür gefehlt hat.

Zur ersten Hälfte der gelesenen Bücher im Juni kommt ihr HIER

Juni 2017

Anzahl Bücher: 8
Anzahl Seiten: 3861
Seiten pro Tag: 128


Autor: Larry Brown
Titel: Fay
Seitenzahl: 656
Erscheinungsdatum: 09. Mai 2017
Verlag: Heyne Hardcore
Preis: 22,99€ (Gebunden); 18,99€ (E-Book)
*Rezensionsexemplar

Inhalt: 

„Der Roman erzählt die Geschichte der 17-jährigen Fay, einer bildhübschen jungen Frau, die von zu Hause, von ihrem gewalttätigen Vater, wegläuft. Mit nichts als einer Packung Zigaretten und zwei Dollar in der Handtasche verlässt sie ihre Hütte im Wald und macht sich auf den Weg Richtung Küste, auf der Suche nach einem besseren Leben. Auf diesem Weg erlebt sie allerhand Bedrohliches, Gewalttätiges, aber auch Liebe und Hoffnung.“
(Heyne Hardcore)

Meine Meinung:

‚Fay‘ erzählt die Geschichte des gleichnamigen Mädchens, die aufgrund schwerer Familienverhältnisse entscheidet, wegzulaufen. Die Geschichte ist eine Kombination aus ‚Coming-of-Age‘ und ‚Roadmovie‘, gespickt mit viel Leid, Perspektivlosigkeit und allgemein der dunklen Seite des Lebens.

‚Fay‘ ist ein Roman aus der Feder des bereits 2004 verstorbenen Autors Larry Brown. Das Buch wurde bereits 2000 veröffentlich, jetzt endlich hat es den Weg auch in den deutschsprachigen Raum gefunden. Inhaltlich konnte ich einige Parallelen zu dem Film ‚Runaway Girl‘ finden, welcher auch auf einem Roman basiert – dem 2007 erschienen ‚Hick‘ von Andrea Portes. Die Ähnlichkeiten beruhen aber vor allem auf der Grundthematik und der gezeigten Gesellschaftsschicht. Sogenannte Bücher aus dem ‚Country Noir‘ Genre üben eine Faszination auf mich aus, die ich nicht mal in Worte packen kann. Mich interessieren die dunklen Flecken einer Gesellschaft. Da das Buch auch noch in einem meiner Lieblingsverlage, Heyne Hardcore, erschienen ist, brauchte ich nicht mehr viel Anreiz und war sofort interessiert.

Bereits zu Beginn der Geschichte wird klar, dass uns hier eine soziale Randgruppe dargestellt wird. Armut, Arbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit, Drogen, sexuelle Gewalt – all dies scheint in Fays Welt an der Tagesordnung zu stehen. Fay möchte ausbrechen und beschließt, ihrer Familie den Rücken zu kehren. Auf ihrem Weg begegnet sie vielen Menschen, die es tatsächlich nicht immer gut mit ihr meinen. Fay wird als eine sehr gefasste, pragmatische, aber doch naive junge Frau dargestellt, die gerne an das Gute im Menschen glauben will. Doch auch bei ihr hat das verrohte Leben schon Spuren hinterlassen und sie wird zunehmend misstrauischer mit jeder schlechten Erfahrung. Trotz ihrer aufgeschlossenen und netten Art, weiß sich Fay zu helfen, wenn sie in Bedrängnis gerät und ist alles andere als eine leichte Beute.

Doch Fay trifft leider nicht immer gute Entscheidungen, was wohl vor allem an ihrer Naivität liegt. Für mich als Leser nicht unbedingt nachvollziehbar, aber aus Fays Sicht durchaus. So ist es sogar vorgekommen, dass Fay aus meiner Sicht eine total dumme Entscheidung trifft, die ich überhaupt nicht mochte. Im Verlauf der Story verschlechtert sich aber alles so sehr, dass der vermeintliche Fehler vorher, eher einer Rettung gleichkommt. Die Geschichte selbst hat nicht unbedingt hervorstechende Highlights und fließt eher vor sich hin, jedoch war ich niemals gelangweilt, auch wenn das Buch durchaus ein paar Längen aufweist.

Einzig das Ende konnte mich leider nicht ganz überzeugen, da es wohl einfach nicht mein Geschmack war. Ich habe nicht mit einem Happy End gerechnet, da das wohl kaum dem Buch gerecht werden würde, aber etwas weniger offen und ein wenig hoffnungsvoller hätte mir schon gefallen.


