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[Bücher] Gelesen im Juni 2017 #2

Die zweite Hälfte des Monats Juni fällt äußerst spärlich aus. Die Masterarbeit hat mich fest im Griff und irgendwie ist Lesen zur Zeit kein guter Ausgleich für mich. Meist habe ich wirklich nur am Wochenende zu einem Buch gegriffen, da mir sonst einfach die Ruhe dafür gefehlt hat.

Zur ersten Hälfte der gelesenen Bücher im Juni kommt ihr HIER

Juni 2017

Anzahl Bücher: 8
Anzahl Seiten: 3861
Seiten pro Tag: 128


Autor: Larry Brown
Titel: Fay
Seitenzahl: 656
Erscheinungsdatum: 09. Mai 2017
Verlag: Heyne Hardcore
Preis: 22,99€ (Gebunden); 18,99€ (E-Book)
*Rezensionsexemplar

Inhalt: 

„Der Roman erzählt die Geschichte der 17-jährigen Fay, einer bildhübschen jungen Frau, die von zu Hause, von ihrem gewalttätigen Vater, wegläuft. Mit nichts als einer Packung Zigaretten und zwei Dollar in der Handtasche verlässt sie ihre Hütte im Wald und macht sich auf den Weg Richtung Küste, auf der Suche nach einem besseren Leben. Auf diesem Weg erlebt sie allerhand Bedrohliches, Gewalttätiges, aber auch Liebe und Hoffnung.“
(Heyne Hardcore)

Meine Meinung:

‚Fay‘ erzählt die Geschichte des gleichnamigen Mädchens, die aufgrund schwerer Familienverhältnisse entscheidet, wegzulaufen. Die Geschichte ist eine Kombination aus ‚Coming-of-Age‘ und ‚Roadmovie‘, gespickt mit viel Leid, Perspektivlosigkeit und allgemein der dunklen Seite des Lebens.

‚Fay‘ ist ein Roman aus der Feder des bereits 2004 verstorbenen Autors Larry Brown. Das Buch wurde bereits 2000 veröffentlich, jetzt endlich hat es den Weg auch in den deutschsprachigen Raum gefunden. Inhaltlich konnte ich einige Parallelen zu dem Film ‚Runaway Girl‘ finden, welcher auch auf einem Roman basiert – dem 2007 erschienen ‚Hick‘ von Andrea Portes. Die Ähnlichkeiten beruhen aber vor allem auf der Grundthematik und der gezeigten Gesellschaftsschicht. Sogenannte Bücher aus dem ‚Country Noir‘ Genre üben eine Faszination auf mich aus, die ich nicht mal in Worte packen kann. Mich interessieren die dunklen Flecken einer Gesellschaft. Da das Buch auch noch in einem meiner Lieblingsverlage, Heyne Hardcore, erschienen ist, brauchte ich nicht mehr viel Anreiz und war sofort interessiert.

Bereits zu Beginn der Geschichte wird klar, dass uns hier eine soziale Randgruppe dargestellt wird. Armut, Arbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit, Drogen, sexuelle Gewalt – all dies scheint in Fays Welt an der Tagesordnung zu stehen. Fay möchte ausbrechen und beschließt, ihrer Familie den Rücken zu kehren. Auf ihrem Weg begegnet sie vielen Menschen, die es tatsächlich nicht immer gut mit ihr meinen. Fay wird als eine sehr gefasste, pragmatische, aber doch naive junge Frau dargestellt, die gerne an das Gute im Menschen glauben will. Doch auch bei ihr hat das verrohte Leben schon Spuren hinterlassen und sie wird zunehmend misstrauischer mit jeder schlechten Erfahrung. Trotz ihrer aufgeschlossenen und netten Art, weiß sich Fay zu helfen, wenn sie in Bedrängnis gerät und ist alles andere als eine leichte Beute.

