Bücher

[Bücher] Gelesen im Mai 2017 #1

Die erste Mai-Hälfte ist schon wieder vorbei und ich habe wieder sehr quer durch die Genres gelesen. Meine Favoriten sind tatsächlich aus zwei sehr verschiedenen Genres, konnten mich aber vollends überzeugen. Mit dabei war endlich mal wieder ein Fortsetzungsband einer Reihe, denn ich habe Band 2 der Selection Buchreihe gelesen, die ich bereits im Januar angefangen habe.


Autor: Gail Honeyman
Titel: Ich, Eleanor Oliphant
Seitenzahl: 528
Erscheinungsdatum: 24. April 2017
Verlag: Bastei Lübbe
Preis: 20,00€ (Hardcover); 15,99€ (E-Book)
*Rezensionsexemplar

Inhalt:

„Wie Eleanor Oliphant die Liebe suchte und sich selbst dabei fand.
Eleanor Oliphant ist anders als andere Menschen. Eine Pizza bestellen, mit Freunden einen schönen Tag verbringen, einfach so in den Pub gehen? Für Eleanor undenkbar! Und das macht ihr Leben auf Dauer unerträglich einsam. Erst als sie sich verliebt, wagt sie sich zaghaft aus ihrem Schneckenhaus – und lernt dabei nicht nur die Welt, sondern auch sich selbst noch einmal neu kennen.“
(Bastei Lübbe)

Meine Meinung:

Als ich das Cover und den Klappentext sah, dachte ich zunächst, dass es sich hierbei um ein Jugendbuch handelt. Doch unsere Protagonistin ist bereits 30 Jahre alt und wirklich sehr speziell. Anfangs könnte man meinen, dass man hier einen typisch einsamen, grummeligen und schrulligen Charakter vor sich hat, doch ich wurde schnell eines besseren belehrt. Eleanor Oliphant ist seit langem der sympathischste Charakter, der mir untergekommen ist und sie ist mir regelrecht ans Herz gewachsen.

Wir begleiten Eleanor durch ihr anfangs sehr monotones Leben, das aber plötzlich an Fahrt aufnimmt. Die Geschichte ist keineswegs von viel Spannung gekennzeichnet, man könnte fast sagen sie plätschert eher etwas dahin und dennoch fand ich das Buch grandios! Insgesamt betrachtet passiert im Buch gar nicht viel, aber für Eleanor haben halt kleine Dinge schon eine viel höhere Bewandniss als für Otto Normal. Unsere Protagonistin macht im Buch so viele positive Veränderungen durch, dass es einfach Freude macht, ihr dabei zuzusehen wie sie regelrecht aufblüht. Damit meine ich keine Hässliches-Entlein-wird-zu-schönem-Schwan-Geschichte, sondern viele Kleinigkeiten, die das Leben von Eleanor wirklich lebenswert machen. Sehr erfrischend, dass die Protagonistin am Ende der Story nicht als neugeborener Superheld gezeigt wird, sondern schlichtweg einfach herrlich normal ist.

Der Schreibstil war wunderbar flüssig und man konnte nur so durch die Story fliegen. Besonders gefallen haben mir die inneren Monolage von Eleanor. Eleanos Gedankengänge waren mitunter wirklich sehr witzig, da sie viele Dinge einfach anders sieht als die meisten Menschen. Wahrscheinlich hat jeder so seine Macken und ich habe mich ab und zu doch in Elenor wiedererkannt. Für mich ist ‚Ich, Eleanor Oliphant‘ mein Monatshighlight. Ich bin sehr begeistert von Gail Honeymans Debütroman und hoffe, dass in Zukunft noch mehr von ihr erscheinen wird.


Autor: Sebastian Fitzek
Titel: AchtNacht
Seitenzahl: 416
Erscheinungsdatum: 14. März 2017
Verlag: Knaur
Preis: 12,99€ (Broschiert); 9,99€ (E-Book)

Inhalt:

„Es ist der 8. 8., acht Uhr acht.
Sie haben 80 Millionen Feinde.
Werden Sie die AchtNacht überleben?

Stellen Sie sich vor, es gibt eine Todeslotterie.
Sie können den Namen eines verhassten Menschen in einen Lostopf werfen.
In der „AchtNacht“, am 8. 8. jedes Jahres, wird aus allen Vorschlägen ein Name gezogen.
Der Auserwählte ist eine AchtNacht lang geächtet, vogelfrei.
Jeder in Deutschland darf ihn straffrei töten – und wird mit einem Kopfgeld von zehn Millionen Euro belohnt.