Autor: Rainer Löffler
Titel: Der Näher (Abel & Christ #3)
Seitenzahl: 463
Erscheinungsdatum: 24. April 2017
Verlag: Bastei Lübbe
Preis: 12,00€ (Taschenbuch); 9,99€ (E-Book)
*Rezensionsexemplar

Inhalt: 

„In der Nähe von Köln verschwinden zwei schwangere Frauen. Martin Abel, Fallanalytiker des Stuttgarter LKA, übernimmt die Ermittlungen. Kurz darauf werden die Leichen einer Mutter und ihres Kindes in einem unterirdischen Hohlraum entdeckt. Es handelt sich um eine Frau, die vor Jahren verschwunden ist. Dann taucht eine der beiden vermissten Frauen wieder auf und gibt erste Hinweise auf den Täter. Martin Abel muss sich in eine Welt zerstörerischer Fantasien hineindenken. Denn der Mörder tötet nicht nur, sondern platziert etwas im Körper der Toten …“
(Bastei Lübbe)

Meine Meinung:

Nach ‚Blutsommer‘ und ‚Blutdämmerung‘ kommt mal nichts mit Blut, sonder ‚Der Näher‘! Ein recht profaner Titel, für einen so geladenen Thriller. Wir begleiten hauptsächlich unseren bereits bekannten Ermittler Abel, der quasi zwangsvermittelt wurde, um in einem beschaulichen Städtchen in bereits ‚erledigten‘ Fällen zu forschen. Doch natürlich findet Abel heraus, dass einiges nichts so ist wie es scheint und somit steht er wiedermal inmitten eines unglaublichen Falles.

Das Buch kann durchaus auch ohne Vorkenntnis der beiden ersten Teile gelesen werden. Es wird zwar selten Bezug genommen auf die früheren Fälle, aber dabei nicht gespoilert oder etwas vorausgesetzt.

Abel erscheint mir im dritten Teil wieder etwas gesetzter und nicht mehr ganz so unruhig und undurchdacht wie im zweiten Teil. Die neue Umgebung hat alles mal wieder etwas aufgelockert und man hat neue Figuren kennen lernen können. Besonders die Kollegin, die Abel zur Seite gestellt wurde, fand ich teilweise urkomisch mit ihrem trockenen Humor. Von Abels Immer-Noch-Freundin (ja, ich hoffe weiterhin, dass diese Beziehung sich auflöst, da die beiden für mich so gar nicht zusammen passen) sieht man im dritten Teil verhältnismäßig wenig, was mich auch nicht sonderlich gestört hat.

Der Fall selbst war wieder mal sehr interessant gestaltet. Wir erleben auch hier die polizeiliche Ermittlungsarbeit, wie sich langsam an die Sache herangetatet wird. Im Gegenstück dazu bekommen wir wieder die Gelegenheit in die Vergangenheit des Mörders einzutauchen, was wirklich sehr interessant und verstörend war. Im Laufe des Buches wird man natürlich zunächst auf eine falsche Fährte geführt. Jedoch ist die letztliche Auflösung ein wenig vorhersehbar, denn so viele Möglichkeiten blieben dann einfach nciht mehr.

Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen. Der Schreibstil  und die spannende Handlung haben wieder mal dazu eingeladen, das Buch in sehr kurzer Zeit durchzulesen. Trotz kleiner Minuspunkte ein Volltreffer für mich!

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[Bücher] Neuerscheinungen Juli 2017

Auch für den kommenden Monat Juli möchte ich euch meine Top Neuerscheinungen an Büchern vorstellen. Ich möchte keine vollständige Liste aufzeigen, sondern nur meine persönlichen Highlights, die ich mir früher oder später vielleicht selbst zulegen möchte, zusammentragen. Es erscheinen im Juli vor allem Thriller, die mich interessieren. Es sind außerdem auch einige Fortsetzungen von Reihen dabei.


New York Diaries Zoe – Carrie Price (03. Juli 2017)

Die Erfolgsserie geht weiter – der neue Roman von Carrie Price aus der Reihe „New York Diaries“: eine junge Frau zwischen ihrem großen Traum und ihrer großen Liebe.
Zoe Hunter kommt mit zu viel Gepäck, einer pinken Couch und dem großen Traum, Schauspielerin zu werden, aus Idaho nach New York. Doch die Wohnung, die sie beziehen wollte, wurde anderweitig vermietet, und der Übergangsjob in einem Café ist auch weg. Ihre erste Nacht verbringt sie auf ihrer Couch in einer Seitenstraße und lernt dort den schrägen Matt Booker kennen, der ihr eine Wohnung im Knights Building verschafft. Aber in New York hat niemand auf die talentierte Miss Idaho gewartet. Trost findet sie bei Matt, der Zoe mehr und mehr verzaubert. Doch dann fordert ihr neuer Agent von Zoe eine Entscheidung: Karriere oder Liebe?