Doch Fay trifft leider nicht immer gute Entscheidungen, was wohl vor allem an ihrer Naivität liegt. Für mich als Leser nicht unbedingt nachvollziehbar, aber aus Fays Sicht durchaus. So ist es sogar vorgekommen, dass Fay aus meiner Sicht eine total dumme Entscheidung trifft, die ich überhaupt nicht mochte. Im Verlauf der Story verschlechtert sich aber alles so sehr, dass der vermeintliche Fehler vorher, eher einer Rettung gleichkommt. Die Geschichte selbst hat nicht unbedingt hervorstechende Highlights und fließt eher vor sich hin, jedoch war ich niemals gelangweilt, auch wenn das Buch durchaus ein paar Längen aufweist.

Einzig das Ende konnte mich leider nicht ganz überzeugen, da es wohl einfach nicht mein Geschmack war. Ich habe nicht mit einem Happy End gerechnet, da das wohl kaum dem Buch gerecht werden würde, aber etwas weniger offen und ein wenig hoffnungsvoller hätte mir schon gefallen.


Autor: Rainer Löffler
Titel: Der Näher (Abel & Christ #3)
Seitenzahl: 463
Erscheinungsdatum: 24. April 2017
Verlag: Bastei Lübbe
Preis: 12,00€ (Taschenbuch); 9,99€ (E-Book)
*Rezensionsexemplar

Inhalt: 

„In der Nähe von Köln verschwinden zwei schwangere Frauen. Martin Abel, Fallanalytiker des Stuttgarter LKA, übernimmt die Ermittlungen. Kurz darauf werden die Leichen einer Mutter und ihres Kindes in einem unterirdischen Hohlraum entdeckt. Es handelt sich um eine Frau, die vor Jahren verschwunden ist. Dann taucht eine der beiden vermissten Frauen wieder auf und gibt erste Hinweise auf den Täter. Martin Abel muss sich in eine Welt zerstörerischer Fantasien hineindenken. Denn der Mörder tötet nicht nur, sondern platziert etwas im Körper der Toten …“
(Bastei Lübbe)

Meine Meinung:

Nach ‚Blutsommer‘ und ‚Blutdämmerung‘ kommt mal nichts mit Blut, sonder ‚Der Näher‘! Ein recht profaner Titel, für einen so geladenen Thriller. Wir begleiten hauptsächlich unseren bereits bekannten Ermittler Abel, der quasi zwangsvermittelt wurde, um in einem beschaulichen Städtchen in bereits ‚erledigten‘ Fällen zu forschen. Doch natürlich findet Abel heraus, dass einiges nichts so ist wie es scheint und somit steht er wiedermal inmitten eines unglaublichen Falles.

Das Buch kann durchaus auch ohne Vorkenntnis der beiden ersten Teile gelesen werden. Es wird zwar selten Bezug genommen auf die früheren Fälle, aber dabei nicht gespoilert oder etwas vorausgesetzt.

Abel erscheint mir im dritten Teil wieder etwas gesetzter und nicht mehr ganz so unruhig und undurchdacht wie im zweiten Teil. Die neue Umgebung hat alles mal wieder etwas aufgelockert und man hat neue Figuren kennen lernen können. Besonders die Kollegin, die Abel zur Seite gestellt wurde, fand ich teilweise urkomisch mit ihrem trockenen Humor. Von Abels Immer-Noch-Freundin (ja, ich hoffe weiterhin, dass diese Beziehung sich auflöst, da die beiden für mich so gar nicht zusammen passen) sieht man im dritten Teil verhältnismäßig wenig, was mich auch nicht sonderlich gestört hat.

Der Fall selbst war wieder mal sehr interessant gestaltet. Wir erleben auch hier die polizeiliche Ermittlungsarbeit, wie sich langsam an die Sache herangetatet wird. Im Gegenstück dazu bekommen wir wieder die Gelegenheit in die Vergangenheit des Mörders einzutauchen, was wirklich sehr interessant und verstörend war. Im Laufe des Buches wird man natürlich zunächst auf eine falsche Fährte geführt. Jedoch ist die letztliche Auflösung ein wenig vorhersehbar, denn so viele Möglichkeiten blieben dann einfach nciht mehr.

Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen. Der Schreibstil  und die spannende Handlung haben wieder mal dazu eingeladen, das Buch in sehr kurzer Zeit durchzulesen. Trotz kleiner Minuspunkte ein Volltreffer für mich!

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