Das ist kein Gedankenspiel. Sondern bitterer Ernst.
Es ist ein massenpsychologisches Experiment, das aus dem Ruder lief.
Und Ihr Name wurde gezogen!“
(Knaur)

Meine Meinung:

AchtNacht scheint ja durchaus die Leute in 2 Lager zu spalten. Wer es nicht enttäuschend fand, der fand es grandios. Ich muss sagen, ich gehöre zu den Leuten, die es toll fanden! Ich habe das Buch innerhalb weniger Stunden durchgelesen und das sagt schon vieles aus.

Fitzek verweist direkt zu Beginn an den Film ‚The Purge‘ und dass dieser als Inspiration diente. Warum finden das viele so blöd? Heutzutage das Rad neuzuerfinden ist wirklich schwierig und irgendwo wird man doch immer inspiriert. Ich habe den Film vor einigen Jahren gesehen und das Buch hat abgesehen von der Grundidee nichts damit gemein.

Die Story beginnt gleich sehr rasant und dieses Tempo wird im ganzen Buch deutlich. Unser Protagonist hat keine Zeit zu verschnaufen und die Geschichte lässt tatsächlich genau das Feeling aufkommen, das wohl auch unser Protagonist gepürt hat – wir befinden uns mitten in einer Hetzjagd. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen, es war einfach alles zu spannend und ich wollte unbedingt wisse wie alles ausgeht.

Das Ende der Geschichte war dann leider etwas ernüchternd, weshalb ich einen Stern abgezogen habe. Das Ende ist eine einizige Klischee-Lösung, ich würde es bestenfalls einfallslos nennen. Dafür kann ich umso mehr das Nachwort empfehlen, denn hier werden mal wieder gesellschaftskritische Töne angeschlagen, was wirklich zum Nachdenken anregt.


Autor: Peter Swanson
Titel: Die Gerechte
Seitenzahl: 416
Erscheinungsdatum: 16. Januar 2017
Verlag: Blanvalet
Preis: 12,99€ (Broschiert); 9,99€ (E-Book)
*Rezensionsexemplar

Inhalt:

„Eine Flughafenbar in London. Es ist Abend, und Ted Severson wartet auf seinen Rückflug nach Boston, als eine attraktive Frau sich neben ihn setzt. Kurz darauf vertraut er der geheimnisvollen Fremden an, dass seine Frau ihn betrogen hat. Mit ihrer Reaktion jedoch hat er nicht gerechnet: Sie bietet ihm Hilfe an – beim Mord an seiner Ehefrau. Ein Trick? Ein morbider Scherz? Oder ein finsteres Rachespiel, das nur ein böses Ende nehmen kann?“
(Blanvalet)

Meine Meinung:

Wenn man viele Bücher liest, dann hat man oftmals eine gewisse Ahnung, wohin sich die meisten Stories bewegen. Und doch hat ‚Die Gerechte‘ mich eiskalt erwischt. Dieses Buch war so unvorhersehbar und ich bin quasi mitten in die Ahnungslosigkeit getappt.

Das Buch ist in verschiedene Teile untergliedert und wir lesen aus verschiedenen Perspektiven, sowohl in Vergangenheit als auch Gegenwart. Der Schreibstil des Autoren ist sehr flüssig lesbar, ich konnte das Buch kaum weglegen. Hinzu kam der straff gespannte Spannungsbogen und einige unvorhersehbare Wendungen, die mich wirklich überrascht haben. Einizg ganz zum Schluss war etwas die Luft heraus, jedoch musste auch dann natürlich noch eine Überraschung lauern.

Die Figuren sind wirklich gut beschrieben, ich habe mit einigen Personen richtig mitgefiebert und Sympathien entwickelt. ‚Die Gerechte‘ war für mich mal wieder ein Thriller, der durch und durch überzeugen konnte. Ich muss mir unbedingt noch weitere Bücher von Peter Swanson anschauen.


Autor: Jack Ketchum, Lucky McKee
Titel: SCAR
Seitenzahl: 336
Erscheinungsdatum: 10. April 2017
Verlag: Heyne Hardcore
Preis: 14,99€ (Broschiert); 11,99€ (E-Book)
*Rezensionsexemplar

Inhalt:

„Mit elf Jahren ist Delia Cross bereits ein gefeierter Fernsehstar – aber nicht glücklich. Ihre Mutter ist von krankhaftem Ehrgeiz getrieben. Ihr Vater dem Alkohol verfallen. Ihr Bruder von Eifersucht zerfressen. Einzig der Familienhund Caity hält immer treu zu ihr. Dann droht ein tragischer Unfall, Delias Karriere für immer zunichtezumachen. Doch sogar ihre Narben werden gegen ihren Willen vermarktet. Bis sie beginnt, sich zu wehren … “

Meine Meinung:

Jack Ketchum gehört zu meinen liebsten Autoren und das schon über viele Jahre hinweg. Ich liebe seinen schockierenden Schreibstil und finde seine Geschichten immer sehr interessant und flüssig zu lesen. ‚SCAR‘ durfte also auch in meinem Bücherregal nicht fehlen.