Nummer 25 – Frank Kodiak (03. Juli 2017)

Der Schriftsteller Andreas Zordan ist Dauergast auf den Bestsellerlisten. Die riesige Fangemeinde kann nicht genug kriegen von seinen Thrillern. Nichts bereitet Zordan mehr Freude als das detailgenaue Beschreiben ausgefallener Tötungsmethoden. Das gelingt dem Einzelgänger nur, weil er sich selbst für einen Psychopathen hält. Er ist kontaktscheu, meidet andere Menschen und lebt einsam in einem ehemaligen Forsthaus im Wald. Er weiß: Würde er nicht in seinen Büchern töten, müsste er auf die Realität ausweichen.
Als er eines Morgens im Garten die übel zugerichtete Leiche eines Mädchens im Teenageralter findet, meldet er es nicht der Polizei, sondern lässt sich auf ein Psychoduell mit einem Mörder ein, der ihn offenbar herausfordert. Und muss erkennen, dass er selbst weit entfernt ist von dessen kaltblütiger Grausamkeit.


Die Heimsuchung von Grayson Manor (Addison Lockhart #1) – Cheryl Bradshaw (12. Juli 2017)

Addison Lockhart hat paranormale Fähigkeiten. Seit ihrer Kindheit quälen sie Visionen und dunkle Vorahnungen. Über die Jahre lernte sie ihre Gabe so gut wie möglich zu ignorieren. Als sie nach dem Tod ihrer Mutter das verwunschene Landgut „Grayson Manor“ erbt, tun sich Fragen auf. Ihre Mutter soll dort geboren und aufgewachsen sein, doch wieso hat die das Haus nie erwähnt? Welche Geheimnisse verbirgt es?
Addison begibt sich auf Spurensuche und zieht in das leerstehende Anwesen. Schon bald geschehen Dinge, die sie nicht mehr ignorieren kann, denn ganz offenbar ist sie nicht allein. In den Mauern von Grayson Manor lauern dunkle Geheimnisse…und Seelen, die keinen Frieden finden…


Du sollst nicht leben (Marina Esposito #6) – Tania Carver (14. Juli 2017)

Detective Phil Brennan wird zu einem grausigen Tatort gerufen. Eine Mutter und ihr Baby wurden vor den Augen des Kindsvaters mit einer Armbrust erschossen. Dieser hatte die Wahl: entweder mit seinem eigenen Leben oder dem seiner Familie den Unfalltod zweier Menschen zu büßen. Er wählte seine Familie. Ausgerechnet diesmal ist Phil Brennan auf sich allein gestellt. Denn seine Ehefrau, Polizeiprofilerin Marina Esposito, muss sich den Dämonen ihrer Vergangenheit stellen.


Trinity – Bittersüße Träume (Trinity #4) – Audrey Carlan (14. Juli 2017)

Das Leben von Maria de la Torre liegt in Scherben: Thomas, die Liebe ihres Lebens, wurde als Polizist im Dienst getötet, als er Marias beste Freundin Gillian Callahan vor einem irren Stalker retten wollte. Thomas‘ Zwillingsbruder Redding sieht Maria auf der Beerdigung zum ersten Mal und versteht sofort, warum sich Thomas in die temperamentvolle Tänzerin verliebt hatte. Doch die Verlobte seines toten Bruders ist für ihn tabu. Bis plötzlich der Mann auftaucht, der vor Jahren beinahe Marias Tanzkarriere zerstört hätte. Redding will alles tun, um Maria zu beschützen. Doch je näher er ihr kommt, umso stärker wird seine Leidenschaft …


Das Geheimnis jenes Sommers – Susan Stairs (21. Juli 2017)

Das alte Foto lässt Orla keine Ruhe. Wer ist der fremde Junge, der zwischen ihren Eltern steht? Und wieso sieht ihre Mutter glücklicher aus, als Orla sie je erlebt hat? Da sie von ihren Eltern keine Antworten bekommt, zeigt Orla das Foto im Dorf herum. So hört sie zum ersten Mal von Tim, ihrem Cousin aus England. Er war vierzehn, als er den Sommer bei Tante und Onkel in Irland verbrachte. Ein Sommer, der als Abenteuer begann und mit einer Katastrophe endete …


Spectrum – Ethan Cross (21. Juli 2017)

August Burke ist anders. Irgendwie seltsam, geradezu wunderlich. Doch Burke ist auch ein Genie: Er erkennt Zusammenhänge, die allen anderen verborgen bleiben. Als es in einer Bank zu einer Geiselnahme kommt, wendet das FBI sich an ihn. Denn die Täter verhalten sich extrem ungewöhnlich und verschwinden schließlich sogar unbemerkt aus dem umstellten Gebäude. Mit Burkes Hilfe entdeckt das FBI den Zugang zu einem Geheimlabor unter der Bank – das eigentliche Ziel des Überfalls. Was haben die Räuber dort gesucht? Und haben sie es gefunden? Zusammen mit Special Agent Carter folgt Burke ihrer Spur – und bekommt es mit einem Feind zu tun, der bereit ist, tausende Menschenleben zu opfern.


Solange du atmest – Joy Fielding (24. Juli 2017)

Als Psychotherapeutin und mit eigener verkorkster Familiengeschichte glaubt Robin, alle menschlichen Abgründe zu kennen. Doch dann erhält sie eines Tages während einer Sitzung einen Anruf, der sie völlig aus der Fassung bringt. Ihre Schwester Melanie, zu der sie jahrelang keinen Kontakt hatte, teilt ihr mit, dass jemand brutal auf ihren Vater, seine neue Frau Tara und deren zwölfjährige Tochter geschossen hat. Tara erliegt kurz darauf ihren Verletzungen. Obwohl Robin zweifelt, dass es das Richtige ist, sich den Geistern der Vergangenheit zu stellen, macht sie sich auf den Weg in ihren Heimatort. Ihr ist klar, dass es viele Menschen gibt, die einen Grund hätten, ihren Vater zu hassen – allen voran ihre eigene Familie. Aber was für ein Monster schießt auf eine Zwölfjährige?


Böse Seelen (Kate Burkholder #8) – Linda Castillo (27. Juli 2017)

Die junge Rachel Esh wird tot im Wald gefunden. Sie war fünfzehn und erfror jämmerlich. Offenbar wollte sie weg von zu Hause. Böse Gerüchte machen die Runde über diese isolierte Amisch-Gemeinde im Bundesstaat New York. Aber niemand will offen sprechen. Deshalb bittet der örtliche Sheriff Kate Burkholder um Hilfe. Allein und auf sich selbst gestellt soll sie herausfinden, was sich dort wirklich abspielt. Kate gibt sich als trauernde Witwe aus und taucht ein in eine Welt, die voller Verbrechen und Grausamkeit ist. Und in dieser Welt steht ihr der gefährlichste Kampf noch bevor: Sie muss ihr eigenes Leben retten.


The Watcher – Sie sieht dich – Ross Armstrong (27. Juli 2017)

Lily Gullick lebt in einem Londoner Neubauviertel. Sie beobachtet nicht nur Vögel mit dem Fernglas, sondern sie späht auch gerne in die Fenster ihrer Nachbarn. Aber der Ort, an dem sie lebt, ist gefährlich, eine Baustelle, anonym. Unter mysteriösen Umständen verschwindet eine Frau, eine andere wird ermordet. Lily hat etwas gesehen, aber auch sie wurde beobachtet. Je näher sie der Wahrheit kommt, desto gefährlicher wird es für sie. Was hat sie gesehen? Wem kann sie trauen? Kann Lily sich selbst trauen?

Bücher

[Bücher] Gelesen im Juni 2017 #1

Der Juni ist schon wieder zur Hälfte rum und ich habe leider nicht zufriedenstellend viel Zeit mit dem Lesen verbracht. Nicht dass die Zahl irgendein Kriterium wäre, aber wenige Bücher bedeuten einfach auch, dass ich mir augenscheinlich wenig Zeit zum Lesen genommen habe. Momentan liegt das einfach daran, dass ich gerade mitten in meiner Masterarbeit stecke und dann zum Entspannen doch öfter Serien schaue, da ich ansonsten schon genug in Bücher starre.


Autor: Paula Hawkins
Titel: Into the Water – Traue keinem. Auch nicht dir selbst
Seitenzahl: 480
Erscheinungsdatum: 24. Mai 2017
Verlag: Blanvalet
Preis: 14,99€ (Broschiert); 12,99€ (E-Book)
*Rezensionsexemplar

Inhalt:

„»Julia, ich bin’s. Du musst mich anrufen. Bitte, Julia. Es ist wichtig …« In den letzten Tagen vor ihrem Tod rief Nel Abbott ihre Schwester an. Julia nahm nicht ab, ignorierte den Hilferuf. Jetzt ist Nel tot. Sie sei gesprungen, heißt es. Julia kehrt nach Beckford zurück, um sich um ihre Nichte zu kümmern. Doch sie hat Angst. Angst vor diesem Ort, an den sie niemals zurückkehren wollte. Vor lang begrabenen Erinnerungen, vor dem alten Haus am Fluss, vor der Gewissheit, dass Nel niemals gesprungen wäre. Und am meisten fürchtet Julia das Wasser und den Ort, den sie Drowning Pool nennen …“
(Blanvalet)

Meine Meinung:

‚Into The Water‘ hat sofort meine Aufmerksamkeit erregt, als ich gesehen hatte, dass es von der selben Autorin ist wie ‚Girl On The Train‘. Das Buch habe ich damals sehr gut gefunden, einfach weil es für die damalige Zeit etwas vollkommen Neues für mich war. Umso gespannter war ich natürlich auf ‚Into The Water‘ und meine Erwartungen waren recht hoch gesetzt.