Das Cover erregt sofort Aufmerksamkeit und der Klappentext macht extrem neugierig. Wir begleiten in der Geschichte Delia, ein junges Mädchen, das gerade dabei ist ihren schauspielerischen Durchbruch zu erleben. Gleich zu Beginn kann man hinter die heile Familienwelt blicken und feststellen, dass hier gar nichts so rosig ist, wie es nach außen scheint. Wärme und Nähe sucht Delia bei ihrer Hündin Caity, die beiden sind unzertrennlich. Als dann der besagte Unfall geschiet, beginnt die eigentliche Wendung der Geschichte.

Zunächst einmal würde ich gerne anmerken, dass das Buch zwar als ‚Roman‘ deklariert ist, aber dennoch von Heyne Hardcore verlegt wurde. Wer den Verlag kennt, der weiß, dass es hier normalerweise sehr blutig und radikal zugeht, da hier schonungslos über rohe Gewalt geschrieben wird. Bei ‚SCAR‘ fehlt mir das ein bisschen, da lediglich ganz zum Schluss der ‚Hardcore-Teil‘ losgeht. Trotzdem finde ich es für die Story recht passend. Sie beginnt langsam und gipfelt eben in einem Showdown, der auf jeden Fall Hardcore genannt werden darf. Zarte Seelchen sollte nicht unbedingt zu diesem Buch greifen.

Die Geschichte wird uns aus verschiedenen Perspektiven erzählt, wir begleiten alle Familienmitglieder, wenn auch in verschiedenem Ausmaß. Sogar die Familienhündin Caity kommt quasi zu Wort, diese Abschnitte fand ich allerdings nicht immer notwendig. Jede der Figuren wird so etwas näher beleuchtet und man erfährt, dass anscheinend jeder mit seinen eigenen Problemen zu kämpfen hat, was jedoch gewisse Personen nicht sympathischer macht. Der Schreibstil von Jack Ketchum ist für mich sehr flüssig lesbar, da die Sprache recht einfach gehalten ist.

Für mich ist ‚SCAR‘ nicht unbedingt das, was ich von Ketchum gewohnt bin, aber dennoch konnte das Buch bei mir punkten. Wer Geschichten über heile Welten mit tiefen Abgründen mag, vor Gewaltszenen nicht zurückschreckt, der sollte sich dieses Buch unbedingt mal angucken.


Autor: JP Delaney
Titel: The Girl Before – Sie war wie du. Und jetzt ist sie tot.
Seitenzahl: 400
Erscheinungsdatum: 25. April 2017
Verlag: Penguin
Preis: 13,00€ (Broschiert); 9,99€ (E-Book)
*Rezensionsexemplar

Inhalt:

„Nach einem Schicksalsschlag braucht Jane dringend einen Neuanfang. Daher überlegt sie nicht lange, als sie die Möglichkeit bekommt, in ein hochmodernes Haus in einem schicken Londoner Viertel einzuziehen. Sie kann ihr Glück kaum fassen, als sie dann auch noch den charismatischen Besitzer und Architekten des Hauses kennenlernt. Er scheint sich zu ihr hingezogen zu fühlen. Doch bald erfährt Jane, dass ihre Vormieterin im Haus verstarb – und ihr erschreckend ähnlich sah. Als sie versucht, der Wahrheit auf den Grund zu gehen, erlebt sie unwissentlich das Gleiche wie die Frau vor ihr: Sie lebt und liebt wie sie. Sie vertraut den gleichen Menschen. Und sie nähert sich der gleichen Gefahr.“
(Penguin)

Meine Meinung:

‚The Girl Before‘ ist der erste Thriller von JP Delaney, der aber bereits unter anderem Namen erfolgreiche Romane verfasst hat. Das Cover und der Titel haben sofort meine Aufmerksamkeit erregt, obwohl ich langsam etwas durcheinander komme mit all den Bücher, die irgendwas mit ‚Girl‘ im Titel tragen. Andererseits ist der Buchtitel durchaus passend für die Geschichte.

In der Geschichte begleiten wir Jane, die uns durch die gegenwärtige Zeit führt und Emma, die wir in Rückblicken kennen lernen. Jane hat einen schweren Schicksalsschlag hinter sich und hat nun die Chance auf einen Neuanfang in einem technisch hochmodernen Haus. Das Haus ist sehr speziell und stellt gewissermaßen Ansprüche an seine Bewohner – es verfügt kaum über Möbel, strahlt allgemein keine Gemütlichkeit aus und alles funktioniert digital. Als Jane erfährt, dass ihre Vormieterin, Emma, im Haus gestorben ist, fängt sie an zu recherchieren und deckt so ungeahnte Dinge auf.