Leider wurden meine Erwartungen nicht erfüllt. Wer eine Geschichte wie bei ‚Girl On The Train‘ erwartet, der wird vermutlich, wie ich, enttäuscht werden. Das Buch ist allerdings auch ’nur‘ als Roman deklariert, auch wenn es einige Thriller Elemente aufweist. Die Story baut sich nur sehr langsam auf und die Stimmung würde ich durchgehend als dahinplätschernd bezeichnen.

Am Anfang steht der Todesfall von Nel, weshalb ihre Schwester Julia in ihre Heimat zurückkehrt. Dort angekommen, wird schnell klar, dass die Todesumstände sehr mysteriös sind und nichts so ist, wie es scheint. Hinzu kommt, dass die Story aus der Sicht von sehr vielen Personen erzählt wird. Diese Personen erzählen im Grunde alle etwas anderes und so weiß man nie genau, woran man nun ist. Durch den stetigen Perspektivwechsel war es für mich auch sehr schwierig an der Geschichte dran zu bleiben. Positiv fand ich jedoch, dass unten neben der Seitenzahl immer der Name der Person stand, die gerade erzählt. Das hat zwar etwas geholfen, trotzdem war es mir insgesamt etwas zu viel. Durch die vielen Personen kam die Geschichte wirklich sehr langsam in Fahrt und ich habe mich durch die ersten zwei Drittel durchkämpfen müssen. Im letzten Drittel nimmt die Story durchaus noch an Fahrt auf, jedoch muss man dafür wirklich Geduld mitbringen.

Dass ich mich trotzdem durch das Buch gekämpft habe, lag wohl zum Großteil am recht angenehmen Schreibstil der Autorin. Außerdem wollte ich natürlich trotzdem gerne wissen, wie sich alles am Ende auflöst. Insgesamt ist ‚Into The Water‘ ein recht durchschnittliches Buch mit einigen Minuspunkten. Ich würde vermutlich trotzdem weitere Bücher von Paula Hawkins lesen, denn ‚Girl On The Train‘ konnte mich auch begeistern, obwohl es ebenfalls kein Buch mit vielen Spannungsspitzen war. Vielleicht war ‚Into The Water‘ einfach nicht meine bevorzugte Art von mysteriösem Mordfall.


Autor: Mary E. Pearson
Titel: Das Herz des Verräters (Die Chronik der Verbliebenen #2)
Seitenzahl: 527
Erscheinungsdatum: 26. Mai 2017
Verlag: One by Lübbe
Preis: 18,00€ (Gebunden); 13,99€ (E-Book)
*Rezensionsexemplar

Inhalt:

„Seit Lia in den feindlichen Palast verschleppt wurde, muss sie um ihr Leben fürchten. Rafe ist zwar an ihrer Seite, aber hier kann auch er sie nicht mehr beschützen. Der Komizar von Venda will Lias Tod – und erst als Kaden ihm verrät, dass Lia die Gabe der Vorsehung besitzt, steigert das in den Augen des Feindes Lias Wert. Sie gewinnt Zeit – doch was sagt ihr der Blick in die Zukunft? Lia muss wichtige Entscheidungen treffen und einen Weg finden, um endlich ihrem Gefängnis zu entfliehen …“
(One by Lübbe)

Meine Meinung:

Nachdem mir Band 1 der Chronik der Verbliebenen schon sehr gut gefallen hat, habe ich mich sehr auf die Fortsetzung gefreut. ‚Der Kuss der Lüge‘ hat mit einem ziemlich fiesen Cliffhanger geendet, daher konnte ich es kaum erwarten weiterzulesen.

Nachdem nun geklärt wurde, wer von den beiden Herren welche Rolle hat, geht das Liebesdreieck dennoch ein wenig weiter. Wir befinden uns nun im Feindesland Venda. Wir lernen Venda mit all seinen Facetten kennen, die Welt, die hier gezeichnet wurde, war wieder mal sehr bildhaft beschrieben und äußerst eindrucksvoll. Anfangs erscheint Venda sehr düster und regelrecht karg, jedoch schaut Lia nach und nach hinter die harte Fassade und findet sogar einige nett gesinnte Menschen.

Ich fand, dass im ersten Band die Charakterzeichnung etwas besser gelungen ist als hier. Ich hätte mir gewünscht, dass wir unsere Hauptcharaktere noch etwas tiefergehend kennen lernen. Einzig bei Kaden ist mir das ein wenig gelungen, Lia und Rafe blieben für mich etwas auf der Strecke.

Insgesamt betrachtet ist im zweiten Band gar nicht sehr viel passiert. Wir werden in die neue Welt Vendas eingeführt und erleben dort das Geschehen zum Großteil durch Lias Augen. Das Buch hat im Gegensatz zu Teil 1 einige Längen, weshalb ich es etwas schwächer finde. Trotzdem freue ich mich auf die Fortsetzung und wie die Geschichte weitergesponnen wird.


Autor: P.C. Fast & Kristin Cast
Titel: Betrogen (House of Night #2)
Seitenzahl: 512
Erscheinungsdatum: 26. März 2010
Verlag: Fischer FJB
Preis: 16,95€ (Gebunden); 8,99€ (Taschenbuch); 8,99€ (E-Book), Spotify

Inhalt: 

„Zoey hat sich im House of Night eingelebt und gewöhnt sich an die enormen Kräfte, die ihr die Göttin Nyx verliehen hat. Endlich fühlt sie sich sicher und zu Hause, da passiert das Unfassbare: Menschliche Teenager werden getötet und alle Spuren führen zum House of Night. Als die Freunde aus ihrem alten Leben in höchster Gefahr schweben, ahnt Zoey, dass die Kräfte, die sie so einzigartig machen, eine Bedrohung sein können: für alle, die sie liebt.“
(Fischer FJB)

Meine Meinung:

Diesen Monat bleibe ich gleich mal an der House of Night Reihe dran, damit ich nicht wieder den Anschluss verliere. Auch wenn die House of Night Reihe nicht zu den Bücherreihen gehört, die ich kurzzeitig hintereinander lesen kann, sind 1-2 Bände im Monat doch gut machbar. Nach einem Band brauche ich meist erstmal eine Pause von den banalen Teeniedramen.

Auch hier kam einem natürlich zu Gute, dass die Schrift wirklich enorm groß ist und sich die locker, leichten Sätzen sehr schnell lesen lassen. Der Sprachstil ist passend zum Buch eher jugendlich gehalten und wir haben viel mehr Unterhaltungen als z.B. beschreibende Absätze. Nachdem wir im ersten Band zunächst in die Welt eingeführt wurden und nun alle wichtigen Figuren kennen, geht es in das erste richtige Abenteuer für Zoey. Es werden gewissen Machenschaften im Hintergrund aufgedeckt und auch im sozialen, persönlichen Bereich von Zoey tun sich einige Dinge. Das kann für einen Teenager schon mal leicht turbulent werden.

Ich fürchte wir kommen in keinem Band drumherum, dass das Buch ein bisschen nach Schema F abläuft. Wir haben eine Protagonistin, die sehr wechselnde Gefühle gegenüber Männern hegt und sich hin und her gerissen fühlt. Wir haben eine dunkle Bedrohung, die aber am Ende durch seichte Element-Beschwörungen besiegt werden kann. Und natürlich den bedrohlichen roten Faden, der wohl bis zum Ende der Reihe verfolgt wird. Ich bin gespannt, ob ich bis Band 12 komme, ohne genervt zu sein. Bisher fühlte ich mich noch sehr gut unterhalten.


 

Autor: Rainer Löffler
Titel: Blutdämmerung (Abel & Christ #2)
Seitenzahl: 416
Erscheinungsdatum: 01. August 2014
Verlag: rororo
Preis: 9,99€ (Taschenbuch); 9,99€ (E-Book)

Inhalt: 

„Der Himmel ist blau, die Sonne brennt, das Wasser im See schimmert türkis. Im nahe gelegenen Wäldchen singen die Vögel. Unter Wasser dann: Stille. Kühle. Frieden.
Ewiger Frieden.
Nicht zum ersten Mal wird Martin Abel, bester Fallanalytiker des Stuttgarter LKA, nach Köln beordert. Im See am Ginsterpfad wurde von Hobbytauchern eine Leiche entdeckt – eine junge Frau, gekleidet wie für eine Hochzeit. Und sie war nur die erste. Nun sind es schon fünf – fünf tote Bräute. Was ihnen angetan wurde, ist so verstörend, dass es nicht an die Öffentlichkeit dringen darf …“
(rororo)

Meine Meinung:

Nachdem ich vom ersten Teil recht angetan war, habe ich schnell Band 2 der Abel & Christ Reihe verschlungen. Es passiert mir recht selten, dass ich bei Reihen den zweiten Teil besser als den ersten finde, aber hier war das eindeutig der Fall! Ich würde allerdings sagen, dass das vor allem daran liegt, dass jedes Buch ein abgeschlossener Fall ist und es demnach einfach eine Geschmackssache, welchen Kriminalfall man lieber mag.