Durch den Wechsel der Perspektiven lernen wir beide Figuren sehr gut kennen. Allerdings sind sich die beiden nicht unähnlich, es dreht sich oft um ähnliche Begebenheiten, so dass ich manchmal mitten im Kapitel zurückblättern musste, weil unklar war, aus welcher Perspektive ich gerade lese. Beide Frauen haben recht naiv und gutgläubig gehandelt, was mich manchmal schon etwas aufgeregt hat. Wie oft kann man bitte das Schrillen sämtlicher Alarmglocken überhören? Und warum kamen den Damen teilweise erst Monde später Gedanken, die quasi auf der Hand lagen? Nichtsdestotrotz haben mir beide Perspektiven insofern gefallen, dass ich das Buch kaum weglegen konnte. Der sogenannte ‚charismatische‘ Besitzer und Architekt des Hauses war mir jedoch die unerträglichste Person des Buches. Edward wies so viele Parallelen zu typischen männlichen Hauptfiguren in New Adult Romanen auf, dass ich nicht umhin kam, ihn als eine Art ‚Psycho-Mr.Grey‘ zu sehen.

Trotz der gewöhnungsbedürftigen Figuren, habe ich die Geschichte in kurzer Zeit durchgelesen. Anfangs war mein Lesefluss etwas gestört von der Tatsache, dass in den Rückblenden die wörtliche Rede nicht gekennzeichnet war, daran habe ich mich aber schnell gewöhnt.

Im Verlauf gab es einige Überraschungen und auch das Ende gehörte für mich nicht unbedingt zu den vorhersehbarsten. Alles in allem fand ich das Buch durchaus überzeugend. Übrigens ist auch schon eine Verfilmung geplant, die ich mir dann gerne anschauen würde.


Autor: Kiera Cass
Titel: Selection – Die Elite (Selection #2)
Seitenzahl: 384
Erscheinungsdatum: 20. Februar 2014
Verlag: Fischer Sauerländer
Preis: 16,99€ (Gebunden); 9,99 (Taschenbuch); 9,99€ (E-Book)

Inhalt:

„Das ganz große Glück?
Von den 35 Mädchen, die um die Gunst von Prinz Maxon und die Krone von Illeá kämpfen, sind mittlerweile nur noch 6 übrig. America ist eine von ihnen, und sie ist hin- und hergerissen: Gehört ihr Herz nicht immer noch ihrer großen Liebe Aspen? Aber warum hat sich dann der charmante, gefühlvolle Prinz hineingeschlichen? America muss die schwerste Entscheidung ihres Lebens treffen. Doch dann kommt es zu einem schrecklichen Vorfall, der alles ändert.
Auch im zweiten Band der ›Selection‹-Trilogie geht es um die ganz großen Gefühle! Kiera Cass versteht es meisterhaft, das im ersten Band vorgestellte Liebesdreieck noch ein bisschen verzwickter zu machen und die Leserinnen gemeinsam mit America hin- und her schwanken zu lassen: Maxon oder Aspen? Aspen oder Maxon?“
(Fischer Sauerländer)

Meine Meinung:

Endlich bin ich dazu gekommen die Fortsetzung der Selection Reihe zu lesen. Band 2 knüpft an das Geschehen vom ersten Band an, wir begleiten also weiterhin die übrigen Kandidatinnen des Castings. America gehört irgendwie zu den Figuren, die ich einerseits mag, aber andererseits geht sie mir manchmal wirklich auf die Nerven. Wir haben hier wieder das klassische Liebesdreieck und America ändert laufend ihre Meinung, vieles wird sehr theatralisch dargestellt und doch fiebert man irgendwie mit.

Das Buch ist also sowohl für America als auch für mich eine Achterbahn der Gefühle. Natürlich muss man bedenken, dass America erst 17 Jahre alt ist und ich mich nicht mehr unbedingt in ihre Gefühlswelt eindenken kann. Gefallen hat mir, dass ein wenig mehr auf die Geschichte Illéas eingegangen wird, ich hoffe man bekommt auch im nächsten Band noch ein wenig mehr über das politische Geschehen mit.

Insgesamt betrachtet passiert nicht sonderlich viel im zweiten Band, aber der Schreibstil der Autorin ist einfach so fesselnd, dass man einfach weiterlesen musste. Das Buch ist mit seinen 384 Seiten auch relativ schnell durchgelesen. Am Ende steht kein riesen Cliffhanger, das Casting mit den letzten verbleibenden Teilnehmerinnen wird in Band 3 weitergeführt.

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