Neben dem sehr interessanten Fall, der uns auch wieder in die Vergangenheit des Mörders führt, haben wir natürlich auch wieder die persönliche Geschichte um Abel, die sich weiter fortsetzt. Auch jetzt kann ich ehrlich gesagt noch immer keine Chemie zwischen den beiden Ermittlern feststellen und finde die Beziehung völlig aus der Luft gegriffen.

Während ich im ersten Teil noch logische und nüchterne Sachlichkeit von Christ gut fand, agiert sie hier im zweiten Band teilweise total unlogisch und gar nicht mehr so bedacht. Abel hingegen fand ich auf einmal gar nicht mehr so unsympathisch, allerdings hat er an mancher Stelle doch sehr unreflektiert gehandelt.

Insgesamt ein sehr spannender Fall, ich war regelrecht gefesselt von den Einblicken in die Vergangenheit des Mörders. Teil 3 der Reihe ist vor nicht langer Zeit erschienen und der wird mich hoffentlich auch wieder aus den Socken hauen.


Autor: Jonas Winner
Titel: Murder Park
Seitenzahl: 464
Erscheinungsdatum: 13. Juni 2017
Verlag: Heyne
Preis: 12,99€ (Broschiert); 9,99€ (E-Book)
*Rezensionsexemplar

Inhalt: 

„Zodiac Island vor der Ostküste der USA: ein beliebter Freizeitpark – bis dort ein Serienmörder drei junge Frauen auf bestialische Weise tötet. Der Täter Jeff Bohner wird schnell gefasst, der Park aber geschlossen. Die Schreie der Opfer scheinen vergessen zu sein. 20 Jahre später: Die Insel soll zur Heimat werden für den Murder Park – eine Vergnügungsstätte, die mit unseren Ängsten spielt. Paul Greenblatt wird zusammen mit elf weiteren Personen auf die Insel geladen. Und dann beginnen die Morde.
Ein Killer ist auf der Insel …keiner kann dem anderen trauen …die nächste Fähre kommt erst in drei Tagen …“
(Heyne)

Meine Meinung:

Ich glaube, kein Klappentext hat mich in letzter Zeit so neugierig gemacht wie dieser. Die Kombination aus einem Freizeitpark und einem Mörder, der umgeht, klingt einfach grandios, daher war ich wirklich sehr gespannt, was die Geschichte zu bieten hat.

Es klingt beinahe wie ein typischer amerikanischer Horrorfilm. 12 Menschen, die abgeschnitten auf einer Insel warten müssen, bis nach 3 Tagen endlich eine Fähre kommt. Ein Mörder geht um und es gibt kein Entkommen. Natürlich liegen schnell die Nerven blank und im Verlaufe der Geschichte wird jeder mal verdächtigt. Jeder beobachtet jeden argwöhnisch und jede Handlung und Konversation wird kritisch betrachtet. Tatsächlich fängt man schnell an, selbst mitzurätseln. Gänzlich undurchsichtig wird es jedoch, als noch die Vergangenheit eines Protagonisten eingestreut wird. Wer erzählt die Wahrheit und wer verbirgt seine wahren Motive?

Das Buch ist wahrlich ein Katz und Maus Spiel, denn wirklich jeder erzählt etwas anderes. Nichts kann hier für bare Münze genommen werden. Und am Ende kommt es sowieso total anders, als man jemals vermutet hätte.

Das Buch ließ sich relativ schnell lesen, jedoch ist der Schreibstil vielleicht nicht für jeden etwas. Manche Szenen fand ich teilweise etwas abgehakt und überstürzt geschrieben, so dass ich manchmal gar nicht richtig auffassen konnte, was hier genau passiert ist. Der Autor hat außerdem ein ganz eigene Art und Weise Szenen bildlich zu beschreiben. Für mich war die Art nicht sehr gut greifbar und ich musste einiges mehr an Fantasie aufbringen, um mir das Geschriebene bildhaft vorstellen zu können.

Die Story war sehr interessant aufgeteilt in die Geschichte selbst, und zurückliegende Interviews mit den verschiedenen Charakteren. Das Buch bietet eine Fülle an Figuren, insgesamt 12 Stück, da kann es schon mal unübersichtlich werden. Die Interviews haben geholfen die Personen näher kennen zu lernen und man konnte einige interessante Geschichten aus ihrer Vergangenheit hören. Wer Probleme hat sich 12 Personen inklusive ihrer Rolle zu merken, der kann übrigens ganz bequem zur letzten Seite im Buch blättern, dort sind nochmal alle Personen inklusive ihrer Rolle im Buch aufgeführt. Mir hat das im Laufe der Story sehr geholfen, den Überblick zu behalten.

Insgesamt hat mich das Buch wirklich sehr an 90er Horrorfilme á la „Ich weiß was du letzten Sommer getan hast“ erinnert. Eine Gruppe Leute wird von einem Killer gejagt, die Verdächtigungen treffen jeden mal und am Ende kommt es dann doch anders. Und in diesem Buch wirklich anders. Zuletzt hat mich kein Ende einer Story so überrascht wie hier. Ich glaube man muss eine gewisse Vorliebe für Horrorfilme solcher Art haben, um dieses Buch gut zu finden. Wer einen reinen Thriller erwarten, könnte unter Umständen etwas enttäuscht sein. Da ich aber von Anfang an diese kleine Assoziation zu US-Horrorfilmen im Kopf hatte, hat mir das Buch mit ein paar Abzügen wirklich gut gefallen.


Autor: Simone Trojahn
Titel: Daddy’s Princess
Seitenzahl: 343
Erscheinungsdatum: 29. Januar 2017
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
Preis: 1,49€ (E-Book)

Inhalt: 

„Die dreizehnjährige Selina ist hübsch, intelligent und allseits beliebt. Längst vergessen scheint ihre Vergangenheit als verwahrlostes Kleinkind drogensüchtiger Eltern. Ihre Mutter ist inzwischen tot und ihr Vater clean. Mit seiner neuen Frau hat er einen perfekten Mutterersatz für Selina gefunden. Als dann noch die kleine Leila zur Welt kommt und die Familie in ein hübsches Haus am Stadtrand zieht, scheint das Leben perfekt. Doch dann passiert das Unfassbare: Baby Leila liegt eines Morgens tot in ihrem Bettchen. Der Traum vom Glück ist zerplatzt wie eine Seifenblase. Wer trägt die Schuld daran? War es wirklich plötzlicher Kindstod? Der furchtbare Verlust ihrer Jüngsten ist allerdings nicht das einzige Erdbeben, das die Welt der jungen Eltern nun erschüttert, denn schon bald wird klar, dass sich hinter Selinas strahlender Fassade ein düsterer Abgrund verbirgt: Das Mädchen ist regelrecht besessen von der Vorstellung, ihren Vater ganz für sich allein zu haben und sie wird über Leichen gehen, um ihren Willen durchzusetzen.“
(Amazon)

Meine Meinung:

Dieses Buch ist absolut nichts für schwache Nerven oder zartbesaitete Menschen, und erst recht nichts für Leute unter 18 Jahren. Hier wird schonungslos und äußerst direkt die Geschichte einer Familie erzählt und ich würde es mal im Groben ein ‚Familiendrama‘ nennen.

Allerdings umfasst das Wort ‚Familiendrama‘ nicht mal annähernd was hier im Buch passiert. Man könnte jetzt wieder eine Debatte darüber anheizen, dass die Story vollkommen krank, pervers und eklig ist. Aber darum soll es hier gar nicht gehen, denn ich möchte natürlich auch nicht zu viel verraten. Die Geschichte ist fiktiv und entweder möchte man sowas lesen oder man lehnt es nunmal ab.

Davon abgesehen könnte man natürlich auch sagen, dass das alles total realitätsfern ist, doch auch darum geht’s hier nicht. Eine gute Geschichte muss für mich nicht nah an der Realität sein. Natürlich wird hier der Bogen sehr überspannt und man bekommt sehr explizite Szenen geliefert, die einen nur den Kopf schütteln lassen.

Die Charaktere werden nicht sehr tiefgehend dargelegt, jedoch ausreichend für die Story. Ich bin von anfänglichem Mitleid zu absolutem Unglauben und Entsetzen abgedriftet und konnte mich einfach nicht mehr von der Geschichte losreißen. Die Figuren haben so unfassbar dumme Entscheidungen getroffen und sich wirklich immer mehr ins Verderben gestürzt, dass ich einfach nicht aufhören konnte zu lesen.

Damit könnte man wohl sagen, dass das Buch absolut sein Ziel erreicht hat – ich habe es förmlich verschlungen. Ich tue mich etwas schwer, was die Sternvergabe betrifft, denn irgendwie kommt es mir unangemessen vor. Trotzdem möchte ich es irgendwo einordnen und würde dem Buch 4 Sterne vergeben. Sicher nicht mein letztes Buch von Simone Trojahn!

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